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Ping: Stephan, betrifft Sukkulenten

Ping: Stephan, betrifft Sukkulenten

"Tobias"
2003-08-26 13:37:16

Hi Stephan,

da Du gerade im Land bist.

Hab letztens mal eine Dachbegrünung angeschaut.

Nun ja, Begrünung ist wohl etwas übertrieben. Mehr waren
da alle paar cm ein eisamer Mickersukkulent, wohl "Weiße
Fetthenne" in das Substrat gepflanzt. Da es eh so trocken
ist, wurden die meisten der Zwerge auch noch vom Wind
in die Regenrinne geblasen, d.h. mit dem ersten Regen
befinden sie sich im Untergrund.

Ist das normal?

Ich war/ bin entsetzt. Kann man mikroskopische Sukkulenten
überhaupt als Pflanzen bezeichnen. Sah sehr trostlos aus ...

hab immer gedacht, da kommt was "gscheites" daher, d.h.
zumindest eine Palette mit brachtvoll blühenden Pflänzchen,
die dann auch noch richtig eingepflanzt werden.

Da es sich um das BV von Freunden handelt, in das ich nicht
eingebunden bin, würde mich mal interessieren, ob es da
Richtlinien gibt.

Wahrscheinlich muß ich wohl mit eigenen Sukkulentenbeständen
aus meiner Zucht etwas nachhelfen :-)

So wird das nichts ...

Gruß

Tobias


Ping: Stephan, betrifft Sukkulenten

"Stephan Romahn"
2003-08-26 16:26:35

Hi Tobias,

Du gerade im Land bist.
>
> Hab letztens mal eine Dachbegrünung angeschaut.
>
> Nun ja, Begrünung ist wohl etwas übertrieben. Mehr waren
> da alle paar cm ein eisamer Mickersukkulent, wohl "Weiße
> Fetthenne" in das Substrat gepflanzt. Da es eh so trocken
> ist, wurden die meisten der Zwerge auch noch vom Wind
> in die Regenrinne geblasen, d.h. mit dem ersten Regen
> befinden sie sich im Untergrund.

Gepflanzt (kleine Ballen dran) oder ausgesäht ?
Im zweiten Fall hängt nichts dan ;-)
Auf jeden Fall waren die "Zwerge" wohl ziemlich feuerrot gefärbt ?!
Eigentümlich ist, das verwehen. Da wurde entweder beim Pflanzen gemurkst
oder mit dem Substrat könnte etwas nicht stimmen. Wenn es denn auch nur
"Weiße Fetthenne (Sedum album" ist, dann ist es auch "etwas" artenarm. Da
sollten doch noch allermindestens 5-10 andere Arten und Sorten zu finden
sein.
>
> Ist das normal?
>
In diesem Jahr ist wegen der Witterung die "Normalität " etwas anders....

> Ich war/ bin entsetzt. Kann man mikroskopische Sukkulenten
> überhaupt als Pflanzen bezeichnen.

Ja, es gibt auch mikroskopisch kleine Pflanzen ;-) Ich würde die allerdings
nicht kaufen oder verkaufen ;-)

>Sah sehr trostlos aus ...

Wenn es denn in diesem Jahr gepflanzt und nicht exessiv gewässert wurde,
dann ist es leider "normal", daß es nicht so toll aussieht.
Selbst bei mir in der Gärtnerei haben sukkulente Pflanzen geschlappt, von
denen ich es nie erwartet habe.
>
> hab immer gedacht, da kommt was "gscheites" daher, d.h.
> zumindest eine Palette mit brachtvoll blühenden Pflänzchen,
> die dann auch noch richtig eingepflanzt werden.

Es gibt derer verschiedene größen und Qualitäten. Leider gibt es wirklich
Produzenten, die "mikroskopsich kleine" Pflanzen verkaufen.
.... tlw. so klein, daß ein Fachmann wie ich, der die Richtlinien kennt, sie
als nicht verkehrsfähig verwerfen würde..
Aber auch kleine Pflanzen werden auf richtigem Substrat mit richtigem Wetter
und etwas Nährstoffversorgung groß.

>
> Da es sich um das BV von Freunden handelt, in das ich nicht
> eingebunden bin, würde mich mal interessieren, ob es da
> Richtlinien gibt.

