Hi Thorwald,
> Das weiß ich nicht und vermutlich kommt die Technik/Sorgfalt auch
mit dem
> Verwendungszweck. Die runden Dinger könnten Ziegenställe gewesen
sein....
> Die größeren Rechteckbauten müssten Schlafplätze auf
Zwischenböden
> enthalten haben. Ich habe sie als "potenziell regendicht" in
Erinnerung
mit
> teilweise raffinierter Steinanordnung (Außengefälle).
Allerdings hab ich
> vergessen, wie das im Detail aussieht. ist sowieso seltsam dort - die
> Dinger sind nicht wirklich alt. In den Ortschaften ringsum wurde
längst
> "normal" gebaut....
> Angeblich (und vom sichtbaren "Gerümpel" her glaubhaft)
waren die
> Bories bis Anfang 20. Jh. bewohnt.
> Hier noch ein besserer Link:
> http://www.frankreich-sued.de/gordes-server/bories.htm
> Besser sind meine Fotos auch nicht - Innenaufnahmen, die eher
> Aufschluss bezüglich eventueller Dichtigkeit geben würden, habe
> ich auch nicht - ist einfach zu dunkel in den Dingern.
Ja, sind wirklich niedlich :-)
Im Grunde brauch ich keine hochwertigere Behausung,
wird mir mehr und mehr klar :-)
Wahrscheinlich bin ich der immer komplizierteren
Architektur einfach überdrüssig :-)
Wären nicht immer die leidigen Rechnungen, hätte
ich mich wohl die Tage endgültig abgesetzt. Aber
eigentlich, mehr als sterben geht auch nicht, stehe ich
näher an diesem Schritt als jeh zuvor.
Irgendwie kann es das nicht sein, wie es hier so läuft.
Es muss wieder einfacher werden, zumindest für mich.
Ich hab die Nase voll - und wenn ich dann
an ner Brücke sitze und Portraits zeichne :-)
Gruß
Tobias
Architektur
Trulli
Trulli
Hi,
tobias knittel schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> > Die runden Dinger könnten Ziegenställe gewesen sein....
Multifunktional. Sowohl Ställe, andere Hirtenhäuschen, usw.
> > ist sowieso seltsam dort - die
> > Dinger sind nicht wirklich alt.
Das Alter dürfte unbekannt sein. Jedenfalls weiss man es von
süditalienischen Bauten nicht genau. Die Geschichte endet sicher in
Legenden von Heimatforschern.
In den Ortschaften ringsum wurde längst
> > "normal" gebaut....
> > Angeblich (und vom sichtbaren "Gerümpel" her
glaubhaft) waren die
> > Bories bis Anfang 20. Jh. bewohnt.
Als Nutzraum dienen sie sicherlich weiter.
> > ist einfach zu dunkel in den Dingern.
Solche Bauten, wenn zu Wohnzwecken genutzt, und dunkel, dienen dann mehr
dem Unterstellen, Nächtigen.
> Im Grunde brauch ich keine hochwertigere Behausung,
> wird mir mehr und mehr klar :-)
Ein Lehmloch genügt. :-)))
> Wahrscheinlich bin ich der immer komplizierteren
> Architektur einfach überdrüssig :-)
Wahrscheinlich.
> eigentlich, mehr als sterben geht auch nicht, stehe ich
> näher an diesem Schritt als jeh zuvor.
Qual, Niedergang, keine seelische Dynamik, usw.
> Irgendwie kann es das nicht sein, wie es hier so läuft.
Es läuft ja nichts.
> Ich hab die Nase voll - und wenn ich dann
> an ner Brücke sitze und Portraits zeichne
In solchen Fällen sind Selbstporträts sehr geeignet. Dokumentation
des
Zerfalls, der Auflösung, des Untergangs. Das erschüttert die Nachwelt
am
meisten. T. als Opfer der Globalisierung. Tagebuch.
K.L.
--
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Trulli
"Karl-Ludwig Diehl" schrieb
> Multifunktional. Sowohl Ställe, andere Hirtenhäuschen, usw.
Eher nicht. Hirten wird man am Standort ganz sicher nicht benötigt
haben - der Steinreichtum hat dazu geführt, dass sehr viele Parzellen mit
Mauern umgeben sind. Größere Herden sind dort ganz sicher nicht
gehalten
worden.
> Das Alter dürfte unbekannt sein. Jedenfalls weiss man es von
> süditalienischen Bauten nicht genau. Die Geschichte endet sicher in
> Legenden von Heimatforschern.
Man kennt diese Bauformen aus mehreren Bereichen des Mittelmeerraumes und
in etwas variierten Ausführungen. Neben Boris und Trulli wären u.a
auch
noch die sardischen Nuragen (allerdings andere Dachkonstruktion) zu nennen.
Vielleicht besteht eine gewissen Beziehung, aber man sollte nicht von einem
Standort auf den anderen schließen.
