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Wohnungsknappheit

Wohnungsknappheit

"Adrian Herrmann"
2005-03-30 10:29:48

Hallo zusammen,

hier ein Artikel der das beschreibt was sich hier schon seit längerem
abzeichnet, daß weniger als der eigentliche Bedarf gebaut wird. Was hier
nicht berücksichtigt wird ist das Gefälle zwischen den Ballungszentren und
Land. Die Aussage läßt sich keinesfalls für alle Gegenden verallgemeinern.

http://www.haustechnikdialog.de/artikel.asp?idI48

Gruß
Adrian


Wohnungsknappheit

Olaf Deters
2005-03-30 13:06:25

Am Wed, 30 Mar 2005 10:29:48 +0200 schrieb Adrian Herrmann:

Hallo,

der Artikel erscheint mir sehr gediegen.

Zitat:
"Die aktuelle Neubautätigkeit, die im nächsten Jahr nach Einschätzung von
LBS Research auf einen Wert von unter 250.000 Wohneinheiten zusteuert,
bleibt deutlich hinter dem vorhandenen mittelfristigen Wohnungsbedarf
zurück."

jeglicher Bedarf kann sofort(*) gedeckt werden, damit ergibt sich das
beschriebene Problem gar nicht. Ob mittelfristig, in ferner Zukunft oder
jetzt, wenn Wohnraum gebraucht wird kann er geschaffen werden.

(*) inkl. Planungs- und Bauzeit natürlich, aber wenn man will geht das ja
auch zeitnah

Zitat:
"Dabei geht es vor allem um die Frage, ob und wann die Bautätigkeit sich
noch vor 2010 von ihrem gegenwärtigen Abwärtstrend erholen und wieder auf
einen bedarfsgerechten Wachstumspfad einschwenken kann."

Jeder Ab- oder Aufwärtswärtstrend ist ja direkt an den aktuellen Bedarf
gekoppelt, daraus ergibt sich doch der Trend.
(ich interpretiere "bedarfsgerecht" als den vermeindlichen Bedarf an
Wohnraum und nicht ans Wachstum)

Zitat:
"Beide gehen von einem â


Wohnungsknappheit

"Adrian Herrmann"
2005-03-30 14:24:41

> jeglicher Bedarf kann sofort(*) gedeckt werden, damit ergibt sich das
> beschriebene Problem gar nicht. Ob mittelfristig, in ferner Zukunft oder
> jetzt, wenn Wohnraum gebraucht wird kann er geschaffen werden.
>
> (*) inkl. Planungs- und Bauzeit natürlich, aber wenn man will geht das ja
> auch zeitnah

Genau das ist aber das was niemanden nützt. Es bringt nichts alles im
Hau-Ruck-Verfahren nachzuholen. Kontinuität tut Not. Wir hatten das Problem
hier Ende der 80er, anfangs 90er, Mietsteigerungen von 20% waren keine
Seltenheit. Auf Halde bauen ist Quatsch. Die Sache auch politsich etwas
langfristiger und vor allem nüchterner zu sehen, wäre durchaus angebracht.
Bei anhaltender Entwicklung wird etwaiger Bedarf ohnhin nur noch durch
ausländische Kräfte gedeckt werden können.

Auch in den 80ern war die Entwicklung lange vorhersehbar, erst nach der
damaligen Volksbefragung hat man das Thema politisch aufgegriffen. Zumindest
war es ein willkommenes Argument die Kosten für diese Befragung zu
rechtfertigen.

>
> Zitat:
> "Dabei geht es vor allem um die Frage, ob und wann die Bautätigkeit sich
> noch vor 2010 von ihrem gegenwärtigen Abwärtstrend erholen und wieder auf
> einen bedarfsgerechten Wachstumspfad einschwenken kann."
>
> Jeder Ab- oder Aufwärtswärtstrend ist ja direkt an den aktuellen Bedarf
> gekoppelt, daraus ergibt sich doch der Trend.
> (ich interpretiere "bedarfsgerecht" als den vermeindlichen Bedarf an
> Wohnraum und nicht ans Wachstum)

So einfach liegt das nicht Du kannst den Bedarf auch dann ganz simpel nicht
decken, wenn die Mittel dazu nicht vorhanden sind. Im Extrem kannst Du nicht
behaupten daß ein Obdachloser hat keinen Bedarf hat?


