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Rohbau fuer Solaroption vorbereiten

Rohbau fuer Solaroption vorbereiten

"Josef Fischer"
2004-11-30 17:38:56

Thorwald Brandwein wrote:

> Meine Meinung: Wer Strom oder sonstwas erzeugen will, darf dies unter
> Einhaltung gewisser Grenzwerte (Immissionen) oder sonstiger
> Vorschriften tun, solange er lustig ist - allerdings soll er sich
> dann als Erzeuger auch so
> um die Vermarktung kümmern müssen, wie es den Gesetzen einer
> Marktwirtschaft entspricht.
> Vielleicht kämen so schneller Lösungen/Anlagen auf den Markt, die sich
> ohne gesetzliche Förderung behaupten können und damit den Kapitalstrom
> von unten nach oben weniger begünstigen.

Der Kapitalstrom geht wie immer in die falsche Richtung. Mit die größten
Absahner sind wohl die Landwirte, mit entsprechend großen Scheuen und
Ställen, wo das richtig professionell betrieben wird. Das beste, was ich
bisher gesehen habe, war eine windschiefe aber riesige uralte Scheue,
Südausrichtung vollgepflastert mit Solarzellen. Die steht da ganz
allein, mitten in einem Gebiet, wo ohne bestehendes Gebäude sowas nie
und nimmer genehmigt würde.

Aber der nächste Wahnsinn zeichnet sich nicht nur am Horizonz ab, nein,
er ist schon präsent, auch wenn das noch nicht so registriert wird wie
die allgegenwärtige Photovoltaik: Biogasanlagen. Auch hier wird alles
verstromt, und je nach Aggregatstyp darf man sogar einen erheblichen
Prozentsatz steuerbegünstigtes "Zündöl" dazuverfeuern. Eigentlich ist
die Technik begrüßenswert, aber man sollte nicht vergessen, dass mit
solchen extremen Förderungen der Markt verzerrt wird und z.B.
Anbauflächen für Lebensmittel verloren gehen. Aber egal: Wir haben LKWs,
die karren das billig aus Polen her. Moment...


Rohbau fuer Solaroption vorbereiten

Martin Trautmann
2004-11-30 16:39:51

On Tue, 30 Nov 2004 17:28:43 +0100, Thorwald Brandwein wrote:
> Meine Meinung: Wer Strom oder sonstwas erzeugen will, darf dies unter
> Einhaltung gewisser Grenzwerte (Immissionen) oder sonstiger
> Vorschriften tun, solange er lustig ist - allerdings soll er sich
> dann als Erzeuger auch so um die Vermarktung kümmern müssen, wie es
> den Gesetzen einer Marktwirtschaft entspricht.

Das waere ein revolutionaerer Ansatz.

- Atomkonzerne tragen dann die tatsaechlichen Kosten fuer die
Entsorgung und langfristige Sicherung des Atommuells,
wie auch die Versicherungskosten fuer die Schaeden eines
Stoerfalls

- Kohleabbau wird dann nicht mehr subventioniert

- Fuer Erdgas und Erdoel werden Preise ermittelt, die nicht
auf Raubbau, sondern Nachhaltigkeit basieren

- Bei allen Verbrennungen werden marktgerechte CO 2-Emissionen
erhoben


... nur mal so spontan ein paar Beispiele. Oder welche Art von
Ehrlichkeit schwebte dir vor? So billig wie derzeit moeglich, egal was
morgen daraus wird? Ja, dieser Wunsch ist bekannt, hat aber nur
mit einem sehr einseitigen Verstaendnis von Marktwirtschaft zu tun. Der
Vergleich mit modernem Raubrittertum wirkt bei DIESER Betrachtung
naheliegender.


Schoenen Gruss
Martin


Rohbau fuer Solaroption vorbereiten

"Thorwald Brandwein"
2004-11-30 18:47:56

"Martin Trautmann" schrieb

> Das waere ein revolutionaerer Ansatz.

Nein

> - Atomkonzerne tragen dann die tatsaechlichen Kosten fuer die
> Entsorgung und langfristige Sicherung des Atommuells,

Wie sollen sie denn "untatsächliche" Kosten tragen? Wer verursacht denn
welche Kosten?

