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Schallschutz im Holzhaus

Schallschutz im Holzhaus

Michael Maier
2004-10-17 19:03:09

In unserem neu errichteten Holzhaus sollen verstärkte
Schallschutzmaßnahmen in den Innenräumen ergriffen werden.
Insbesondere soll ein Raum als Ruheraum eingerichtet werden und mit
erhöhtem Schallschutz ausgestattet werden. Hierbei geht es vor allem
auch um den Schallschutz gegenüber den innenliegenden Räumen und dem
naheliegenden Treppenhaus. Das Zimmer hat 2 Außenwände, 1 Wand zum
Treppenhaus und 1 gemeinsame Wand mit Nachbarzimmer.

Bisherige Maßnahmen:
Innenwandaufbau: (von außen) Fermacell 1,25 cm - OSB Platte 13 mm,
Holzständer 6/10 Gefachbereich, gefüllt mit 8 cm Pavatex
Holzfaserplatte. Dann ca. 3 cm Luft, dann kommt eine 2. Innenwand zur
Schallentkoppelung Holzständer 6/6, Gefach mit 4 cm Pavatex gefühlt.
Darauf. dann doppelte Fermacell, also 2,5 cm als Abschluss.

Die 1. Innenwand steht schon. Der Rahmen der 2. Innenwand auch, der
Rest noch nicht. Alles von unserem Zimmermann entwickelt.

Inzwischen wurden andere Fachmeinungen an mich herangetragen,die etwas
konträr sind. Zum Einen wird dringend empfohlen, die 2. Innenwand zur
Decke und zum Fußboden zusätzlich zu entkoppeln. Empfohlen wird dort
eine ca. 2 cm dicke Dämmschicht mit Mineralfaser oder Ähnlichem.

Die andere Strategie sieht vor, den Holzrahmen zu belassen wie er ist,
aber die abschließende Fermacellschicht dann zum Boden, zur Decke hin
und zwischen den Wänden zu entkoppeln, indem dort ein ca 8mm breiter
Abstand eingehalten werden sollte. (Das wäre sicherlich im Augenblick
die einfachere Lösung)

Zusätzlich steht zur Diskussion, die Decke zusätzlich mit
Federschienen und Fermacell abzuhängen.

Deckenaufbau: geplante Abhängung mit 1,25 cm Fermacell, 14 cm
Brettstapeldecke (ist schon eingezogen), 6 cm Pavatex Dämmplatte, 5 cm
Estrich, 1 cm Hartfaserplatte, dann Parkett)

Weiteres Thema:
In diesem Raum Fensterfugen möglichst schalldicht machen. Im gesamten
Haus haben wir die Fensterfugen mit Flachs ausgestopft. Ich habe nun
gehört, dass es einen speziellen Schallschutzschaum für Fensterfugen
gibt. Hätte er Vorteile gegenüber Flachs? Den Fugenabschluss
gegebenfalls ebenfalls entkoppeln?

Welche Maßnahmen sind wirklich sinnvoll und effektiv?

Für Hilfestellung in diesen Fragen wäre ich sehr dankbar.

Ich hoffe, ich habe mich in meinen Darstellungen einigermassen
sachgerecht ausgedrückt. Sorry, wenn nicht, aber ich bin nur Laie und
Bauherr und suche nach einer effektiven Lösung.

Was mich auch noch brennend interessiert, wo ich Infos dazu einholen
kann, was der Deckenaufbau grundsätzlich an Schallschutz bringt.
(geplante Abhängung mit 1,25 cm Fermacell, 14 cm Brettstapeldecke (ist
schon eingezogen), 6 cm Pavatex Dämmplatte, 5 cm Estrich, 1 cm
Hartfaserplatte, dann Parkett). Hier gab es uch mal eine Empfehlung,
ein kleines Luftpolster zwischen Brettstapeldecke und Dämmplatte
einzuschieben.

Wer immer sich dazu bemüht, diesen langen Text zu lesen und dazu
Stellung zu nehmen, dem vorab mein Dank!

Gruss Michael


Schallschutz im Holzhaus

"tobias knittel"
2004-10-18 10:02:49

Hi Michael,

in einem Holzhaus ist es mit dem Schallschutz etwas
schwieriger, da einfach die Masse fehlt. Dieser Nachteil
lässt sich beheben.

Ich weiß nicht, in welchem Geschoß der Ruheraum zu
liegen kommen soll. Am besten wäre wohl eine 17,5 cm
Kalksandsteinwand hoher Dichte. Diese hätte auich den
Vorteil, dass noch etwas Speichermasse in die Dämmhülle zu
liegen kommt, was auch energetisch ein Vorteil wäre.

Ein befreundeter Statiker hatte das so gelöst. Für die
Decke ist eine Holz-Beton-Verbunddecke ratsam.

