Hi,
Marian Wild schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> >Nun ja. Sicher gut formuliert. Rational oder emotional passt aber hier
> >nicht in den Zusammenhang. Der Gegensatz ist eigentlich rational und
> >irrational. Aber der ist auch schwierig zu denken.
> Eben. Ich schlage konstruktiv und destruktiv vor :).
Wie wärs mit "rund oder eckig"? :-)))
Ich las mir heute den Geo-Artikel zum organischen Bauen durch. Du
meintest reisserisch geschrieben?! Vielleicht. Renzo Piano ist sicher
ein untypischer Fall in dem ganzen Zusammenhang, zumal die Vorderseite
des Museums, das abgebildet ist, aus lauter Kuben besteht, die vor den
Windschirmen zusammengezimmert wurden.
Es gibt interesante Aussagen in dem Text. Er ist jedenfalls flüßig
geschrieben.
> >Belastungsproben und die systematische Entwicklung von Berechnung der
> >Haltbarkeit von Bauteilen begannen erst mit den Forschungen an der
> >Akademie in Paris. Deswegen wird aber der Vorgang zuvor nicht weniger
> >rational oder gar emotional.
> ja, die beiden Begriffe sind schlecht. hack halt noch weiter drauf rum
>:)
Bin kein Hacker. :-)))
> >Es kann jemand völlig apathisch und emotionslos Rechtwinklerei
> >betreiben, aber genauso apathisch und emotionslos organisches Bauen.
>Ob
> >die Wirkung der Architektur den Betrachter positiv oder negativ
> >emotionalisiert und dadurch verstärkt zum Nachdenken anregt, ist
dann
> >wieder ein anderes Problem.
> Richtig. Aber ist nicht die Meinung, die man vertritt in gewissem
maße
> auf die Agilität von Einfluss?
Das auf jeden Fall. Deswegen ist eigentlich jede/r Planer/in
emotionalisiert, wenn engagiert geplant wird. Daß die Ratio bei dieser
Anspannung hoch aktiv ist, dürfte selbstverständlich sein.
Man vergleiche Techno- und Grungehörer
> (fällt mir einfach, weil ich in ner Kneipe jobbe). hektische Musik,
> hektische Leute. Ob jetzt die hektischen Leute hektische Musik
> verursachen oder andersrum sei dahingestellt. Immerhin führt zuviel
> Fernsehen zu Unkonzentriertheit.
Ja, ganz gut, der Vergleich. Zuviele EFHs führen zu der Apathie der
Vorstädte.
Könnte nicht auch zu viel schlichte
> Architektur zu Apathie führen?
Ja. Dann schlägt es um in Protest oder sinnlose Zerstörungswut aus
Langeweile. Deswegen sind schon die langweiligsten Wohnblöcke in Slums
verwandelt worden.
> die fanatische Pluralisierung schreitet fort...manchmal hat man das
> Gefühl, die Wissenschaft legt Wert darauf, alles zu
> zersplittern...divide et impera. Keine Verläufe mehr, nur
> Schnittpunkte, keine Weltformel mehr, nur tausend schlechte
> Erklärungen, in der Kunst sind Bilder aus den drei Grundfarben sehr
in
> momentan. Warum leben wir nur in so einer um jeden Preis
> zusammenhanglosen Zeit? Immernoch Einsteins Schuld?
Verlust an Zusammenhang mit der Natur. Sinnsuche in alle Richtungen um
Freiheitsersatz zu finden.
> >90°Fetischisten hört sich gut an.
> Danke.
Sollte Dich wieder aufpaeppeln.
> >> mir gings ja nur um den wissenschaftlichen Ansatz.
> >Der da lautet?
> Dass ein Affe, wenn man ihn lange genug auf einem Klavier klimpern
> lässt, nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung irgendwann aus Versehen
> eine Bach-Fuge klimpern wird. Aber deshalb is der Affe ja kein
> Komponist :)
Leider können wir das ni9cht wirklich beurteilen, weil wir keine Affen
mehr sind.
