Architektur

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Sakralbauten

Marian Wild
2005-02-20 22:00:40

On Sat, 19 Feb 2005 22:00:58 , Karl-Ludwig Diehl
wrote:

>Aus jeglichem Dilemma, in dem du steckst, kommst Du nur mit einem -ismus
>heraus, d.h. Du befindest Dich immer in einer Bewegung verankert.

nein, der ismus verankert mich erst in dem unlösbaren Problem.

>> Und ich brauche die
>> Natur nicht in eine göttliche Metapher einsetzen, wenn ich sie sowieso
>> respektiere und achte.
>
>Dann stimmt Dein Gottesbegriff nicht.

Frechheit. :)

>Als Rousseau oder Kant die
>Grundlagen schufen, die sich in der frz.Revolution auswirkten, kam es
>zur Gottheit Natur. Der Natur wird ein Bild beigegeben, damit sie
>verehrbar wird. Du hast auch ein Bild der Natur, das Du mit Dir
>rumträgst und dauernd veränderst. Ich wette, daß Du die Natur sehr
>schätzt. Das Ritualwesen, daß sich zur Anschauung bringen läßt, um eine
>Idee von Natur zu erzeugen und pädagogische Wirkungen entfalten läßt,
>ist nicht unbedingt nötig. In der frz.Revolution war aber aus dem
>Naturbegriff die Idee der Gleichheit aller Menschen aus der Natur
>abgeleitet worden. Deshalb wurde Natur verehrt und damit zur zentralen
>Macht erklärt, also zu einem Bild, aus dem der Gleichheitsgedanke auf
>Dauer entspringen sollte. Damit wurde aus Natur Gottheit. Sie ist es
>eigentlich immer, weil sie das uns völlig Unbekannte repräsentiert, das
>mal Gott, mal nichts heissen kann. Natur ist dann Symbol für das Ganze,
>mikro- und makrokosmisch.

na also. Damit ist sie in keiner weise mehr göttlich, weil ja fundiert
objektiv erlebbar. wäre sie ein ätherischer Gottesbegrif wie der
kirchliche, wäre "Glaube" wohl angebracht. Aber wozu an die Natur
glauben, wenn ich weiß, dass es sie gibt?

>So wie ich kein Christ
>> (Katholizismus/Evangelismus/Judaismus) sein muss, um zu wissen, dass
>> ich andere Menschen nicht töten darf, sondern ihnen lieber helfen
>> soll. ist in meinen Augen eine sehr viel gesündere Einstellung.
>> Natürlich hab ich mich insofern versteift, dass ich a-the-ismus
>> betreibe, also eine Versteifung, mich auf nichts religiöses zu
>> versteifen
>
>Das geht eben nicht, da Atheismus Religion ist.

hab den Begriff ja schon charakterisiert. Trotzdem könnte man mal eine
Bedeutungsumwertung auf Grund der sprachlichen Unklarheit andenken.

>> Aus einem ähnlichen Grund gefällt mir übrigens das Wort Archi-tek-tur
>> sehr gut. -tur ist im Lateinischen ein Passiv-Anhängsel, man könnte
>> das Wort also als den Begriff für einen passiven Handwerker verstehen.
>Naja. Also lass mal die Sprachwissenschaftler darüber nachdenken.
>Ausserdem läßt sich Literatur dazu auswerten.

tztztz. da hamm wir das symptom wieder, alles dem Spezialisten
überlassen, über nix mehr selber nachdenken. Daran krankt der ganze
Berufsstand. :)

>Demut steckt auch hinter jeder Arroganz. Die radikale Aussage, die
>jemand zu ertragen hatte, wird als Arroganz empfunden. Doch im
>wesentlichen Kern der Aussage ist immer viel Demut vor dem Ganzen. Es
>würden gute Ideen sonst garnicht als Innerlichkeit entstehen können.

niemand hat behauptet, dass arroganz gute Ideen erzeugt. Das schlimme
an arroganz ist, dass die schlechte ideen als gute verkauft.

