Ich habe da gerade so einen Glasvorbau auf dem Tisch, der als Windfang
nachträglich vor einem Gebäude angesetzt werden soll. Er soll
unbeheizt bleiben. Spricht trotzdem etwas dagegen, ihn mit
Einfachverglasung auszuführen?
Im Normalfall wird es durch Sonneneinstrahlung innen immer etwas
wärmer sein als draußen und hauptsächlich trockenere
Außenluft
hineingelangen.
Allerdings kann gelegentlich auch warme Luft aus dem Gebäude in den
Vorbau gelangen und an den Glaswänden kondensieren. Das kann wohl
durch eine Isolierverglasung nicht vollständig verhindert, aber sicher
verringert werden.
Was meint Ihr, lohnen sich die Zusatzkosten für Doppelverglasung?
Grüße, Udo
Architektur
Glasvorbau unbeheizt
Glasvorbau unbeheizt
Hallo Udo,
> Was meint Ihr, lohnen sich die Zusatzkosten für Doppelverglasung?
Einer meiner Ex-Bauträger ging an einem analogen Bauteil
Pleite (allerdings war ich nicht der Architekt, sondern ein
Prof. Dr. ing. :-) )
Dort waren es unbeheizte Wintergärten an Balkonen. Diese
waren teilweise gemauert. Nun bildet sich tatsächlich ein
Wärmepuffer im unbeheizten Anbau, dieser wird ja durch die
Sonne und die Aussenwand beheizt.
In diesem Falle bildeten sich an allen Teilen aus Mauerwerk
(dieses war natürlich nicht als gedämmtes Mauerwerk ausgelegt
worden) Schimmelflecken.
Tja, und das in einem Wohnblock mit x Einheiten.
Daher würde ich, um Reklamationen vorzubeugen drei
Varianten in Betracht ziehen:
1. einscheibig verglast mit Hinweis auf mögliche Kondensatbildung
(Zustimmung des Bauherrn)
2. Isolierverglasung
3. einscheibige Verglasung mit Durchlüftung des Vorbaus, damit
Kondensat wieder verdunsten kann.
Das Problem bei dem Kondensat ist ja nicht, dass es anfällt,
sondern dass die Hütten einfach zu dicht sind, als dass es schnell
wieder verdunsten könnte.
Meiner erfahrung nach kann man in "undichten Bauwerken" (Wind)
so ziemlich jede bauphysikalische Sünde begehen. Je dichter der
Mist ist, also je langsamer der Luftaustausch mit der Aussenwelt,
desto problematischer wird es.
Gruß
Tobias
Glasvorbau unbeheizt
> Ich habe da gerade so einen Glasvorbau auf dem Tisch, der als Windfang
> nachträglich vor einem Gebäude angesetzt werden soll. Er soll
> unbeheizt bleiben. Spricht trotzdem etwas dagegen, ihn mit
> Einfachverglasung auszuführen?
Nein, grundsätzlich nicht. Jeder Gemüsegärtner tut das.
> Im Normalfall wird es durch Sonneneinstrahlung innen immer etwas
> wärmer sein als draußen und hauptsächlich trockenere
Außenluft
> hineingelangen.
Bei Einfachverglasungen musst du immer mit Kondensat in grösseren Mengen
rechnen. Wenn du den Vorbau so gestaltest, dass er das schadensfrei
aushält (=> Pfützen, Verfärbungen, Schimmel usw.) ist das
kein Problem.
Aber mach ihn auf keinen Fall ganz dicht. Je mehr da durchpfeift, desto
besser.
> Allerdings kann gelegentlich auch warme Luft aus dem Gebäude in den
> Vorbau gelangen und an den Glaswänden kondensieren. Das kann wohl
> durch eine Isolierverglasung nicht vollständig verhindert, aber
sicher
> verringert werden.
Nein, das geht wohl nur durch Konvektion (beheizen), aber das wirst du
sicher nicht wollen.
> Was meint Ihr, lohnen sich die Zusatzkosten für Doppelverglasung?
Das hängt von der Nutzung ab.
Hat dein Auftraggeber im Hinterkopf, da irgendwann mal sein Wohnzimmer
auszuweiten, hat er ein Problem. Weise ihn auf jeden Fall schriftlich
darauf hin, dass das nie gehen wird! Ist es aber nur eine Glaskiste vor
der Haustür, lohnt das sicher nicht.
