Architektur

www.architektur-forum.info
« zurück zur Hauptseite

50 Stunden-Woche, 0 Tage Jahresurlaub, Rente ab 99 Jahre :-)

50 Stunden-Woche, 0 Tage Jahresurlaub, Rente ab 99 Jahre :-)

"tobias knittel"
2004-07-06 07:58:09

Hi allerseits,

tja, wenn man die politischen Diskussionen
so mitverfolgt, frägt man sich woher die ganze
Arbeit kommen soll.

50 Stunden-Woche, keinen Jahresurlaub.

Letztlich geht es wohl darum die verbliebene
Arbeit noch billiger zu machen und noch wenigeren
aufzubürden.

Es gibt Momente, da ist man froh selbständig
zu sein.

Letztlich führt wohl kein Weg an diesem Punkt vorbei,
nämlich, wie Marx schon trefflich bemerkte, dem
Eigentum an den Produktionsmitteln.

Man sollte in der momentanen Situation nicht mehr
seine Haut verkaufen, sondern die Produktionsmittel
erobern, sprich sein eigener Herr werden.

Zuviel Overhead braucht neue Sklaven oder
neue Sklaven braucht das Land.



Dieser Rat war gratis :-)



Gruß

Tobias


50 Stunden-Woche, 0 Tage Jahresurlaub, Rente ab 99 Jahre :-)

"Hubert Bigerl"
2004-07-06 08:48:51

> 50 Stunden-Woche, keinen Jahresurlaub.
(...)
> Es gibt Momente, da ist man froh selbständig
> zu sein.

So isses wohl.

Die beste Form der Ausbeutung ist die Selbstausbeutung.
Was brauchen wir da noch neue Sklaven?

Gruss Hubert


50 Stunden-Woche, 0 Tage Jahresurlaub, Rente ab 99 Jahre :-)

Sven Schelhorn
2004-07-06 08:10:00

tobias knittel schrieb:
>
> Hi allerseits,

Tag.

> tja, wenn man die politischen Diskussionen
> so mitverfolgt, frägt man sich woher die ganze
> Arbeit kommen soll.
>
> 50 Stunden-Woche, keinen Jahresurlaub.

Immer noch besser, wie wenn man seine Arbeit verliert, was?!?

Karstadt entläßt 4.000 Leute war dieser Tage zu hören.
In Fulda werden hier und da auch einige entlassen.
Hammerhart zur Zeit.

> Letztlich geht es wohl darum die verbliebene
> Arbeit noch billiger zu machen und noch wenigeren
> aufzubürden.

So lange die Wirtschaft krankt wird das so sein.

> Es gibt Momente, da ist man froh selbständig
> zu sein.

Scho. Aber auch die, an denen man sich fragt, warum man sich das
überhaupt antut.

> Letztlich führt wohl kein Weg an diesem Punkt vorbei,
> nämlich, wie Marx schon trefflich bemerkte, dem
> Eigentum an den Produktionsmitteln.
>
> Man sollte in der momentanen Situation nicht mehr
> seine Haut verkaufen, sondern die Produktionsmittel
> erobern, sprich sein eigener Herr werden.

Da gibts auch viele Pleiten.
Vorallem wegen Übershculdung hinsichtlich Startkapital etc.

> Zuviel Overhead braucht neue Sklaven oder
> neue Sklaven braucht das Land.
>
> Dieser Rat war gratis :-)

Dankeschön.

--
Ciao, SVEN
--
<FAQ: de.sci.architektur>
<http://dsa.bau-wesen.de>;


50 Stunden-Woche, 0 Tage Jahresurlaub, Rente ab 99 Jahre :-)

"tobias knittel"
2004-07-06 10:01:13

Hi Sven,

> > 50 Stunden-Woche, keinen Jahresurlaub.

> Immer noch besser, wie wenn man seine Arbeit verliert, was?!?

wer weiß :-)

> Karstadt entläßt 4.000 Leute war dieser Tage zu hören.
> In Fulda werden hier und da auch einige entlassen.
> Hammerhart zur Zeit.

