Hallo,
Das scheint ein Standardthema zu sein, aber ich bin trotz intensivster
Suche hier in der Newsgroup nicht (wesentlich) schlauer geworden.
Zunächst die Beschreibung des Objekts und des Problems
Bruchsteinhaus mit 55-60cm Außenwänden Baujahr 1900. Das Problem ist
eine teilweise feuchte Innenwand. Teilweise, weil die Feuchtigkeit
sich wie ein horizontaler Streifen ca. 30-40cm über dem Sockel
herzieht (wie gesagt an der Innenwand).
Interessanterweise befindet sich auf der Außenseite dieser Wand ein
Vorklärbecken etwa ein spatenbreit von der Hauswand entfernt. Dieses
hatte ich zunächst als Verursacher in Verdacht. Nachdem das Becken
aber geleert wurde (und durch direkten Kanalanschluss auch leer
bleibt) könnte es nur noch als Verursacher durch Staunässe in Frage
gekommen.
Zunächst bin ich schonmal fleißig am graben (Die Bodenbeschaffenheit
ist lehmig). Der Erdbereich in der Umgebung der Vorklärgrube ist
definitiv feuchter als der Rest. Bei 1.5m habe ich bisher leider das
Fundamentende noch nicht erreicht (seufz) obwohl dieser Bereich nicht
unterkellert ist (war mal eine Hofdurchfahrt).
Nun zur Problemlösung. Ich hatte vor zunächst vertikal zu verputzen
um
eine glatte Fläche zu bekommen, danach Voranstrich, Dickbeschicktung,
noch ein Anstrich und ggf. eine Grundmauerschutzfolie.
Das sollte doch reichen, oder? Oder sollte noch zusätzlich ein
Drainagesystem installiert werden, was aber sehr kompliziert würde.
Ich wäre für jeden hilfreichen Input äußerst dankbar!
MfG
Walter
Architektur
Drainage notwendig? Altbau
Drainage notwendig? Altbau
Hi Walter,
> Bruchsteinhaus mit 55-60cm Außenwänden Baujahr 1900.
Was für Stein? Sandstein, Granit, Kalkstein?
Sandstein zieht durch seine Porenstruktur Wasser. Granit
und Kalkstein nicht.
> Das Problem ist
> eine teilweise feuchte Innenwand. Teilweise, weil die Feuchtigkeit
> sich wie ein horizontaler Streifen ca. 30-40cm über dem Sockel
> herzieht (wie gesagt an der Innenwand).
> Interessanterweise befindet sich auf der Außenseite dieser Wand ein
> Vorklärbecken etwa ein spatenbreit von der Hauswand entfernt. Dieses
> hatte ich zunächst als Verursacher in Verdacht. Nachdem das Becken
> aber geleert wurde (und durch direkten Kanalanschluss auch leer
> bleibt) könnte es nur noch als Verursacher durch Staunässe in
Frage
> gekommen.
> Zunächst bin ich schonmal fleißig am graben (Die
Bodenbeschaffenheit
> ist lehmig). Der Erdbereich in der Umgebung der Vorklärgrube ist
> definitiv feuchter als der Rest. Bei 1.5m habe ich bisher leider das
> Fundamentende noch nicht erreicht (seufz) obwohl dieser Bereich nicht
> unterkellert ist (war mal eine Hofdurchfahrt).
> Nun zur Problemlösung. Ich hatte vor zunächst vertikal zu
verputzen um
> eine glatte Fläche zu bekommen, danach Voranstrich, Dickbeschicktung,
> noch ein Anstrich und ggf. eine Grundmauerschutzfolie.
> Das sollte doch reichen, oder? Oder sollte noch zusätzlich ein
> Drainagesystem installiert werden, was aber sehr kompliziert würde.
> Ich wäre für jeden hilfreichen Input äußerst dankbar!
Hmm, die Wand zieht Feuchte aus dem Erdreich kapilar.
Wenn du sie außen abdichtest zieht sie weiter Feuchte
innenseitig des Fundamentes und über die Fundamentsohle.
Diesen Eintrag an Feuchte zu unterbinden ist sehr aufwändig,
kann aber durch eine eingerammte oder gesägte Horizontalsperre erfolgen,
mit der Gefahr von Setzungsschäden. Wenn du schon offen hast, würde
ich abwarten, wie sich der Feuchteschaden entwickelt. Es kann ein
oder zwei Jahre dauern, bis die Wand ausgetrocknet ist, bzw. sich
eine neues Feuchtegleichgewicht einstellt.
Vermutlich reicht die Abgrabung schon aus, das Problem zu beseitigen.
Reicht sie absehbar aus, an die Wand eine Noppenfolie stellen und
den Graben mit Leerkies verfüllen, so dass keine direkte Feuchte
am Fundament ansteht.