:-)))
Das weiss er nur selber.
Grüße
K.L.
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de
Architektur
Re: Puls der Zeit
Re: Puls der Zeit
On Mon, 31 Jan 2005 21:18:05 , Karl-Ludwig Diehl
wrote:
>> Eben. Ich schlage konstruktiv und destruktiv vor :).
>Wie wärs mit "rund oder eckig"? :-)))
Manche Leute machen sich das leben aber auch zu einfach...:)
>Ich las mir heute den Geo-Artikel zum organischen Bauen durch. Du
>meintest reisserisch geschrieben?! Vielleicht. Renzo Piano ist sicher
>ein untypischer Fall in dem ganzen Zusammenhang, zumal die Vorderseite
>des Museums, das abgebildet ist, aus lauter Kuben besteht, die vor den
>Windschirmen zusammengezimmert wurden.
>Es gibt interesante Aussagen in dem Text. Er ist jedenfalls
flüßig
>geschrieben.
Für ein nichtarchitekturzentriertes Magazin ein schöner Artikel.
>> >Es kann jemand völlig apathisch und emotionslos
Rechtwinklerei
>> >betreiben, aber genauso apathisch und emotionslos organisches
Bauen.
>>Ob
>> >die Wirkung der Architektur den Betrachter positiv oder negativ
>> >emotionalisiert und dadurch verstärkt zum Nachdenken anregt,
ist dann
>> >wieder ein anderes Problem.
>> Richtig. Aber ist nicht die Meinung, die man vertritt in gewissem
maße
>> auf die Agilität von Einfluss?
>
>Das auf jeden Fall. Deswegen ist eigentlich jede/r Planer/in
>emotionalisiert, wenn engagiert geplant wird. Daß die Ratio bei
dieser
>Anspannung hoch aktiv ist, dürfte selbstverständlich sein.
Und wenn wir von einem Grundratio und einer Grundemotionalität bei
jedem ernstzunehmenden Planer ausgehen, wo sind wir dann wieder?
Bei meiner rational/emotional-Gliederung. :)
q.e.d.
>Man vergleiche Techno- und Grungehörer
>> (fällt mir einfach, weil ich in ner Kneipe jobbe). hektische
Musik,
>> hektische Leute. Ob jetzt die hektischen Leute hektische Musik
>> verursachen oder andersrum sei dahingestellt. Immerhin führt
zuviel
>> Fernsehen zu Unkonzentriertheit.
>Ja, ganz gut, der Vergleich. Zuviele EFHs führen zu der Apathie der
>Vorstädte.
>
> Könnte nicht auch zu viel schlichte
>> Architektur zu Apathie führen?
>
>Ja. Dann schlägt es um in Protest oder sinnlose Zerstörungswut
aus
>Langeweile. Deswegen sind schon die langweiligsten Wohnblöcke in Slums
>verwandelt worden.
Es gibt einen schönen Bericht aus den 70ern über die "Horror-Uni
Bochum". Die nannten das Ding so trostlos, dass die Studenten nichtmal
gute Graffitis hinbekämen.
>Verlust an Zusammenhang mit der Natur. Sinnsuche in alle Richtungen um
>Freiheitsersatz zu finden.
Entfremdung und Anonymisierung. Bin ja Max-Beckmann-Fan. In meinen
Augen ein epochemachendes Genie. War genau sein Thema.
>> >90°Fetischisten hört sich gut an.
>> Danke.
>Sollte Dich wieder aufpaeppeln.
Dann musses schlecht um mich bestellt sein.
Werd ich durch den Winter kommen? :)
>> >> mir gings ja nur um den wissenschaftlichen Ansatz.
>> >Der da lautet?
>> Dass ein Affe, wenn man ihn lange genug auf einem Klavier klimpern
>> lässt, nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung irgendwann aus
Versehen
>> eine Bach-Fuge klimpern wird. Aber deshalb is der Affe ja kein
>> Komponist :)
>
>Leider können wir das ni9cht wirklich beurteilen, weil wir keine Affen
>mehr sind.