> Zitat:
> "Beide gehen von einem - wenn auch bescheidenen - realen Anstieg der
> verfügbaren Einkommen und vor allem von einer deutlichen Zunahme der Zahl
> der Haushalte aus."
>
> wie gesagt, wenn es soweit ist kann das zeitnah umgesetzt werden. Dazu
> müssen wir jetzt nicht zu Dumpingpreisen irgendwelche Baugebiete erzeugen
> die dann lange nicht an den Mann gebracht werden können und zum Zeitpunkt
X
> keiner mehr leiden mag. Ich bin gegen jeglichen spekulativen Baumaßnahmen.
> Planen und Bauen nur bei konkreten Bedarf mit konkreten Bauherren und
> Nutzern.

Davon auf Halde zu bauen redet keiner, es ist ohnhin "nur" eine Prognose die
sehr viel mit dem Verhalten der Leute zu tun hat. Ein wesentlicher Grund
anfangs der 90er war die Tatsache, daß immer mehr Raum von immer weniger
Leuten genutzt wurde. Mit anbruch schlechterer Zeiten gibt man sich durchaus
mit weniger zufrieden. Damals gab es Prognosen die ein Aufholen des Bedarfes
nicht mal innerhalb einer Dekade zuließen. Es wurde auch nicht gelöst
sondern das Wohnverhalten hat sich den schlechteren Zeiten angepaßt.

Das was im Moment festgestellt wird ist aber ein Defizit bei gleichzeitiger
Zurückhaltung was z.B. Wohnraumanspruch angeht. Was fehlt ist nach wie vor
günstiger Wohnraum und das wird sich so schnell nicht ändern. Auf der
Strecke bleiben bei einem Anziehen, das zumindest regional sprunghaft
anzunehmen ist, diejenigen die jetzt schon recht eingeschränktes Budget
haben und wie Familien auch noch Raum brauchen.

>
> Zitat:
> "In einem Punkt sind sich alle befragten Institute einig: Niemand sieht
> künftig im Mietwohnungsbau noch einen wesentlichen Eckpfeiler der
> Wohnungsbautätigkeit.
>
> Ha, da haben wir es. Das sind nämlich genau die Spekulationsobjekte mit
> denen viele auf den Hals gefallen sind. Jeder der was bauen aber nicht
> selbst nutzen will, wird auf billgste Ausführung achten und daran krankt
> das System. "Geiz-ist-geil" in Perfektion. Da muss der Riegel vor.

Das hat andere Gründe, Geiz-ist-geil, läßt sich nicht aufhalten zumal es bei
Investitionen in der Größenordung eines Eigenheimes mehr als berechtigt ist.
Versuch mal heute eine Finanzierung für eine vermietete Immobilie auf die
Beine zu stellen, ich meine ohne Objektfremde Sicherheiten und viel
Eigenkapital. Es reicht schon aus wenn Du für ein bestehendes Objekt
irgendwelche Parameter verändern willst und die Prüfung neu aufgelegt wird
und in Deiner Berufsbezeichnung irgendetwas in der Art wie Bauwirtschaft
auftaucht. Auch wenn Du zu vermeintlich bessergestellten Berufsgruppen
gehörst kanns Dir passieren daß die Bank gerne die wirtschaftliche
Sicherheit Deiner Vermieter nachgewiesen hätte.

Bänker unterliegen neben Basel II einer extremen Stimmungslage und die ist
Momentan für Deutschland gar nicht gut. Bist Du Selbständig, hast vielleicht
noch Angestellte und willst womöglich hierzulande investieren, gehörst Du
zur Risikogruppe. Hier gibt es weniger beherzte Bänker als rollige Nonnen.

Daneben sind Vermieter hierzulande fast völlig entrechtet. Und vor allem
kann sich kein Mensch für einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren darauf
verlassen, daß sich die Rahmenbedingungen nicht nachhaltig ändern. All das
hat mit dem Bedarf nichts zu tun, sondern eher mit Schnauze voll.

Speziell hier würde gebaut werden, wenn Bauland da wäre. Das ist absehbar
nicht zu erwarten.