>Die Literatur gibt Aussagen zu Deiner Reflexion:
>es war immer wichtig, auf das aussereuropäische Denkgut zu stoßen, um
>zur eigenen Entwicklung zu gelangen. Denn unser Denken wird erst in
>diesem Zusammenhang komplexer und dynamischer und kann dann leichter
>neue Architekturtheorien entfalten.

man tut was man kann. :)

gruß

Marian


Sakralbauten

Karl-Ludwig Diehl
2005-02-20 23:00:40

Hi,
Marian Wild schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> >Aus jeglichem Dilemma, in dem du steckst, kommst Du nur mit einem
>-ismus
> >heraus
> nein, der ismus verankert mich erst in dem unlösbaren Problem.

Das ist daselbe. Du kommst sowieso nicht aus den Problemen raus. Mal
heissen sie Christentum, mal Atheismus, usw.

> >> Und ich brauche die
> >> Natur nicht in eine göttliche Metapher einsetzen, wenn ich sie
>sowieso
> >> respektiere und achte.
> >Dann stimmt Dein Gottesbegriff nicht.
> Frechheit. :)

Danke, ich hatte wieder recht. :-)))

> >Als Rousseau oder Kant die
> >Grundlagen schufen, die sich in der frz.Revolution auswirkten, kam es
> >zur Gottheit Natur. Der Natur wird ein Bild beigegeben, damit sie
> >verehrbar wird. Du hast auch ein Bild der Natur, das Du mit Dir
> >rumträgst und dauernd veränderst././
> na also. Damit ist sie in keiner weise mehr göttlich, weil ja fundiert
> objektiv erlebbar.

Ist sie ja nicht. Das was Du siehst ist ja nicht die Natur, vielleicht
ein paar Pflanzen und Tiere, Gebirge oder Landschaften. Wo ist da Natur?
Das wird ja wohl so ätherisch sein, daß Du es als Ganzes nicht verstehen
kannst.

> wäre sie ein ätherischer Gottesbegrif wie der
> kirchliche, wäre "Glaube" wohl angebracht. Aber wozu an die Natur
> glauben, wenn ich weiß, dass es sie gibt?

Reiner Glaube, daß es sie gibt. Reine Einbildung in Deiner Psyche.

> >> Natürlich hab ich mich insofern versteift, dass ich a-the-ismus
> >> betreibe, also eine Versteifung, mich auf nichts religiöses zu
> >> versteifen
> >Das geht eben nicht, da Atheismus Religion ist.

Das Wort Versteifung sagt schon alles. Du bist Mystiker. Um zu
umschreiben, daß dir Dogmen und Lehrgebäude der Religionsgemeinschaften
nicht zusagen, nennst du das Atheismus als reine Ablehnungsumschreibung.

> hab den Begriff ja schon charakterisiert. Trotzdem könnte man mal eine
> Bedeutungsumwertung auf Grund der sprachlichen Unklarheit andenken.

Architektur, die aus "Atheismus" entsteht, sieht dann WIE aus? Da Du
vorgibst, aus einem Gesamtzusammenhang zu arbeiten, den du atheistisch
nennst, müßte sich eine Idde ableiten, wie Du Architektur verstehst. Sie
hat immer auch den Bezug zum Ganzen.

> >Naja. Also lass mal die Sprachwissenschaftler darüber nachdenken.
> >Ausserdem läßt sich Literatur dazu auswerten.
> tztztz. da hamm wir das symptom wieder, alles dem Spezialisten
> überlassen, über nix mehr selber nachdenken. Daran krankt der ganze
> Berufsstand. :)

Wieso, kannste doch selber werden: Sprachwissenschaftler. Wieso sollen
andere ran?
:-)))
Dein Typ ist gefragt. Von Dir stammt doch der
"Architek-tur-Wahnsinn einer Ausdeutung.
:-)))

> >Demut steckt auch hinter jeder Arroganz.
> niemand hat behauptet, dass arroganz gute Ideen erzeugt. Das schlimme
> an arroganz ist, dass die schlechte ideen als gute verkauft.

