Hi,
Martin Trautmann schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> Holz ist angenehm warm - aber eine der typischen Assoziaten zur Kirche
> erscheint mir "Eine feste Burg ist unser Gott"... Da wird nichts
> vergaengliches, oeklogisch abbaubares erwartet, sondern eher etwas fuer
> die Ewigkeit.
Muß nicht so sein. Es gibt zahllose Kirche, die eher das Gegenteil
ausdrücken. Meist wird dann Natur ins Gebäude geholt. Die
Konstruktion
kann wie Wald aussehen, usw. Alles sehr leicht in der Erscheinung.
> Das typische Problem ist die Nutzung: Viele Kirchen werden gerade mal
> ein paar Stunden am Sonntag benutzt.
Das ist eben der große Unfug an einem Sakralgebäude. Es
müßte dann so
gut in seiner Architektur sein, daß es zumindest ständig von
Besuchern
aufgesucht wird, die das Gebäude nur betrachten und geniessen wollen,
was viel schöner ist als ein eher langweiliger Gottesdienst.
Beispiele für solche Architekturen gibt es auch aus der Gegenwart.
Eine solche sehr gute Architektur wäre natürlich auch ein guter
Werbeträger für eine Religionsgemeinschaft.
Eine solche Architekturidee zu erzielen ist natürlich voraussetzungslos
nicht sehr einfach.
K.L.
--
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http://newsgroups.freenet.de
Architektur
Sakralbauten
Sakralbauten
> Ja, sowas:
Also Tobias, meine Erfahrungen auf diesem Sektor von
Glaubensfragen sind ja eher dürftig, aber korrigiere mich,
falls ich mich täusche: klingt das nicht nach einer Menge
von Problemen, die man sich dort holen kann, wenn man nicht
mindestens Mitglied ist?
Hubert
*hoffedukriegstdashin*
Sakralbauten
On Fri, 18 Feb 2005 07:05:13 +0100, "tobias.knittel"
wrote:
>> Sehr massiv. aber nicht unschön.
>
>ich weiß nicht. Erinnert mich mehr an die Getreidesilos, die in
>Frankreich (nördl. Marne) überall rumstehen.
>
>Ist nicht so mein Fall.
mich hats im ersten Moment mehr an eine modernere (und auch
unsensiblere) Version einer gothischen Kathedrale erinnert. aber mit
deinem Getreide-Gleichnis muss ich dir bezüglich der Gemeinheit recht
geben.
bin froh atheist zu sein.
gruß
Marian
Sakralbauten
Hi Hubert,
> Also Tobias, meine Erfahrungen auf diesem Sektor von
> Glaubensfragen sind ja eher dürftig, aber korrigiere mich,
> falls ich mich täusche: klingt das nicht nach einer Menge
> von Problemen, die man sich dort holen kann, wenn man nicht
> mindestens Mitglied ist?
weiß ich nicht.
Ich erbringe, sofern es denen genehm ist, eine Dienstleistung.
Dazu versuche ich natürlich mich in deren Situation zu
versetzen, was auch geht, da ich in Glaubensfragen nicht
unbewandert bin. Aber ich zähle mich, nach mehrfachen
Irrnissen, auf die ich weder stolz bin, noch mich ihrer
schäme, eher- sofern eine Einordnung überhaupt möglich
ist- zu den Agnostikern.
Ich weiß schlicht und einfach auf die meisten Fragen
dieses Lebens keine Antwort. Und das scheint mir inzwischen
die höhere Form des Wissens.
Gruß
Tobias
Sakralbauten
Hi,
Marian Wild schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> bin froh atheist zu sein.
Wie geht das denn? Für daselbe Wort theos gibt es
viele Namen, z.B. Natur. Gemeint ist immer daselbe.
K.L.
--
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Sakralbauten
"tobias.knittel" schrieb im Newsbeitrag
news:cv6i0a$41c$05$1@news.t-online.com...
> Aber ich zähle mich, nach mehrfachen
> Irrnissen, (...) zu den Agnostikern.
>
Damit kanns klappen
Gruss Hubert
Sakralbauten
On Sat, 19 Feb 2005 11:39:03 , Karl-Ludwig Diehl
wrote:
>Wie geht das denn? Für daselbe Wort theos gibt es
>viele Namen, z.B. Natur. Gemeint ist immer daselbe.
ja, und ismus gibt immer eine versteifte Haltung an. Ich brauche
keinen Naturalismus, um die natur zu würdigen. Und ich brauche die
Natur nicht in eine göttliche Metapher einsetzen, wenn ich sie sowieso
respektiere und achte. So wie ich kein Christ
(Katholizismus/Evangelismus/Judaismus) sein muss, um zu wissen, dass
ich andere Menschen nicht töten darf, sondern ihnen lieber helfen
soll. ist in meinen Augen eine sehr viel gesündere Einstellung.
Natürlich hab ich mich insofern versteift, dass ich a-the-ismus
betreibe, also eine Versteifung, mich auf nichts religiöses zu
versteifen (allerdings ist die Zusammensetzung zweideutig, das "a"
könnte sich ja auch auf den ismus beziehen, was einer religiösen
Nichtversteifung nahekommt. Die Tatsache, dass sich nichtmal das Wort,
mit dem ich mich bezeichne, auf etwas versteift, kommt meiner haltung,
mich auf keine Lehre zu versteifen, vom Glaubwürdigkeitsaspekt her
sehr zugute). Atheie beschreibt es auch ganz gut.