Gruß
Adrian


Wohnungsknappheit

"tobias.knittel"
2005-03-30 15:17:50

Hi Adrian,

> Das was im Moment festgestellt wird ist aber ein Defizit bei
> gleichzeitiger
> Zurückhaltung was z.B. Wohnraumanspruch angeht. Was fehlt ist nach wie vor
> günstiger Wohnraum und das wird sich so schnell nicht ändern. Auf der
> Strecke bleiben bei einem Anziehen, das zumindest regional sprunghaft
> anzunehmen ist, diejenigen die jetzt schon recht eingeschränktes Budget
> haben und wie Familien auch noch Raum brauchen.

ein interessanter Aspekt, aber du darfst nicht vergessen, dass seinerzeit
die geburtenstarken Jahrgänge ins durchschnittlichen "Baualter" kamen,
also 31 Jahre alt wurden. Die Bevölkerungsgruppe der 31-jährigen weist
eine gewisse Parallelität mit der Baukonjunktur auf, wenn auch sicher viele
andere Faktoren, insbesondere die Kapitalverteilung und Verdienstmöglich-
keiten, eine Rolle spielen.


> Das hat andere Gründe, Geiz-ist-geil, läßt sich nicht aufhalten zumal es
> bei
> Investitionen in der Größenordung eines Eigenheimes mehr als berechtigt
> ist.
> Versuch mal heute eine Finanzierung für eine vermietete Immobilie auf die
> Beine zu stellen, ich meine ohne Objektfremde Sicherheiten und viel
> Eigenkapital. Es reicht schon aus wenn Du für ein bestehendes Objekt
> irgendwelche Parameter verändern willst und die Prüfung neu aufgelegt wird
> und in Deiner Berufsbezeichnung irgendetwas in der Art wie Bauwirtschaft
> auftaucht. Auch wenn Du zu vermeintlich bessergestellten Berufsgruppen
> gehörst kanns Dir passieren daß die Bank gerne die wirtschaftliche
> Sicherheit Deiner Vermieter nachgewiesen hätte.

> Bänker unterliegen neben Basel II einer extremen Stimmungslage und die ist
> Momentan für Deutschland gar nicht gut. Bist Du Selbständig, hast
> vielleicht
> noch Angestellte und willst womöglich hierzulande investieren, gehörst Du
> zur Risikogruppe. Hier gibt es weniger beherzte Bänker als rollige Nonnen.

Allgemein sind Finanzierungen im Moment schwierig und bei den meisten
eng. Das Bauen ist schwieriger geworden. Es besteht ein
Druck von Seiten der Baustoffindustrie, die immer wieder versucht,
Preissteigerungen am Markt durchzusetzen, zum anderen wird die
Konstruktion immer aufwändiger (und damit teurer). Dies alles bei immer
schlechter werdender Finanzierungssituation, und real sinkenden
oder stagnierenden Nettolöhnen.

Der letztliche Ausweg ist für viele "selberbauen".

Ob und wann der Bau wieder ein Licht sieht, weiß ich nicht, und
alle Prognosen (incl. meiner :-) ) scheitern meist an der Realität.

Der Wunsch nach einem Eigenheim ist weiterhin sehr stark, doch im
sich abzeichnenden wirtschaftlichen Rahmen für die meisten eine
UTOPIE.

Ich wage keine Prognose, aber bleibt uns die Stagnation erhalten, liegt
der einzige Ausweg in der Verbilligung von Bauland, durch
staatliche Eingriffe (rapide Vermehrung oder Preisbindung), was
aber auch illusorisch ist, da die bestehenden Finanzierungen dann
ungesichert wären im Gegenwert. Sie brauchen eine Konstanz der
Baulandpreise.

Der andere Weg wäre "zurück zu den Wurzeln". Man kann auch sehr
einfach bauen, trotzdem komfortabel, geht man wieder mal mit den
Standards auf ein der Zeit angemessenes Niveau zurück.

Aber für das erstere fehlt der politische Wille, auch wegen der
Furcht der "Zersiedlung der Landschaft". Das zweitere, wer will es
schon?

Eine Kombination beider Maßnahmen wäre ideal.

