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Jetzt wirklich: Kletterpflanzenwettrennen / 1

Jetzt wirklich: Kletterpflanzenwettrennen / 1

Karl-Ludwig Diehl
2004-05-17 17:51:37

Hallo,
Thorwald Brandwein schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> > > Ein paar
> > > Drähte/Drahtseile in alte Oberleitungsmasten
> > > flechten, könnt ihr selber.
> > "Selber" flechten? Geflochten wird wohl weniger als gespannt.
> Das mag dem flüchtigen Betrachter zwar als generell sinnvolle Lösung
> erscheinen - aber vielfach erweist sich das als suboptimal.

"Suboptimal" kannte ich noch nicht. Wieder was Neues!

Ob eine
> Abspannung der Masten erforderlich ist, sagt euch ein Statiker, und ob
> die Masten mittels Spanntechnik oder z.B. Stabausfachung oder
>Vergitterung
> in einen sicher bekletterbaren und dem Bewuchs dauerhaft Halt gebenden
> Zustand gebracht werden können/sollen, erfordert ein Konzept sowie
> die Kompetenz dieses entsprechend zu optimieren.

Eigentlich soll nur am Mast gerankt werden. Die Verspannung zwischen den
Masten dient dazu ein Versammlungszelt zu halten.

> > > M.E. gehören die - sofern schmelzbar - in den Hochofen.
> > Sind noch ziemlich neu.
> Na dann sind sie als Masten ja vielleicht noch was wert.....

Vermutlich. Andererseits geht einem das alte Zeugs an Bahnanlagen aufs
Gemuet, weil alles nicht mehr in Gebrauch ist und nach Umnutzung
schreit. Ehemaliger Verlade- und Rangierbahnhof.

> Ich bin nicht
> so unbedingt ein Freund der zwar lustigen, aber eher sinnlosen
>Spielerei
> namens "Mastbegrünung".

Ich sah gelegentlich voellig eingegruente Masten. Die waren so dick
bepackt mit Leben, dass es eine Wonne war.

> Wo innerstädtisch ein wirklich
> begrünungsfähiger
> Mast herumsteht, ist meist auch ein Platz für einen Baum.

Den Satz kann nur ein Hund geschrieben haben!
:-)))

> Dessen
> selbsttragende Struktur ist auf die Dauer preiswerter und i.d.R. ist
>die
> potenzielle vorteilhafte Wirkung relativ höher.

Ja. Baum ganz gut. Aber Kletterpflanzenwettrennen noch besser. Das Thema
hat sich noch nicht erschoepft. Man kann es auch so anfangen: Zunaechst
laesst man mit Kindern ein Wettrennen von Bohnen an Bohnenstangen
veranstalten. Danach kommt der naechst groessere Schritt. Zum Schluss
das Highlight am richtigen Ort.

> Kein normaler Mensch pflanzt eine Eiche oder Linde, mit der man z.B.
> Plätze/Parks gestaltet, dicht an ein Haus,weil man sich damit absehbar
> Nachteile einfängt. Umgekehrt hat auch die Pflanzung von
>Kletterpflanzen
> an künstlichen und nur bedingt geeigneten Tragstrukturen
>unterschiedliche
> Optima hinsichtlich Aufwand und Ergebnis.

Hm. Da ist einer im Sternzeichen Waage geboren.

I.d.R. resultiert daraus die
> sinnvolle Entscheidung, Kletterpflanzen stark bevorzugt dort zu
>verwenden,
> wo selbsttragende Gehölze nicht verwandt werden können.

Naja. Kletterpflanzen haben im Gegensatz zu Baeumen, natuerlich eine
andere Raeumlichkeit, die sie erzeugen: Flaeche; oder bei Mast: gruene
Saeule. Kommt dann darauf an, was man will.

Gruesse
K.L.
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de


Jetzt wirklich: Kletterpflanzenwettrennen / 1

"Thorwald Brandwein"
2004-05-17 19:20:22

"Karl-Ludwig Diehl" schrieb

> Eigentlich soll nur am Mast gerankt werden.