>:-)))
>Das weiss er nur selber.
Aber er verräts uns nicht. Welch Ironie.
Gruß
Marian
Re: Puls der Zeit
Hi,
Marian Wild schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> >> Eben. Ich schlage konstruktiv und destruktiv vor :).
> >Wie wärs mit "rund oder eckig"? :-)))
> Manche Leute machen sich das leben aber auch zu einfach...:)
Mir ist von einer Ärztin ein Text zugemailt worden, in der es um eine
unterschiedliche Ausnutzung des Gehirns bei Männern und Frauen geht. Die
Untersuchungen sind in der Neurologie gemacht worden. Da taucht
möglicherweise Dein Unterschiedssystem "rational" und
"emotional" auf.
Bitte nicht als Diskriminierung auffassen, weil ich das als Thread
reingestellt habe.
> >Ich las mir heute den Geo-Artikel zum organischen Bauen durch. Du
> >meintest reisserisch geschrieben?! Vielleicht. Renzo Piano ist sicher
> >ein untypischer Fall in dem ganzen Zusammenhang, zumal die Vorderseite
> >des Museums, das abgebildet ist, aus lauter Kuben besteht, die vor den
> >Windschirmen zusammengezimmert wurden.
> >Es gibt interesante Aussagen in dem Text. Er ist jedenfalls
flüßig
> >geschrieben.
> Für ein nichtarchitekturzentriertes Magazin ein schöner Artikel.
Vermutlich als Text auch nur dort möglich. Andererseits sollte man sich
mit dem "organischen Bauen" wirklich auseinandersetzen. Der
Calatrava-Bau fasziniert mich, der seine Schwingen erheben und
zusammenfalten kann. Beweglichkeit und dadurch Veränderung der Form des
Baukörpers als Thema dürfte sehr spannend sein. In meiner
großen Gruppe,
etwa 25 Leute, gab es einen, den diese Vorstellungen faszinierten.
> >Deswegen ist eigentlich jede/r Planer/in
> >emotionalisiert, wenn engagiert geplant wird. Daß die Ratio bei
dieser
> >Anspannung hoch aktiv ist, dürfte selbstverständlich sein.
> Und wenn wir von einem Grundratio und einer Grundemotionalität bei
> jedem ernstzunehmenden Planer ausgehen, wo sind wir dann wieder?
> Bei meiner rational/emotional-Gliederung. :)
> q.e.d.
Das Problem wird sein, daß derselbe Planer zeitweise ratio-emotional und
zu anderer Zeit emotio-rational vorgeht, es wohl mehr so sein wird, daß
mal mehr der rationale Vorgang in Anspruch genommen wird, und mal der
emotionale Vorgang das Entwurfsgeschehen bestimmt. Das trifft für
jegliches engagierte Planen, egal mit welchen Formen operiert wird, zu.
So hat z.B. Mies van der Rohe seine Arbeit auch als organisches Bauen
aufgefasst. Es wird damit das prozesshafte, organisch wachsende
Gestalten gemeint.
> Es gibt einen schönen Bericht aus den 70ern über die
"Horror-Uni
> Bochum". Die nannten das Ding so trostlos, dass die Studenten
nichtmal
> gute Graffitis hinbekämen.
Da habe ich einmal 1 Jahr studiert. Auf einem der Blocks war eine Stelle
auf dem Dach, von der aus viele Selbstmörder runtersprangen. Dadurch
verringerte sich die Studentenzahl regelmäßig.
> >Verlust an Zusammenhang mit der Natur. Sinnsuche in alle Richtungen um
> >Freiheitsersatz zu finden.
> Entfremdung und Anonymisierung. Bin ja Max-Beckmann-Fan. In meinen
> Augen ein epochemachendes Genie. War genau sein Thema.
