Architektur

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Blähton (Liaplan) / Ziegel

Blähton (Liaplan) / Ziegel

Markus.Egle@gmx.de (Markus Egle)
2003-09-17 01:06:28

Hallo,

eigentlich hatte ich mich schon für einen Stein von oben entschieden (Liaplan).

Nun habe ich mich fuer einen Maurer entschieden der noch keinen Liaplan-Stein
verbaut hat, jedoch bereit ist diesen zu verbauen. Er hat es jedoch nicht
versaeumt mich zu verunsichern, indem er "seinen" Ziegel als den "wahren Stein"
zum Bauen verteidigte.
Dem Kleben steht er skeptisch gegenüber (feine Risse), die Moertelfuge koenne
besser arbeiten. Ich frage mich was da arbeiten kann. Und wenn es arbeitet, dann
wird es auch nicht ohne Risse vonstatten gehen.

Die Statik wurde berechnet auf Grundlage des Liaplan-Steines. Ist es moeglich
ohne zusaetzlichen Berechnungsaufwand den Stein nun noch kurz vor Baubeginn zu
wechseln?
Macht es Sinn einen Maurer einen Stein "kleben" zu lassen, was er bisher noch
nicht gemacht hat?
In der Region in der ich baue, wird bei Massivbauweise nahezu nur Ziegel
verwendet.
In der Region in der die Architektin plante, sind die verwendeten Steine
verschiedener.

Soll ich die Architektin (meine Schwester) veraergern, weil ich kurz vor
Baubeginn den Stein wechsle, um beim Maurer auf Nummer sicher zu gehen,
oder kann ich ohne Probleme das Risiko eingehen den Maurer zum ersten Mal
kleben zu lassen?

Gruss
Markus


Blähton (Liaplan) / Ziegel

"tobias"
2003-09-17 11:34:02

Hi Markus,

> eigentlich hatte ich mich schon für einen Stein von oben entschieden
(Liaplan).

der Stein ist gut und problemlos zu verarbeiten.

> Nun habe ich mich fuer einen Maurer entschieden der noch keinen
Liaplan-Stein
> verbaut hat, jedoch bereit ist diesen zu verbauen. Er hat es jedoch nicht
> versaeumt mich zu verunsichern, indem er "seinen" Ziegel als den "wahren
Stein"
> zum Bauen verteidigte.

Blödsinn :-)

> Dem Kleben steht er skeptisch gegenüber (feine Risse), die Moertelfuge
koenne
> besser arbeiten. Ich frage mich was da arbeiten kann. Und wenn es
arbeitet, dann
> wird es auch nicht ohne Risse vonstatten gehen.

Steine schrumpfen minimal nach.

> Die Statik wurde berechnet auf Grundlage des Liaplan-Steines. Ist es
moeglich
> ohne zusaetzlichen Berechnungsaufwand den Stein nun noch kurz vor
Baubeginn zu
> wechseln?

Ja, die Steinfestigkeitsklasse sollte übereinstimmen, analog
Mörtelfestigkeitsklasse.
Bei Außenwänden (EFH) in der Regel eh kein Problem, da überdimensioniert.

> Macht es Sinn einen Maurer einen Stein "kleben" zu lassen, was er bisher
noch
> nicht gemacht hat?

Ja, darum wird eh eh in Zukunft nicht rumkommen :-)

> In der Region in der ich baue, wird bei Massivbauweise nahezu nur Ziegel
> verwendet.
> In der Region in der die Architektin plante, sind die verwendeten Steine
> verschiedener.

Im Grunde ist es egal. Ich arbeite je nach Kunden mit verschiedenen
Mauersteinen. Liaplan läßt sich gut verarbeiten - und sieht hinterher
auch sauber aus. Ist etwas teurer als Porenbeton. Oft wird er verwendet,
da er optisch hochwertiger ausschaut - und nicht so bröselig ist
wie die Hochleistungstonziegel (abgesehen T9) oder Porenbeton

> Soll ich die Architektin (meine Schwester) veraergern, weil ich kurz vor
> Baubeginn den Stein wechsle, um beim Maurer auf Nummer sicher zu gehen,
> oder kann ich ohne Probleme das Risiko eingehen den Maurer zum ersten Mal
> kleben zu lassen?

Im Grunde verärgerst Du so oder andersrum niemanden. Wähle den Stein, der
Dir
behagt. Wenn der Maurer den nicht mauern kann, soll er den Beruf wechseln
:-)
Ein Architekt kann auch etwas flexibel sein. "Was der Bauer nicht kennt,
das frißt er nicht" kannst Du beiden unter die Nase halten, sollte das
Gemosere weitergehen :-)

Gruß

Tobias


Blähton (Liaplan) / Ziegel

"Patrick Frenz"
2003-10-01 10:52:37

Hi Gemeinde,

Markus Egle gab folgendes zum Besten:
> Hallo,
>
> eigentlich hatte ich mich schon für einen Stein von oben entschieden
> (Liaplan).

