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EFH: Keller oder Fundament

EFH: Keller oder Fundament

Claus Stieghorst (c-laus)
2005-03-28 15:30:15

Roland Mösl schreibselte:

> Es scheint ja so einen Trend zum kellerlosen Haus zu geben.
>
> Aber wie sinnvoll ist dieses?
>

Hier bei uns gibt es durchaus Gegenden mit max. Grundwasserstand auf
Höhe der Grasnarbe (Marsch). Da ist das mit dem Keller im allgemeinen
eher mehr als nur selten zu finden. Ich lebe auch ohne Keller und komme
damit gut klar. Keine Überschwemmungen, aber auch kein kalt-feuchter
Lagerraum ;-))
Dennoch: pauschalisieren würde ich das nicht.

ersmahl, ©-laus*

--
"They misunderestimated me."
President George W. Bush, Jr.


EFH: Keller oder Fundament

"tobias.knittel"
2005-03-28 21:15:17

Hi Roland,

> Ich plane demnächst einen großen Report darüber zu
> veröffentlichen und würde mich über eine Diskussion
> hier freuen.

> Letzten Herbst war ich noch vom kellerlosen Kostensparen
> überzeugt.

> In der Zwischenzeit kamen jede Menge Zweifel darüber

Pro und contra Keller gäbe es viel zu sagen,
das ist wahr ... ein Keller ist heute einfach sehr
teuer, was mit der Nutzung zusammenhängt.

Es gibt preisgünstige Lösungen, aber die sind nicht
mehr "Stand der Technik", bzw. des Wunsches an
die Nutzung eines Kellers.

In der Regel kostet er mehr als das abgestellte Gerümpel
darin an Gesamtwert darstellt.

Ist etwas wie ein Keller vorhanden, füllte er sich auch
sicher schnell.

Ich dachte auch mal, eine Scheune sei überflüssig, aber
inzwischen ist auch meine gut gefüllt :-)

Die Alternative zum Keller wäre die Scheune. Optimal
sollte ihre Nutzfläche ungefähr der Wohnfläche entsprechen.

Optimal wäre eine einfache Ausführung, dem Inhalt angemessen.

Aber, das ist das Problem, Wohn- und Nutzflächen
expandieren ungehemmt, besteht die Möglichkeit
dazu. Auch 1000 m2 bilden keine nachhaltige Lösung,

denn leerer Raum hat eine magische Anziehungskraft
auf Gerümpel. Der Archaische Sammlertrieb im Menschen
läßt grüßen :-)

Gruß

Tobias


EFH: Keller oder Fundament

Steffen Stein
2005-03-28 21:43:07

Roland Mösl schrieb:
> Es scheint ja so einen Trend zum kellerlosen Haus zu geben.
>
> Aber wie sinnvoll ist dieses?

Das ist wie mit Vielem: Kommt darauf an!

Wenn keine technischen Probleme (Wasser etc.) dagegen sprechen ist so
ein Keller eine feine Sache:
- ich gewinne im Idealfall ein komplettes Geschoss an Nutzfläche
- Haustechnik lässt sich ausserhalb der eigentlichen Wohnräume
unterbringen (besonders interessant bei aufwändigen techn. Anlagen wie
z.B. Wärmepumpen, Abluftwärmetauscher etc.)
- Räume untergeordneter Nutzung belegen keine wertvolle oberirdische
Wohnfläche (Lager, Werkstatt, Waschküche etc.)
- wenn die Erdüberdeckung (Dämmung/Speicherung) stimmt benötigt man nur
wenig Energie für Heizung/Klimatisierung
- die Kosten sind IMHO nicht höher als für ein oberirdisches Vollgeschoss
- Ich muss keine (oft knappe) Grundstücksfläche für externe Lagerräume
verwenden
- man kann seine vorlauten Kinder da reinsperren ...... nagut, dann eben
d nicht ;-)


Stef-Keller-Fan

--
Dieser Beitrag kann Übertreibungen oder ironische Bestandteile enthalten.


EFH: Keller oder Fundament

Alice Mueller
2005-03-29 02:03:24

Aloha Roland Mösl,

Du hast letztens geschrieben:

> Es scheint ja so einen Trend zum kellerlosen Haus zu geben.

Einen Trend kann ich nicht erkennen.

> Aber wie sinnvoll ist dieses?
>
> Ich plane demnächst einen großen Report darüber zu
> veröffentlichen und würde mich über eine Diskussion
> hier freuen.

Kommt darauf an. Wozu braucht man heute einen Keller?

- Der ist oft teurer als Lagerraum über der Erde.

- Willst Du dein Hobby in einem dunklen Verlies ausüben oder doch
besser mit Blick auf den Garten?.

- Wozu teurer Keller für alten Krimskrams?

- Heutige Technik ist auch weit kompakter als früher, die läßt sich in
einem Wandschrank überirdisch auch verstauen.

- Fahrräder sind auch besser überirdisch aufgehoben: man muß weniger
die Treppe rauf und runter schleppen.