Betonmasten? Die Höhe dürfte wohl bei etwa 7 m liegen?
Frage ist u.a. wie voluminös ihr die Pflanze haben wollt

> Die Verspannung zwischen den
> Masten dient dazu ein Versammlungszelt zu halten.

Auch eine Sache, beider ein Statiker mitreden sollte.
Soweit ich das beurteilen kann, sind üblicherweise (wenn der Fahrdraht
nicht mittels Kragarm von einem Mast getragen wird) eher geringe Lasten
(nicht viel mehr als das Gewicht der eher locker gespannten Seile)
anzunehmen. Von Hand Schleppen möchte ich die zwar auch nicht, aber
gegenüber dem Halten eines einem windgebeutelten Zeltes ist das wohl doch
eher Kleinkram.

> Vermutlich. Andererseits geht einem das alte Zeugs an Bahnanlagen aufs
> Gemuet, weil alles nicht mehr in Gebrauch ist und nach Umnutzung
> schreit. Ehemaliger Verlade- und Rangierbahnhof.

Heisst sowas in Köln nicht jetzt "Mediapark"? Weg damit und alles neu fnd
ich irgendwie vernünftig -
wenn das "Bahngerümpel" heute nicht gebracuth wird, dann steht es auch
morgen noch im Weg und letzlich nutzt die zwischenzeitliche Etablierung von
Provisorien meist auch niemandem. Ganz abgesehen davon ist so ein Gelände
auch eine Industriebrache und muss sicherlich auf Altlasten geprüft werden,
ehe man eine andere Nutzung beginnt.

> Ich sah gelegentlich voellig eingegruente Masten. Die waren so dick
> bepackt mit Leben, dass es eine Wonne war.

Jein... Bei genauerem Hinsehen, erweist sich bevorzugt an Gittermasten das
scheinbar blühende Leben als eher oberflächlich - innen herrscht häufig
Totholz vor. Das könnte evtl. (vor allen Dingen im direkten Zusammenhang
mit einer Versammlungsstätte aus Stoff/Folie die Brandschutzexperten
stören. Der Korrosionsschutz von begrünten Gittermasten ist i.d.R. nicht
mehr auffrischbabr und wird gerne vernachlässigt.
Masten,die aus einen Massiv- oder Hohlprofil bestehen und selbstklimmend
begrünt werden können,
werden mitunter schlagartig vom Wind entgrünt, sobald der Bewuchs eine
gewisse Dicke entwickelt hat.

> > Wo innerstädtisch ein wirklich begrünungsfähiger
> > Mast herumsteht, ist meist auch ein Platz für einen Baum.

> Den Satz kann nur ein Hund geschrieben haben!
> :-)))

Nicht ganz. Hunde sind weniger wählerisch - sie bepinkeln auch beliebige
künstliche exponierte Stellen an ihrem Weg - u.a. Felgen mit Reifen und
zur Not auch mal ein Bein. (Das ist natürlich dann besonders dämlich, wenn
die Bemühung eine bleibende lokale Duftmarkierung schaffen soll ;-)).

> Ja. Baum ganz gut. Aber Kletterpflanzenwettrennen noch besser. Das Thema
> hat sich noch nicht erschoepft. Man kann es auch so anfangen: Zunaechst
> laesst man mit Kindern ein Wettrennen von Bohnen an Bohnenstangen
> veranstalten. Danach kommt der naechst groessere Schritt. Zum Schluss
> das Highlight am richtigen Ort.

Natürlich. Sicherlich hat auch ein Bohnenwettwachsen seinen Reiz - mit so
etwas bindet man (ebenso wie mit Kürbis-/Sonnenblumenwettbewerben irgendwie
irgendwelche Gemeinschaften... Deshalb machen z.B. Baumarktketten so was
so gerne.... Unbestritten kann der Bohnenwettbewerb pädagogisch und
informativ einiges leisten, aber er fällt eher in die Zuständigkeit von
Kindergärten, als dass er zu einem relevanten Mittel der Stadtgestaltung
zählt. Aber als Einführung und "Zünder" durchaus mal keinesfalls
verkehrt....