Wenn das Fundament bei -1,5 m noch nicht zu Ende ist, vermute
ich einen (Kriech) Keller unter der Hütte. Der kann ohne Eingang sein.
Ist da im EG ein Holzfussboden? Wenn ja, ist da ab und an noch ein
Kriechkeller drunter, oft mit Schutt verfüllt.
Gruß
Tobias
Drainage notwendig? Altbau
Hallo Tobias,
Erstmal vielen Dank für die prompte Antwort.
> Was für Stein? Sandstein, Granit, Kalkstein?
Das müßte Granit sein (auf jeden Fall verdammt hart) .
> Wenn das Fundament bei -1,5 m noch nicht zu Ende ist, vermute
> ich einen (Kriech) Keller unter der Hütte. Der kann ohne Eingang
sein.
Wäre denkbar aber irgendwie merkwürdig. Das Haus hat ja einen
Gewölbekeller. Nur wie gesagt an der betreffende Seite war mal eine
Durchfahrt.
> Ist da im EG ein Holzfussboden? Wenn ja, ist da ab und an noch ein
> Kriechkeller drunter, oft mit Schutt verfüllt.
Mittlerweile ist das gekachelt. Ich kann daher nicht sagen ob da mal
ein Holzboden drauf war.
MfG
Walter
Drainage notwendig? Altbau
Walter schrieb:
>
> Hallo,
Hola...
> Bruchsteinhaus mit 55-60cm Außenwänden Baujahr 1900. Das
Problem ist
> eine teilweise feuchte Innenwand. Teilweise, weil die Feuchtigkeit
> sich wie ein horizontaler Streifen ca. 30-40cm über dem Sockel
> herzieht (wie gesagt an der Innenwand).
Könnte das auch von unten kommen?
Daß Du Wasserleitungen etc. aus zu schliessen sind, davon gehe ich mal
aus...
> Zunächst bin ich schonmal fleißig am graben (Die
Bodenbeschaffenheit
> ist lehmig). Der Erdbereich in der Umgebung der Vorklärgrube ist
> definitiv feuchter als der Rest. Bei 1.5m habe ich bisher leider das
> Fundamentende noch nicht erreicht (seufz) obwohl dieser Bereich nicht
> unterkellert ist (war mal eine Hofdurchfahrt).
Lehm ist bindiger, als wasserführender Boden. Bei bindige Böden sind
DIN
Pflicht, um entstehenden Waserdruck entgegen zu wirken.
Das beantwortet die Frage, ob man da Heute eine Drainung vorsehen
müßte.
Zur Drainung: Nach DIN 4095 sind drei Bedingungen zu erfüllen. Die
Drainrohre müssen DIN 1187 und 4262 erfüllen, sowie einen Nachweis
über
die Drainspende haben, was jedoch oft nicht beachtet wird.
Laut den Fränkischen ROhrwerken hat ausschließlich die orangene
Opti-Drain (Stangenware) diesen Nachweis und ist damit die einzigste im
Hochbau zugelassene Drainung. Die alseitverwendeten Rohrwaren, wie die
gelben FF-Drain, Strasil o.ä. habe keine Zulassung im Hochbau. Als
Gutachter brauchst Du gar nicht weiter Suchen, wenn es um die
Schuldfrage geht, wenn die falsche Drainung drin liegt.
Ob das nun was bringt ist sehr umstritten und steht auf einem anderen
Blatt. Aber der Dickbeschichtung zu lieb würde ich das auf jeden Fall so
machen.
PS: Wenn jemand eine Drainung kennt, außer der Opti-Drain, die DIN
gerecht ist, würde mich das sehr interessieren. Dabei genügt es
nihct,
wenn die Hersteller das behaupten.
> Nun zur Problemlösung. Ich hatte vor zunächst vertikal zu
verputzen um
> eine glatte Fläche zu bekommen, danach Voranstrich, Dickbeschicktung,
> noch ein Anstrich und ggf. eine Grundmauerschutzfolie.
Du schreibst, DU hast das Fundament noch nicht erreicht. Das solltest Du
aber. Wenn DU nur dort was machst, wo Du die Nässe (auf der anderen
Seite) siehst, heißt das m.E. gar nichts. Du solltest schon bis UK
Fundament abdichten. Und wenn Du schon dort bist, leg eine Drainage mit
ein.
> Das sollte doch reichen, oder? Oder sollte noch zusätzlich ein
> Drainagesystem installiert werden, was aber sehr kompliziert würde.
Bist Du fachkundig? Sowohl Bitumendickbeschichtung, als auch Drainungen
erfordern ziemliches Fachwissen und wird auch von Baqufirmen oft zu
schlampig ausgeführt, was zumindest im Schadensfall der Grund Nr. 1 ist.
