"Adrian Herrmann" schrieb:
>Das heißt Du setzt voraus, daß das Geld von innländischen
Anlegern kommt.
Nein, das setze ich nicht voraus, sondern das ist so - jedenfalls in
der überwiegenden Mehrheit und in der Summe betrachtet.
>Jede Verschuldung zieht die Verpflichtung nach sich diese Schulden zu
tilgen
>und Zinsen dafür zu zahlen.
Ja, sicher. Die Inflation habe ich in diesem Zusammenhang bereits
erwähnt. Aber das ist nicht nur aus "betriebswirtschaftlicher"
Sicht
auf dei Staatsfinanzen so, sondern auch aus volkswirtschaftlicher.
>Wenn Du die Leute also nicht enteignen willst
Inflation kann man als eine Form der Enteignung sehen, und so habe ich
sie ja auch geschildert - nämlich als eine Form der Umverteilung, die
dann nötig wird, wenn der gesellschaftliche Reichtum nicht mehr anders
sozialverträglich umverteilt werden kann.
>und wie wir gesehen haben, daß die Inflation kaum noch behilflich
ist,
Wirtschaftswachstum und Inflation zusammen machen mehr aus als die
Neuverschuldung. Aus volkswirtshcaftlicher Sicht is die rechnung noch
einfacher: Papier kann man nicht verzehren - was heute in die
Sozialsysteme fliesst und dort durch Konsum von Geld in Waren
umgewandelt wird, wird auch hete produziert. Mit den heute gemachten
Schulden kannst Du heute kein Brot und keine Butter verzehren, die
erst morgen produziert werden.
>Geld dorthin zu verleihen und freiwillig wird das keiner machen, der
>aufgrund der Konstellation zu dem Ergebnis kommt, daß er es gar nicht
>zurückbekommen kann.
Das würde den Konsum anheizen, weil die Leute nicht mehr sparen
würden. Das Gegenteil aber ist der Fall - wir leben in
äußerster
Gefahr, in eien Deflation zu rutschen.
>Das Werkzeug der Neuverschuldung kann nur sehr zeitlich begrenzt eingesetzt
>werden und es ist unabdingbar die Systeme die man zunächst damit
stützt auf
>dauer überlebensfähig zu machen.
Nein. Schon die Geschichte hat das Gegenteil bewiesen. Außer in
Staaten, in denen außergewöhnliche Umstände wie z.B.
gigantische
Ölreserven vorliegen, ist bisher noch in jedem Staat die
Staatsverschuldung unaufhörlich gestiegen. Wie ich schon sagte: dieses
Mittel ist für eine sozialverträglcihe Umverteilung des Reichtums
unverzichtbar.
>Schön, oder? Nur glauben tut das heute keiner mehr. M.E. ist es
unabdingbar
>die Rentenversicherung attratkiv zu machen. D.h. das was jemand einzahlt
muß
>ihm mit Rendite auch wieder zugute kommen.
Dieser Zug ist für uns abgefahren. Nach dem 2.Weltkrieg gab es keine
andere Möglichkeit als auf den Generationenvertrag zu setzen, und aus
dem kommst Du allenfalls sehr, sehr langsam wieder heraus.
Ein sehr wesentlicher Nachteil einer vollständig kapitalbildenden
Rentenversicherung (egal ob staatlich oder privat) wird in der
aktuellen Diskussion gar nicht angeführt: die fast gleich große
Abhängigkeit von einer gesunden demographischen Entwicklung. Der
springende Punkt ist doch immer der, daß dem Geldwert (egal, ob dies
Schulden sind, oder frisch gedrucktes Papier, oder eine
kapitalbildende Rentenversicherung) immer auch die Waren gegenüber
stehen müssen, die erst den Konsum mittels dieses Geldes ermöglichen.