> wie auch die Versicherungskosten fuer die Schaeden eines
> Stoerfalls

Sie behaupten, dafür ausreichend Vorsorge zu treiben und zumindet in
Westeuropa wird es dir schwer fallen, das Gegenteil zu beweisen.

> - Kohleabbau wird dann nicht mehr subventioniert

Na und? Das hätte schon längere Zeit aufhören können.

> - Fuer Erdgas und Erdoel werden Preise ermittelt, die nicht
> auf Raubbau, sondern Nachhaltigkeit basieren

Ach... Und wie werden die kalkuliert? Stell dir mal vor, Erdöl würde
aufgrund anderer Wege zur Energieerzeugung weitestgehend überflüssig. Wie
korrigierst du dann die Fehlbewertung des Produktes?

> - Bei allen Verbrennungen werden marktgerechte CO 2-Emissionen
> erhoben

> ... nur mal so spontan ein paar Beispiele. Oder welche Art von
> Ehrlichkeit schwebte dir vor? So billig wie derzeit moeglich, egal was
> morgen daraus wird?

Produkte müssen so viel kosten, wie nach derzeitigem Beschaffugskosten
erforderlich ist. Oder willst du für Grundstücke heute schon den Preis
zahlen, den sie bei 25. Milliarden Erdbewohnern kosten, oder für
Rindfleisch eine Methanabgabe auf der Basis wildester
Klimakatastrophenspekulationen usw ;-)


> Ja, dieser Wunsch ist bekannt, hat aber nur mit einem sehr
> einseitigen Verstaendnis von Marktwirtschaft zu tun. Der
> Vergleich mit modernem Raubrittertum wirkt bei DIESER
> Betrachtung naheliegender.

Dann erläuter das mal, ich verstehe es nämlich nicht besser. Ich kann nur
unter Bezug auf bezifferbare Größen Preise ausrechnen und ich hab keine
Kristallkugel. Ich stehe daher auf dem vielleicht falschen, aber m.E. sehr
gerechten und bewährten Standpunkt, dass sich ein Produkt durch Konkurrenz
entwickelt.
Ich find es auch ganz toll und interessant, dass Leonardo.d.V. einen
Hubschrauber gezeichnet hat, aber ich weise darauf hin, dass man damals
offensichtlich schlau genug war, dieses Projekt nicht zu fördern. Ein paar
Mängel und ein gewisser entwicklungsbedingter Mehrpreis zeichnen alle
Neuentwicklungen aus - auch wenn sie zu ihrer Zeit auf den Markt kommen.
Man muss das aber nicht begüstigen indem man "halbreife" Technologien in
den Markt zwingt (was durchaus auch auf die Kernkraft zutrifft).
Im Übrigen bin ich davon überzeugt, dass - wenn überhaupt irgendwann mal
eine bahnbrechende Entwicklung der Photovoltaik stattfindet - diese nicht
von den verwöhnten Lieferanten geförderter Märkte stammen wird.

Grüße
Thorwald Brandwein

--
www.biotekt.de


Rohbau fuer Solaroption vorbereiten

Martin Trautmann
2004-11-30 18:18:16

On Tue, 30 Nov 2004 18:47:56 +0100, Thorwald Brandwein wrote:
> "Martin Trautmann" schrieb
>
> > Das waere ein revolutionaerer Ansatz.
>
> Nein
>
> > - Atomkonzerne tragen dann die tatsaechlichen Kosten fuer die
> > Entsorgung und langfristige Sicherung des Atommuells,
>
> Wie sollen sie denn "untatsächliche" Kosten tragen? Wer verursacht denn
> welche Kosten?

Je nach Interpretation kann man selbst die hoheitlichen Aufgaben und
Kosten eines Polizeieinsatzes zur Sicherung eines Castor-Transports
einkalkulieren.

Tatsaechlich ist mir im Augenblick aber nicht bekannt, dass die Konzerne
Rueckstellungen haetten, die schon allein fuer die Halbwertszeit ihres
Muells die Kosten decken wuerden - und dann ist der Muell nur noch halb
so schlimm. Weisst du zufaelligerweise, welche Fristen hier tatsaechlich
kalkuliert werden?

