K.L.Diehl, Ackerstrasse 4, 53179 Bonn
Hallo,
vom 21.8. bis 24.8.2003 fand in Hamburg im Turmzimmer der Schule aus den
20er Jahren auf der Veddel ein Internationaler Architektur-Workshop
statt, bei dem es darum ging, Ideen fuer den Kleinen Grasbrook zu
entwickeln, um weitere Anhaltspunkte dafuer zu gewinnen, was aus diesem
Teil der Stadt gemacht werden kann. Eingeladen hatte das Bezirksamt
Mitte das Buero "blauraum architekten" aus Hamburg, die
Landschaftsplaner von "NOD" aus Stockholm und die Regional- und
Staedteplaner von "MUST" aus Amsterdam/Bruessel, Bueros, die
miteinander
befreundet sind und deren Architektur einer gemeinsamen Stroemung
angehoert. Die jungen Bueros hatten sich gut vorbereitet, sodass an den
vier Tagen des Workshops intensiv gearbeitet werden konnte, um die
vorausgegangene Ideensammlung zusammenzufassen. Der Arbeitsinhalt dieser
grossen Arbeitsgemeinschaft orientierte sich an den
staedtebaupolitischen Vorgaben durch den Bezirk Hamburg-Mitte, die
ergaenzt wurden durch Gaeste des Workshops, welche Ideen und Anmerkungen
einbrachten. Leider hatte man sich zu sehr davon leiten lassen, dass die
Veddel mit dem Gebiet am Ueberseezentrum und dem Raum des ehemaligen
Segelschiffhafens zu verknuepfen ist und ueberhaupt keinen Gedanken
daran verschwendet, den Bewohnern des Kleinen Grasbrook ihren Stadtteil
zugaenglich zu machen, sodass bei den dargebotenen Planungen die Veddel
zur Grossen Veddel wurde, indem ihr Gebiete des Kleinen Grasbrook
zugeschlagen wurden. Mein Vorschlag, auf dem Kleinen Grasbrook
demnaechst die Harburger Chaussee vor den grossen Wohnblocks fuer zwei
Stunden zu sperren, den verkehrsberuhigten Strassenraum dieser
Durchgangsstrasse fuer eine Informationsveranstaltung ueber die
vorgesehenen Veraenderungen auf dem Gebiet des Kleinen Grasbrook zu
nutzen, wurde vom Bezirksamtsleiter Markus Schreiber positiv aufgenommen
und wird hoffentlich umgesetzt. Es fiel auf, dass die von mir
definierten Entwicklungsgebiete des Kleinen Grasbrook von den
Teilnehmern des Workshops fortgeschrieben wurden und mich ueberraschte
die Aussage der Verwaltung, dass bereits vorgesehen ist, im Masterplan
der Stadt diese Flaechen als zukuenftige staedtebauliche
Entwicklungsraeume auszuweisen, womit meine Vorarbeit auf fruchtbaren
Boden gefallen ist. In zwei Monaten wird bei einem Treffen von
Vertretern unterschiedlichster Einrichtungen, Organisationen, Vereinen
und Verbaenden im Stadtteil Veddel abgeklaert, was die naechsten
Schritte sein werden, um diesen und andere Stadtraeume Hamburgs
voranzubringen. Es werden bald Ideen- oder in Einzelfaellen vielleicht
schon Realisierungswettbewerbe fuer bestimmte Gebiete der Elbinsel
ausgeschrieben. Mit anderen Worten: Es tut sich was auf der Grossen
Elbinsel ! Wilhelmsburger und die Leute vom Bezirk Hamburg-Mitte
arbeiten inzwischen dynamisch zusammen. Und es macht ihnen zusehendst
Spass. Die alten Grabenkaempfe zwischen Wilhelmsburg und Hamburg-Mitte
scheinen weitgehend ueberwunden zu sein, die aus den frueheren
Minderwertigkeitskomplexen der Wilhelmsburger herruehrten. Kein Wunder,
wird doch Wilhelmsburg Austragungsort der spannenden Pflanzerolympiade
mit ihrer Internationalen Gartenschau und haeuften sich ausserdem viele
andere Zeichen und Wunder, die das Selbstbewusstsein der Wilhelmsburger
staerkten.
Gruesse
K.L.Diehl
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Kleiner Grasbrook / HH
2003-08-26 00:27:37