- Mit Kohlen wird heute auch nicht mehr geheizt, also braucht man auch
keinen Kohlekeller.

- Zentnerweise Kartoffeln hortet heute auch niemand, also brauch ich
auch keinen Kartoffelkeller.

Also ich kann bei bestem Willen keine Vorteile für einen Keller
entdecken. Es ist nur teurer Ballast.

Einziger Vorteil wäre für einen Musikliebhaber, der im dunklen und
abgeschotetem Keller übt.

Alice


EFH: Keller oder Fundament

"Adrian Herrmann"
2005-03-29 10:16:26

Hallo,

Tobias hat es schon richtig getroffen wenn viel Platz für Gerümpel dann
sammelt sich das auch an.

Ein Pro und Contra für den Keller läßt sich wie andererorts auch schon
gesagt wurde nicht pauschalieren.

Ich hatte ursprünglich nicht vor einen Keller zu bauen, main Grundstück hat
aber eine Höhendifferenz von etwa 2,00m und um tragfähigen Boden zu
erreichen mußte ich etwa 1,00 m einbinden.

Ohne Keller hätte das bedeutet, daß ich Konstrutuionen wie Staffelgeschoße,
Frostschürzen, verlorenes Mauerwerk, Bodenaustausch u.dgl. hätte bauen
berücksichtigen. Alles in allem waren die Differenzkosten zwischen Gründung
und Rohkeller nicht mehr so ausschlaggebend.

Nicht unterschlagen darf man die tatsächlich entstanden Kosten, die sich aus
dem Ausbau ergeben, insbesondere wenn es nicht beim Lager bleibt.

Für einen Keller sprechen auch nach wie vor die landläufige Meinung über
Keller. Ein Haus ohne Keller ist deutlich schwerer weiterzuverkaufen. Bist
Du sicher, das Eigenheim niemals verkaufen zu wollen oder zu müssen kann Dir
das egal sein.

Für einen Keller spricht der geringere Platzbedarf. Als Nebenfläche hätte
ich wenigstens 30m2 eingerichtet, die selbst wiederum gesondert eine
Gründung, Dach usw. benötigt hätten. Hier in den dicht besiedelten Gegenden
sind die Grundstücke sehr klein oder unbezahlbar und Du mußt für jeden
zusätzlichen m2 nochmal 350 Eu zusätzlich hinlegen. Weil es unmöglich ist
ein Grundstück nach einem idealen Grundriß zu kaufen wird meist noch mehr
zusätzlich Fläche benötigt.

Für einen Keller spricht auch einen Raum zu haben den man für den
vorgesehenen Einsatz weder groß Dämmen noch beheizen muß. Technische
Einrichtungen oder Lager über der Erdgleiche mußt Du vor Frost schützen.

Gegen einen Keller spricht wie genannt wurde die Lage in Hochwassergebieten.
Es ist deutlich angenehmer nicht für jeden Kasten in den Keller laufen zu
müssen. Man wird eben zwangsläufig älter. Das ganze ist stark
Einzelfallabhängig neben örtlichen Gegebenheiten oder bautechnischen Zwängen
im besonderen Nutzungsverhalten.

Deine Idee ist wohl eher kleine Wohnflächen zu bauen, dann würde ich die
Nebenflächen nicht zu klein machen.

Gruß
Adrian


EFH: Keller oder Fundament

"Steffen Stein"
2005-03-29 02:26:26

Alice Mueller wrote:
> ...
>
> Kommt darauf an. Wozu braucht man heute einen Keller?
>
> - Der ist oft teurer als Lagerraum


EFH: Keller oder Fundament

Werner Jakobi
2005-03-29 16:56:25

Alice Mueller posted:

>Kommt darauf an. Wozu braucht man heute einen Keller?

Um einige Wirtschaftsräume, die man ansonsten auf einem Grundstück von 2
ar nicht mehr bauen könnte, doch noch unterzubringen?

Bei den heutigen Grundstückspreisen, z. B. in und um München, und bei der
entsprechenden Parzellierung ist ein Keller schon sinnvoll


Gruss, Werner
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EFH: Keller oder Fundament

Steffen Stein
2005-03-29 21:31:55

Werner Jakobi schrieb:
> ...
>
> Bei den heutigen Grundstückspreisen, z. B. in und um München, und bei der
> entsprechenden Parzellierung ist ein Keller schon sinnvoll
>


Das heisst: die Kosten für einen Keller bzw. einen äquivalenten
Schuppen, lassen sich nicht aus den reinen Herstellungskosten berechnen
sondern immer unter Beachtung der örtlichen Grunstückspreise.

Bei Tobias im ländlichen Elsass ist eine Scheune neben dem Haus kein
Problem. In den üblichen Reihenhaussiedlungen im Umland einer
$Grossstadt in Süddeutschland hingegen wird wohl ein Keller preiswerter
kommen.

denkt sich

Steffen


--
Dieser Beitrag kann Übertreibungen oder ironische Bestandteile enthalten.