Hallo,
wie ist ein Neubau geeigneterweise fuer evtl. sofortige, vermutlich aber
spaetere Warmwasser-Kollektor-Nachruestung vorzubereiten?
Ich vermute:
- gut isolierte Hin-/Rueckleitung vom Dach in den Keller zum
normalen Gasbrenner: vermutlich getrennter Sole-Kreislauf
mit Pumpe?
- Waermetauscher gleich fuer Solaroption
- Brennersteuerung gleich fuer Solaroption
Ist sonst spezielles zu beachten, wie z.B. Dachstatik etc.?
Brenner / Speicher sollte im Keller landen - oder gibts auf dem Dach
ganz besondere Vorteile?
Die Kollektoren sollen nur unterstuetzend wirken. Dachrichtung
Sued-Suedwest ist gegeben. Flaeche muesste noch kalkuliert werden: DHH
mit ca. 11 x 6 m und Dachgaube.
Obs hier sinnvoll ist? In der Nachbarschaft finden sich weitaus mehr
Photovoltaik-Zellen (Oberrheingraben), aber nur selten Kollektoren. Ich
wollte da nicht das nonpluslutra (Vakuum-Glasroehren?), sondern
irgendwas mit brauchbarem Preis-Leistungs-Verhaeltnis.
Vielleicht habt ihr da ein paar Links oder Literaturtipps...
Besten Dank
Martin
Architektur
Rohbau fuer Solaroption vorbereiten
Rohbau fuer Solaroption vorbereiten
Martin Trautmann schrieb:
> - gut isolierte Hin-/Rueckleitung vom Dach in den Keller zum normalen
> Gasbrenner:
Ja. Bei einer der Anlagen, die ich mit installiert habe, war es
18er-CU-Rohr von der Rolle. Was Du bauen willst, ist für mich eine
Anlage mit Zwangsumlauf durch Pumpe.
> vermutlich getrennter Sole-Kreislauf mit Pumpe?
Mit Pumpe, aber keine Sole. Ist normales Wasser mit Frostschutzlösung
drin. Wie beim Auto. ;)
> - Waermetauscher gleich fuer Solaroption
Den vom Speicher, ja. Sprich, der Speicher hat 2 Wärmetauscher drin. Am
einen hängt der Gaskessel, am anderen die Solaranlage.
> - Brennersteuerung gleich fuer Solaroption
Nicht zwingend, aber gut.
Der Pumpenregler für die Umwälzpumpe hat mehrere Thermofühler -
am/im
Kollektor und integriert bzw. im Speicher - die Pumpe wird nur dann
angeworfen, wenn es oben im Kollektor wärmer ist als unten im Speicher.
> Ist sonst spezielles zu beachten, wie z.B. Dachstatik etc.? Brenner /
> Speicher sollte im Keller landen - oder gibts auf dem Dach ganz
> besondere Vorteile?
Die Rohre sollten beim Speicher aus der Wand kommen, aber nicht zu nah
und auf mittlerer Höhe an der Wand. Du brauchst Platz für die
Umwälzpumpe mit Steuerung und Ausgleichsbehälter. Vom Volumen her
könnte
das im Volumen etwa einer Umzugskiste hinkommen. Pumpe ist meistens was
Vernünftiges von Wilo oder Grundfos.
Beim Dach hast Du die Wahl zwischen dachflächenintegrierten Kollektoren
(sprich, später einige Ziegel rausrupfen und dort den Kollektor rein)
und der Befestigung der Kollektoren in einem Monatgerahmen, der mit
passenden Sparrenankern unter den Ziegeln durch am Dachstuhl angebracht
wird. Anschluß an die Cu-Rohre mit Panzerflexschlauch durch einen
Lüftungsziegel.
Die Kollektoren sind mMn viel zu leicht, um zu statischen Problemen zu
führen.
Eine Thermosiphonanlage, bei der ein Speicher überhalb des Kollektors
angebracht ist und deshalb die Pumpe entfällt, würde ich bei Deiner
jetzigen Planung nicht machen. Die lohnt sich eher, wenn man sie als
heißen Vorlauf für eine Gastherme oder einen Durchlauferhitzer
nehmen
kann. Oder wenn Du die ganze Heiztechnik im DG installierst. Was
mittlerweile auch kein Problem mehr ist.
> Die Kollektoren sollen nur unterstuetzend wirken. Dachrichtung
> Sued-Suedwest ist gegeben. Flaeche muesste noch kalkuliert werden:
> DHH mit ca. 11 x 6 m und Dachgaube.