Aus einem ähnlichen Grund gefällt mir übrigens das Wort
Archi-tek-tur
sehr gut. -tur ist im Lateinischen ein Passiv-Anhängsel, man könnte
das Wort also als den Begriff für einen passiven Handwerker verstehen.
Oder, was schöner ist, im östlichen Sinn, da beschreibt das Passiv
eine demütige Haltung, wegen der Überzeugung, dass man nur allein im
Gebet zu Gott (da isser wieder...) aktiv sein kann. So interpretiert
wäre der Architekt ein demütiger Vorarbeiter vor Gott, bzw. deiner
Natur. Hübsch gell (besonders, weil in dieser Definition die westliche
Welt einen Brücke zur östlichen schlägt) ?
gruß
Marian
Sakralbauten
Hi,
Marian Wild schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> >Wie geht das denn? Für daselbe Wort theos gibt es
> >viele Namen, z.B. Natur. Gemeint ist immer daselbe.
> ja, und ismus gibt immer eine versteifte Haltung an. Ich brauche
> keinen Naturalismus, um die natur zu würdigen.
Aus jeglichem Dilemma, in dem du steckst, kommst Du nur mit einem -ismus
heraus, d.h. Du befindest Dich immer in einer Bewegung verankert.
Eine solche Bewegung wird meistens erst später benannt. Naturalismus ist
ein Begriff, der eine
Phase davor kategorisiert. Deinen Atheismus
hast Du ja selbst genannt. :-)))
> Und ich brauche die
> Natur nicht in eine göttliche Metapher einsetzen, wenn ich sie
sowieso
> respektiere und achte.
Dann stimmt Dein Gottesbegriff nicht. Als Rousseau oder Kant die
Grundlagen schufen, die sich in der frz.Revolution auswirkten, kam es
zur Gottheit Natur. Der Natur wird ein Bild beigegeben, damit sie
verehrbar wird. Du hast auch ein Bild der Natur, das Du mit Dir
rumträgst und dauernd veränderst. Ich wette, daß Du die Natur
sehr
schätzt. Das Ritualwesen, daß sich zur Anschauung bringen
läßt, um eine
Idee von Natur zu erzeugen und pädagogische Wirkungen entfalten
läßt,
ist nicht unbedingt nötig. In der frz.Revolution war aber aus dem
Naturbegriff die Idee der Gleichheit aller Menschen aus der Natur
abgeleitet worden. Deshalb wurde Natur verehrt und damit zur zentralen
Macht erklärt, also zu einem Bild, aus dem der Gleichheitsgedanke auf
Dauer entspringen sollte. Damit wurde aus Natur Gottheit. Sie ist es
eigentlich immer, weil sie das uns völlig Unbekannte repräsentiert,
das
mal Gott, mal nichts heissen kann. Natur ist dann Symbol für das Ganze,
mikro- und makrokosmisch.
So wie ich kein Christ
> (Katholizismus/Evangelismus/Judaismus) sein muss, um zu wissen, dass
> ich andere Menschen nicht töten darf, sondern ihnen lieber helfen
> soll. ist in meinen Augen eine sehr viel gesündere Einstellung.
> Natürlich hab ich mich insofern versteift, dass ich a-the-ismus
> betreibe, also eine Versteifung, mich auf nichts religiöses zu
> versteifen
Das geht eben nicht, da Atheismus Religion ist.
Es wird nur ein anderes Bild vom "Ganzen" transportiert und der
Gesamtzusammenhang anders aufgefasst. Aber es bleibt immer Religion.
> Aus einem ähnlichen Grund gefällt mir übrigens das Wort
Archi-tek-tur
> sehr gut. -tur ist im Lateinischen ein Passiv-Anhängsel, man
könnte
> das Wort also als den Begriff für einen passiven Handwerker
verstehen.
Naja. Also lass mal die Sprachwissenschaftler darüber nachdenken.
Ausserdem läßt sich Literatur dazu auswerten.
> Oder, was schöner ist, im östlichen Sinn, da beschreibt das
Passiv
> eine demütige Haltung, wegen der Überzeugung, dass man nur
allein im
> Gebet zu Gott (da isser wieder...) aktiv sein kann. So interpretiert
> wäre der Architekt ein demütiger Vorarbeiter vor Gott, bzw.
deiner
> Natur. Hübsch gell (besonders, weil in dieser Definition die
westliche
> Welt einen Brücke zur östlichen schlägt) ?
Demut steckt auch hinter jeder Arroganz. Die radikale Aussage, die
jemand zu ertragen hatte, wird als Arroganz empfunden. Doch im
wesentlichen Kern der Aussage ist immer viel Demut vor dem Ganzen. Es
würden gute Ideen sonst garnicht als Innerlichkeit entstehen können.
Die Literatur gibt Aussagen zu Deiner Reflexion:
es war immer wichtig, auf das aussereuropäische Denkgut zu stoßen,
um
zur eigenen Entwicklung zu gelangen. Denn unser Denken wird erst in
diesem Zusammenhang komplexer und dynamischer und kann dann leichter
neue Architekturtheorien entfalten.
Grüße
K.L.
--
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