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Solarenergie in Spanien und Portugal

Solarenergie in Spanien und Portugal

Karl-Ludwig Diehl
2005-01-18 16:13:02

Hi allerseits,

ich kam gerade aus Spanien und Portugal zurück und bin voller Eindrücke.
Was ich nicht vorfand, ist eine Architektur, die sich des Themas
Solarenergie annimmt.

Die Siedlungsdichte ist dort im Süden geringer als in D.
Die Kleinstädte und Dörfer wirken sehr traditional. Der Tourismus hat zu
Restaurierungen
geführt und man versucht weitgehend den Gesamtzusammenhang der
Altstadtviertel zu bewahren und restauriert auch munter. Manche
Kleinstädte sind geradezu ein Juwel.

Madrid und Lissabon dagegen wirken wie ein Moloch.
Aber auch in den Großstädte sah ich wenig davon, daß Solarenergie
reichlich genutzt wird.
Eine passive Solararchitektur ist mir nur einmal
bei einem Projekt an der Küste Spaniens nahe
Marbella begegnet. Die gesamte Küstenregion am
Mittelmeer verschwindet im Siedlungsbrei für
die Touristen. Die Bauten sind überwiegend pittoresk. Zu den
Dachziegeln, die die Dächer zieren, um die Touristen zu beeindrucken,
passen
Solaranlagen wenig und werden auch nicht genutzt.

Mit Solarenergie scheint man sich wenig auseinander zu setzen.

Grüße
K.L.
--
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Solarenergie in Spanien und Portugal

"J. Selmer"
2005-01-18 16:39:00

Karl-Ludwig Diehl schrieb:

> ich kam gerade aus Spanien und Portugal zurück und bin voller Eindrücke.
> Was ich nicht vorfand, ist eine Architektur, die sich des Themas
> Solarenergie annimmt.

[...]

> Mit Solarenergie scheint man sich wenig auseinander zu setzen.

Muß ja auch nicht alles am Wohnhaus installiert sein:

http://www.vistaverde.de/news/Wirtschaft/0406/03 solarthermie.php

"...Durch den Bau dieser ersten beiden solarthermischen
Großkraftwerke, der AndaSol-Projekte, entstehe in Andalusien der
größte Solarkraftwerksstandort der Welt. Noch in diesem Jahr soll
mit dem Bau des ersten von zunächst zwei 50 Megawatt
Parabolrinnen-Kraftwerken begonnen werden. Ab 2006 soll allein
dieses Kraftwerk 180.000 Menschen mit umweltfreundlichem
Solarstrom versorgen. Solare Wärmespeicher erlaubten eine
planbare Stromproduktion auch in den Nachtstunden..."

Jan.

--
Für Mail bitte "news" durch "selmer" ersetzen.


Solarenergie in Spanien und Portugal

"Thorwald Brandwein"
2005-01-18 17:54:41

"Karl-Ludwig Diehl" schrieb im Newsbeitrag
news:41ed277e$0$30307$9b622d9e@news.freenet.de...
> Hi allerseits,
>
> ich kam gerade aus Spanien und Portugal zurück und bin voller Eindrücke.
> Was ich nicht vorfand, ist eine Architektur, die sich des Themas
> Solarenergie annimmt.

Man braucht etwas Geld und es muss sich lohnen. Vermutlich stehen die
Kosten für kleine Maßnahmen in keinem günstigen Verhältnis zum Nutzen (was
ja auch in D ohne Querfinanzierung/Förderung nicht der Fall wäre). Ansosten
hat z.B schon 1984 ein Campingplatz in der Nähe von Faro Warmwasser
erzeugt, indem es einfach durch ein paar besonnte alte Benzinfässer
geleitet wurde. Die standen etwas oberhalb der Sanitärräume einfach so auf
einer Terasse im Hang herum...
Hotels haben vielleicht irgendwo abseits ähnliche Einrichtungen - besseres
braucht man eben nicht, wenn die Gäste größtenteils ohnehin nur bei Wärme
kommen.

> Madrid und Lissabon dagegen wirken wie ein Moloch.
> Aber auch in den Großstädte sah ich wenig davon, daß Solarenergie
> reichlich genutzt wird.

Die warten eben ab, bis wir in D eine Überschussproduktion solcher
Kleintechnik hochsubventioniert haben, die uns dann (wegen anderenfalls
eintretender Arbeitsplatzverluste) konsequent zwingt, Anlagen unter
Herstellungspreis zu exportieren ... Preiswerter kann man nicht selber
bauen ;-)

> Mit Solarenergie scheint man sich wenig auseinander zu setzen.

Nun - Jan hat dir ja einen Link gezeigt, der das etwas anders darstellt.
Ich halte "Solarkraftwerke" für diese Breiten schlichtweg für potenziell
besser/wirtschaftlicher, als unsere doch eher uneffektiven Sammelmethoden
mit hohem Flächenbedarf.

Grüße
Thorwald Brandwein

--
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Solarenergie in Spanien und Portugal

Karl-Ludwig Diehl
2005-01-18 22:41:58

Hallo,
J. Selmer schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> > ich kam gerade aus Spanien und Portugal zurück und bin voller
>Eindrücke.
> > Was ich nicht vorfand, ist eine Architektur, die sich des Themas
> > Solarenergie annimmt/./
> Muß ja auch nicht alles am Wohnhaus installiert sein:
http://www.vistaverde.de/news/Wirtschaft/0406/03 solarthermie.php

Gut zu wissen!
K.L.
--
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Solarenergie in Spanien und Portugal

Karl-Ludwig Diehl
2005-01-18 22:43:11

Hallo,
Thorwald Brandwein schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> Ich halte "Solarkraftwerke" für diese Breiten schlichtweg für
>potenziell
> besser/wirtschaftlicher, als unsere doch eher uneffektiven
>Sammelmethoden
> mit hohem Flächenbedarf.