Gerade hatte ich einen Anruf von ner Bank, wegen einem
Teilungsplan. Da braucht der Bauherr Geld um Firma x
im August bezahlen zu können, dazu die Teilung für
Kredit. 5 Minuten später erfuhr ich, dass Firma x
diese Woche Konkurs anmelden wird, von anderer
Seite.

> So lange die Wirtschaft krankt wird das so sein.

> Scho. Aber auch die, an denen man sich fragt, warum man sich das
> überhaupt antut.

Das auch, aber Fabrikarbeit hat auch etwas so ganz und gar nicht
sehr erfreuliches. Ich hatte in einigen Läden gejobbt
Kein Wunder, dass das einige nur als Alkoholiker aushalten.
Es ist vielfach einfach stupid, und der Minutenzeiger auf der
Uhr scheint wie angeklebt, insbesondere bei Kleinteilmontage.

> Da gibts auch viele Pleiten.
> Vorallem wegen Übershculdung hinsichtlich Startkapital etc.

Jo, das kann passieren, trotzdem ist es die bessere
Alternative.

Gruß

Tobias


50 Stunden-Woche, 0 Tage Jahresurlaub, Rente ab 99 Jahre :-)

"Ernst Sauer"
2004-07-06 12:28:36

"tobias knittel" schrieb im Newsbeitrag
news:ccdf1h$ovr$00$1@news.t-online.com...
> Hi allerseits,

Hallo, oder moin moin, oder servus,

> tja, wenn man die politischen Diskussionen
> so mitverfolgt, frägt man sich woher die ganze
> Arbeit kommen soll.

Arbeit ist in Hülle und Fülle da,
aber solide Arbeit will niemand mehr bezahlen, das ist unser Problem.
Die Leute wollen ihr Geld nicht für sinnvolle Arbeit ausgeben,
sie wollen es für nutzlose Dinge aus dem Fenster werfen.
Also wird auch in nutzlose Dinge investiert und notwendige
Arbeit wird nicht mehr so viel bestellt.

> 50 Stunden-Woche, keinen Jahresurlaub.

Das wäre überhaupt kein Problem, wenn viel Arbeit
zu einer hohen sozialen Anerkennung führen würde,
aber das ist nicht mehr der Fall.
Ich kenne Leute, die haben bis ins hohe Alter mehr als
60 Stunden in der Woche gearbeitet, sind nie in Urlaub
gefahren und waren immer zufrieden.

Aber für die jetzige Zeit gilt::
je nützlicher eine Arbeit ist, desto schlechter ist ihr Ansehen.
Ein Bauer hat nach dem Krieg 2,5 Menschen ernährt,
heute ernährt er mehr als 80 und wenn er mal eine kranke Kuh
im Stall hat, wird er moralisch gelyncht.
Im sozialen Ansehen unserer Bevölkerung werden Bauern (und
Handwerker) zu den Dummköpfen gezählt, Ingenieure sind
Fachidioten, wobei die Betonung auf der letzten Silbe liegt.
Architekten haben wenigstens noch den Künstlerrabatt.

> Letztlich geht es wohl darum die verbliebene
> Arbeit noch billiger zu machen und noch wenigeren
> aufzubürden.

Das wäre noch gar nicht so schlimm, schlimm ist, das der
unproduktive Teil unserer Gesellschaft den produktiv arbeitenden
Menschen (mit Verachtung) auf die Finger schaut und gnadenlos
zuschlägt, wenn letztere einen Fehler machen.

> Es gibt Momente, da ist man froh selbständig zu sein.

Du bist halt ein Optimist.

> Letztlich führt wohl kein Weg an diesem Punkt vorbei,
> nämlich, wie Marx schon trefflich bemerkte, dem
> Eigentum an den Produktionsmitteln.

Das hat der alte Marx nicht richtig beobachtet,
es gewinnen diejenigen, die die Produktionsmittel verwalten
(heute heisst das managen).