SSW ist schon ganz gut. Eine Dachneigung von 30 bis 45 Grad ist auch
ganz gut. Die Fläche orientiert sich an der Verbrauchsmenge -
Personenzahl, Duschen/Baden, Spül- und Waschmaschine oder nicht. Je nach
Leistungsstärke des Kollektors können um die 7 m² für 4
Personen
hinkommen - bei Plattenkollektoren, Standort Bodenseekreis. Dafür
sollten Deine 20 oder 25 m² Dachfläche (Gaube schon abgezogen)
reichen.
> Obs hier sinnvoll ist? In der Nachbarschaft finden sich weitaus mehr
> Photovoltaik-Zellen (Oberrheingraben), aber nur selten Kollektoren.
> Ich wollte da nicht das nonpluslutra (Vakuum-Glasroehren?), sondern
> irgendwas mit brauchbarem Preis-Leistungs-Verhaeltnis.
Plattenkollektoren dürften da ganz gut passen. Du kannst ja ein
kleineres Photovoltaik-Modul dazuhängen, um die Pumpensteuerung mit
Ökostrom zu betreiben.
Viele Grüße,
Mathias
Rohbau fuer Solaroption vorbereiten
On Mon, 29 Nov 2004 19:34:03 +0100, Mathias Mildenberger wrote:
> Martin Trautmann schrieb:
>
> > - gut isolierte Hin-/Rueckleitung vom Dach in den Keller zum normalen
> > Gasbrenner:
>
> Ja. Bei einer der Anlagen, die ich mit installiert habe, war es
> 18er-CU-Rohr von der Rolle. Was Du bauen willst, ist für mich eine
> Anlage mit Zwangsumlauf durch Pumpe.
>
> > vermutlich getrennter Sole-Kreislauf mit Pumpe?
>
> Mit Pumpe, aber keine Sole. Ist normales Wasser mit
Frostschutzlösung
> drin. Wie beim Auto. ;)
Ich dachte, andere Fluessigkeiten waeren hier sowohl fuer > 100°C als
auch < 0°C besser geeignet.
> > Ist sonst spezielles zu beachten, wie z.B. Dachstatik etc.? Brenner /
> > Speicher sollte im Keller landen - oder gibts auf dem Dach ganz
> > besondere Vorteile?
>
> Die Rohre sollten beim Speicher aus der Wand kommen, aber nicht zu nah
> und auf mittlerer Höhe an der Wand.
Das ergibt sich wohl beinah automatisch, weil an gleicher Stelle auch
die normale Wasserinstallation entlanglaufen duerfte.
> Beim Dach hast Du die Wahl zwischen dachflächenintegrierten
Kollektoren
> (sprich, später einige Ziegel rausrupfen und dort den Kollektor
rein)
> und der Befestigung der Kollektoren in einem Monatgerahmen, der mit
> passenden Sparrenankern unter den Ziegeln durch am Dachstuhl angebracht
> wird. Anschluß an die Cu-Rohre mit Panzerflexschlauch durch einen
> Lüftungsziegel.
Ist da bei der Dachisolation schon besonders auf irgendwas zu achten?
Waere ja ungeschickt, sich dabei z.B. die Dampfsperre zu ruinieren.
> > Obs hier sinnvoll ist? In der Nachbarschaft finden sich weitaus mehr
> > Photovoltaik-Zellen (Oberrheingraben), aber nur selten Kollektoren.
> > Ich wollte da nicht das nonpluslutra (Vakuum-Glasroehren?), sondern
> > irgendwas mit brauchbarem Preis-Leistungs-Verhaeltnis.
>
> Plattenkollektoren dürften da ganz gut passen. Du kannst ja ein
> kleineres Photovoltaik-Modul dazuhängen, um die Pumpensteuerung mit
> Ökostrom zu betreiben.
Das ist eine nette Idee :-)
Was ist effizienter? 230V-Pumpe oder 12V - oder 230V-Pumpe hinter
DC-AC-Wandler 12V-230V?
Besten Dank,
Martin
Rohbau fuer Solaroption vorbereiten
Martin Trautmann schrieb:
> On Mon, 29 Nov 2004 19:34:03 +0100, Mathias Mildenberger wrote:
>
>> Martin Trautmann schrieb:
>>>vermutlich getrennter Sole-Kreislauf mit Pumpe?
>>
>> Mit Pumpe, aber keine Sole. Ist normales Wasser mit
Frostschutzlösung
>> drin. Wie beim Auto. ;)
> Ich dachte, andere Fluessigkeiten waeren hier sowohl fuer > 100°C
als
> auch < 0°C besser geeignet.
