"J. Selmer" schrieb:
> > Von der Qualität der Wohnbauten haben wir, in der Kombination
> > Vorfertigung und handwerklicher Ausführung, in technischer
> > Hinsicht (über Kunst kann man streiten :-) ) einen historischen
> > Höhepunkt erreicht - auch wenn es niemand glauben will :-)
> Wie kommt es dann, daß heutigen Bauten eine durchschnittliche
> Lebensdauer von nur rund 100 Jahren beschieden wird, während so
> manch ein Bau, der manchmal über ein Jahrtausend, oft aber
> mehrere Hundert Jahre alt ist heute noch steht und auch zur
> Zufriedenheit der Bewohner seinem ursprünglichen Zweck
gemäß
> genutzt wird?
Das liegt an der Differenz zwischen Können und Wollen. Ich z.B. sehe mich
nicht gefordert, ein Haus für Jahrhunderte zu errichten und das gilt wohl
weltweit für die meisten potenziellen Bauherren selbstgenutzter Bauten.
Ich
kann sehr gut damit leben, ein Haus zu haben, das laut Statistik schon mehr
als die Hälfte seiner Standzeit überlebt hat. Das schließt
weder aus, dass
es in 500 Jahren auch noch steht, noch dass morgen ein Flugzeug drauf
fällt, oder sogar ich selbst es in 10 Jahren abreiße....
Auf der anderen Seite stört es mich auch nicht, in einem Haus zu wohnen,
das vermutlich im Jahr 1450 auch schon so, bzw. ähnlich (vermutlich als
Bauernhaus) existierte und sicherlich auch nicht für die Ewigkeit gebaut
war.
Andere Bauherren denken längerfristiger - z.B. kenne ich ein Ensemble
innerhalb einer Trabantenstadt, das der Bauherr für 300 Jahre Standzeit
auslegen ließ. Das war eine kirchliche Baugesellschaft und die hat
offenbar
vorher mit ihrem obersten Dienstherren telefoniert ;-)))
Ansonsten halte ich es für bedenkenswert, dass bei allen
"Nutzgegenständen"
weniger die Bauweise/Baukunst die Lebensdauer bestimmen, als die Art und
Weise der Nutzung und vor allem Instandhaltungen.
Grüße
Thorwald Brandwein
--
www.biotekt.de
Architektur
Bundesrat: Eigenheimzulage bleibt
Bundesrat: Eigenheimzulage bleibt
Hi Jan,
> Wie kommt es dann, daß heutigen Bauten eine durchschnittliche
> Lebensdauer von nur rund 100 Jahren beschieden wird, während so
> manch ein Bau, der manchmal über ein Jahrtausend, oft aber
> mehrere Hundert Jahre alt ist heute noch steht und auch zur
> Zufriedenheit der Bewohner seinem ursprünglichen Zweck
gemäß
> genutzt wird?
das sind rechnerische Lebensdauern, bezüglich der
Schätzung des Verkehrswertes einer Immobilie.
Alle Bauteile erhalten Lebensdauern, die sich durch Austausch
und Wartung wieder verlängern.
Das bezieht sich auch auf deine 1000 jährigen Bauten.
Durch den Unterhalt der Substanz haben sie noch eine
"Restlebensdauer" von über null, sonst wären sie
rechnerisch
gratis zu haben :-)
Aber tröste dich, ein heute gebautes Haus macht, bleibt
das Dach dicht, und wird nicht vorher abgerissen, auch
seine 500 - 1000 Jahre auf die Substanz - hat bis dann
noch jemand Interesse daran.
Die meisten alten Profanbauten, um den Vergleich auf
dieselbe Ebene zu setzen, waren damals allerdings
Holzhütten, von denen sich maximal (Ausnahmen abgesehen)
ein dunkler Fleck im Erdreich erhalten hat.