> Man sollte in der momentanen Situation nicht mehr
> seine Haut verkaufen, sondern die Produktionsmittel
> erobern, sprich sein eigener Herr werden.

Man muss sich Dumme suchen, die die Produktionsmittel
erobern, dann muss man sich noch noch dümmere suchen, die
die Produktionsmittel auch einsetzen können und als nächstes
muss man diesen Dummen erklären, dass sie ja nicht die
notwendigen Schlüsselqualifikationen und sozialen Kompetenzen
usw. haben ...., also braucht man ein Mangement und Gewerkschaften und ....
Und im Umfeld dieses Managements muss man sich aufhalten.

> Zuviel Overhead braucht neue Sklaven oder
> neue Sklaven braucht das Land.

... ... das Land braucht neue Dummköpfe und die werden
durch die Medien jeden Tag aufs neue herangezüchtet.

>
> Dieser Rat war gratis :-)

Tja, mit dieser Einstellung gehörst Du schon zu den Verlierern
in dieser Gesellschaft
(aber wenigstens in dieser News-Group zu den Gewinnern).

> Gruß
> Tobias

Frohes Schaffen noch,
Gruß
Ernst Sauer


50 Stunden-Woche, 0 Tage Jahresurlaub, Rente ab 99 Jahre :-)

"tobias knittel"
2004-07-06 12:59:51

Hi Ernst,

> Das hat der alte Marx nicht richtig beobachtet,
> es gewinnen diejenigen, die die Produktionsmittel verwalten
> (heute heisst das managen).


das war gut :-) Passend dazu, wie auch dieser Personenzweig
in bittere Armut fallen kann :-)

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,307412,00.html

Gruß

Tobias


50 Stunden-Woche, 0 Tage Jahresurlaub, Rente ab 99 Jahre :-)

"tobias knittel"
2004-07-08 07:42:53

Hi Hubert,

> > Es gibt Momente, da ist man froh selbständig
> > zu sein.

> So isses wohl.

> Die beste Form der Ausbeutung ist die Selbstausbeutung.
> Was brauchen wir da noch neue Sklaven?

es gibt da imo schon noch nen Unterschied. Selbstausbeutung
ist trotzdem noch selbstbestimmt. Ausbeutung oder Engagement?
Wohl eine freie Interpretation, die man in dem Falle für sich
selbst treffen kann.

Nur, wenn ich all die Vorschläge so lese der letzten Zeit,
bin ich wahrlich nicht erpicht, angestellt zu sein. Wenn, dann
in einer eigenen Firma :-)

Wenn die Politik jetzt keinen Weg findet aus der Krise,
außer Arbeitslose Hundescheiße einsammeln zu lassen,
na denn ... mit solchen Arbeitsplätzen wird man wahrlich
im Wettstreit der Industrienationen punkten, sozusagen.

Deutschland hat immer nur vom Erfindungsreichtum seiner
Bewohner existieren können. Fortschritt und teilweise
"Worldleadership" um die Jahrhundertwende 19./20.
hatten eine Hauptursache in der massiven Förderung von
Forschung und Bildung unter Wilhelm II.

Daher gehört das Geld. Das sind die eigentlichen
Investitionen, die zu tätigen wären - und zwar statt
40 Milliarden Schulden, 40 Milliarden in Forschung
und Bildung zusätzlich. Dann klappt es auch wieder
mit Jobs, die etwas mit "Industrienation" zu tun haben.

Gruß

Tobias


50 Stunden-Woche, 0 Tage Jahresurlaub, Rente ab 99 Jahre :-)

"Thorwald Brandwein"
2004-07-08 11:51:00

"tobias knittel" schrieb:

> es gibt da imo schon noch nen Unterschied. Selbstausbeutung
> ist trotzdem noch selbstbestimmt. Ausbeutung oder Engagement?
> Wohl eine freie Interpretation, die man in dem Falle für sich
> selbst treffen kann.