Das Problem bei der Arroganz ist, das der eine etwas als Arroganz
ansieht, was dem anderen interessant ist. So kann Dir einer, der Dir
arrogant erscheint, mit seinen Architekturideen auf den Keks gehen, dem
anderen macht es Spaß, mit ihm die Architektur zu diskutieren, und er
erlebt das ganz anders wie Du. Was ist dann Arroganz? Es ist Deine
Interpretation oder Auffassung von etwas.

> >Die Literatur gibt Aussagen zu Deiner Reflexion:
> >es war immer wichtig, auf das aussereuropäische Denkgut zu stoßen, um
> >zur eigenen Entwicklung zu gelangen. Denn unser Denken wird erst in
> >diesem Zusammenhang komplexer und dynamischer und kann dann leichter
> >neue Architekturtheorien entfalten.
> man tut was man kann. :)

Meist tut man auch schon, bevor man kann.
:-)))
Danach kann man dann endlich.
:-)))
K.L.
--
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Sakralbauten

Matthias Rosenkranz
2005-02-21 17:23:44

Robert Pflüger wrote:

> z.B. Sonnenfenster bzw Standort für Marienstatue die zu Mariä Lichtmess
> oder bei den Maiandachten ein gutes natürliches und punktgenaues Licht
> liefert. (St. Anton, Ingolstadt)

Die Evangelischen (afaik auch die Freikirchen) haben es nicht so mit
der Marienverehrung wie die Katholiken.

> z.B. Sieben Sakramente, sieben markante tragende Säülen für das
> Kirchendach. (Herz Jesu, Ingolstadt 1961 - 63 http://www.herz-jesu.org )

Oder zwölf für die zwölf Jünger?
Oder drei für die Dreifaltigkeit?
Für die anderen Zahlen findet sich bestimmt auch was...

Gruß Matthias


Sakralbauten

Marian Wild
2005-02-23 12:47:08

On Sun, 20 Feb 2005 23:00:40 , Karl-Ludwig Diehl
wrote:

>> nein, der ismus verankert mich erst in dem unlösbaren Problem.
>
>Das ist daselbe. Du kommst sowieso nicht aus den Problemen raus. Mal
>heissen sie Christentum, mal Atheismus, usw.

ohne die ismen lande ich doch garnicht erst im Problem.
das Prinzip des Dao. alles fließen lassen, und das Nicht-Tun würdigen.
(Das Wort Daoismus geht hier auf eine Fehlinterpretation zurück, die
ich nicht anwende. Nur um das zu sagen, bvor du drauf anspielst :) )

>> >Dann stimmt Dein Gottesbegriff nicht.
>> Frechheit. :)
>Danke, ich hatte wieder recht. :-)))

Dir das Recht und mir den Frieden, oder wie heißt der Spruch?
der klügere gibt nach?
Bitte, ich habe keinerlei Rechtfertigungsdrang, dir mein Nichterleben
von Göttlichkeit erklären zu müssen.

>> na also. Damit ist sie in keiner weise mehr göttlich, weil ja fundiert
>> objektiv erlebbar.
>
>Ist sie ja nicht. Das was Du siehst ist ja nicht die Natur, vielleicht
>ein paar Pflanzen und Tiere, Gebirge oder Landschaften. Wo ist da Natur?
>Das wird ja wohl so ätherisch sein, daß Du es als Ganzes nicht verstehen
>kannst.

Und? dennoch geben meine Sinne mir den Eindruck, ich verstünde es. Und
das reicht, um es aus der ätherischen Welt in die haptische zu holen.

>> wäre sie ein ätherischer Gottesbegrif wie der
>> kirchliche, wäre "Glaube" wohl angebracht. Aber wozu an die Natur
>> glauben, wenn ich weiß, dass es sie gibt?
>Reiner Glaube, daß es sie gibt. Reine Einbildung in Deiner Psyche.

du tust grade so, als wenn Glaube keine Einbildung meiner (ich meine:
DEINER) Psyche wäre.