Wenn in einer nicht mehr so fernen Zukunft in DE 70 Rentner 30
Arbeitenden gegebüber stehen, dann muß man sich genau so fragen, wie
von den 30 Arbeitenden die Waren produziert werden sollen, die dem
immensen Papiervermögen der kapitalstarken Rentner gegenüber stehen.
Kurz: auch die Rendite, die auf das gebildete Kapital ausbezahlt wird,
muß von der arbeitenden Bevölkerung erwirtschaftet werden. Das ist
nur
eine andere Variante des Generationenvetrags.
>Systeme können nur dann funktionieren, wenn die betroffenen Personen
nicht
>gegen dieses System arbeiten, was mit einer allzu hoch angesetzten sozialen
>Sicherung allerdings passiert. Den Leuten geht es doch nicht um ein
>funktionierendes System, sondern ausschließlich um die eigenen
Belange.
Die 5 Millionen Arbeitslosen und die rentner vergißt Du bei Deiner
Überlegung aber. Du argumentierst (IMO kursichtig, denn auch die
Rendite aus Deiner privaten kapitalbildenden Vorsorge muß von den
Aktiven erwirtschaftet werden ) aus der Sicht der Beitragszahler,
nicht gesamtgesellschaftlich.
>soziale Absicherung. Es geht auch nicht darum das abzuschaffen sondern es
zu
>dem zu machen was es sein soll, eine Absicherung für den Fall der
Fälle aus
>dem jeder daran mitwirkt die Situation wieder zu ändern.
>
>Die Absicherung von Hypothekendarlehen mit Arbeitslosengeld wird Dir kaum
>gelingen, wo doch schon in den meisten Fällen das Einkommen in der
>Anstellung kaum ausreicht.
Das kann man so nicht stehen lassen. Ich bin sicher, daß die meisten
Häuslebauer udn ganz sicher die Banken den Worst-Case einkalkuliert
haben. Und der ist nicht das ja ohnehin (aber auf 1 Jahr begrenzte)
Arbeitslosengeld, sondern die ALH. Als ich meine Wohnung gekauft habe,
war ich noch an der Uni angestellt. Ich habe selbstverständlich so
finanziert, daß ich die Wohnung auch von der ALH hätte halten
können.
Wir müssen darüber aber gar nicht streiten - für die aktuellen
ALH-Bezieher bedeutet die geplante Änderung ungefähr 40% geringere
"Einkünfte". Es steht außer Frage, daß dadurch sehr
viele
Finanzierungen mehr notleidend werden. Und bei der aktuellen Situation
auf dem Arbeitsmarkt muß jeder Arbeitnehmer damit rechnen, daß er
arbeitslos wird, und daß er nach einem Jahr in die Sozialhilfe
fällt.
Ich würde unter diesen Umständen keine Finanzierung angehen, die in
dem Fall dann nicht vom Sozialamt übernommen würde. Das bedeutet: nur
die Wohnungsgröße, die das Sozialamt akzeptiert, und die Sozialmiete
als Grenzbelastung.
>Hier gibt es ganz eindeutig Mißstände, wenn ich
>mir die Anteile an Hauseigentümern in Nachbarländern ansehe. Ein
Hausbau
>oder Kauf birgt immer Risiken und man muß den Fall der Fälle
auch
>durchplanen. Wer unter heutigen Umständen und Zinsen von 5% und
weniger mit
>100-Prozentfinanzierungen bei 1% Tilgung arbeitet handelt grob
fahrlässig.
Das ist so pauschal grundsätzlich falsch. Entscheidend sind weder die
Höhe des Eigenkapitals und der Zinsen, sondern der Kaufpreis und die
Belastung. Jemand, der eine Wohnung für 100.000 Euro ohne jedes
Eigenkapital zu 70% vom Verkehrswert in eienr Zwnagsversteigerung
erwirbt, handelt wesentlich verantwortungsvoller als jemand, der
dieselbe Wohnung zwei Jahre früher über einen Strukturvertrieb
für
250.000 Euro und mit 30% Eigenkapital erworben hat.
>Wenn Du jede einzelne Instanz des Sozialsystems nur für das einsetzt
wozu es
>eingerichtet ist und rational führst, wird der Sinn erkennbar, so wie
es
>ist, sind wir weit davon entfernt. Wenn Du das Netz das auffangen sollst zu
>hoch ansetzt treibt das Blüten.