Gruß
Tobias
Bundesrat: Eigenheimzulage bleibt
"J. Selmer" posted:
>Wie kommt es dann, daß heutigen Bauten eine durchschnittliche
>Lebensdauer von nur rund 100 Jahren beschieden wird, während so
>manch ein Bau, der manchmal über ein Jahrtausend,
Na ja, den Profanbau, der über 1000 Jahre alt ist, und der mit
annähernd
ursprünglicher Bausubstanz genutzt wird, mußt du mir erst mal
zeigen.
Wenn du mir dabei zufällig die Existenz eines Bauwerks mit
Errichtungszeit zwischen 614 und 911 nachweisen könntest, wäre ich
sehr erbaut.
Sakralbauten sind, zumindestens jenseits der Alpen, teilweise älter,
wurden aber, dem Zeitgeist entsprechend, gelegentlich auf obszöne Art
und Weise, diesem angepaßt.
Gruss, Werner
--
Morver, der Rollstuhl fuer kranke Windows-Newsreader und fuer OE.
Aktuelle Version 1.0.305: http://www.morver.de/
Bundesrat: Eigenheimzulage bleibt
tobias knittel wrote:
> Hi Steffen,
nabend Tobias
...
> der geringere Landverbrauch ist politischer Zwang. Es gibt halt
> nicht mehr 800 m2, da es auch niemand mehr bezahlen kann.
na so viel muss es ja nicht gleich sein, wenn ich aber hier die
(Achtung
Bundesrat: Eigenheimzulage bleibt
Hi Seffen,
>na so viel muss es ja nicht gleich sein, wenn ich aber hier die
>(Achtung Überspitzung) 200m² Wfl. Reihenhäuser auf
110m²
>Grundstück sehe, dann bekomm ich jedesmal das grosse Wundern.
Ja, Reihenhäuser haben oft den Flair eines "öffentlichen
Freibades", setzt man sich auf die Terrasse :-)
>...ein
>entrüstetes "Ich will doch nicht im Plattembau wohnen" von
sich geben
>um sich dann ein 200m²RMH auf 110m² Grundstück zu stellen.
An >der
>Front muss halt noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.
Fertigteile sind oft unflexibel und nicht preiswerter. Dann spielt
sicher auch die "Tradition des Bauens" eine Rolle. Wären
Fertigteile der konvetionellen Methode in allen Bereichen
überlegen, hätten sie sich durchgesetzt.
>Dem kann ich nur zustimmen, zumindest was die Möglichkeiten betrifft,
>bei der Ausführung haperts manchmal noch, aber das kann man dann wohl
>als Kolateralschaden (schreibt man das so?) bezeichnen.
Ich kenne die Baukatastrophenfilme im Fernsehen nicht- mancher
meiner Bauherren wohl schon ... nachdem was sie erzählen :-)
Mir wären in Deutschland die Grundstückspreise zu teuer,
realistisch ausserhalb meiner Reichweite, wobei die Bau-
materialien wiederum relativ günstig sind.
Außerem sind mir die Neubaugebiete zu geschleckt :-)
Daher hab ich halt persönlich was in Frankreich gekauft. Zum
ersten war es viel preiswerter mit 1200 m2 Grundstück,
zum zweiten fühle ich mich dort etwas wohler, da es zurückgeblieben
ist.
In einem wenig bevölkerten Umfeld kann man sich einfach
etwas besser austoben, es stört sich auch niemand, wenn
sonntags die Säge mal loslegt, u.s.w. Die Leute gehen sich
hier halt meist auf die Nerven, da das Land zu dicht besiedelt.
Lebensqualität hängt halt auch mit der Besiedlungsdichte
zusammen. Die meisten Probleme erledigen sich einfach,
was den Bau anbelangt, schon dadurch ... plötzlich hat
jeder wieder Platz ... un vor allen, jeder die Möglichkeit
ein eigenes Haus zu besitzen.