Als Kunsthistoriker hatte ich mich neulich mit Max Beckmann beschäftigt.
Er ist schwierig, weil er darauf rumreitet, seine eigene Arbeit nicht zu
verstehen. Er machte daraus einen Kult.
> >> >90°Fetischisten hört sich gut an.
> >> Danke.
> >Sollte Dich wieder aufpaeppeln.
> Dann musses schlecht um mich bestellt sein.
> Werd ich durch den Winter kommen? :)
Ich nehme an, Du schaffst den Winter. Der zieht sich dann enttäuscht vom
Leben zurück. :-)))
> >> Dass ein Affe, wenn man ihn lange genug auf einem Klavier
klimpern
> >> lässt, nach der Wahrscheinlichkeitsrechnung irgendwann aus
Versehen
> >> eine Bach-Fuge klimpern wird. Aber deshalb is der Affe ja kein
> >> Komponist :)
> >Leider können wir das ni9cht wirklich beurteilen, weil wir keine
Affen
> >mehr sind.
> >:-)))
> >Das weiss er nur selber.
> Aber er verräts uns nicht. Welch Ironie.
Ich nehm ja auch nicht an, daß Du Affen Deine Baukunst erklärst.
:-)))
K.L.
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de
Re: Puls der Zeit
On Tue, 01 Feb 2005 10:37:38 , Karl-Ludwig Diehl
wrote:
>> Manche Leute machen sich das leben aber auch zu einfach...:)
>Mir ist von einer Ärztin ein Text zugemailt worden, in der es um eine
>unterschiedliche Ausnutzung des Gehirns bei Männern und Frauen geht.
Die
>Untersuchungen sind in der Neurologie gemacht worden. Da taucht
>möglicherweise Dein Unterschiedssystem "rational" und
"emotional" auf.
>Bitte nicht als Diskriminierung auffassen, weil ich das als Thread
>reingestellt habe.
Nein. Mir als MANN ist das durchaus sehr lustig erschienen. :)
>> Für ein nichtarchitekturzentriertes Magazin ein schöner
Artikel.
>
>Vermutlich als Text auch nur dort möglich. Andererseits sollte man
sich
>mit dem "organischen Bauen" wirklich auseinandersetzen. Der
>Calatrava-Bau fasziniert mich, der seine Schwingen erheben und
>zusammenfalten kann. Beweglichkeit und dadurch Veränderung der Form
des
>Baukörpers als Thema dürfte sehr spannend sein. In meiner
großen Gruppe,
>etwa 25 Leute, gab es einen, den diese Vorstellungen faszinierten.
Kann man natürlich auch als Formalismus diskriminieren, diese
Auffassung. Nicht dass Professoren meine Arbeiten nicht regelmäßig
so
abgetan hätten :)
>Das Problem wird sein, daß derselbe Planer zeitweise ratio-emotional
und
>zu anderer Zeit emotio-rational vorgeht, es wohl mehr so sein wird,
daß
>mal mehr der rationale Vorgang in Anspruch genommen wird, und mal der
>emotionale Vorgang das Entwurfsgeschehen bestimmt. Das trifft für
>jegliches engagierte Planen, egal mit welchen Formen operiert wird, zu.
>So hat z.B. Mies van der Rohe seine Arbeit auch als organisches Bauen
>aufgefasst. Es wird damit das prozesshafte, organisch wachsende
>Gestalten gemeint.
So, und die Bauepochen., in denen einfach die emotionale
Entwurfsarbeit überwiegt, sei hiermit meine
"emotional"-Pendelbewegung. Mit rational analog.
>Da habe ich einmal 1 Jahr studiert. Auf einem der Blocks war eine Stelle
>auf dem Dach, von der aus viele Selbstmörder runtersprangen. Dadurch
>verringerte sich die Studentenzahl regelmäßig.
Soll sich angeblich gebessert haben, mit Parks und so.
Kann mir aber nicht vorstellen dass das viel gebracht hat.