>> >> Natürlich hab ich mich insofern versteift, dass ich a-the-ismus
>> >> betreibe, also eine Versteifung, mich auf nichts religiöses zu
>> >> versteifen
>> >Das geht eben nicht, da Atheismus Religion ist.
>
>Das Wort Versteifung sagt schon alles.

ich hab mich von dem Begriff doch längst losgesagt. Nimm Atheie
meinetwegen.

>Du bist Mystiker. Um zu
>umschreiben, daß dir Dogmen und Lehrgebäude der Religionsgemeinschaften
>nicht zusagen, nennst du das Atheismus als reine Ablehnungsumschreibung.

NEIN!
Ich nenne Atheismus als Ablehnung falsch instrumentalisierter
Glaubensbegriffe.

>> hab den Begriff ja schon charakterisiert. Trotzdem könnte man mal eine
>> Bedeutungsumwertung auf Grund der sprachlichen Unklarheit andenken.
>
>Architektur, die aus "Atheismus" entsteht, sieht dann WIE aus?

Gute Frage. Im bestehenden Gebäudekanon kommt der Konstruktivismus dem
wohl am nächsten. Was aber nicht heißt, dass ein atheistischer baustil
nicht theistische Gefühle wecken darf. Architektur weckt stets
Gefühle, die so pluralistisch wie unsere Gesellschaft sind. Demnach
darf der Atheist eigentlich bauen was er will, er ist ja keiner
Instanz verpflichtet, wie die gotischen Baumeister sich definierten.

>Da Du
>vorgibst, aus einem Gesamtzusammenhang zu arbeiten, den du atheistisch
>nennst, müßte sich eine Idde ableiten, wie Du Architektur verstehst. Sie
>hat immer auch den Bezug zum Ganzen.

das ist ein Lebenswerk, das ich nicht von mir weisen will. Frag mich
in 20 jahren wieder.

>> >Naja. Also lass mal die Sprachwissenschaftler darüber nachdenken.
>> >Ausserdem läßt sich Literatur dazu auswerten.
>> tztztz. da hamm wir das symptom wieder, alles dem Spezialisten
>> überlassen, über nix mehr selber nachdenken. Daran krankt der ganze
>> Berufsstand. :)
>
>Wieso, kannste doch selber werden: Sprachwissenschaftler. Wieso sollen
>andere ran?
>:-)))
>Dein Typ ist gefragt. Von Dir stammt doch der
>"Architek-tur-Wahnsinn einer Ausdeutung.
>:-)))

Ich hab ihn doch einwandfrei gedeutet. DU zweifelst, also leg DU eine
fundierte Kritik vor. Aber verweise nicht auf dritte, die zu fragen
diesen Rahmen hier bei weitem sprengt.

>Das Problem bei der Arroganz ist, das der eine etwas als Arroganz
>ansieht, was dem anderen interessant ist. So kann Dir einer, der Dir
>arrogant erscheint, mit seinen Architekturideen auf den Keks gehen, dem
>anderen macht es Spaß, mit ihm die Architektur zu diskutieren, und er
>erlebt das ganz anders wie Du. Was ist dann Arroganz? Es ist Deine
>Interpretation oder Auffassung von etwas.

richtig. So wie der Absatz über das Konstruktive der Arroganz deine
Auffassung ist.

>> >Die Literatur gibt Aussagen zu Deiner Reflexion:
>> >es war immer wichtig, auf das aussereuropäische Denkgut zu stoßen, um
>> >zur eigenen Entwicklung zu gelangen. Denn unser Denken wird erst in
>> >diesem Zusammenhang komplexer und dynamischer und kann dann leichter
>> >neue Architekturtheorien entfalten.
>> man tut was man kann. :)
>
>Meist tut man auch schon, bevor man kann.
>:-)))
>Danach kann man dann endlich.
>:-)))

Frechheit. :)

gruß

Marian


Sakralbauten

Karl-Ludwig Diehl
2005-02-23 14:32:43

Hi,
Marian Wild schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> >> nein, der ismus verankert mich erst in dem unlösbaren Problem.
> >Das ist daselbe. Du kommst sowieso nicht aus den Problemen raus. Mal
> >heissen sie Christentum, mal Atheismus, usw.
> ohne die ismen lande ich doch garnicht erst im Problem.