> Hm. Da ist einer im Sternzeichen Waage geboren.

Knapp daneben ist auch nicht getroffen ;-))

> Naja. Kletterpflanzen haben im Gegensatz zu Baeumen, natuerlich eine
> andere Raeumlichkeit, die sie erzeugen: Flaeche; oder bei Mast: gruene
> Saeule. Kommt dann darauf an, was man will.

Richtig. Nur bietet "Baum" auch verschiedene Wuchs- und natürlich
Schnittformen an.
Der Wunsch eine wachsende grüne Säule zu produzieren, kann ggf mit einem
Baum sogar effektiver und zuverlässiger erfüllt werden, als mit einer
Kletterpflanze. Es kommt eben auf die angestrebte Funktion und/oder
Aussage an.

Grüße
Thorwald Brandwein

--
www.biotekt.de


Jetzt wirklich: Kletterpflanzenwettrennen / 1

Karl-Ludwig Diehl
2004-05-18 16:19:54

Hallo,
Thorwald Brandwein schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> > Eigentlich soll nur am Mast gerankt werden.
> Betonmasten? Die Höhe dürfte wohl bei etwa 7 m liegen?

Mal sehen. Um die Leute nicht zu erschrecken, habe ich erst einmal
Bohnenstangen gesagt, die dann langsam immer groesser werden. Wir fangen
klein an. Mammutbaeume mit Schlingpflanzen, was Tobias vorschlug, waere
dann das Hoechste.

> Frage ist u.a. wie voluminös ihr die Pflanze haben wollt

Moeglichst dick bepackt mit Kletterpflanze, und zwar so, dass jeder Mast
eine Gruenskulptur anderer Auspraegung ergibt.

> > Die Verspannung zwischen den
> > Masten dient dazu ein Versammlungszelt zu halten.
> Auch eine Sache, beider ein Statiker mitreden sollte.

Georg Matejko macht mit. Dem muessen wir dann das rechnen beibringen.

> Soweit ich das beurteilen kann, sind üblicherweise (wenn der Fahrdraht
> nicht mittels Kragarm von einem Mast getragen wird) eher geringe Lasten
> (nicht viel mehr als das Gewicht der eher locker gespannten Seile)
> anzunehmen. Von Hand Schleppen möchte ich die zwar auch nicht, aber
> gegenüber dem Halten eines einem windgebeutelten Zeltes ist das wohl
>doch
> eher Kleinkram.

Welche Windkraefte bei Zelten entstehen, ist mir in der Archaeologie
klar geworden. Da flogen alle Zelte, egal welche Groesse, weg.

> > Vermutlich. Andererseits geht einem das alte Zeugs an Bahnanlagen
>aufs
> > Gemuet, weil alles nicht mehr in Gebrauch ist und nach Umnutzung
> > schreit. Ehemaliger Verlade- und Rangierbahnhof.
> Heisst sowas in Köln nicht jetzt "Mediapark"?

In Hamburg heisst das IGS - Internationale Gartenschau.

> Weg damit und alles neu fnd
> ich irgendwie vernünftig -
> wenn das "Bahngerümpel" heute nicht gebracuth wird, dann steht es auch
> morgen noch im Weg und letzlich nutzt die zwischenzeitliche
>Etablierung von
> Provisorien meist auch niemandem.

Im Prinzip stimme ich dir zu. Der Gemuetskram kann wirklich zur
Belaestigung werden.

> Ganz abgesehen davon ist so ein Gelände
> auch eine Industriebrache und muss sicherlich auf Altlasten geprüft
>werden,
> ehe man eine andere Nutzung beginnt.

Ich habe gerade mit dem Spezialisten dafuer telefoniert.

> > Ich sah gelegentlich voellig eingegruente Masten. Die waren so dick
> > bepackt mit Leben, dass es eine Wonne war.
> Jein... Bei genauerem Hinsehen, erweist sich bevorzugt an Gittermasten
>das
> scheinbar blühende Leben als eher oberflächlich - innen herrscht häufig
> Totholz vor. Das könnte evtl. (vor allen Dingen im direkten
>Zusammenhang
> mit einer Versammlungsstätte aus Stoff/Folie die Brandschutzexperten
> stören.