Dabei wird durch Spezialschauben eine schub- und zugfeste
Verbindung mit einem ca. 10 cm starken Aufbeton hergestellt.
Statisch ist solch eine Verbundlösung vorteilhafter als reine
Auflast durch Masse, da in der statischen Gesamthöhe
wirksam. Alternativ kann eine Auflast auf der Decke vorgesehen werden, z.B.
mit 4- 5 cm starken Beton-Gehwegplatten. Schallschutztechnisch
ist dabei sehr wichtig, dass die Gehwegplatten vollflächig auf
der Unterkonstruktion aufliegen. Dazu verwendet man z.B.
eine Parkettverlegefolie (dünne Folie mit kleinen Luftkammern).

Mase kann auch durch Schüttungen erreicht werden, z.B. gewaschener
Quarzsand auf der Deckenkonstruktion und in der Wand.

Das Zauberwort heißt Masse.

Auf beide Deckenkonstruktionen muss dann unter den weiteren Aufbau
eine Trittschalldämmatte. Masse dämmt hauptsächlich den Luftschall,
Entkopplung und weiche Dämmung den Körperschall.

Aber ich bin kein Akustiker (den man auch mal dazu fragen
könnte, bevor man das schöne Geld verbaut - mit vielleicht
doch nicht befriedigendem Ergebnis).

Ist es also sehr wichtig, lasse dich von einem Akustiker beraten.

Gruß

Tobias


Schallschutz im Holzhaus

Werner Jakobi
2004-10-18 19:41:03

"tobias knittel" posted:

>Ein befreundeter Statiker hatte das so gelöst. Für die
>Decke ist eine Holz-Beton-Verbunddecke ratsam.

Das funktioniert zwar, ist aber schweineteuer. Lömpel oder Merck lassen
sich die Dübel sehr gut bezahlen. Wenn du eh schon die Unterdecke, den
Blindboden mit Füllung und die Dielung rausreißen mußt, dir zusätzlich
durch den Aufbeton einen Höhenversatz einhandelst, ist es nach meiner
Erfahrung billiger, die Balken auch noch rauszureißen, und eine komplett
neue Holzbalkendecke einzubauen. Dafür gibt es recht brauchbare
Lösungen, die auch hohen Anforderungen bezüglich Schallschutz genügen.

Dieses Verbunddingen ist IMHO hauptsächlich geeignet, wenn es darum
geht, historisch wertvolle Bauwerkssubstanz, z. B. Eichengebälk von vor
1700, "ungestört" im Bauwerk zu erhalten.

Auch bei den Wänden würde ich keine Massivbaulösung verwenden, sondern
eine Trockenbaulösung bevorzugen.


Gruss, Werner
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Schallschutz im Holzhaus

"tobias knittel"
2004-10-20 16:25:25

Hi Jürgen,


> Habe heute einen Vorschlag von Getzner auf den Tisch bekommen,
> Altbaudeckensanierung in Berlin
> Aufbau auf der vorhandenen Holzbalkendecke:
>
> ca. 30 mm Sandschüttung auf die vorhandene Dielung,
> Sylomer Streifen ca. 35 mm dick,
> (Sylomer wird zur Schwingungsisolation von Maschinenfundamenten,
> Gebäuden usw. in unterschiedlichen dyn. Festigkeiten eingesetzt)
> eine Art Trapezblech, Bezeichnung liegt im Büro und
> ca. 35 mm Fliessestrich

Interessant. Der Sylomer Streifen liegt dann wohl in der
Ebene des Sandbettes?

Das Trapezblech wirkt dann wohl als Schaltafel
und Bewehrung für den Estrich. Ich hatte mal was
ähnliches in einem Industriebau, der aber
nie zur Ausführung kam. Ein hochstegiges Trapezbelch
in einer Stahlkonstruktion mit 20 cm Aufbeton als
Decke. in die Stege konnt man von unten Halterungen
für eine abgehängte Decke einhängen.

Gruß

Tobias


Schallschutz im Holzhaus

Udo Forstmann
2004-10-20 18:03:56

On Wed, 20 Oct 2004 16:25:25 +0200, tobias knittel wrote:

> Das Trapezblech wirkt dann wohl als Schaltafel
> und Bewehrung für den Estrich.

Geheimwaffe im Altbau: Lewis-Estrich
http://www.spillner-ssb.de/lewis.htm

> Ich hatte mal was
> ähnliches in einem Industriebau, der aber
> nie zur Ausführung kam. Ein hochstegiges Trapezbelch
> in einer Stahlkonstruktion mit 20 cm Aufbeton als
> Decke. in die Stege konnt man von unten Halterungen
> für eine abgehängte Decke einhängen.

Das ist einige Nummern größer :-)

Udo


Schallschutz im Holzhaus

"tobias knittel"
2004-10-25 00:30:26

Hi Udo,


> Geheimwaffe im Altbau: Lewis-Estrich
> http://www.spillner-ssb.de/lewis.htm

aha, interessant, Danke.

Gruß

Tobias


Schallschutz im Holzhaus

Fly Christensen
2004-10-28 19:44:25

On Sun, 17 Oct 2004 19:03:09 +0200, Michael Maier
wrote:

>Gruss Michael

Moin!

Ich habe eigentlich eine PM geschrieben und verschickt. Ich bin mir aber
jetzt nicht sicher, ob die Emailadresse gültig ist.

Fly

--
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