Ja: Die"FLL-Dachbegrünungsrichtlinie" - sollte man als Architekt als Stand
der Technik für Dachbegrünungen kennen ! - , die in Bezug auf die Pflanzen
wiederum auf die "FLL-Stauden-Richtlinien" verweist. In der steht z.B. etwas
von einem Ballenvolumen von min. 50 ccm. Nicht viel, aber das wird von
manchen noch unterboten ;-) Außerdem wird auf Substrat in Anlehnung an die
Flll Dachbegrünungsrichtlinie verwiesen - keine "Blumenerde " mit viel Humus
!!! - auf die Abhärtung von den Gewächsen. See www.fll.de

>
> Wahrscheinlich muß ich wohl mit eigenen Sukkulentenbeständen
> aus meiner Zucht etwas nachhelfen :-)

Seh erst mal nach, ob die FLL-konform sind ;-))
>
> So wird das nichts ...

Viel Spaß

Freundliche Grüße

Stephan Romahn
Garten- und Landschaftsarchitekt
--
http://www.srgruenhaus.de
Ökologische Dachbegrünung Know how, Material und Grün aus Naturland
annerkanntem ökologischen Gartenbau


Ping: Stephan, betrifft Sukkulenten

"Tobias"
2003-08-26 18:31:32

Hi Stephan,

Danke erst mal, insbesondere für den Link,

> Seh erst mal nach, ob die FLL-konform sind ;-))

der wiedrum auf eine "Sukkulenten-Din" verweist, die ich
wiederum erst mal suchen muß ... :-)

Warum reicht nicht "Sukkulent wir empfohlen in Größe von
min. 3,4 mm - und mindestens 1 Blättchen, Wurzellänge min.
5,4 mm :-)

Mein Beileid zu Deinen vertrockneten Sukkulenten. Tja, dies Jahr
hab ich meine immer gegossen - und immer erst nach Sonnenuntergang,
auch die wilden Fetthennen auf der Mauer ...

ungewöhnlich war der Sommer schon. Meine Mutter
hatte in Zentralfrankreich einen Bauern besucht, bei dem sind die Mirabellen
an den Bäumen bei der August- Hitzewelle nicht vertrocknet,
sondern gegart worden, oder wie man das bezeichnen kann.
Sieht aus wie "am Baum gekocht" ... braun und weich, Totalverlust.

Man munkelt, daß allein in Paris über 10.000 reale Hitzetote
zu beklagen sind, aber die Affäre ist so peinlich, daß man
nichts mehr hört ...

gegen Ende der Woche soll es nun ja regnen. Man wird sehen,
was im Herbst durch das viel zu warme Mittelmeer passiert.
Das ist eine gewaltige Verdunstungsmaschine im Moment.

Fällt da dann der Mistral drüber, wird sich wohl ein gewaltiges
Genua-Tief entwickeln. Ich traue dem Frieden nicht so recht.
Irgenwie riecht es danach, daß das ausstehende Wasser noch
geliefert wird - und wenn, recht kompakt.

Hab mal vorsorglich hinter dem Haus einen tiefen Drainagegraben
gezogen :-) Gab zwar keine Pobleme beim letzten Hochwasser -
aber Frankreich neigt im Moment zu Extremen - und im Herbst
erwarte ich Wasser, mehr als allen lieb sein dürfte.

Aber mit meinen Prognosen liege ich meist falsch :-)

Gruß

Tobias


Ping: Stephan, betrifft Sukkulenten

"Stephan Romahn"
2003-08-26 21:09:19

Hi Tobias,
>
> Danke erst mal, insbesondere für den Link,
>
> > Seh erst mal nach, ob die FLL-konform sind ;-))
>
> der wiedrum auf eine "Sukkulenten-Din" verweist, die ich
> wiederum erst mal suchen muß ... :-)

Das ist nur was für Gärtner und Landschaftsarchitekten, daher für so
Architekten wie Dich viel zu hoch ;-))
>
> Warum reicht nicht "Sukkulent wir empfohlen in Größe von
> min. 3,4 mm - und mindestens 1 Blättchen, Wurzellänge min.
> 5,4 mm :-)

Weil das Zeug lebt, sehr dynamisch ist und "verstekcte" innere Qualitäten
haben sollte. Etwa wie holländischer Gewächshaus-Kopfsalat versus Salat aus
Omas Garten ;-)

>
> Mein Beileid zu Deinen vertrockneten Sukkulenten. Tja, dies Jahr
> hab ich meine immer gegossen - und immer erst nach Sonnenuntergang,
> auch die wilden Fetthennen auf der Mauer ...