Wasser ist da schon in Ordnung. In einem geschlossenen Kreislauf, was
der Kreislauf Kollektor - Speicher-Wärmetauscher ja ist, ist es kein
Problem, über 100°C zu haben. Ist halt dann etwas Dampf oder Druck im
Rohr dann. 130 oder 150°C hatte ich auch schon. Und mit ausreichend
Glykol o.ä. drin gefriert da auch bei -20°c nichts.
[Dachmontage Kollektor]
> Ist da bei der Dachisolation schon besonders auf irgendwas zu achten?
> Waere ja ungeschickt, sich dabei z.B. die Dampfsperre zu ruinieren.
Da muß ich passen. Die Hütte war so alt, daß sie zwar isoliert
war, aber
nichts hatte, was nach Dampfsperre aussah. Das sollest Du mit den
Planern oder Handwerkern Deines Hauses oder mit den anderen hier in der
Gruppe klären.
Die fraglichen Punkte sind hier halt die Durchführung für die
Flexschläuche und die Befestigung der Kollektoren an den Sparren.
>> Plattenkollektoren dürften da ganz gut passen. Du kannst ja ein
>> kleineres Photovoltaik-Modul dazuhängen, um die Pumpensteuerung
mit
>> Ökostrom zu betreiben.
> Das ist eine nette Idee :-)
>
> Was ist effizienter? 230V-Pumpe oder 12V - oder 230V-Pumpe hinter
> DC-AC-Wandler 12V-230V?
Gute Frage. Diese Lösung hatte ich bei der in einem anderen Thread
(Noppenfolie) zitierten Anlage in Italien schon. Die dort verbaute Pumpe
war von Wilo und hat mWn 12 bis 18V genommen. Das Solarmodul dazu hatte
30 x 50 cm und hat im Bereich 13~17 V geliefert.
Viele Grüße,
Mathias
Rohbau fuer Solaroption vorbereiten
On 29 Nov 2004 17:12:03 GMT, Martin Trautmann wrote:
> wie ist ein Neubau geeigneterweise fuer evtl. sofortige, vermutlich aber
> spaetere Warmwasser-Kollektor-Nachruestung vorzubereiten?
> - gut isolierte Hin-/Rueckleitung
> - Waermetauscher/-speicher gleich fuer Solaroption
> - Brennersteuerung gleich fuer Solaroption
Ich trage mal nach: vielleicht auch ein Leerrohr oder gleich ein
geeignetes Datenkabel, um evtl. Sensorik auf dem Dach anzuschliessen
Rohbau fuer Solaroption vorbereiten
> > - gut isolierte Hin-/Rueckleitung vom Dach in den Keller zum normalen
> > Gasbrenner:
>
> Ja. Bei einer der Anlagen, die ich mit installiert habe, war es
> 18er-CU-Rohr von der Rolle.
Ich würde noch ein Stromkabel dazulegen, und zwar ein fettes
Starkstromkabel. Falls es nachher doch eine Fotovoltaikanlage wird,
kann man die Wechselrichter in den Keller montieren, wo sie besser
aufgehoben sind als oben.
> Die Kollektoren sind mMn viel zu leicht, um zu statischen Problemen zu
> führen.
Die Gefahr ist m.E. eine andere, nämlich das Zerren von Stürmen an
der
frei über dem Dach schwebenden Fläche. Die teilweise noch verwendeten
Henkelchen, die zwischen die Dachplatten gesteckt über die Querlattung
gehängt werden sind schon sehr windig. Wenn du mal die Chance hast so
eine Anlage bei Sturm unter einem unverschalten Dach zu sehen wirst du
erschrecken welche Gewalten an den Dachlatten zerren. Wenn beim Bau
ein Dachdecker eine Latte angeknackst hat und diese Verankerung bei
Sturm nachgibt gehts dahin mit der Anlage!
Ich verankere sowas nur noch mit fetten Haken und Nägeln (vgl.
Dachrinnenhaken) an die Sparren.
> > Obs hier sinnvoll ist? In der Nachbarschaft finden sich weitaus mehr
> > Photovoltaik-Zellen (Oberrheingraben), aber nur selten Kollektoren.
Das hat weniger physikalische als fiskalische Gründe, nämlich die
derzeitige Extremförderung von Fotovoltaik.
> Plattenkollektoren dürften da ganz gut passen. Du kannst ja ein
> kleineres Photovoltaik-Modul dazuhängen, um die Pumpensteuerung mit
> Ökostrom zu betreiben.