Ich persönlich betrachte Wohnen als ein Grundrecht, oder eine
Voraussetzung für die "Würde des Menschen", insbesondere in
unseren Klimaten. Ich vertrete sogar die Auffassung, dass
die Möglichkeit sich ein eigenes Heim zu errichten eine Grundlage
der Menschenwürde ist, ähnlich der Möglichkeit sich eine
Bekleidung zu erstehen.

Eine Gesellschaft, wie unsere, in der sich Kapital immer mehr
akkumuliert, es immer größerne Bevölkerungsgruppen unmöglich macht,
Land und eine eigenes Betätigungsfeld, zu erwerben, ist auf dem
Weg zu einer Form des Industriesklaventums.

Bei den Allamannen galten diejenigen als Laibeigene (oder Leibeigene,
was weiß ich, wie man das heute schreibt :-) ), die 10 % der
Ernte abführen mußten. Dafür hatten sie den Hof und Felder.

Was sind wir inzwischen anderes, messen wir es einfach mal an
der Geschichte, außer dass sich der "König", "Herrscher" aus
der greifbaren Entfernung in eine ungreifbare Tiefe des Raumes
der nicht zuständigen Verantwortungsträger "verflüchtigt" hat,
frag ich mich halt?

Zum Thema "Geiz ist Geil", bleibt mir nur zu sagen. Er ist eine
Reaktion auf "weniger Geld". und das geht mir halt auch so. Je
schwieriger die 10 Euro verdient werden, desto mehr empfundener
Schmerz verbindet sich mit ihnen, gibt man sie aus. Und das
überlegt man sich doch dann genauer.

Betrachte ich mein Konsumverhalten, so hat sich das auch geändert.


Gruß

Tobias
zuständigen


Wohnungsknappheit

Olaf Deters
2005-03-30 17:01:10

Am Wed, 30 Mar 2005 14:24:41 +0200 schrieb Adrian Herrmann:

Hallo,

> Genau das ist aber das was niemanden nützt. Es bringt nichts alles im
> Hau-Ruck-Verfahren nachzuholen. Kontinuität tut Not. Wir hatten das Problem
> hier Ende der 80er, anfangs 90er, Mietsteigerungen von 20% waren keine
> Seltenheit.

na klar, wenn sich aus einer schädlichen Tiefpreissituation den Preis
wieder normalisiert ist das eine Steigerung, aber eine die positiv zu
bewerten ist.

> Auf Halde bauen ist Quatsch. Die Sache auch politsich etwas
> langfristiger und vor allem nüchterner zu sehen, wäre durchaus angebracht.
> Bei anhaltender Entwicklung wird etwaiger Bedarf ohnhin nur noch durch
> ausländische Kräfte gedeckt werden können.

da bin ich aber ganz anderer Ansicht. Der Glaube an Billig-ist-gut hat uns
doch in die miese Situation gebracht, man sollte daher alles daran setzen
Billig-Billig zu behindern wo es nur geht. Dazu gehöärt auch das man es
hier ausländischen Anbietern so schwer wie nur möglich macht.

> Auch in den 80ern war die Entwicklung lange vorhersehbar, erst nach der
> damaligen Volksbefragung hat man das Thema politisch aufgegriffen. Zumindest
> war es ein willkommenes Argument die Kosten für diese Befragung zu
> rechtfertigen.

ich weiß gar nicht wo das Problem liegt. Meines Erachtens kommt hier wieder
der typisch deutsche Irrsinn zum Tragen, dass alles vorweg geplant sein
muss, keine freie Entwicklung sondern alles muss krotrolliert sein. Damit
ist man ja nun schon mehrfach auf den Bauch gefallen.
Wenn Baubedarf da ist werden sich sofort auch Firmen und Planer finden die
das umsetzen. Es besteht überhaupt kein Bedarf jetzt schon was umzusetzen
und es wäre wirtschaftlich ein glatter Fehler weil Du damit Billig-Billig
weiter förderst.


> So einfach liegt das nicht Du kannst den Bedarf auch dann ganz simpel nicht
> decken, wenn die Mittel dazu nicht vorhanden sind. Im Extrem kannst Du nicht
> behaupten daß ein Obdachloser hat keinen Bedarf hat?
>
Eine gewisse Unterdeckung wirkt preissichernd. Das geht absolut in Ordnung.
Und es stehen derzeit so viele Wohnungen leer, da wäre es aberwitzig noch
welche dazuzustellen. Diese Statistiker und Trendforscher haben so oft
daneben gelegen, den sollte man nichts mehr glauben.