Vertrocknet ist nix, nur wenig gewachsen und zeitweise schlaff
herumgehangen.
>
> ungewöhnlich war der Sommer schon. Meine Mutter
> hatte in Zentralfrankreich einen Bauern besucht, bei dem sind die
Mirabellen
> an den Bäumen bei der August- Hitzewelle nicht vertrocknet,
> sondern gegart worden, oder wie man das bezeichnen kann.
> Sieht aus wie "am Baum gekocht" ... braun und weich, Totalverlust.
>
> Man munkelt, daß allein in Paris über 10.000 reale Hitzetote
> zu beklagen sind, aber die Affäre ist so peinlich, daß man
> nichts mehr hört ...
>
> gegen Ende der Woche soll es nun ja regnen. Man wird sehen,
> was im Herbst durch das viel zu warme Mittelmeer passiert.
> Das ist eine gewaltige Verdunstungsmaschine im Moment.
>
> Fällt da dann der Mistral drüber, wird sich wohl ein gewaltiges
> Genua-Tief entwickeln. Ich traue dem Frieden nicht so recht.
> Irgenwie riecht es danach, daß das ausstehende Wasser noch
> geliefert wird - und wenn, recht kompakt.
>
> Hab mal vorsorglich hinter dem Haus einen tiefen Drainagegraben
> gezogen :-) Gab zwar keine Pobleme beim letzten Hochwasser -
> aber Frankreich neigt im Moment zu Extremen - und im Herbst
> erwarte ich Wasser, mehr als allen lieb sein dürfte.
>
> Aber mit meinen Prognosen liege ich meist falsch :-)

Das wäre zu wünschen. Da die Witterung aber extrem war, befürchte ich auch
das andere Extrem....
>


Gruß
Stephan


Ping: Stephan, betrifft Sukkulenten

"Tobias"
2003-08-26 21:45:28

Hi Stephan,

> Das ist nur was für Gärtner und Landschaftsarchitekten, daher für so
> Architekten wie Dich viel zu hoch ;-))

o.k., ich geb mich geschlagen, siehe unten :-)

> Weil das Zeug lebt, sehr dynamisch ist und "verstekcte" innere Qualitäten
> haben sollte. Etwa wie holländischer Gewächshaus-Kopfsalat versus Salat
aus
> Omas Garten ;-)

aha, versteckte innere Qualitäten.

Wenn ich da an meine Radieschen denke.

Heute sah ich bei Aldi 500 gr. Radieschen (Herkunft Deutschland,
Handelsklasse I) für 39 Cents. Hab mal zur Probe eine Packung gekauft und
den
Inhalt nachgezählt: 34 Stück.

Das haben mich allein die Samen gekostet, wenn nicht mehr. Und es
waren weniger als 34 Stück :-( die dann gewachsen sind.

(Allerdings schmecken meine natürlich viel besser, sind dicker und
schärfer und saftiger - und überhaupt :-) )

Aber ich frag mich manchmal schon, wie sich das überhaupt rechnen
soll, also pflanzen, ernten, waschen, in Plastik eintüten, in Kartons
verpacken (Verpackungen entwerfen, herstellen, bedrucken), transportieren,
verkaufen
... dann bleibt wohl ca.0,25 Cent pro Radieschen beim Produzenten ...

ein Radieschen braucht min. 10 auf 10 cm2 Platz, macht 100 Radieschen
pro m2, d.h. 25 Cent reiner m2 - Umsatz/ Ernte. Ein Hektar Radieschen
wären dann 2500 Euro Umsatz, 500 Euro Verlust durch Überfahren
Traktor, macht 2000 Euro Umsatz/ ha.

Wenn ich dann denke, die müssen gpflanzt, gegossen, geerntet werden,
wohl vollautomatisch, dann entblättert, gewaschen, verpackt ...

vielleicht könntest Du mich als Gärtner mal aufklären (wo ich nur
Laiengärtner bin) wie das ohne Verlust funktionieren soll.

Bei mir würde das Radieschen glatt nen Euro kosten, die dicken
2 Euro :-)

Gruß

Tobias