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Kuppeln für Sternwarten

Kuppeln für Sternwarten

"Adrian Herrmann"
2003-09-06 17:45:22

Hallo,

hat jemand ein paar Anregungen zur Integration von Kuppeln für Sternenwarten
für Einfamilienhäuser. Es gibt fertige Lösungen z.B. der Firma Baader, die
sind mir bekannt. Leider sind das immer sehr markante runde Kuppeln in weiß.
Hat jemand aus der NG so etwas schon mal realisiert? Etwas das zweckmäßig
und schön ist?

Gruß
Adrian Herrmann



--
***** Bitte keine E-Mails zu Themen aus der NG *****


Kuppeln für Sternwarten

Martin Jangowski
2003-09-06 16:27:41

Adrian Herrmann wrote:
> Hallo,

> hat jemand ein paar Anregungen zur Integration von Kuppeln für Sternenwarten
> für Einfamilienhäuser. Es gibt fertige Lösungen z.B. der Firma Baader, die
> sind mir bekannt. Leider sind das immer sehr markante runde Kuppeln in weiß.
> Hat jemand aus der NG so etwas schon mal realisiert? Etwas das zweckmäßig
> und schön ist?

Eine Loesung koennte eine Art Dachgarten mit Schiebdach sein, hab ich schon oefters
bei Amateursternwarten gesehen.

Martin


Kuppeln für Sternwarten

"Thomas Einzel"
2003-09-07 17:42:27

Adrian Herrmann wrote:
...
> hat jemand ein paar Anregungen zur Integration von Kuppeln für
> Sternenwarten für Einfamilienhäuser. Es gibt fertige Lösungen z.B.
> der Firma Baader, die sind mir bekannt.

kannte ich noch nicht, nett :-)
http://www.baader-planetarium.de/kuppeln/kuppeln.htm

> Leider sind das immer sehr
> markante runde Kuppeln in weiß. Hat jemand aus der NG so etwas schon
> mal realisiert? Etwas das zweckmäßig und schön ist?

Die helle Farbe hat etwas mit möglichst geringer
Infrarotstahlungsabsorbtion zu tun. Im Innenraum muss kühl bleiben
(mögl. gleich der Nachttemp.), sonst hat der Beobachter erhebliche
Probleme mit Luftbewegungen. D.h. bezüglich Farbe/Oberfläche sind hier
auch technische Zwänge vorhanden. Darunter ist meist eine Wärmedämmung
vorhanden, bei der (IIRC 11m) Kuppel des Karl-Schwarzschild
Observatioriums in Jena/Tautenburg IIRC 40cm Dicke.

Ansonsten gibt es noch einfacher gestrickte Schiebedachlösungen, die
kann man "unauffälliger verstecken".

Thomas


Kuppeln für Sternwarten

"Adrian Herrmann"
2003-09-08 10:01:07

Hallo,

ich habe die gleiche Frage nochmal in einer NG für Hobbyastronomie gestellt.
Dabei ist eine recht interessante Variante herausgekommen.

Das Bild zeigt eine Sternenwarte sehr großer Dimensionen, es geht um die
Grundkonstruktion.

http://www.naoj.org/photo/dome tele2.jpg

Standardlösungen sind meist Rundkuppeln. Die helle Farbe wird wegen der
geringeren Aufheizung gewählt. Um zu Beobachten müssen Gerät und Kuppel
vollständig ausgekühlt sein. Temperaturgefälle in der Nacht müssen ohne
große Luftbewegungen abgehen. Selbst Besucher von Sternwarten lösen einen
solchen Luftstrom aus der die Beobachtungsbedingungen verschlechtert. Wir
bezeichnen das allgemein als Seeing, Seeingprobleme können z.B. im Tubus des
Teleskopes auftreten, wenn hier durch Wärme Luft an der Tubuswand
emporsteigt, oder in der Atmosphäre was z.B. über einer Stadt sehr extrem
ist.

Die im Bild vorgestellte Lösung wäre mit polygonaler Anordnung der
Außenwände realisierbar, nur der Drehkranz muß entsprechend rund sein. Die
Öffnung kann entwender über seitlich verschiebbare Elemente oder dadurch
gelöst werden, daß man einfach zwei Segmente auseinanderfährt. Wobei
letzteres den Vorteil hätte, daß die Öffnung relativ groß ausfallen kann.
Hinzu kommt, daß unter der gesamten Kuppeloberfläche volle Höhe verfügbar
ist. Ich denke auch, daß so etwas besser integriert werden kann, als die
markanten weißen Kuppeln. Unterhalb des Daches würde ich eine zusätzliche
Deckenschale montieren, die aufsteigende Luft zu den Außenwänden führt und
entweder dort über Lüftungsöffnungen nach außen geführt werden kann oder
aktiv abgesaugt wird, wobei der Luftstrom möglichst laminar zu halten ist.

Die Notwendigkeit der vollständigen Auskühlung hat Vorteile bei Lösungen,
die das komplette Dach abschieben. Der Nachteil dort ist mein eigentliches
Problem. Man montiert die Geräte so, daß man Horizont und Zenith ohne
Änderung der Gerätehöhe beobachten kann. Das würde aber bedeuten, daß
seitlich eindringendes Streulicht, das über Fassaden oder direkt von
Straßenlampen kommt, direkt auf den Beobachter wirkt und dieser ständig
seine Dunkeladaption verlieren würde. Das ist auch letztenendlich der Grund,
warum ich überhaupt über so eine Lösung nachdenke, weil ansonsten eine
Terrasse noch die bessere Variante wäre. Die ist immer ausgekühlt und Geräte
müssen nur rausgestellt bzw. auf eine fest installierten Säule gesetzt
werden. Leztenendlich ist eine Frage des Komforts und Astronomie wird zu
nachtschlafender Zeit betrieben und jedes Hemmnis das beseitigt werden kann
bringt etwas. Entscheidend für so eine Maßnahme ist hauptsächlich das
seitlich einfallende Licht.

Vielleicht noch etwas zur Abkühlung. Es gibt Geräte die kommen völlig ohne
aus, Refraktoren bis etwa 4-Zoll Öffnung. Andere benötigen in kalten Nächten
auch schon mal 1,5 bis 2 Stunden. Weil selbst in dieser Zeit mit fallenden
Temperaturen zu rechnen ist und das auch während der Beobachtung passiert
behilft man sich heute sehr oft mit Lüftern am Gerät. Stören tun die
Turbulenzen, solange die Strömung laminar ist, ist das Bild in Ordnung. Ein
weiteres Problem stellt heute der fortschreitende Einsatz von Computern auc
bei Hobbyastronomen dar, während Tau auf den Geräten nicht viel anrichtet,
legt Kondenswasser im Rechner diesen sehr schnell lahm.

Mal sehen was da noch kommt.

Gruß
Adrian Herrmann