Das Problem ist ja, Du hast ein sexuelles Wesen und kommst deswegen aus
dem -ismus nicht heraus.
Du kannst natürlich hoffen, du kriegst den Trieb aufgehoben. Aber
irgendwann landest du doch wieder in der Bewegung. Und wenn es nur durch
genussvolles Essen oder Reden ist.

> das Prinzip des Dao. alles fließen lassen, und das Nicht-Tun würdigen.

Innerlichkeit, die nicht stetig so fliessen wird.
Irgendwann packt Dich der -ismus wieder.
:-)))

> >> >Dann stimmt Dein Gottesbegriff nicht.
> >> Frechheit. :)
> >Danke, ich hatte wieder recht. :-)))
> Dir das Recht und mir den Frieden

Das und der sind jedem gegeben.

> oder wie heißt der Spruch?
> der klügere gibt nach?
> Bitte, ich habe keinerlei Rechtfertigungsdrang, dir mein Nichterleben
> von Göttlichkeit erklären zu müssen.

Was sind schon Worte. Wenn Deine Zeichnungen nicht göttlich werden, ist
das keine gute Architektur. :-)))

> >> na also. Damit ist sie in keiner weise mehr göttlich, weil ja
>fundiert
> >> objektiv erlebbar.
> >Ist sie ja nicht. Das was Du siehst ist ja nicht die Natur, vielleicht
> >ein paar Pflanzen und Tiere, Gebirge oder Landschaften. Wo ist da
>Natur?
> >Das wird ja wohl so ätherisch sein, daß Du es als Ganzes nicht
>verstehen
> >kannst.
> Und? dennoch geben meine Sinne mir den Eindruck, ich verstünde es. Und
> das reicht, um es aus der ätherischen Welt in die haptische zu holen.

Die Tschuktschen Sibiriens, las ich gerade, unterschieden zwischen
inneren und äusseren Kräften, die das Leben bestimmen. Es genügte ihnen,
nur diese Begriffe zu gebrauchen, um das zu umschreiben, was ihr Leben
bestimmt. Wenn jemand mit dem Hundeschlitten ins Eis einbrach und ins
klate Wasser fiel, durfte er nicht gerettet werden. Die äusseren Kräfte
wollten es so. wer ihn rettete, machte sich schuldig. Was Sinne sagen,
wird wohl nicht ausreichen.

> du tust grade so, als wenn Glaube keine Einbildung meiner (ich meine:
> DEINER) Psyche wäre.

Was die Sinne aufnehmen, bildet sich in der Psyche ab. Wenn eine alte
Frau sich nur noch im Obergeschoss ihres EFHs des Nachts aufhalten kann,
weil sie sich im EG fürchtet, dann spielen die Sinne verrückt. Sie
glaubt dann, da sei jemand, der in ihr Haus eindringen will. Im
Obergeschoss verliert sich die Angst.

> >Du bist Mystiker. Um zu
> >umschreiben, daß dir Dogmen und Lehrgebäude der
>Religionsgemeinschaften
> >nicht zusagen, nennst du das Atheismus als reine
>Ablehnungsumschreibung.
> NEIN!

Er wehrt sich verzeifelt. :-)))

> Ich nenne Atheismus als Ablehnung falsch instrumentalisierter
> Glaubensbegriffe.

Das, wie jemand etwas auffasst, und das, was als Glaube gelehrt wird,
ist immer verschieden. Derjenige, der lehrt, hat viel
Religionsphilosophie und Exegese gemacht. Er sieht das ganz anders wie
einer, der nur seinen wenigen Worten zuhören muss. Der Atheismus, den Du
umschreibst ist eine reine Abwehr verkürzter Wahrheiten. Damit er sich
verliert und sich die Auseinandersetzung mit dem Thema neutralisiert,
müßte der sogenannte Atheist viel Religionsphilosophie gelesen haben.
Dann löst sich das Problem von selbst auf: Kurz:
"Niemand weiss nichts Genaues nicht!"
:-)))
Oder so ähnlich. Alle stehen nur vor Rätseln, der Naturwissenschaftler,
der Theologe, usw.