>Als Kunsthistoriker hatte ich mich neulich mit Max Beckmann
beschäftigt.
>Er ist schwierig, weil er darauf rumreitet, seine eigene Arbeit nicht zu
>verstehen. Er machte daraus einen Kult.
ja, ein früher Popstar in der Kunst. Bechmann, Dix und Grosz waren
sehr irritierend.
>> >Leider können wir das ni9cht wirklich beurteilen, weil wir
keine Affen
>> >mehr sind.
>> >:-)))
>> >Das weiss er nur selber.
>> Aber er verräts uns nicht. Welch Ironie.
>Ich nehm ja auch nicht an, daß Du Affen Deine Baukunst erklärst.
:-)))
Wenn du wüsstest, mit was für Leuten ichs im Studium zu tun hab :)
gruß
Marian
Re: Puls der Zeit
Hi,
Marian Wild schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> >Mir ist von einer Ärztin ein Text zugemailt worden, in der es um
eine
> >unterschiedliche Ausnutzung des Gehirns bei Männern und Frauen
geht.
>Die
> >Untersuchungen sind in der Neurologie gemacht worden. Da taucht
> >möglicherweise Dein Unterschiedssystem "rational" und
"emotional" auf.
> >Bitte nicht als Diskriminierung auffassen, weil ich das als Thread
> >reingestellt habe.
> Nein. Mir als MANN ist das durchaus sehr lustig erschienen. :)
Lustig. :-)))
Der
> >Calatrava-Bau fasziniert mich, der seine Schwingen erheben und
> >zusammenfalten kann. Beweglichkeit und dadurch Veränderung der
Form
>des
> >Baukörpers als Thema dürfte sehr spannend sein. In meiner
großen
>Gruppe,
> >etwa 25 Leute, gab es einen, den diese Vorstellungen faszinierten.
> Kann man natürlich auch als Formalismus diskriminieren, diese
> Auffassung. Nicht dass Professoren meine Arbeiten nicht
regelmäßig so
> abgetan hätten :)
Formalismus ist einer der komischsten Begriffe, um abzuwerten. Wenn
schon, ist sowieso alles Formalismus: Streben hin zu Form. :-)))
> >Das Problem wird sein, daß derselbe Planer zeitweise
ratio-emotional
>und
> >zu anderer Zeit emotio-rational vorgeht, es wohl mehr so sein wird,
>daß
> >mal mehr der rationale Vorgang in Anspruch genommen wird, und mal der
> >emotionale Vorgang das Entwurfsgeschehen bestimmt. /./
> So, und die Bauepochen., in denen einfach die emotionale
> Entwurfsarbeit überwiegt, sei hiermit meine
> "emotional"-Pendelbewegung. Mit rational analog.
Die Emotion, die manche erfaßt, wenn sie gerade Linien ziehen, ist
ebenso vorhanden wie die Emotion, gebogene Linien zu ziehen.
> >(UNi Bochum:)Auf einem der Blocks war eine Stelle
> >auf dem Dach, von der aus viele Selbstmörder runtersprangen.
Dadurch
> >verringerte sich die Studentenzahl regelmäßig.
> Soll sich angeblich gebessert haben, mit Parks und so.
> Kann mir aber nicht vorstellen dass das viel gebracht hat.
Naja. Der Campus liegt eigentlich landschaftlich schön. Jedoch sind die
an der Schiffsarchitektur orientierten Baublock sehr wuchtig und
primitiv. Die Institute oder Seminare liegen an schmalen Fluren, die
Hörsäle sind alle in Quertrakten versammelt. Alles sehr punkig, wenn
man
so will.
Leider sehr ausserhalb und ganz für sich. Deswegen tötlich, da vom
Stadtleben abgeschnitten.
> >Als Kunsthistoriker hatte ich mich neulich mit Max Beckmann
>beschäftigt.
> >Er ist schwierig, weil er darauf rumreitet, seine eigene Arbeit nicht
>zu
> >verstehen. Er machte daraus einen Kult.