Teilweise. Aber auch Engagement braucht wenigstens Erfolgserlebnisse - wenn
schon finanziell nicht das erwirtschaftet wird, was angemessen gewünscht
wird, sollte wenigstens die Anerkennung von Leistungen und die Art der
Kooperation stimmen - und die Leistung sollte nicht vom Auftraggeber
verhunzt werden.
Anderenfalls schleift sich auch Engagement beschleunigt ab - vor allem wenn
dem Engagierten auch noch
von verschiedenen Seiten (hier Baurecht) Knüppel zwischen die Beine
geworfen werden oder unsinniger Aufwand (z.B. schlechte Ausschreibungen,
Angebotsanfragen mit "politischem" Hintergrund) beschert wird.

> Nur, wenn ich all die Vorschläge so lese der letzten Zeit,
> bin ich wahrlich nicht erpicht, angestellt zu sein. Wenn, dann
> in einer eigenen Firma :-)

Ist letztlich wohl doch eher egal.... In beiden Fällen kommt es wohl auf
die Firma an ... ;-)

> Wenn die Politik jetzt keinen Weg findet aus der Krise,
> außer Arbeitslose Hundescheiße einsammeln zu lassen,
> na denn ... mit solchen Arbeitsplätzen wird man wahrlich
> im Wettstreit der Industrienationen punkten, sozusagen.

Ich behaupte mal ganz frech, dass man nichts verallgemeinern sollte. Es
gibt eben alles Mögliche z.B. den überqualifizierten Arbeitslosen und den
"unbrauchbaren" Arbeitslosen. Ein Problem dabei ist, dass auch der
unselbständig Beschäftigte ein gewisses Egagement entwickeln muss, und das
sich dieses bei jeder Art von Erfolglosigkeit genauso (wenn nicht sogar
schneller) abschleift, wie das eines Selbständigen. M.E. fehlt es bereits
jetzt häufig an Motivation und die wird durch weitere Reglementierung und
Verzichtforderungen nicht besser.

> Deutschland hat immer nur vom Erfindungsreichtum seiner
> Bewohner existieren können. Fortschritt und teilweise
> "Worldleadership" um die Jahrhundertwende 19./20.
> hatten eine Hauptursache in der massiven Förderung von
> Forschung und Bildung unter Wilhelm II.

Das ist aber lange her.....

> Daher gehört das Geld. Das sind die eigentlichen
> Investitionen, die zu tätigen wären - und zwar statt
> 40 Milliarden Schulden, 40 Milliarden in Forschung
> und Bildung zusätzlich. Dann klappt es auch wieder
> mit Jobs, die etwas mit "Industrienation" zu tun haben.

Hoffentlich. Leider geht so etwas nicht von heute auf morgen und
leider können andere Nationen das auch - großteils auch
preiswerter....
Also ist auch der Versuch, mit Forschungs-und Bldungsinitiativen
den Karren aus dem Jammertal zu zerren, solange wohl eher
vergeblich, wie kein allgemeines Vertrauen in den Erfolg vorliegt.
Mag sein, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich selbst noch für
gut und den Anforderungen gewachsen hält (was für einen gewissen
% Satz mir unbekannter Größe aber leider nicht zutrifft), so fehlt
dennoch das Vertrauen in die wirtschaftliche Leistungsfähigeit der
Gesellschaft. So stellt sich aktueller und künftiger Kompetenz die
Frage, ob sie hierzulande ihr Engagement nicht "vor die Säue wirft"....

Solange nicht min. 75% der Bevölkerung ihre "miese Stimmung"
aufgeben und unter Eingehung von Risiken etwas bewegen, das
die inländische Produktion von "Hardware" nach sich zieht, kann
man D m.E. abhaken. Es eignet sich sonst zu nichts - aus
klimatischen Gründen noch nicht mal als Ferienkolonie der
Besserverdiener aus aller Welt.

Grüße
Thorwald Brandwein

--
www.biotekt.de