> > wie auch die Versicherungskosten fuer die Schaeden eines
> > Stoerfalls
>
> Sie behaupten, dafür ausreichend Vorsorge zu treiben und zumindet in
> Westeuropa wird es dir schwer fallen, das Gegenteil zu beweisen.

Warum ist das Risiko dann dennoch unversichert bzw. unversicherbar?

> > - Kohleabbau wird dann nicht mehr subventioniert
>
> Na und? Das hätte schon längere Zeit aufhören können.

> > - Fuer Erdgas und Erdoel werden Preise ermittelt, die nicht
> > auf Raubbau, sondern Nachhaltigkeit basieren
>
> Ach... Und wie werden die kalkuliert? Stell dir mal vor, Erdöl würde
> aufgrund anderer Wege zur Energieerzeugung weitestgehend überflüssig. Wie
> korrigierst du dann die Fehlbewertung des Produktes?

Ich haette nicht behauptet, dass ich wuesste, wie das zu kalkulieren
waere. Ich moechte nur auf den Sachverhalt hinweisen, dass Rohstoffe
nicht einfach so unbegrenzt zur Verfuegung stehen, sondern dass auch
damit irgendwie gegeizt und gehaushaltet werden sollte - durch
Verteuerungen fuer das eine, Verguenstigungen fuer das andere.

Klar wuerde ich gerne fuer 2 cts/Liter an der Tankstelle tanken (was
wohl nahe an den Foerderpreisen an der arabischen Quelle waere). Aber
ein fairer Preis waere das noch lange nicht.

> Produkte müssen so viel kosten, wie nach derzeitigem Beschaffugskosten
> erforderlich ist.

Das gilt nur fuer einen Teil der Produktpalette.

> Oder willst du für Grundstücke heute schon den Preis
> zahlen, den sie bei 25. Milliarden Erdbewohnern kosten

Grund wird durch Verkauf nicht unbedingt weniger - unsere Erdoberflaeche
bleibt einigermassen konstant (von z.B. ein paar Sylter
Ufergrundstuecken mal abgesehen).

> oder für
> Rindfleisch eine Methanabgabe auf der Basis wildester
> Klimakatastrophenspekulationen usw ;-)

Was aus der aktuellen Massentierhaltung eines Schweinstalls rauskommt,
ist tatsaechlich schon gravierend - und als Kosten fuer dein Schnitzel
fallen da nicht nur Zeugung, Futter und Transport an, sondern auch
sofort erhebliche Probleme mit der Guelle-Entsorgung.
Grundwasserschaeden inbegriffen - wir kippen den Rest einfach in die
Natur und verfuettern die Fertigungsreste (sprich die nicht
unmittelbaren Teile aus der Fleischproduktion) zurueck in den Kreislauf.
Endlich mal ein geschlossenes System, und die Leute sind trotzdem
unzufrieden...


> > Ja, dieser Wunsch ist bekannt, hat aber nur mit einem sehr
> > einseitigen Verstaendnis von Marktwirtschaft zu tun. Der
> > Vergleich mit modernem Raubrittertum wirkt bei DIESER
> > Betrachtung naheliegender.
>
> Dann erläuter das mal, ich verstehe es nämlich nicht besser. Ich kann nur
> unter Bezug auf bezifferbare Größen Preise ausrechnen und ich hab keine
> Kristallkugel. Ich stehe daher auf dem vielleicht falschen, aber m.E. sehr
> gerechten und bewährten Standpunkt, dass sich ein Produkt durch Konkurrenz
> entwickelt.

Entwicklung ist das eine - aber bei der Kalkulation wird die Gesamtlast
auf verschiedene Schultern verteilt. Beispielsweise zahlt man heute
gemeinhin in die Rentenkasse oder Arbeitslosenversicherung, ohne Rente
zu bekommen oder arbeitslos zu sein. Beides sind Beispiele, wo du
aktuell nichts davon hast - aber z.B. jemand Rente bekommt, der frueher
gearbeitet hat. Es ist also eine indirekte Zeitkomponente drin.

Genauso werden deine Steuern fuer Bildungseinrichtungen eingesetzt -
obwohl du doch gerade keine Schule besuchst. Eine Investition in die
Zukunft also.