> ja, ein früher Popstar in der Kunst. Bechmann, Dix und Grosz waren
> sehr irritierend.
Entweder irritierend oder die Fantasie anregend.
> >> >Leider können wir das ni9cht wirklich beurteilen, weil
wir keine
>Affen
> >> >mehr sind.
> >> >:-)))
> >> >Das weiss er nur selber.
> >> Aber er verräts uns nicht. Welch Ironie.
> >Ich nehm ja auch nicht an, daß Du Affen Deine Baukunst
erklärst.
>:-)))
> Wenn du wüsstest, mit was für Leuten ichs im Studium zu tun hab
:)
Ich kanns mir vorstellen. :-)))
Grüße
K.L.
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de
Re: Puls der Zeit
On Fri, 04 Feb 2005 00:29:00 , Karl-Ludwig Diehl
wrote:
>> Nein. Mir als MANN ist das durchaus sehr lustig erschienen. :)
>Lustig. :-)))
leicht zu erheitern gell. :)
>Formalismus ist einer der komischsten Begriffe, um abzuwerten. Wenn
>schon, ist sowieso alles Formalismus: Streben hin zu Form. :-)))
irgend einen gut klingenden Begriff um Dinge subjektiv zu entwerten
muss es ja geben. Was täten die profs denn sonst?
>> So, und die Bauepochen., in denen einfach die emotionale
>> Entwurfsarbeit überwiegt, sei hiermit meine
>> "emotional"-Pendelbewegung. Mit rational analog.
>Die Emotion, die manche erfaßt, wenn sie gerade Linien ziehen, ist
>ebenso vorhanden wie die Emotion, gebogene Linien zu ziehen.
ich hab ja auch nie zwischen eckig und rund differenziert. ich deute
den rechteckigen bau nur als Ergebnis mehr rationeller als emotionaler
arbeit. Nur weil alle Pinguine schwarze fräcke tragen, ist nicht alles
mit schwarzem Frack ein Pinguin, wie dir jedes Restaurant und jedes
Kloster bestätigen wird :)
>Naja. Der Campus liegt eigentlich landschaftlich schön. Jedoch sind
die
>an der Schiffsarchitektur orientierten Baublock sehr wuchtig und
>primitiv. Die Institute oder Seminare liegen an schmalen Fluren, die
>Hörsäle sind alle in Quertrakten versammelt. Alles sehr punkig,
wenn man
>so will.
>Leider sehr ausserhalb und ganz für sich. Deswegen tötlich, da
vom
>Stadtleben abgeschnitten.
hmm. schade eigentlich.
>> ja, ein früher Popstar in der Kunst. Bechmann, Dix und Grosz
waren
>> sehr irritierend.
>Entweder irritierend oder die Fantasie anregend.
ja, auf jeden Fall, phantasieanregend durch irritation.
>> >Ich nehm ja auch nicht an, daß Du Affen Deine Baukunst
erklärst.
>>:-)))
>> Wenn du wüsstest, mit was für Leuten ichs im Studium zu tun
hab :)
>Ich kanns mir vorstellen. :-)))
glaub mir, kannst du nicht. :)
gruß
Marian
Re: Puls der Zeit
Hi,
Marian Wild schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> >> Nein. Mir als MANN ist das durchaus sehr lustig erschienen. :)
> >Lustig. :-)))
> leicht zu erheitern gell. :)
Eigentlich nicht. Aber Deine Beiträge sind wirklich Heiterkeit.
> >Formalismus ist einer der komischsten Begriffe, um abzuwerten. Wenn
> >schon, ist sowieso alles Formalismus: Streben hin zu Form. :-)))
> irgend einen gut klingenden Begriff um Dinge subjektiv zu entwerten
> muss es ja geben. Was täten die profs denn sonst?
Diese banale Architekturkritik an den Fakultäten oder Fachhochschulen
hat schon etwas sehr komisches. Leider wird darüber benotet. Die besten
Ideen können kaputtgemacht werden.