> Davon auf Halde zu bauen redet keiner, es ist ohnhin "nur" eine Prognose die
> sehr viel mit dem Verhalten der Leute zu tun hat.

Eben. Erstens kommt es ander zweitens als man denkt. Auf irgendwelche
Vermutungen hin ein Feuer anzuszünden wäre ein weiterer Fehler.

> Ein wesentlicher Grund
> anfangs der 90er war die Tatsache, daß immer mehr Raum von immer weniger
> Leuten genutzt wurde. Mit anbruch schlechterer Zeiten gibt man sich durchaus
> mit weniger zufrieden. Damals gab es Prognosen die ein Aufholen des Bedarfes
> nicht mal innerhalb einer Dekade zuließen. Es wurde auch nicht gelöst
> sondern das Wohnverhalten hat sich den schlechteren Zeiten angepaßt.
>
was ja völlig normal. Das Wohnverhalten orientiert sich an den finanziellen
Mitteln und die können nicht vorhergesehen werden. Wenn unser aller
Schröder Recht gehabt hätte, hätten die Arbeitslosenzahlen 2002 ganz
woanders sein müssen und damit auch die gesamte Finanzlage. Er hat
bekanntermaßen daneben gelegen und wie es in weiteren 5 Jahren aussieht
weiß auch keiner. Daran sollte man keinen Gendanken verschwenden denn die
Wahrscheinlichkeit das man daneben liegt ist unverhältnismäßig höher als
die das es so kommt.

> Das was im Moment festgestellt wird ist aber ein Defizit bei gleichzeitiger
> Zurückhaltung was z.B. Wohnraumanspruch angeht. Was fehlt ist nach wie vor
> günstiger Wohnraum und das wird sich so schnell nicht ändern.

nö, macht aber auch nichts denn wohin uns "günstig" bringt merkt man ja.
Wenn Du dem Volkeswillen folgen würdest müsstest Du die Häuser für 5000,- ¤
erstellen.

> Das hat andere Gründe, Geiz-ist-geil, läßt sich nicht aufhalten zumal es bei
> Investitionen in der Größenordung eines Eigenheimes mehr als berechtigt ist.
>
dann darf man sich aber auch nicht über die Umsatzsituation beklagen.
ich kann Dir gar nicht sagen wie sehr mich Geiz-ist-geil inzwischen
ankotzt. Im Fernsehen haben sie a schön die Berichte über die bösen
Baupfuscher. Ich wette mit Dir das das Geiz-ist-geil-Aufträge an die Firmen
waren. Müssen trotzdem keine guten Firmen gewesen sein, aber man bekommt
das was man bezahlt, auch beim Eigenheim.

> Bänker unterliegen neben Basel II einer extremen Stimmungslage und die ist
> Momentan für Deutschland gar nicht gut. Bist Du Selbständig, hast vielleicht
> noch Angestellte und willst womöglich hierzulande investieren, gehörst Du
> zur Risikogruppe. Hier gibt es weniger beherzte Bänker als rollige Nonnen.
>
stimmt alles, aber solange es der Eindämmung von spekulativen Geschäften
dient ist das ok.

> Daneben sind Vermieter hierzulande fast völlig entrechtet. Und vor allem
> kann sich kein Mensch für einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren darauf
> verlassen, daß sich die Rahmenbedingungen nicht nachhaltig ändern. All das
> hat mit dem Bedarf nichts zu tun, sondern eher mit Schnauze voll.

auch richtig.

> Speziell hier würde gebaut werden, wenn Bauland da wäre. Das ist absehbar
> nicht zu erwarten.

es ist mit Sicherheit Bauland da, nur das die Leute das nicht bezahlen
wollen. Nun gut, dann eben nicht.

.Olaf


Wohnungsknappheit

Olaf Deters
2005-03-30 17:08:37

Am Wed, 30 Mar 2005 15:17:50 +0200 schrieb tobias.knittel:

Hallo,

> Der Wunsch nach einem Eigenheim ist weiterhin sehr stark, doch im
> sich abzeichnenden wirtschaftlichen Rahmen für die meisten eine
> UTOPIE.

da bin ich mir gar nicht so sicher.

