Hallo,
ich weiss nicht, was bei euch los ist,
aber hier in Bonn tobt sich ein
Sommergewitter mit Eisregen aus riesigen
Hagelstücken aus. Dazu Blitze und Donnergrollen.
Was damit wohl alles zerschlagen wird?
Jetzt geht es in Dauerregen über.
Die umliegenden Dächer und verglasten Veranden sehen noch heil aus.
K.L.
--
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Architektur
Sommergewitter
Sommergewitter
"Karl-Ludwig Diehl" schrieb:
> ich weiss nicht, was bei euch los ist,
> aber hier in Bonn tobt sich ein
> Sommergewitter mit Eisregen aus riesigen
> Hagelstücken aus. Dazu Blitze und Donnergrollen.
> Was damit wohl alles zerschlagen wird?
> Jetzt geht es in Dauerregen über.
> Die umliegenden Dächer und verglasten Veranden sehen noch heil aus.
Nun - nach meiner Erfahrung müssen schon ordentliche "Kaliber"
auftreten, damit Dacheindeckungen oder Über-Kopf-Verglasungen
zerstört werden. Wir hatten in F mal ein Gewitter mit Hagelschlag,
das dazu taugte. Die Hagelkörner waren zwischen taubenei- und
apfelsinengroß. Auf unserem alten Dach zerschlug dieser Hagel
etwa 30 bis 40 Dachpfannen und die (versprödete) Kunststoff-
Regenrinne. Einige Fliesen der Dachterrasse wiesen anschließend
Schäden auf. Viele andere Dächer (und offenbar viel Dachfenster,
auch mit Drahtglas) wurden ebenfalls beschädigt, aber vielfach
liegen unter Mönch-Nonne-Deckungen bereits Welleternitplatten
statt der traditionellen Dreieck-Lattung (Auf unseren Dach jetzt
auch). Denen passiert so schnell nichts, und die Dachziegel
können ruhig kaputtgehen - die sind nur für die Optik (Denkmal-
schutz) ...
Aber die paar Dachziegel und Gläser waren im Vergleich zum
Gesamtschaden eher "Peanuts" - u.a. waren alle bergab führenden
Straßen im Dorf teilweise weggespült, zum Teil stellten sie sich
als bis zu 2 m tiefe Gräben dar - darin diverse defekte Leitungen.
Im Nachbardorf wurden zwei Tage lang Leichen(teile) gesucht, weil
ein Teil des Friedhofes ebenfalls wegsgespült worden war.
Der üblicherweise trockenliegende Wassergraben um das Chateau
führte 10 min nach dem Unwetter noch so viel Wasser, dass die
Brücke es nur teilweise durchließ und es auf 20 m Breite immer
noch 10 cm hoch daran vorbeifloss. Der üblicherweise dahinter
fließende Colostre (ein Bach, der in Furten etwa 3 m breit und
15 cm tief ist) passte gerade eben noch durch eine Brücke, die
einen Durchlass von mindestens 15 x 3,5 m hat. Da die nächste
Brücke bachabwärts einen eher kleineren Durchlass hat, war für
die Gäste auf dem Campingplatz zwischen beiden nach dem etwa
40 minütigem Gewitter der Urlaub zu Ende... Manche
Campingartikel (und Reste von Wohnwagen) fanden sich der
Sage nach im Unterlauf der Durance wieder....
Kurz: Für wirklich relevante Hagelschäden an Bauwerken
muss schon ein sehr außergewöhnliches Hagelereignis
stattfinden. Wenn du bei > 30 C und nachmittags auf einer
sonnenbeschienenen Wiese eine Stunde nach dem Unwetter
immer noch kirschgroße Hagelkörner findest, dann geht das
Gewitter allerdings mit ziemlicher Sicherheit in die Geschichte
des Ortes ein....
Das französische Krisenmanagement, (kommunal) war übrigens
phantastisch. Strom fiel nur kurz aus, Wasser gab es bereits
nach ca. 2 Stunden wieder und spätestens am nächsten Morgen
waren alle größeren Erdrutsche so weit beseitigt, dass die
Verbindungsstraßen wieder befahrbar waren. Das Gewitter
hatte zwar nur zwei Ortschaften mit zusammen nicht ganz
1000 Ew betroffen aber im Katastrophengebiet waren auf
> 30 km Straßen erhebliche Schäden aufgetreten. Es war
etliches relativ schweres Gerät unmittel verfügbar - großteils
waren entsprechend ausgerüstete Traktoren der ortsansässigen
Landwirte und Arbeitsmaschinen der Baufirmen aus der
Umgebung im Einsatz.