> >Die Emotion, die manche erfaßt, wenn sie gerade Linien ziehen,
ist
> >ebenso vorhanden wie die Emotion, gebogene Linien zu ziehen.
> ich hab ja auch nie zwischen eckig und rund differenziert. ich deute
> den rechteckigen bau nur als Ergebnis mehr rationeller als emotionaler
> arbeit.
Google einmal unter dem Namen Antti Lovag. Mit ihm habe ich gearbeitet.
Als ich die strenge Logik dieser Bauten erklärte und seine Architektur
hier in der Newsgroup vorstellte , sind fast alle durchgeknallt. Ich
hatte mal in Bonn im Ausstellungssaal des Kunsthistorischen Institutes
eine Ausstellung zu Wohnschalen, da ist ein Professor völlig
durchgedreht, der gerne Peter Behrens bearbeitet.
Die Emotion ist mehr in der Reaktion auf Architektur. Rund oder eckig
ist gleich leicht oder schwer, nicht nur in der Planung, sondern auch
beim Bauen. Über Bau-Preise darf man nicht reden, da bei rund bei den
Baufirmen die Fantasie durchgeht. Rund ist bei denen weiblich und
Rundung nackter Frauen.
>Nur weil alle Pinguine schwarze fräcke tragen, ist nicht alles
> mit schwarzem Frack ein Pinguin, wie dir jedes Restaurant und jedes
> Kloster bestätigen wird :)
Naja, mir sind noch keine Pinguine im Kloster begegnet, eher im Zoo.
> >Naja. Der Campus liegt eigentlich landschaftlich schön. Jedoch
sind
>die
> >an der Schiffsarchitektur orientierten Baublock sehr wuchtig und
> >primitiv. Die Institute oder Seminare liegen an schmalen Fluren, die
> >Hörsäle sind alle in Quertrakten versammelt. Alles sehr
punkig, wenn
>man
> >so will.
> >Leider sehr ausserhalb und ganz für sich. Deswegen tötlich,
da vom
> >Stadtleben abgeschnitten.
> hmm. schade eigentlich.
Ja, mehr als schade. Die Landschaft ist wirklich Spitze, leider ist der
Stadtraum nahe der Uni eine häßliche Trabantenstadt aus der Retorte,
"idyllisch" als Stadtteil aus Beton entlang einer
häßlichen
Rechtwinklereinkaufszeile gebaut. Das Hinterletzte. Aus den grandiosen
Zeiten der Nachkriegsrechtwinkler.
> >> ja, ein früher Popstar in der Kunst. Bechmann, Dix und Grosz
waren
> >> sehr irritierend.
> >Entweder irritierend oder die Fantasie anregend.
> ja, auf jeden Fall, phantasieanregend durch irritation.
So, wie Du schreibst, bist Du gerne sehr irritiert.
:-)))
> >> >Ich nehm ja auch nicht an, daß Du Affen Deine Baukunst
erklärst.
> >>:-)))
> >> Wenn du wüsstest, mit was für Leuten ichs im Studium zu
tun hab :)
> >Ich kanns mir vorstellen. :-)))
> glaub mir, kannst du nicht. :)
Da ich Architektur studiert habe, mangelt es mir diesbezüglich nicht an
der Phantasie. Die Lehrenden, da Rechtwinkler, bleiben sich immer
gleich.Da ist der Studienbetrieb z.B. in der Kunstgeschichte wesentlich
ergiebiger, was die Zwischenmenschlichkeit betrifft.
Grüße
K.L.
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de
Re: Puls der Zeit
On Sat, 05 Feb 2005 12:37:55 , Karl-Ludwig Diehl
wrote:
>> >> Nein. Mir als MANN ist das durchaus sehr lustig erschienen.
:)
>> >Lustig. :-)))
>> leicht zu erheitern gell. :)
>Eigentlich nicht. Aber Deine Beiträge sind wirklich Heiterkeit.