Aus dem Grund verlange ich ja auch Anreize. Aber ich halte den Rückzug
des Staates zugunsten der individuellen Eigenverantwortung für eine
Katastrophe. Und das um so mehr, als unsere Wirtschaft aufgrund von
Produktivitätssteigerungen, die derzeit höher sind als das
Wirtschaftswachstum, niemals wieder Vollbeschäftigung erreichen wird.
Wer soll denn Deiner Meinung nach in eienr späteren Zukunft für 30
Millionen Arbeitslose und 30 Millionen Rentner aufkommen, wenn
vielleicht eine Million Beschäftigte das Werkeln von Millionen von
Robotern überwachen? Die Frage ist sehr ernst gemeint.
>Ich bin der festen Überzeugung, daß sich der Arbeitsmarkt wie er
ist nicht
>halten wird und es wird selbstverständlicher werden, in
Selbständigkeit zu
>Arbeiten. Die Frage der Rente wird danach zu lösen sein.
Das sehe ich auch so. Und die meisten der kleinen 1-Mann-Firmen, die
ich kenne, krebsen nur auf kleinster Sparflamme dahin und liefern kaum
mehr als die Sozialhilfe auch bringen würde.
Rentenversicherungsbeiträge zahlen die allesamt genau so wenig, wie
sie privat vorsorgen. Wie wollen wir den diese stark wachsende Gruppe
am Leben halten, wenn sie erst mal ins Rentenalter kommen?
Gruß
Tom Berger
--
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Architektur
Re: Architekturbüro der nächsten Jahre?
Re: Architekturbüro der nächsten Jahre?
...
Ob das mit der Honorar-Findung klappen kann, wage ich zu
bezweifeln - es sei denn, dass hier ein akuter Fall von
Selbstausbeutung vorläge.
Vielleicht hilft Dir der Honorarkalkulatur für Freiberufler
von http://www.e-lancer-nrw.de für Deine Kalkulationen:
http://www.e-lancer-nrw.de/kalkulator/index.php; Er
öffnet
Augen und Sichtweisen. Der Kalkulator ist übrigens auch
hilfreich bei der Argumentation gegenüber Aufraggebern,
wenn es um Stundensätze geht.
Alfons Oebbeke - www.baulinks.de || www.aecweb.de
Re: Architekturbüro der nächsten Jahre?
Hi Alfons,
> http://www.e-lancer-nrw.de/kalkulator/index.php; Er
öffnet
> Augen und Sichtweisen. Der Kalkulator ist übrigens auch
> hilfreich bei der Argumentation gegenüber Aufraggebern,
> wenn es um Stundensätze geht.
wie es da so schön heißt:
"Der Weg zum Wunscheinkommen" :-)
Wünschen kann man sich das ja :-)
Gruß
Tobias
Re: Architekturbüro der nächsten Jahre?
Hallo,
Tobias schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> wie es da so schön heißt:
> "Der Weg zum Wunscheinkommen" :-)
> Wünschen kann man sich das ja :-)
Bloss keine Panik! Wenn die Ruecklage im hohen Alter zu niedrig wird,
einfach auswandern. Das Kapital wandert auch dauernd aus.
Wo Hotels 1-2 Euro, Mittagessen 1.50 Euro kosten, wird auch noch die
niedrigste Rente in Deutschland zum unermesslichen Reichtum, der sich
bei schoenstem Sonnenschein geniessen laesst.
Im Liegestuhl nebenan sitzen dann die ausgewanderten Grossindustriellen
und schluerfen leckeren Fruchtsaft, die eine Hand im Swimmingpool.....
;-)
Gruesse
K.L.Diehl
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de
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