Ist IMHO nur die zweite Wahl. Ich hab e schon viele Häuser mit Liaplan
(ultra) gebaut und feststellen müssen, daß es immer ausblühungen auf dem
Rohmauerwerk kommt. Das kommt durch den verwendetetn Rohstoff. Diese Steine
werden zum großen Teil aus recycleten Ziegelschutt hergestellt. Die darin
enthaltenen lösbaren Salze lagern sich bei der Austrocknung des Mauerwerkes
an der Außenseite des Steines ab (physikalisch begründet).

> Nun habe ich mich fuer einen Maurer entschieden der noch keinen
> Liaplan-Stein verbaut hat, jedoch bereit ist diesen zu verbauen. Er
> hat es jedoch nicht versaeumt mich zu verunsichern, indem er "seinen"
> Ziegel als den "wahren Stein" zum Bauen verteidigte.
> Dem Kleben steht er skeptisch gegenüber (feine Risse), die
> Moertelfuge koenne besser arbeiten. Ich frage mich was da arbeiten
> kann. Und wenn es arbeitet, dann wird es auch nicht ohne Risse
> vonstatten gehen.

Er hat IHMO irgentwo Recht, daß er den wahren Stein verarbeitet. Durch den
Einsatz von Ziegel hat das Haus *das* ideale Wohnklima.
Der Ziegel hat jedoch den Nachteil, daß er eine geringere Wärmedämmung
aufweist, als Liaplan ultra.
Seine Bedenken bzgl. des Klebens ist allerdings etwas übertrieben.

> Die Statik wurde berechnet auf Grundlage des Liaplan-Steines. Ist es
> moeglich ohne zusaetzlichen Berechnungsaufwand den Stein nun noch
> kurz vor Baubeginn zu wechseln?

Das ist kein Problem. Steinfestigkeitsklassen und Mörtelfestigkeitsklassen
sollten schon eigehalten werden.

> Macht es Sinn einen Maurer einen Stein "kleben" zu lassen, was er
> bisher noch nicht gemacht hat?

Irgendwann ist immer das "erste Mal". Eigentlich kann er dabei nix falsch
machen.

> In der Region in der ich baue, wird bei Massivbauweise nahezu nur
> Ziegel verwendet.

Waran es wohl liegt ;)


--
Es grüßt Euch Patrick

Ich weiss, dass ich nichts weiss
(Sokrates)


Blähton (Liaplan) / Ziegel

"tobias"
2003-10-01 12:39:44

Hi Patrick,

> Ist IMHO nur die zweite Wahl. Ich hab e schon viele Häuser mit Liaplan
> (ultra) gebaut und feststellen müssen, daß es immer ausblühungen auf dem
> Rohmauerwerk kommt. Das kommt durch den verwendetetn Rohstoff. Diese
Steine
> werden zum großen Teil aus recycleten Ziegelschutt hergestellt. Die darin
> enthaltenen lösbaren Salze lagern sich bei der Austrocknung des
Mauerwerkes
> an der Außenseite des Steines ab (physikalisch begründet).

Der Liaplan Stein besteht aus gebrannten Lias-Ton - Perlen (organischer
Tonanteil für Blähung, Porenbildung) die dann mit Zement gebunden
werden. Die rote Farbe ist nur außen, damit er bleckerer ausschaut.

>
> Ich weiss, dass ich nichts weiss
> (Sokrates)

siehe oben :-)

Gruß

Tobias


Blähton (Liaplan) / Ziegel

"Patrick Frenz"
2003-10-01 13:52:38

tobias gab folgendes zum Besten:
> Hi Patrick,
>
>> Ist IMHO nur die zweite Wahl. Ich hab e schon viele Häuser mit
>> Liaplan (ultra) gebaut und feststellen müssen, daß es immer
>> ausblühungen auf dem Rohmauerwerk kommt. Das kommt durch den
>> verwendetetn Rohstoff. Diese Steine werden zum großen Teil aus
>> recycleten Ziegelschutt hergestellt. Die darin enthaltenen lösbaren
>> Salze lagern sich bei der Austrocknung des Mauerwerkes an der
>> Außenseite des Steines ab (physikalisch begründet).
>
> Der Liaplan Stein besteht aus gebrannten Lias-Ton - Perlen
> (organischer Tonanteil für Blähung, Porenbildung) die dann mit Zement
> gebunden
> werden. Die rote Farbe ist nur außen, damit er bleckerer ausschaut.

Die von mir getroffene Aussage beruht auf ein "Vier-Augen-Gespräch" mit
einem MA von Liaplan. Hier wurde mir auch der Zusammenhang mit den
Ausblühungen erläutert. Aber das nur BTW.
Das in Liaplan auch Lias-Ton vorhanden ist, ist richtig und wurde von mir
auch nie bestritten.


--
Es grüßt Euch Patrick

Ich weiss, dass ich nichts weiss
(Sokrates)


Blähton (Liaplan) / Ziegel

"tobias"
2003-10-01 15:06:25

Hi Patrick,


> Die von mir getroffene Aussage beruht auf ein "Vier-Augen-Gespräch" mit
> einem MA von Liaplan. Hier wurde mir auch der Zusammenhang mit den
> Ausblühungen erläutert. Aber das nur BTW.

ich werde mich erkundigen - und dann berichten. Konnte es bisher
nicht feststellen, aber ich möchte nichts ausschließen.

Werde es beim Hersteller abklären. .

Gruß

Tobias