Die Welt ist schon traurig genug, das muss man ja nicht noch schlimmer
machen :)
>> >Formalismus ist einer der komischsten Begriffe, um abzuwerten.
Wenn
>> >schon, ist sowieso alles Formalismus: Streben hin zu Form. :-)))
>> irgend einen gut klingenden Begriff um Dinge subjektiv zu entwerten
>> muss es ja geben. Was täten die profs denn sonst?
>Diese banale Architekturkritik an den Fakultäten oder Fachhochschulen
>hat schon etwas sehr komisches. Leider wird darüber benotet. Die
besten
>Ideen können kaputtgemacht werden.
Immerhin lernt man das Wesen des Berufs: du bist nichts dein
Auftraggeber ist alles. wer das macht, was der auftraggeber will,
gewinnt. Das dumme dran ist nur, dass eine "objektive" Instanz in den
ersten Semestern wohl hilfreicher wäre.
>Rund ist bei denen weiblich und
>Rundung nackter Frauen.
Der barocke Ansatz :)
Lovag erinnert mich sehr an ein Dtudentenwohnheim, das letztin in der
DBZ war. außen rechteckig, und dann sowas wie maulwurfstunnel vertikal
in das Gebäude reingefressen. Sah irre aus.
>> >Leider sehr ausserhalb und ganz für sich. Deswegen
tötlich, da vom
>> >Stadtleben abgeschnitten.
>> hmm. schade eigentlich.
>Ja, mehr als schade. Die Landschaft ist wirklich Spitze, leider ist der
>Stadtraum nahe der Uni eine häßliche Trabantenstadt aus der
Retorte,
>"idyllisch" als Stadtteil aus Beton entlang einer
häßlichen
>Rechtwinklereinkaufszeile gebaut. Das Hinterletzte. Aus den grandiosen
>Zeiten der Nachkriegsrechtwinkler.
Man hatte ja nix. Nichtmal Ideen :)
>> >> ja, ein früher Popstar in der Kunst. Bechmann, Dix und
Grosz waren
>> >> sehr irritierend.
>> >Entweder irritierend oder die Fantasie anregend.
>> ja, auf jeden Fall, phantasieanregend durch irritation.
>So, wie Du schreibst, bist Du gerne sehr irritiert.
>:-)))
Sagen wirs so, ich denke, wenn mich mal nix mehr irritiert, werde ich
auch nix mehr verbessern. Das Rad kann ich nicht neu erfinden, aber
über das rund kann man ja noch verhandeln.
>Da ich Architektur studiert habe, mangelt es mir diesbezüglich nicht
an
>der Phantasie. Die Lehrenden, da Rechtwinkler, bleiben sich immer
>gleich.Da ist der Studienbetrieb z.B. in der Kunstgeschichte wesentlich
>ergiebiger, was die Zwischenmenschlichkeit betrifft.
ja in der tat, meine Kunstgeschichteprofessorin ist für mich auch ein
seltener Lichtblick in dem ganzen Sumpf. Dabei stören mich die
Rechtwinkler ja wirklich nicht. Mich stört niemand, der mir eine
fundierte Diskussionsgrundlage gibt, das tun halt nur die meisten
nicht. Und da heißts immer, man solle mehr kommunizieren...ja wr denn
mit wem? die pfrofs könnens nicht, die Studenten könnens nicht, und
fachübergreifend denken? wozu das denn?...naja, was red ich. man muss
halt solange leute anquatschen, bis man wen findet, der einen
versteht. Allerdings hab ich gemerkt, dass das hier genauso schwer ist
wie im Studienbetrieb. Weil heutzutage niemand mehr bereit ist, seine
Zeit zu opfern, um sich auch mal eine fremde Sichtweise anzueignen.
Oder vielleicht auch weil zu viele leute viel zu sehr von sich
überzeugt sind. Aber Michelangelo gabs halt nur einen, und der konnte
sichs erlauben.
naja, egal
gruß :)
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