Im Marktpreis sind wie im Lohn viele Komponenten versteckt, die weit
ueber die reinen Fertigungs- und Materialkosten hinausgehen. Inwiefern
betrachtest du diese als gerecht?

Und warum ists bei politischen Energiepreisen dann anders - klar wird
sich irgend jemand durch irgendwas immer benachteiligt fuehlen. Sei das
nun die Mineraloelsteuer - die ich direkt bleche. Sei das der Atomstrom
- wo ich Risiko, Entsorgung und vorangegangene Entwicklung nicht direkt,
sondern indirekt mitbezahle. Oder sei das Solarstrom, wo ausnahmsweise
ich selbst keinen Cent mehr dafuer bezahle, weder fuer den eigenen
Strom, noch ueber irgendwelche Steuern. In dem Fall sind die
Energiekonzerne dafuer verantwortlich, mal ueberhoehte Preise zu zahlen.

Persoenlich finde ich diese Einspeisungsverguetung zwar auch nicht
unbedingt gerecht oder nachvollziehbar - aber fuer mich ists eine
weitaus sympathischere Methode. Denn die Technikfolgen sind gut
ueberschaubar, im Gegensatz zu den ganzen Risiken bei Gas, Oel, Kohle,
Atom. Die Kompensation halte ich daher sogar fuer mehr als
gerechtfertigt.

Schoenen Gruss
Martin


Rohbau fuer Solaroption vorbereiten

"Thorwald Brandwein"
2004-12-01 03:00:50

"Martin Trautmann" schrieb:


> > Wie sollen sie denn "untatsächliche" Kosten tragen? Wer verursacht
> > denn welche Kosten?

> Je nach Interpretation kann man selbst die hoheitlichen Aufgaben und
> Kosten eines Polizeieinsatzes zur Sicherung eines Castor-Transports
> einkalkulieren.

Richtig. "Je nach Interpretation"....
Hier um die Ecke sind auch schon Polizeieinsätze erfolgt, um auf
Veranlassung von Spaziergängern Beweisstücke für Eiswurf von WKA zu
bergen... Die Frage ist, wer die Kosten verursacht ist damit nicht
beantwortet.

> Tatsaechlich ist mir im Augenblick aber nicht bekannt, dass die Konzerne
> Rueckstellungen haetten, die schon allein fuer die Halbwertszeit ihres
> Muells die Kosten decken wuerden - und dann ist der Muell nur noch halb
> so schlimm. Weisst du zufaelligerweise, welche Fristen hier tatsaechlich
> kalkuliert werden?

Wer sagt, dass eine ordnungsgemäße Lagerung "schlimm" ist? Offenbar
niemand, denn man kann das frische Zeug ja jahrelang in primitiven
Abklingbecken herumliegen lassen.... Die in D politisch verschleppte
Endlagerung in sicheren Endlagern kann also in der Realität weder
sonderlich schwierig, noch gefährlich sein. Wieso sollte sie dann von
milliardenschweren Konzernen nicht bezahlbar sein? Welches ernsthaft
bedenkenswerte Risiko soll denn eigentlich unbezahlbare Kosten verursachen?

> Warum ist das Risiko dann dennoch unversichert bzw. unversicherbar?

Vielleicht, weil es nicht klug ist, es anders, als gesetzlich vorgesehen,
zu versichern? Die Spekulationen über potenzielle Schadenssummen machen es
auch nicht einfacher, erforderliche Rückstellungen auszurechnen und warum
soll die Versicherungswirtschaft daran mitverdienen? Wir haben es hier mit
immensen Dimensionen und einer minimalen Anzahl von Betreibern zu tun.

> > Ach... Und wie werden die kalkuliert? Stell dir mal vor, Erdöl würde
> > aufgrund anderer Wege zur Energieerzeugung weitestgehend überflüssig.
> > Wie korrigierst du dann die Fehlbewertung des Produktes?

