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Europäische Expansion: dänische Bauten / 3
Die Dänen konnten sich ab 1620 in Südindien in Tranquebar auf Dauer
festsetzen. Tranquebar, "das zugleich Festung, Kronkolonie, Faktorei und
auf Grund der dänischen Neutralität de facto der einzige
europäische
Freihandelsplatz an der Koromandelküste war" (1), diente den
Dänen als
Ausgangspunkt, um sich ein weites Netzwerk von Handelsniederlassungen
und Faktoreien in Asien zu schaffen, das von Persien bis China geknuepft
war.
Mokka am Bab-el-Mandeb, Ormuz in Persien, Trincolmalee auf Ceylon,
Cuddalore südlich von Pondichery, Tegnapatnam (auch Fort St.David
genannt), Madras, Masulipatnam, Pondichery ebenso und Porto Novo an der
Koromandelkueste erhielten dänische Niederlassungen für den Handel.
Ebenso Frederigsnagar (auch Serampore genannt), Balasore, Chinsura,
Dannemarksnagore, Gondalpara, Patna, Pipli und Tellingapore in Bengalen
waren weitere Orte, wo sich Dänen mit Faktoreien festsetzen konnten.
Außerdem vertreten waren sie in Allepey, Calicut, Cannanore, Cochin,
Colachel und Eddowa. Genauso verfügten sie in Ganjam, Holcheri an der
Malabarküste, in Agra (flußabwaerts von Delhi), auf der Inselgruppe
der
Nikobaren, in Aceh auf Sumatra, Japara, Bantam und Batavia auf Java, in
Sucudana, Mattam auf Borneo, in Macassar auf Celebes, in Mergui vor der
südostasiatischen Küste, dazu in Tenasserim auf der malaiischen
Halbinsel in Siam, und auch in Kanton in China, mit Rückzugsort
Hongkong, Stützpunkte für den Handel. (2) In allen diesen Orten wird
man
nach dänischen Bauten Ausschau halten müssen. Dazu sagt Krieger:
"(Die dänischen) Faktoreien lagen alle am Meer oder an Flüssen
(Patna,
Serampore) und verfügten meist über eine leichte Befestigung aus
Holzplanken und über eine entsprechende Bewaffnung. Innerhalb der
Umzäunung befanden sich Packhäuser, die Wohnhäuser für den
Residenten
als Leiter der Faktorei und für die übrigen Bediensteten, bisweilen
auch
Werkstätten, Viehställe und Gartenanlagen. Zum Teil gehörten
Anlegestellen für Schiffe und kleine Reparaturwerften (Balasore) zu den
Faktoreien. An einigen Plätzen bestanden die Handelsniederlassungen aber
auch lediglich aus einem einzelnen, angemieteten Haus inmitten eines
Handelsortes (Atschin) (= Aceh)." (3)
Für eine baugeschichtliche Betrachtung ergibt das Anhaltspunkte. Ob von
diesen Bauten, welche die Dänen damals über den langen Zeitraum von
1620
bis 1845 errichteten und unterhielten, als sie ihre
Überseeaktivitäten
betrieben, noch etwas erhalten blieb, und wie sich aus diesen und
anderen Zeugnissen eine baugeschichtliche Entwicklung der dänischen
Architektur der Kolonialzeit niederlegen läßt, bleibt eine offene
Frage.
In Dänemark selbst entstanden für die dänischen Handelkompagnien
für den
Überseehandel große Bauten, so etwa das Direktionsgebäude der
Asiatischen Kompagnie, welche ehemalige Einrichtungen der Zweiten
Dänischen Ostindien-Kompagnie in Christianshavn erworben hatte und
umbaute. (4) Oder das Packhaus der Asiatischen Kompagnie in Kopenhagen,
"das auf 4 1/2 Stockwerken fest 5.000 qm Lagerfläche bot". (5)
Vermutlich haben sich mehr dänische Bauzeugnisse der Kolonialzeit
erhalten, als man denkt.
Karl-Ludwig Diehl
Anmerkungen: (liegen beim Autor)
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Europäische Expansion: dänische Bauten / 3
2004-05-20 16:27:52