Die Dickbeschichtung nützt nihct, wenn Sie nihct ordentlich gemacht ist,
gleiche Dicke und bei Anschlüssen mit entsprechenden Gewebe etc. und die
Drainung ist nur sinnvoll, wenn Sie funktioniert, d.h. Kiesbett, Vlies
etc.
Nimm Dir ein Fachmann zu rate, der das vor Ort klärt.
Ich kann mir nun gar nicht vorstellen, daß Du nur ein teil abgedichtet
hast und darunter steht evtl. noch die Brühe?!?
> Ich wäre für jeden hilfreichen Input äußerst dankbar!
Es gibt unzählige Verfahren bzgl. Sanierung und Trockenlegung. Aber...
Das Bundesminesterium für Raumordung etc. in einer Untersuchung zu den
Unterschiedlichen Verfahren feststellen müssen, daß viele Verfahren
eigentlich Schrott sind und schlußfolgern: "Auch bei den Produkten
mit
bester Wirksamkeit wurde bei den Versuchen eine volständige Abdichtung
nicht erreicht. Dies bedeutet, daß die Wirkung solcher Verfahren
wesentlich von der Austrocknungsmöglichkiet des Mauerwerks oberhalb der
Injektionsschicht mitbestimmt werden kann."
--
Ciao, SVEN
--
<FAQ: de.sci.architektur>
<http://dsa.bau-wesen.de>
Drainage notwendig? Altbau
Hallo Sven,
Erstmal vielen Dank für Deine Ausführungen!
> Könnte das auch von unten kommen?
Schwierig zu sagen aber ist ein noch ein neuer Sachverhalt aufgetaucht
um die ganze Sache zu verkomplizieren: Parallel zu der teilweise
feuchten Innenwand
liegt offensichtlich die Abwasserleitung im Boden (etwa 30cm tief).
Dabei handelt es sich wohl um ein älteres Modell (Ton?)
> PS: Wenn jemand eine Drainung kennt, außer der Opti-Drain, die DIN
> gerecht ist, würde mich das sehr interessieren. Dabei genügt es
nihct,
> wenn die Hersteller das behaupten.
Ich kenne auch nur Opti-Drain.
> Du schreibst, DU hast das Fundament noch nicht erreicht. Das solltest Du
> aber. Wenn DU nur dort was machst, wo Du die Nässe (auf der anderen
> Seite) siehst, heißt das m.E. gar nichts. Du solltest schon bis UK
> Fundament abdichten. Und wenn Du schon dort bist, leg eine Drainage mit
> ein.
Du hast recht, aber meinen Tennisellenbogen zuliebe muss ich das
langsam angehen .
> Nimm Dir ein Fachmann zu rate, der das vor Ort klärt.
> Ich kann mir nun gar nicht vorstellen, daß Du nur ein teil
abgedichtet
> hast und darunter steht evtl. noch die Brühe?!?
Klar, wenn dann gehe ich bis auf den Grund.
MfG
Walter
Drainage notwendig? Altbau
Walter schrieb:
>
> Hallo Sven,
Hola...
> Schwierig zu sagen aber ist ein noch ein neuer Sachverhalt aufgetaucht
> um die ganze Sache zu verkomplizieren: Parallel zu der teilweise
> feuchten Innenwand
> liegt offensichtlich die Abwasserleitung im Boden (etwa 30cm tief).
> Dabei handelt es sich wohl um ein älteres Modell (Ton?)
Und Schäden?
> > PS: Wenn jemand eine Drainung kennt, außer der Opti-Drain, die
DIN
> > gerecht ist, würde mich das sehr interessieren. Dabei
genügt es nihct,
> > wenn die Hersteller das behaupten.
>
> Ich kenne auch nur Opti-Drain.
Also, keine FF-Drain nehmen udn vorallem richtig einbauen, mit Vlies,
Kiesfilter ets.
> Du hast recht, aber meinen Tennisellenbogen zuliebe muss ich das
> langsam angehen .
Solang die Hütte nihct wegschwimmt ;-)
> Klar, wenn dann gehe ich bis auf den Grund.
Eben...
Aber die Drainung mußt DU dann auch irgendwo hinführen *bg*
--
Ciao, SVEN
--
<FAQ: de.sci.architektur>
<http://dsa.bau-wesen.de>
Drainage notwendig? Altbau
Hallo Sven,
> Und Schäden?
Die liegt unter dem Estrich (wie gesagt das war vorher eine
Hofdurcgfahrt die zum Wohnraum umgebaut wurde).
Aber ich werde diesen Kanal mit einer Kamera untersuchen.
> Aber die Drainung mußt DU dann auch irgendwo hinführen *bg*
Das könnte je nach Tiefe wirklich zum Problem werden.
MfG
Walter
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