Also das nun bitte nicht empfehlen. Wenn Fotovoltaik, dann ins Netz
einspeisen und nicht selber verbrauchen!
Rot-Grün machts möglich: Man kriegt von EVU 3 bis 4 mal soviel
für den
Sonnenstrom als man bezahlt.
Meine im April 2004 eingeschaltete 50qm-Anlage hat diesen Sommer 12%
ihres Baupreises verdient, meine im September gebaute 100qm-Anlage war
billiger und wird so auf 14% Rendite p.a. vor Steuern (ca. 25% nach
Steuern) kommen.
Also bloß nicht zum Eigenverbrauch produzieren, sondern alles was geht
mit Fotovoltaik zum Einspeisen vollbauen, solange diese
Förderungs-Orgie noch gefeiert wird.
Walter
Rohbau fuer Solaroption vorbereiten
walter wrote:
> Also das nun bitte nicht empfehlen. Wenn Fotovoltaik, dann ins Netz
> einspeisen und nicht selber verbrauchen!
> Rot-Grün machts möglich: Man kriegt von EVU 3 bis 4 mal soviel
für den
> Sonnenstrom als man bezahlt.
> Meine im April 2004 eingeschaltete 50qm-Anlage hat diesen Sommer 12%
> ihres Baupreises verdient, meine im September gebaute 100qm-Anlage war
> billiger und wird so auf 14% Rendite p.a. vor Steuern (ca. 25% nach
> Steuern) kommen.
> Also bloß nicht zum Eigenverbrauch produzieren, sondern alles was
geht
> mit Fotovoltaik zum Einspeisen vollbauen, solange diese
> Förderungs-Orgie noch gefeiert wird.
Die Rendite bekommst du aber nur hin, wenn du das selbst baust, oder?
Wie würde es bei Beauftragung aussehen? Ich nehme an, dann machen nur
noch Handwerker und Hersteller den Profit und man selbst hat
Sparbuchzinsen. ;-)
Rohbau fuer Solaroption vorbereiten
"walter" schrieb im Newsbeitrag :
> Also das nun bitte nicht empfehlen. Wenn Fotovoltaik, dann ins Netz
> einspeisen und nicht selber verbrauchen! Rot-Grün machts
möglich:
> Man kriegt von EVU 3 bis 4 mal soviel für den Sonnenstrom als man
> bezahlt.
Gerade das macht den Selbstverbrauch m.E. "empfehlenswert"!
Die Schlagworte "Kostenehrlichkeit" und
"Verursacherprinzip"
kommen dann besser zur Geltung, jeder verpulvert auf die empfohlene
Weise sei eigenes Geld.
> Meine im April 2004 eingeschaltete 50qm-Anlage hat diesen Sommer 12%
> ihres Baupreises verdient, meine im September gebaute 100qm-Anlage war
> billiger und wird so auf 14% Rendite p.a. vor Steuern (ca. 25% nach
> Steuern) kommen.
> Also bloß nicht zum Eigenverbrauch produzieren, sondern alles was
geht
> mit Fotovoltaik zum Einspeisen vollbauen, solange diese
Förderungs-Orgie
> noch gefeiert wird.
Da kommt Freude auf - vor allem bei mir. Du bereicherst dich u.a. an dem
Strom, den ich nur deshalb für Lichterzeugung benötige, weil der
wuchernde
angrenzende Wald im Eigentum des Bundes mir buchstäblich über das
Dach
wächst. Zwar ist inzwischen die Beseitigung einiger Bäume zugesagt,
aber
aufgrund der inzwischen nicht gerade unerheblichen Kosten bisher nicht
erfolgt.... So darf ich mich - neben dem erhöhtem Energiebedarf - vorerst
weiter an einem veralgten Dach und einem inzwischen zu 80%
schattig-feuchten
Grundstück erfreuen... Vielleicht sollte ich umsatteln - auf
"Moosanbau"
;-))
Meine Meinung: Wer Strom oder sonstwas erzeugen will, darf dies unter
Einhaltung gewisser Grenzwerte (Immissionen) oder sonstiger Vorschriften
tun, solange er lustig ist - allerdings soll er sich dann als Erzeuger auch
so
um die Vermarktung kümmern müssen, wie es den Gesetzen einer
Marktwirtschaft entspricht.
Vielleicht kämen so schneller Lösungen/Anlagen auf den Markt, die
sich
ohne gesetzliche Förderung behaupten können und damit den
Kapitalstrom
von unten nach oben weniger begünstigen.
Grüße
Thorwald Brandwein
--
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