Da ist was dran.
Grüße
K.L.
--
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Solarenergie in Spanien und Portugal

"Walter"
2005-01-19 23:34:12

> Zu den
> Dachziegeln, die die D


Solarenergie in Spanien und Portugal

Karl-Ludwig Diehl
2005-01-20 12:27:07

Hallo,
Walter schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> > Mit Solarenergie scheint man sich wenig auseinander zu setzen.
> Meine Schwiegereltern haben ein Haus in Spanien am Mittelmeer.
> Laut spanischen Nachbarn die ein Mietshaus bauen muessen in Spanien
> kuenftig alle Neubauten zwangsweise mit Solaranlage ausgestattet
> werden.

Ein kleiner Solaranlagenfleck auf dem Dach läßt sich wohl irgendwo
integrieren.
Als ich derzeit in Andalusien war, meldete das
Fernsehen einen Rekord des Stromverbrauchs in dieser Provinz.
Üblicherweise wird mit Heizlüftern geheizt, die im Sommer als
Kühlaggregate funktionieren. Es würde also Sinn machen, Solaranlagen auf
die Dächer zu setzen.
Aber wie wird gekühlt?

> Ausserdem entstehen in Andalusien derzeit die groessten
> Sonnenstromkraftwerke der Welt, die jeweils 150000-200000 Menschen mit
> Strom versorgen.

Schön! Aber vielleicht ist das Kühlen der Häuser in der heißen
Jahreszeit ein ebenso wichtiges Thema, dem sich die südlichen Bewohner
Europas annehmen müssen.

K.L.
--
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Solarenergie in Spanien und Portugal

"Thorwald Brandwein"
2005-01-20 17:16:33

"Karl-Ludwig Diehl" schrieb

> Üblicherweise wird mit Heizlüftern geheizt, die im Sommer als
> Kühlaggregate funktionieren.

Na ja.... Die bewegen Luft....

> Es würde also Sinn machen, Solaranlagen auf die Dächer zu setzen.

Das müssen nicht zwangsläufig die Dächer sein - vielleicht wäre das sogar
in Trockengebieten alleine aufgrund der Staubbelastung dummes Zeug.

> Aber wie wird gekühlt?

Mit Energie. Üblicherweise nutzt man zur Kälteerzeugung die Dekompression
eines Kühlmittels (z.B. Ammoniak) das dabei vom flüssigen in den
gasförmigen Zustand übergehen muss.
Um flüssig zu werden, muss ihm allerdings erst mal Energie zugeführt werden
und das macht z.B. in einem Eisschrank üblicherweise ein elektrisch
betriebener Kompressor. So arbeitet übrigens auch eine Klimaanlage,
wobei eine solche im Auto einen mechanisch vom Motor angetriebenen
Kompressor hat - Kühlung ist also nur bei laufendem Motor möglich.

Mit ein paar Modifikationen am Kühlmittel(kreislauf) kann man allerdings
auch durch Zuführung von Wärme (statt Komprimierung) eine Kühlwirkung
erreichen. Bekannt ist dies bei Eisschränken als "Absorptionstechnik".
Sogenannte "Absorberkühlschränke" arbeiten i.d.R fort, wo elektrische oder
mechanische Energie nicht in ausreichender Menge verfügbar ist. Meist sind
sie gas- oder benzinbeheizt (Jachten/Womos), aber man kann sie natürlich
auch solar betreiben. Übrigens gibt es auch Klimaanlagen für Pkw, die auf
diese Weise (solar) in der Sonne parkende Kfz kühlen. (Ruf mal Kältetechnik
Hunke in Bonn/Beuel an - die sind dafür m.W. Spezialisten).
Machbar ist alles -allerdings kostet das Geld und Wirkungsgrade. Dem
Absorberkühlschrank z.B. muss bei gleicher Kühlleistung etwa die dreifache
Energiemenge zugeführt werden, wie einem Kompressorgerät.

> Schön! Aber vielleicht ist das Kühlen der Häuser in der heißen
> Jahreszeit ein ebenso wichtiges Thema, dem sich die südlichen Bewohner
> Europas annehmen müssen.

Das hängt eben sehr von der Bauweise ab. Die traditionellen Bauweisen
reduzieren den Kühlbedarf ohne zusätzlichen Energieaufwand recht
beachtlich. Selbst wenn z.B. auf der Straße vor unserer Hütte in F wie 2003
anhaltend tagsüber bis 41° C (in der Sonne sogar bis "Vollausschlag" des
Thermometers 60° C und nachts durchgängig > 25° C) gemessen werden,
ist die Temperatur im Erdgeschoss des Hauses noch nie über 23° C
gestiegen.
Der Kühlungsbedarf von Wohnraum kann also mit vergleichsweise
preiswerten Mitteln (darunter auch Begrünung) erzielt werden, ohne
dass man dazu zwangsläufig auf teure Technik mit schlechtem
Wirkungsgrad angewiesen ist. Allerdings wird man wohl darauf
zurückgreifen müssen, wenn man nicht klimagerecht bauen will/kann.

Grüße
Thorwald Brandwein

--
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