Am französischen Standort Gordes darf man jedenfalls davon ausgehen,
dass die Bories nicht nennenswert älter als 300 Jahre sind. Für
andere
Trockensteinhäuser allgemein ein höheres Alter (bis >3500 Jahre)
angegeben.
Was in Gordes irgendwen veranlasst hat, ausschließlich mit dem einzigen
reichlich vor Ort vorhandenen Baumaterial zu arbeiten, weiß ich nicht.
Irgendwie "Aussätzig" (nicht integriert) werden die
Erbauer/Nutzer
wohl gewesen sein. Allerdings ist der lokale Bereich, in dem sich Boris
finden, doch etwas größer, als es vermutlich der Fall wäre,
wenn eine
eingeschworene Gemeinschaft (Sekte o.ä.) sie errichtet hätte.
Vermutlich
waren sie wohl vorrangig eine aus Armut entstandene Notlösung.
> Als Nutzraum dienen sie sicherlich weiter.
Allgemein nicht. Die Bewirtschaftung der Bories und des angrenzenden
Landes ist fast überall aufgegeben worden. Sieht man von der touristisch
genutzten Anhäufung ab, befindet sich die Mehrzahl mehr oder weniger
abseits von Wegen (die Zufahrt zum "Village des Bories" ist auch
weitgehend nur ein unbefestigter einspuriger Weg) und je weiter sie von
solchen entfernt sind (also je weniger Touristen drum rum trampeln)
desto mehr sind sie eingewuchert und dem Verfall preisgegeben.
Nur ganz wenige Bories (meist die Rechteckform) finden sich dicht an
aktuell bewohnten Häusern. Es scheint, dass die Boriebewohner wohl
keine Eigentumsrechte an den bebauten Parzellen hatten - vielleicht
war (ist?) es Gemeindeland (Allmende).
> Solche Bauten, wenn zu Wohnzwecken genutzt, und dunkel, dienen dann mehr
> dem Unterstellen, Nächtigen.
Nein. Dazu waren sie in Gordes zu stark funktional gegliedert. Da hausten
garantiert Gruppe (Familien) ständig drin.
Von Gordes aus gesehen östlich gibt es noch einzelne andere Standorte -
(u.a. bei Apt und Vence). Die sind aber schon wieder etwas anders
geformt. Die kenne sie nur vom Vorbeifahren und weiß nichts über ihr
Alter usw..
> In solchen Fällen sind Selbstporträts sehr geeignet.
Dokumentation des
> Zerfalls, der Auflösung, des Untergangs. Das erschüttert die
Nachwelt am
> meisten. T. als Opfer der Globalisierung. Tagebuch.
Ach bist du heute wieder konstruktiv ;-)
Grüße
Thorwald Brandwein
--
www.biotekt.de
Trulli
Hi ihr,
> Was in Gordes irgendwen veranlasst hat, ausschließlich mit dem
einzigen
> reichlich vor Ort vorhandenen Baumaterial zu arbeiten, weiß ich
nicht.
> Irgendwie "Aussätzig" (nicht integriert) werden die
Erbauer/Nutzer
> wohl gewesen sein. Allerdings ist der lokale Bereich, in dem sich Boris
> finden, doch etwas größer, als es vermutlich der Fall
wäre, wenn eine
> eingeschworene Gemeinschaft (Sekte o.ä.) sie errichtet hätte.
Vermutlich
> waren sie wohl vorrangig eine aus Armut entstandene Notlösung.
ich vermute es gab zu wenig Holz, bzw. dieses war zu weit weg.
Schiffbau und Köhlerei zehrten an den Beständen
> Von Gordes aus gesehen östlich gibt es noch einzelne andere Standorte
-
> (u.a. bei Apt und Vence). Die sind aber schon wieder etwas anders
> geformt. Die kenne sie nur vom Vorbeifahren und weiß nichts
über ihr
> Alter usw..
KLD:
> > In solchen Fällen sind Selbstporträts sehr geeignet.
Dokumentation des
> > Zerfalls, der Auflösung, des Untergangs. Das erschüttert
die Nachwelt am
> > meisten. T. als Opfer der Globalisierung. Tagebuch.
:-)
> Ach bist du heute wieder konstruktiv ;-)
Man wird sehen :-)
Gruß
Tobias
Trulli
Hi,
tobias knittel schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> ich vermute es gab zu wenig Holz, bzw. dieses war zu weit weg.
> Schiffbau und Köhlerei zehrten an den Beständen
Holzmangel ist ein Grund zur Steinbauweise.
> > > In solchen Fällen sind Selbstporträts sehr geeignet.
Dokumentation
>des
> > > Zerfalls, der Auflösung, des Untergangs. Das
erschüttert die
>Nachwelt am
> > > meisten. T. als Opfer der Globalisierung. Tagebuch.
> > Ach bist du heute wieder konstruktiv ;-)
> Man wird sehen :-)
Das sowieso.
K.L.
--
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