> >Architektur, die aus "Atheismus" entsteht, sieht dann WIE aus?
> Gute Frage.

Die Frage ist wirklich gut.

> Im bestehenden Gebäudekanon kommt der Konstruktivismus dem
> wohl am nächsten.

Mit dem ging immer De-Konstruktivismus einher.

> Was aber nicht heißt, dass ein atheistischer baustil
> nicht theistische Gefühle wecken darf.

Das Problem liegt in den Begriffe:
- atheistischer Baustil
- theistische Gefühle

Was das wohl sein soll?

Architektur weckt stets
> Gefühle, die so pluralistisch wie unsere Gesellschaft sind. Demnach
> darf der Atheist eigentlich bauen was er will, er ist ja keiner
> Instanz verpflichtet, wie die gotischen Baumeister sich definierten.

Das könnte man so sehen, wenn es bloß ginge.
Denn der -ismus, der aus einer solchen Vorgabe erwächst, reduziert das
Formengut. Bogen,Wölbung,o.ä. werden in der Nähe des Christentum, usw.
gesehen, und ausgemerzt.
Durch Ausschließung wird dann das Formengut eingegrenzt. Und der -ismus
hat dich wieder.

> >Da Du
> >vorgibst, aus einem Gesamtzusammenhang zu arbeiten, den du atheistisch
> >nennst, müßte sich eine Idde ableiten, wie Du Architektur verstehst.
>Sie
> >hat immer auch den Bezug zum Ganzen.
> das ist ein Lebenswerk, das ich nicht von mir weisen will. Frag mich
> in 20 jahren wieder.

Kein Problem. :-)))

K.L.
--
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Sakralbauten

"J. Selmer"
2005-03-01 17:00:00

tobias.knittel schrieb:

> Hi Jan,

>> Erstaunlich. Laut neuesten Meldungen will z.B. das Bistum Trier
>> in diesem Jahr allein im kleinen Saarland 30 Kirchen schließen.
>> Die weitere Nutzung der meisten Gebäude ist unklar. Das wird
>> andernorts wohl nicht erheblich anders sein - da würde es sich
>> doch anbieten, einfach ein altes Gotteshaus zu übernehmen?

> weiß nicht, ob da nicht dann wieder andere
> Befindlichkeiten dagegen sprechen.
[...]

In Ergänzung dazu noch die neueste Newsletter der Deutschen
Stiftung Denkmalschutz:

---------------------------------------------------------------
Absender : newsletter@monumente.de (Deutsche Stiftung
Denkmalschutz)
Message-ID : 20050301141409.8798EC715F@limanda.sitepark.com
Betreff : Monumente Newsletter
Datum : Di 01.03.05, 15:14 (erhalten: 01.03.05, 16:41)
------------------------------------------------------------------

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Wettlauf mit dem Verfall - Kirchen in Not", so lautet der Schwerpunkt
der zweiten Ausgabe von Monumente Online.

In Kirchen zieht es die Menschen seit Jahrhunderten, um innere Einkehr
zu halten, neue Kraft zu schöpfen und wichtige Stationen des Lebens zu
begehen. In der kirchlichen Architektur ist Vergangenheit in immer neuen,
manchmal atemberaubenden Baustilen erlebbar.

Doch immer mehr Gotteshäuser sind von Verfall, Verkauf oder sogar Abriss
bedroht. Die Beispiele in dieser Ausgabe machen die Situation deutlich. Sie
zeigen aber auch, wo sich engagierte Menschen bereits erfolgreich für den
Erhalt ihrer Kirche einsetzen.