> Ich haette nicht behauptet, dass ich wuesste, wie das zu kalkulieren
> waere. Ich moechte nur auf den Sachverhalt hinweisen, dass Rohstoffe
> nicht einfach so unbegrenzt zur Verfuegung stehen, sondern dass auch
> damit irgendwie gegeizt und gehaushaltet werden sollte - durch
> Verteuerungen fuer das eine, Verguenstigungen fuer das andere

Das ist deine Meinung - meine Meinung ist, dass die Preisverfälschung zum
Zwecke der Steuerung/Lenkung keinen verlässlichen Lösungsansatz bietet.
Gerade die pro Energieeinheit horrenden Summen, die für Solarstrom
aufgewandt werden, bewirken offenbar nichts außer Mitnahmeeffekten.
Zufälligerweise zähle ich zu denen, die bereits vor 30 Jahren "Ökoenergie"
gewünscht und sich für diese ins Zeug gelegt haben. Die bescheidenen
Fortschritte im Vergleich, zu dem was machbar schien und sein müsste, sind
ein wahrer Frust. Einen Primitivkollektor zur Warmwasserversorgung eines
Hauses habe ich damals in ein paar Stunden zusammengelötet. So was ist im
Grunde genommen lächerlich und man braucht nur in die Türkei zu fahren, um
noch primitivere Geräte im Masseneinsatz zu sehen... Nur wir - die
superfortschrittlichen Deutschen machen ein Bohei darum, der lähmend
wirkt - nicht zuletzt, weil wir zu Lenkungszwecken das Geld denen abnehmen,
die es erarbeiten und in Umlauf halten. In Verbindung mit übersteigerten
Anforderungen verschwenden wir die wichtigste Ressource, die ein
rohstoffarme Land in Westeuropa momentan hat - nämlich Geld, das u.a. für
Bildung und Innovation gebraucht wird. Egal, ob ich jährlich 20, 50 oder
100 Fragezeichen für Solarstrom ausgebe, multipliziere das mit der Anzahl
Stromzähler in D und frage wo der gegenwert dieses Geldes steckt...

> Klar wuerde ich gerne fuer 2 cts/Liter an der Tankstelle tanken (was
> wohl nahe an den Foerderpreisen an der arabischen Quelle waere). Aber
> ein fairer Preis waere das noch lange nicht.

Natürlich nicht. Er dürfte irgendwo um 40 cts/Liter liegen mit stark
steigender Tendenz und erheblichen kurzfristigen Schwankungen (nach oben).
Aber das würde dem Konsumenten die Augen öffnen - genauso,
wie 1972, wo der Liter - sofern überhaupt beschafftbar - kurzfristig 1,60
DM kostete. Unser Haushalt hätte dadurch vergangenes Jahr etwa 5000 Euro
mehr auf der Kralle gehabt und (in unserem Fall ganz sicher) in effektive
Maßnahmen zur Reduzierung des Bedarfes von Mineralölprodukten investiert.
Vielleicht hätte Eichel lamentiert - aber so sicher ist das nicht. Über
alle möglichen anderen Steuern wäre er auch an einen fetten Anteil gekommen
und seine Ausgaben hätten sich reduziert.

> > Produkte müssen so viel kosten, wie nach derzeitigem
> > Beschaffungskosten erforderlich ist.

> Das gilt nur fuer einen Teil der Produktpalette.

Stimmt - war nicht gut formuliert. Bin aber jetzt schlichtweg zu faul,
hier eine hieb- und stichfeste Formel zu suchen.

> Grund wird durch Verkauf nicht unbedingt weniger - unsere Erdoberflaeche
> bleibt einigermassen konstant (von z.B. ein paar Sylter
> Ufergrundstuecken mal abgesehen).

Ach. Knapper wird er aufgrund Nachfrage trotzdem und billiger nur,
wenn ihn niemand mehr haben will.

> Was aus der aktuellen Massentierhaltung eines Schweinstalls rauskommt,
> ist tatsaechlich schon gravierend - und als Kosten fuer dein Schnitzel
> fallen da nicht nur Zeugung, Futter und Transport an, sondern auch
> sofort erhebliche Probleme mit der Guelle-Entsorgung.

Was nicht sein müsste, denn eigentlich ist das ja ein Wertstoff....;-)
Aber vielleicht hätte ich auf den Reispreis Bezug nehmen sollen .-
da verflüchtigt sich der anfallende Wertstoff- äh, das Treibhausgas -
hinterhältiger.