Das mag ein Argument sein. Guter Hinweis.

Der Korrosionsschutz von begrünten Gittermasten ist i.d.R. nicht
> mehr auffrischbabr und wird gerne vernachlässigt.
> Masten,die aus einen Massiv- oder Hohlprofil bestehen und
>selbstklimmend
> begrünt werden können,
> werden mitunter schlagartig vom Wind entgrünt, sobald der Bewuchs eine
> gewisse Dicke entwickelt hat.

Das ist "Mensch aergere Dich nicht" als reales Leben. Der betroffene
"Staat" muss dann erneut hochklettern.

> > > Wo innerstädtisch ein wirklich begrünungsfähiger
> > > Mast herumsteht, ist meist auch ein Platz für einen Baum.
> > Den Satz kann nur ein Hund geschrieben haben!
> > :-)))
> Nicht ganz. Hunde sind weniger wählerisch - sie bepinkeln auch
>beliebige
> künstliche exponierte Stellen an ihrem Weg - u.a. Felgen mit Reifen
>und
> zur Not auch mal ein Bein. (Das ist natürlich dann besonders dämlich,
>wenn
> die Bemühung eine bleibende lokale Duftmarkierung schaffen soll ;-)).

Da Baeume, laut Tobias, auch wegrennen, ist das das reinste Hundeleben.

> > Ja. Baum ganz gut. Aber Kletterpflanzenwettrennen noch besser. Das
>Thema
> > hat sich noch nicht erschoepft. Man kann es auch so anfangen:
>Zunaechst
> > laesst man mit Kindern ein Wettrennen von Bohnen an Bohnenstangen
> > veranstalten. Danach kommt der naechst groessere Schritt. Zum Schluss
> > das Highlight am richtigen Ort.
> Natürlich. Sicherlich hat auch ein Bohnenwettwachsen seinen Reiz -
>mit so
> etwas bindet man (ebenso wie mit Kürbis-/Sonnenblumenwettbewerben
>irgendwie
> irgendwelche Gemeinschaften... Deshalb machen z.B. Baumarktketten so
>was
> so gerne.... Unbestritten kann der Bohnenwettbewerb pädagogisch und
> informativ einiges leisten, aber er fällt eher in die Zuständigkeit von
> Kindergärten, als dass er zu einem relevanten Mittel der
>Stadtgestaltung
> zählt. Aber als Einführung und "Zünder" durchaus mal keinesfalls
> verkehrt....

Sehe ich auch so.

> > Hm. Da ist einer im Sternzeichen Waage geboren.
> Knapp daneben ist auch nicht getroffen ;-))

Nicht getroffen? Dann wohl gleucklich davon gekommen! :-)))

> > Naja. Kletterpflanzen haben im Gegensatz zu Baeumen, natuerlich eine
> > andere Raeumlichkeit, die sie erzeugen: Flaeche; oder bei Mast:
>gruene
> > Saeule. Kommt dann darauf an, was man will.
> Richtig. Nur bietet "Baum" auch verschiedene Wuchs- und natürlich
> Schnittformen an.
> Der Wunsch eine wachsende grüne Säule zu produzieren, kann ggf mit
>einem
> Baum sogar effektiver und zuverlässiger erfüllt werden, als mit einer
> Kletterpflanze. Es kommt eben auf die angestrebte Funktion und/oder
> Aussage an.

In den "geheimen Gaerten" vom Arp-Museum in Rolandseck/Rolandswerth
begegnete mir ein hoher Nadelbaum, der weit bis unter den oberen
Abschnitt ohne Aeste war, dafuer aber Kletterpflanzenbewuchs in
bauchiger Flaschenform. Hatte was Spezielles.
Morgen schleppe ich mir Kletterpflanzenbuecher nach Hause.

Gruesse
K.L.
--
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