Magazin MONUMENTE ONLINE
www.monumente-online.de

-------------------------------------------------------------------------
Zauberworte, die Kirchen retten
-------------------------------------------------------------------------
Bürgerengagement und dichte Dächer sind Zauberworte, die Kirchen retten
können. Zwei Beispiele.

http://www.monumente-online.de/05/02/leitartikel/01 Zauberworte die Kirchen re
tten.php


-------------------------------------------------------------------------
Kirchen als Spekulationsobjekte?
-------------------------------------------------------------------------
Heftig wird zur Zeit diskutiert, ob und wie die große Zahl der Kirchenbauten
in Deutschland auch künftig zu halten ist.

http://www.monumente-online.de/05/02/leitartikel/02 Kirchen als Spekulationsobj
ekte .php


-------------------------------------------------------------------------
"Eine Aufgabe von gesellschaftlicher Relevanz"
-------------------------------------------------------------------------
Jakob Johannes Koch zur Bedrohung des kirchlichen Denkmalbestands aus Sicht
der Deutschen Bischofskonferenz.

http://www.monumente-online.de/05/02/leitartikel/101100100000002074.php


-------------------------------------------------------------------------
Schinkelbau hat wieder eine Zukunft
-------------------------------------------------------------------------
1945 brannte das Gotteshaus vollkommen aus. Heute ist die Ruine eines der
großen Projekte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

http://www.monumente-online.de/05/02/streiflichter/01 berlin elisabethkirche.ph
p


-------------------------------------------------------------------------
Reise nach Jerusalem
-------------------------------------------------------------------------
Kleine Kulturgeschichte der Heiligen Gräber

http://www.monumente-online.de/05/02/sonderthema/kulturgeschichte heilige graeb
er.php


-------------------------------------------------------------------------
Die Sonne und der Achsenknick
-------------------------------------------------------------------------
Vier Thesen zur Achsenverschiebung im Kirchenbau

http://www.monumente-online.de/05/02/sonderthema/sehen lernen ausgabe2005 02 sp
olien.php


-------------------------------------------------------------------------

Viel Spaß beim Lesen!

Ihre
Hanna Hilger
Redaktion MONUMENTE ONLINE


Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Koblenzer Straße 75
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Tel.: 0228-95738-38
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Sakralbauten

Karl-Ludwig Diehl
2005-03-01 18:07:19

Hi,
J. Selmer schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> Magazin MONUMENTE ONLINE
> www.monumente-online.de

Darin durch Zufall entdeckt:
Ostung der Kirche:

"Es wird vermutet, dass man die liturgisch vorgeschriebene, möglichst
genaue Ostung der Kirche am Tag des Namenspatrons - bei Bautzen also des
Heiligen Petrus und damit am 29. Juni - vornahm. Nach dem Planieren des
Baugrunds wurde die Mittelachse durch Einschlagen eines Pflockes mit
einer langen Leine festgelegt, deren Ausrichtung nach Osten durch das
Einschlagen des zweiten, östlichen Pflockes genau im Augenblick des
Sonnenaufgangs erfolgte."
Aus:
>http://www.monumente-online.de/05/02/sonderthema/sehen lernen ausgabe2005 02 spolien.php?seite

Grüße
K.L.
--
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Sakralbauten

"J. Selmer"
2005-03-02 14:37:00

Karl-Ludwig Diehl schrieb:

> Darin durch Zufall entdeckt:
> Ostung der Kirche:

> "Es wird vermutet, dass man die liturgisch vorgeschriebene, möglichst
> genaue Ostung der Kirche am Tag des Namenspatrons - bei Bautzen also des
> Heiligen Petrus und damit am 29. Juni - vornahm. Nach dem Planieren des
> Baugrunds wurde die Mittelachse durch Einschlagen eines Pflockes mit
> einer langen Leine festgelegt, deren Ausrichtung nach Osten durch das
> Einschlagen des zweiten, östlichen Pflockes genau im Augenblick des
> Sonnenaufgangs erfolgte."

Interessante These. Allerdings richten sich zumindest einige
Kirchen im Bereich des ehemaligen röm. Reichs nach an der
gleichen Stelle gelegenen und von der Kirche überbauten römischen
Gebäuden aus. Eine zufällige Übereinstimmung mit der nach der
o.g. Methode erzielten Ausrichtung scheint mir da doch recht
unwahrscheinlich.

Jan.

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