Grüsse Hubert
Glasvorbau unbeheizt
On Wed, 25 Feb 2004 11:18:07 +0100, tobias knittel wrote:
Hallo Tobias,
> Dort waren es unbeheizte Wintergärten an Balkonen. Diese
> waren teilweise gemauert. Nun bildet sich tatsächlich ein
> Wärmepuffer im unbeheizten Anbau, dieser wird ja durch die
> Sonne und die Aussenwand beheizt.
>
> In diesem Falle bildeten sich an allen Teilen aus Mauerwerk
> (dieses war natürlich nicht als gedämmtes Mauerwerk ausgelegt
> worden) Schimmelflecken.
In Wohnungen lassen die Leute dann doch warme Luft in den WIGA und
halten ihn außen dicht, wenn es kalt ist.
Dazu dürfte es hier nicht nicht kommen, wer durchgeht öffnet immer
beide Türen und der Luftaustausch nach außen dürfte tendenziell
höher
sein. Im Winter kommt der gravimetrische Antrieb hinzu (unten rein
oben raus), innen hängt ein Foyer mit großzügger Treppe
über
3Geschosse dran.
> 1. einscheibig verglast mit Hinweis auf mögliche Kondensatbildung
> (Zustimmung des Bauherrn)
> 2. Isolierverglasung
>
> 3. einscheibige Verglasung mit Durchlüftung des Vorbaus, damit
> Kondensat wieder verdunsten kann.
> Das Problem bei dem Kondensat ist ja nicht, dass es anfällt,
> sondern dass die Hütten einfach zu dicht sind, als dass es schnell
> wieder verdunsten könnte.
> Meiner erfahrung nach kann man in "undichten Bauwerken" (Wind)
> so ziemlich jede bauphysikalische Sünde begehen. Je dichter der
> Mist ist, also je langsamer der Luftaustausch mit der Aussenwelt,
> desto problematischer wird es.
Intensive lüftungsmöglichkeit ist für den Sommer ohnehin
nötig. Damit
der Windfang seinen Namen verdient, muß man die Lüftung aber auch
schließen können. Im Winter macht die dann niemand auf. Man
könnte
höchstens einen Mindestquerschnitt offen halten.
Gruß, Udo
Glasvorbau unbeheizt
On Wed, 25 Feb 2004 11:54:32 +0100, Hubert Bigerl wrote:
Hallo Hubert,
>> Spricht trotzdem etwas dagegen, ihn mit
>> Einfachverglasung auszuführen?
>
> Nein, grundsätzlich nicht. Jeder Gemüsegärtner tut das.
Die freuen sich auch über jeden Tropfen Wasser :^)
>> Im Normalfall wird es durch Sonneneinstrahlung innen immer etwas
>> wärmer sein als draußen und hauptsächlich trockenere
Außenluft
>> hineingelangen.
>
> Bei Einfachverglasungen musst du immer mit Kondensat in grösseren
Mengen
> rechnen. Wenn du den Vorbau so gestaltest, dass er das schadensfrei
> aushält (=> Pfützen, Verfärbungen, Schimmel usw.) ist
das kein Problem.
> Aber mach ihn auf keinen Fall ganz dicht. Je mehr da durchpfeift, desto
> besser.
Ja genau das macht mir Sorgen, wer weiß schon genau, wo das abtropft.
Leuchten müssen rein und ausrutschen soll auch niemand.
Aber in Einfachverglasung sehen die Lamellenfenster eleganter aus...
> Hat dein Auftraggeber im Hinterkopf, da irgendwann mal sein Wohnzimmer
> auszuweiten, hat er ein Problem. Weise ihn auf jeden Fall schriftlich
> darauf hin, dass das nie gehen wird! Ist es aber nur eine Glaskiste vor
> der Haustür, lohnt das sicher nicht.
Es geht um ein öffentliches Gebäude
Gruß, Udo
Glasvorbau unbeheizt
Hallo Udo
> > Nein, grundsätzlich nicht. Jeder Gemüsegärtner tut
das.
>
> Die freuen sich auch über jeden Tropfen Wasser :^)
Warum pflanzt du nicht auch ein paar Primeln hinter der Verglasung?
> Ja genau das macht mir Sorgen, wer weiß schon genau, wo das
abtropft.
> Leuchten müssen rein und ausrutschen soll auch niemand.
>
> Aber in Einfachverglasung sehen die Lamellenfenster eleganter aus...
Find ich auch. Wenn der Bodenbelag des Aussenbereichs da durchgeht,
dürfte es keine grossen Probleme geben
> Es geht um ein öffentliches Gebäude
Dann wird das Ding sowieso gross genug sein, damit die Leute von der
Verglasung wegbleiben.
Gruss Hubert