Gruß
Tobias
Bundesrat: Eigenheimzulage bleibt
Hi Thorwald,
> Ansonsten halte ich es für bedenkenswert, dass bei allen
> "Nutzgegenständen"
> weniger die Bauweise/Baukunst die Lebensdauer bestimmen, als die Art und
> Weise der Nutzung und vor allem Instandhaltungen.
so ist es, und betrachtet man die Referenzen nachhaltiger Baukunst,
so stellt man fest, dass diese Dauerbaustellen waren, und
wohl immer sein werden. Ich denke da nur an die ganzen
Münsterbauten. Ohne andauernden Unterhalt, bliebe von
den meisten, alleine der Masse wegen, halt noch ein großer
Berg Mauerwerksteine :-)
Gruß
Tobias
Bundesrat: Eigenheimzulage bleibt
Hi Thorwald,
> Nun - das Individuum funktioniert eben nicht immer zuverlässig so,
wie
> andere Individuen es wünschen. In diesem Sinne sollte schon beachtet
> werden, wo ein die Allgemeinheit objektiv betreffender Mangel vorliegt
> und wo sich nur jemand nach besten Kräften blamiert. Qualität
ist relativ
> und ich frage mich, wie sie sich ohne das schlechte Beispiel darstellen
> kann. Das gilt vor allem solange sie nicht physikalisch oder sonstwie
> objektiv messbar ist.
> Natürlich überfällt mich öfter und vielerorts der
Eindruck, etwas "müsse
> verboten" sein oder werden - auch hinsichtlich meiner Wahrnehmung
> von Art und Zustand gebauter Umwelt.... Aber das Verbot
> gewährleistet meistens keine Verbesserung, eher schreibt es den
> fast aktuellen Zustand fest, indem es ihn zur Regel macht.
so ist es :-)
>> Solche Bedürfnisse müssen aber in Einklang mit anderen
Belangen gebracht
>> werden. Wie viel Verständnis würde wohl ein Bürger
Tokyos ernten, würde
>> er auf seinem Bedürfnis nach einem freistehenden Einfamilienhaus
>> bestehen?
> Stellt sich diese Frage? Dieser Bürger wird, wenn er kann, seine
Koffer
> packen und sich seinen Traum realisieren - egal was andere von ihm
> denken. Er begeht kein Verbrechen!
ich kenne Leute aus Tokyo, der eine ist Engländer, die
andere Japanerin - wohnen zufällig im selben Dorf wie ich in
F (eine Kunst bei 42 Einwohnern :-) ), bzw. haben dort ein Haus
und kommen fast jedes Jahr für 2 Wochen. Sie sind hell
begeistert, irgendwo auf der Welt etwas Luft zu haben, selbst
wenn sie dafür zigtausend km fliegen müssen. Kurzum, mancher
Japanese erfüllt sich so einen Traum, selbst wenn er, der dortigen
Urlaubskultur entsprechend, recht kurz ausfällt - aber wohl eher
eine Stütze im Kopf ist, "mal abhauen zu können".
Soviel zum der Bürger Toyos. Er hat ein Bedürfnis,
und ich äußere sogar mein Verständnis dafür, nach einem
Einfamielienhaus, wenn es in diesem Fall auch nur ein historisches
Reihenhaus mit einem kleinen Gärtchen ist, und ziemlich einfach
und renovationsbedürftig.
Gruß
Tobias
Bundesrat: Eigenheimzulage bleibt
tobias knittel wrote:
> Hi Seffen
Mahlzeit Tobias,
>...
> Daher hab ich halt pers
- Zwei feindliche Lager nach Einführung des modernen Stils in der Zeit um das Jahr 1900: bleibt er eine Episode od er nicht?
- Haus bleibt stehen - Umgebung wird entfernt
- Eingangsdatums und Eigenheimzulage
- noch 17 Tage, 17 Nächte Eigenheimzulage :)
- Eigenheimzulage bei "fremdem" Bauantrag
- Eigenheimzulage fuer Modernisierung
- Eigenheimzulage fällt
- Eigenheimzulage Kapitel iV, dann Harz IV?
- Die Eigenheimzulage fällt dieses Jahr
- Eigenheimzulage