Nehme mal das Delta von Abtragszahlung und Miete pro Monat, multipliziere
es mit 12. Ihr seit besser in diesen Zahlen. Was kann da rauskommen?

6000,- ¤ ??

Wieviel geben die Leute pro Jahr für Urlaubsfahrten aus?
Mag noch was nachbleiben, aber die Welt ist das nicht mehr.
Wer in einer einigermaßen vernünftigen Mietwohnung lebt und auch sonst im
gesellschaftlichen Standart lebt, der kann bauen wenn er will. Es geht
nicht darum das die Leute das Geld nicht haben, sie wollen die Mehrkosten
nicht tragen bzw. ihren Lebensstandart (Urlaub, Kultur) um keinen Strich
senken, nicht mal temporär.

.Olaf


Wohnungsknappheit

"tobias.knittel"
2005-03-30 17:39:19

Hi Olaf,


> Wieviel geben die Leute pro Jahr für Urlaubsfahrten aus?
> Mag noch was nachbleiben, aber die Welt ist das nicht mehr.
> Wer in einer einigermaßen vernünftigen Mietwohnung lebt und auch sonst im
> gesellschaftlichen Standart lebt, der kann bauen wenn er will. Es geht
> nicht darum das die Leute das Geld nicht haben, sie wollen die Mehrkosten
> nicht tragen bzw. ihren Lebensstandart (Urlaub, Kultur) um keinen Strich
> senken, nicht mal temporär.

Dein Urlaubsverhalten spielt für die Berechnung einer tragbaren
finanziellen Monatsbelastung (und damit Kredit) keine Rolle, allenfalls
bei der Ansparung des Eigenkapitalanteils.

Die meisten gehen mit einem Neubau Opfer ein, nicht mal temporär,
sondern längerfristig ...

Gruß

Tobias


Wohnungsknappheit

"Adrian Herrmann"
2005-03-30 18:36:05

> > Genau das ist aber das was niemanden nützt. Es bringt nichts alles im
> > Hau-Ruck-Verfahren nachzuholen. Kontinuität tut Not. Wir hatten das
Problem
> > hier Ende der 80er, anfangs 90er, Mietsteigerungen von 20% waren keine
> > Seltenheit.
>
> na klar, wenn sich aus einer schädlichen Tiefpreissituation den Preis
> wieder normalisiert ist das eine Steigerung, aber eine die positiv zu
> bewerten ist.

Den Nutzen haben nur sehr wenige und die Bauwirtschaft schon gar nicht. Die
negativen Folgen tragen alle. Verdienst Du gut kommst Du gut damit klar. Die
Baupreise sind auch damals schon beständig gefallen.

>
> > Auf Halde bauen ist Quatsch. Die Sache auch politsich etwas
> > langfristiger und vor allem nüchterner zu sehen, wäre durchaus
angebracht.
> > Bei anhaltender Entwicklung wird etwaiger Bedarf ohnhin nur noch durch
> > ausländische Kräfte gedeckt werden können.
>
> da bin ich aber ganz anderer Ansicht. Der Glaube an Billig-ist-gut hat uns
> doch in die miese Situation gebracht, man sollte daher alles daran setzen
> Billig-Billig zu behindern wo es nur geht. Dazu gehöärt auch das man es
> hier ausländischen Anbietern so schwer wie nur möglich macht.

Damit implizierst Du eine Höher Qualität bei innländischen Arbeitskräften.
Wenn dem so wäre, wäre ich zuversichtlich daß sich das rumspricht. Ich sehe
es anders. Es ist richtig, daß sich durch den Einsatz ausländischer Firmen
einiges günstiger machen läßt. Unter diesen Anbietern gibt es vielleicht
eine Menge schwarzer Schafe, aber längst nicht alle. Was fehlt ist ein
Nachweis z.B. soetwas wie Gesellen- oder Meisterbrief, also keine
Prüfbarkeit der Qualifikation. Mit dem Glauben, daß die Qualität dort
geringer sei, befindet man sich aber gehörig auf dem Holzweg. Es gibt sogar
Arbeiten die kannst Du einem Deutschen gar nicht mehr beauftragen, weil die
Fähigkeiten längst verloren sind.