> > Dann erläuter das mal, ich verstehe es nämlich nicht besser. Ich kann
> > nur unter Bezug auf bezifferbare Größen Preise ausrechnen und ich hab
> > keine Kristallkugel. Ich stehe daher auf dem vielleicht falschen, aber
> > m.E. sehr gerechten und bewährten Standpunkt, dass sich ein Produkt
> > durch Konkurrenz entwickelt.

> Entwicklung ist das eine - aber bei der Kalkulation wird die Gesamtlast
> auf verschiedene Schultern verteilt. Beispielsweise zahlt man heute
> gemeinhin in die Rentenkasse oder Arbeitslosenversicherung, ohne Rente
> zu bekommen oder arbeitslos zu sein. Beides sind Beispiele, wo du
> aktuell nichts davon hast - aber z.B. jemand Rente bekommt, der frueher
> gearbeitet hat. Es ist also eine indirekte Zeitkomponente drin.

Und was haben diese (zunehmend problembehafteten) Versicherungen
mit Märkten und Güter- oder Energieerzeugung zu tun? (Außer dass
ihr Nichtfunktionieren sich inzwischen auch auf die Energiepreise
auswirkt?)
Nicht nur, dass ich für Rentner tanken und für die Sicherheit rauchen
muss, muss ich auch für Photovoltaik Strom verbrauchen, obwohl
das eine Technik für Insellagen ist und bleiben wird. Eigentlich würd
ich ja u.a. gerne mit ein paar Nachbarn das alte Bergwerk unter uns
zwecks Anzapfens einer Energiequelle anbohren, aber dafür haben
wir kein Geld weil unser Staat im Besitz der alleinigen Weisheit ist,
was gut für uns ist. Deshalb darf der "werktätige" mal eben ein
Taschengeld für sich behalten - damit er keinen Schaden anrichtet...
Jedenfalls wird m.E. eher in Bremen eine wirtschaftliche Kohlezeche
eröffnet, als Solarstrom konkurrenzfähig. (Mal angenommen,
Methanhydratvorkommen und sonstwas bliebe unerschlossen.).

> Genauso werden deine Steuern fuer Bildungseinrichtungen eingesetzt -
> obwohl du doch gerade keine Schule besuchst. Eine Investition in die
> Zukunft also.

Richtig, aber nicht "genauso". Bei der Bildung ist der Nutzen
offensichtlich denn sie stellt bewährt und sicher Potenziale bereit, mit
der künftig konkrete Probleme gelöst werden. Aber hier fehlen
bekanntermaßen in D bereits Gelder - vielleicht 5 ? mal Anzahl
Stromzähler jährlich.... Ich jedenfalls gebe lieber etwas Geld für
die Ausbildung meiner Tochter aus, als damit die Scheinerfolge der
PV zu finanzieren.

> Im Marktpreis sind wie im Lohn viele Komponenten versteckt, die weit
> ueber die reinen Fertigungs- und Materialkosten hinausgehen. Inwiefern
> betrachtest du diese als gerecht?

Nenne bei einem von jedermann gekauften Artikel der Grundversorgung
einen, der nicht von irgendwem beziffert und begründet ist. Zahlst du für
Schrauben (egal ob im Großhandel oder im Baumarkt) zwangsweise eine
Preis für Schrauben auf der Basis einer bevorstehenden Eisenknappheit?
Würdest dafür plädieren dass heute irgendein Spinner, der ordinäre
Kartoffeln im Keller anbaut, diese jedem Bauern zu Phantasiepreisen
verkaufen darf und der die auch kaufen muss? Die nächste Eiszeit kommt
gewiss und wir müssen uns rüsten ....
Nur - bis die nächste Eiszeit da ist, machen wir aus sonstwas Kartoffeln,
sofern wir uns nicht mit Kartoffelzucht im Keller verausgabt haben....

> Und warum ists bei politischen Energiepreisen dann anders - klar wird
> sich irgend jemand durch irgendwas immer benachteiligt fuehlen. Sei das
> nun die Mineraloelsteuer - die ich direkt bleche. Sei das der Atomstrom
> - wo ich Risiko, Entsorgung und vorangegangene Entwicklung nicht direkt,
> sondern indirekt mitbezahle. Oder sei das Solarstrom, wo ausnahmsweise
> ich selbst keinen Cent mehr dafuer bezahle, weder fuer den eigenen
> Strom, noch ueber irgendwelche Steuern. In dem Fall sind die
> Energiekonzerne dafuer verantwortlich, mal ueberhoehte Preise zu zahlen.