Grüße
Thorwald Brandwein
--
www.biotekt.de
Sommergewitter
Hm,
Thorwald Brandwein schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> > ich weiss nicht, was bei euch los ist,
> > aber hier in Bonn tobt sich ein
> > Sommergewitter mit Eisregen aus riesigen
> > Hagelstücken aus. /./
> > Was damit wohl alles zerschlagen wird?
> Nun - nach meiner Erfahrung müssen schon ordentliche
"Kaliber"
> auftreten, damit Dacheindeckungen oder Über-Kopf-Verglasungen
> zerstört werden. Wir hatten in F mal ein Gewitter mit Hagelschlag,
> das dazu taugte. /./
Sehr eindrucksvolle Schilderung, die Du da bringst.
Die Hagelkörner waren zwischen taubenei- und
> apfelsinengroß.
Dann war es hier etwas harmloser, einige Hagelstücke hatten
eidottergrosse Ausmaße, manche sahe mehr wie Eisplatten aus. Seltsamer
Anblick. Danach ein ungeheurer Wolkenbruch.
> Das französische Krisenmanagement, (kommunal) war übrigens
> phantastisch. Strom fiel nur kurz aus, Wasser gab es bereits
> nach ca. 2 Stunden wieder und spätestens am nächsten Morgen
> waren alle größeren Erdrutsche so weit beseitigt, dass die
> Verbindungsstraßen wieder befahrbar waren.
In Ecuador fuhren wir in ein Tal ein, als auf Fußballfeldlänge von
rechts eine haushohe Gesteinsmasse aus mehreren Schichten auf die
Strasse schob. Der Bus geriet glücklicherweise nicht darunter, fuhr
schnell über eine abenteuerliche alte Steinbrücke seitlich über
den
Fluß. Bald kamen riesige Vorderladerfahrzeuge und schaufelten einen Weg
durch die aberwitzig verschüttete Strasse. Offensichtlich war man bei
starken Regenfällen auf solche Situationen eingestellt.
Hier in Bonn-Mehlem konnte ich nach dem Unwetter die Wasserbauten für
solche Fälle erstmals in Funktion sehen. Aus dem Bach war ein reissender
Fluß geworden, der vor dem Dorf einen riesigen Vorfluter hat. Mit
welcher Geschwindigkeit das Wasser dahinter durch den vermauerten
Bachlauf jagte und in den Tunnel unter dem Dorf zum Rhein schoss, samt
Baumstümpfen, usw., war sehr spannend zu beobachten.
Das System funktioniert offenbar ganz gut.
K.L.
--
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Sommergewitter
Hi,
Thorwald Brandwein schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> > Was damit wohl alles zerschlagen wird?/./
> Nun - nach meiner Erfahrung müssen schon ordentliche
"Kaliber"
> auftreten, damit Dacheindeckungen oder Über-Kopf-Verglasungen
> zerstört werden.
Inzwischen werden uns die Schäden nach dem eindrucksvollen Hagelwetter
deutlich. Über meiner Terrasse sind sämtliche transparenten
Kunststoffabdeckungen faustgroß durchlöchert. Gegenüber
krabbeln die
Dachdecker auf dem Dach, um Dachziegel auszutauschen, usw. Von
vollgelaufenen Kellern ganz zu schweigen.
K.L.
--
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Sommergewitter
Hi Karl,
> Inzwischen werden uns die Schäden nach dem eindrucksvollen
Hagelwetter
> deutlich. Über meiner Terrasse sind sämtliche transparenten
> Kunststoffabdeckungen faustgroß durchlöchert. Gegenüber
krabbeln die
> Dachdecker auf dem Dach, um Dachziegel auszutauschen, usw. Von
> vollgelaufenen Kellern ganz zu schweigen.
ich glaub unter www.wetterzentrale.de (dort Forum) gibt es einen
Bericht über dein Unwetter.
Bei mir (F) ging alles glimpflich vorbei. Das stärkste Gewitter ware eine
nette lightshow mit bis zu 120 Blitzen/ Minute, dann aber kaum Regen.
Dreinmal fiel der Strom aus, das wars.
Gruß
Tobias
Sommergewitter
Hm,
tobias knittel schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> ich glaub unter www.wetterzentrale.de (dort Forum) gibt es einen
> Bericht über dein Unwetter.
90cm Eishagelmasse im Süden irgendwo ist eindrucksvoll. Schneepflug im
Einsatz.
> Bei mir (F) ging alles glimpflich vorbei././
> Dreinmal fiel der Strom aus, das wars.
Na denn.
Danke für den Hinweis. Kannte ich noch nicht.
K.L.
--
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