Ach.... und die kassieren sie nicht anschließend von dir und mir?
Ich bin an einer Entwicklungsfirma für Geothermie, Laufwasserkraftwerke
usw. beteiligt, aber ich sage dir, dass all das erst funktionieren wird,
wenn die Zeit dafür reif ist. Das EEG und andere Förderungen, sowie
Subventionen sehe ich gerade aus dieser Perspektive inzwischen als
gequirlte Sch**** an. Wer in Zukunft Geld verdienen will, soll selber
dafür investieren, wenn der Staat Entwicklungen beschleunigen will,
soll er Grundlagenforschung betreiben (lassen) die allgemein nutzbar ist.
Er soll sich aus den (Geld)Taschen der Bürger zurückziehen ....

> Persoenlich finde ich diese Einspeisungsverguetung zwar auch nicht
> unbedingt gerecht oder nachvollziehbar - aber fuer mich ists eine
> weitaus sympathischere Methode. Denn die Technikfolgen sind gut
> ueberschaubar, im Gegensatz zu den ganzen Risiken bei Gas, Oel, Kohle,
> Atom. Die Kompensation halte ich daher sogar fuer mehr als
> gerechtfertigt.

Die Kompensation von was? Dem staatlich verordneten
"In-den-Markt-Drücken" einer Technik, deren Entwicklung seitdem längst
nicht mehr darauf schließen lässt, dass sie jemals entsprechenden Nutzen
bringt? Wie lange soll dieses Modell denn laufen? Mich erinnert es stark
an den DDR-Trabbi.... Nach Kräften gepuscht, anhaltende Stagnation,
viel zu spätes Verschwinden als Belanglosigkeit.... nur ist es hier
schlimmer, weil die Allgemeinheit der Stromkunden (das dürften wohl
alle Haushalte und Firmen sein) auch für extreme Unwirtschaftlichkeit
aufkommen muss.... Den Trabbi haben wenigstens nur die direkt
überbezahlt, die einen hatten. (Was allerdings weiteren Schaden in keiner
Weise ausschloss. Aber Folgeschäden der aktuellen Energiepolitik in D
sind ja auch nicht ausgschlossen - die kommen dann noch dazu.)

Grüße
Thorwald Brandwein

--
www.biotekt.de


Rohbau fuer Solaroption vorbereiten

user317@web.de (walter)
2004-11-30 23:11:47

> Die Rendite bekommst du aber nur hin, wenn du das selbst baust, oder?
> Wie würde es bei Beauftragung aussehen? Ich nehme an, dann machen nur
> noch Handwerker und Hersteller den Profit und man selbst hat
> Sparbuchzinsen. ;-)

Das einzige was ich selber gebaut habe waren die Kupferbleche an
First, Ortgang und Traufe. Auch nur weil ich Abkantbank und alle
Werkzeuge habe und mir das Spaß macht.
Man darf sich halt nicht an diesen Bürgerbeteiligungs-Abzock-Anlagen
orientieren. Da kostet das kW dann mal lockere 5500 EUR netto. Echtes
Schnäppchen, wenn ichs mit meinem Preis von ca. 3800 EUR/kW netto
vergleiche:-)

Module aus USA importiert, da werden aus 41000 EUR plötzlich 28000.
Gewährleistung durch die deutsche Niederlassung. Allerdings nur 5
Jahre und ohne Montagekosten, aber für den Preisunterschied kann viel
montiert werden. Und nach 5 Jahren ist die Technik so viel weiter,
dass ich bei Defekt halt eine 6-er-Gruppe gegen neue Modelle
austausche.
Unterkonstruktion selber entwickelt, spart ca. 1/3 der Montagezeit.
Hersteller hat sich eine Halterung wg. Gewährleistungszusage schicken
lassen und baut sie jetzt leider nach.
Ab Frühjahr wirds hier einige Kopien deser Bausweise geben, da die
Euphorie dem Ende zugeht und man wieder auf die Kosten achtet. Der
Elektriker der die Anlage montiert hat und der Bauleiter geben sich
mit Besichtigungsterminen die Klinke in die Hand.


Walter


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"Josef Fischer"
2004-12-01 09:21:44

walter wrote:
>> Die Rendite bekommst du aber nur hin, wenn du das selbst baust, oder?
>> Wie würde es bei Beauftragung aussehen? Ich nehme an, dann machen nur
>> noch Handwerker und Hersteller den Profit und man selbst hat
>> Sparbuchzinsen. ;-)
>
> Das einzige was ich selber gebaut habe waren die Kupferbleche an
> First, Ortgang und Traufe. Auch nur weil ich Abkantbank und alle
> Werkzeuge habe und mir das Spaß macht.
> Man darf sich halt nicht an diesen Bürgerbeteiligungs-Abzock-Anlagen
> orientieren. Da kostet das kW dann mal lockere 5500 EUR netto. Echtes
> Schnäppchen, wenn ichs mit meinem Preis von ca. 3800 EUR/kW netto
> vergleiche:-)

Ist doch klar. Wenn du irgendjemandem Geld in die Hand drückst, bleibt
da was hängen. Und bei Sachen, wo die Leute keine Ahnung haben, ist es
eben etwas mehr.

> Module aus USA importiert, da werden aus 41000 EUR plötzlich 28000.
> Gewährleistung durch die deutsche Niederlassung. Allerdings nur 5
> Jahre und ohne Montagekosten, aber für den Preisunterschied kann viel

Du meinst Herstellergarantie oder wirklich Gewährleistung? Ist da normal
länger üblich?

> montiert werden. Und nach 5 Jahren ist die Technik so viel weiter,
> dass ich bei Defekt halt eine 6-er-Gruppe gegen neue Modelle
> austausche.

Und hoffentlich sinkt auch das Preisniveau ein bißchen.

> Unterkonstruktion selber entwickelt, spart ca. 1/3 der Montagezeit.
> Hersteller hat sich eine Halterung wg. Gewährleistungszusage schicken
> lassen und baut sie jetzt leider nach.

Hat er das wenigstens vorher angekündigt, dass das passieren kann, oder
einfach gemacht? Das wäre dann schon schlechter Stil.

> Ab Frühjahr wirds hier einige Kopien deser Bausweise geben, da die
> Euphorie dem Ende zugeht und man wieder auf die Kosten achtet. Der
> Elektriker der die Anlage montiert hat und der Bauleiter geben sich
> mit Besichtigungsterminen die Klinke in die Hand.

Verlang Eintritt. ;-) Steigert auch die Rendite.


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Martin Trautmann
2004-12-01 09:21:24

On Wed, 1 Dec 2004 03:00:50 +0100, Thorwald Brandwein wrote:
> Wer sagt, dass eine ordnungsgemäße Lagerung "schlimm" ist?

Ich schaetze, das wird hier etwas zu sehr offtopic und sollte wenn, dann
andernorts diskutiert werden.

Randbemerkung: kuerzlich brannte hier die Sondermuelldeponie im
benachbarten Kalibergbrau - obwohl dort garantiert unbrennbares Material
eingelagert wurde. Vorteil des ganzen ist, dass auch die letzte
benachbarte Kalimine jetzt geschlossen wurde, weil die giftigen Gase
dorthin weiterzogen. Bleibt noch das Problem, dass eine riesige
Laugenblase hierherwandert, weil die Abraumhalden ungenuegend gesichert
wurden. Aber egal, da soll sich jemand anderes drum kuemmern -
Hauptsache der Abbau selbst war seinerzeit profitabel.

> Ich bin an einer Entwicklungsfirma für Geothermie, Laufwasserkraftwerke
> usw. beteiligt, aber ich sage dir, dass all das erst funktionieren wird,
> wenn die Zeit dafür reif ist. Das EEG und andere Förderungen, sowie
> Subventionen sehe ich gerade aus dieser Perspektive inzwischen als
> gequirlte Sch**** an.

Ich dachte, die bekommen genauso eine hoehere Verguetung als den reinen
Marktpreis? Denn die Kompensation halte ich eben deshalb fuer sinnvoll,
weil eine solche auch schon in z.B. Kohle oder Atom drinsteckt, die auf
dem Weg billiger als eigentlich marktgerecht sind.


Schoenen Gruss
Martin