Hast Du mal gewagt in den letzten Jahren vielleicht den ortsansässigen
Putzer oder Fliesenleger danach zu Fragen ob er nicht Freitags mal eine
Stunde länger machen könnte oder Samstags kommt weil er 14 Tage später
angefangen hat.

Ich bin selbst kein Anhänger von "Geiz ist Geil" es ist nur keinesfalls so,
daß man für mehr Geld auch automatisch mehr bekommt. Das einzige was sicher
ist, sind die höheren Kosten und der Wettbewerb zwingt uns alle
wirtschaftlich zu arbeiten, auch nichts schlechtes. Es ist ein
Kardinalfehler einem Unternehmen zu suggerieren es kommt auf einen Tag nicht
an noch schlimmer ist es Geld keine Rolle spielen zu lassen.

Es Darstellung ist extrem ich weiß, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.
Ohne eine kontinuierliche Auslastung für die Bauwirtschaft zu finden ist die
Entwicklung der letzten Jahre kaum aufzuhalten. Du kannst nicht ein Pferd in
den Stall stellen und es nur dann füttern wenn Du es reiten willst, bis
dahin ist es vieleicht verhungert.


> > Auch in den 80ern war die Entwicklung lange vorhersehbar, erst nach der
> > damaligen Volksbefragung hat man das Thema politisch aufgegriffen.
Zumindest
> > war es ein willkommenes Argument die Kosten für diese Befragung zu
> > rechtfertigen.
>
> ich weiß gar nicht wo das Problem liegt. Meines Erachtens kommt hier
wieder
> der typisch deutsche Irrsinn zum Tragen, dass alles vorweg geplant sein
> muss, keine freie Entwicklung sondern alles muss krotrolliert sein. Damit
> ist man ja nun schon mehrfach auf den Bauch gefallen.
> Wenn Baubedarf da ist werden sich sofort auch Firmen und Planer finden die
> das umsetzen. Es besteht überhaupt kein Bedarf jetzt schon was umzusetzen
> und es wäre wirtschaftlich ein glatter Fehler weil Du damit Billig-Billig
> weiter förderst.

Es geht nicht um Förderung, schon gar nicht Subvention. Es wäre durchaus
sinnvoll das zu erhalten was zu erhalten ist. Selbst in schlechten Zeiten
würde ich ein Loch im Dach nicht offenstehen lassen. Die öffentliche Hand
macht das. Einer freien Entwicklung wirst Du immer einen Rahmen geben
müssen. Ohne diesen würdest Du in Teilbereichen sehr schnell das
Gleichgewicht verlieren. Denk nur ganz simpel an Einrichtungen wie die
Kartellämter. Daneben hat Politik sehr wohl eine regulierende Aufgabe, alles
andere nennt man Verwaltung. Davon gebe ich Dir recht haben wir zuviel.

>
>
> > So einfach liegt das nicht Du kannst den Bedarf auch dann ganz simpel
nicht
> > decken, wenn die Mittel dazu nicht vorhanden sind. Im Extrem kannst Du
nicht
> > behaupten daß ein Obdachloser hat keinen Bedarf hat?
> >
> Eine gewisse Unterdeckung wirkt preissichernd. Das geht absolut in
Ordnung.
> Und es stehen derzeit so viele Wohnungen leer, da wäre es aberwitzig noch
> welche dazuzustellen. Diese Statistiker und Trendforscher haben so oft
> daneben gelegen, den sollte man nichts mehr glauben.

Eine gewisse Unterdeckung ja. Wohnungsleerstände stimmt derzeit für
bestimmte Regionen oder eben Wohnkeller. Was Prognosen angeht so gebe ich
Dir recht. So ganz ohne Plan in die Zukunft leben sollte man nicht, kein
Unternehmen macht das. Nur ein Unternehmen ergreift Maßnahmen die das
erreichen der gesetzten Ziele fördern. Hier ist es so daß es sehr wohl
Fakten gibt die Du heute siehst und zumindest die kommenden Jahre etwas
vorbereiten kannst. Mit Sicherheit drückt der Schuh heute nicht an fehlenden
Wohnungen. Insgesamt gilt daß Du so ganz ohne Vorbereitung nicht alles nur
auf Dich zukommen lassen kannst. Teurer gehts nun wirklich nicht.

>
> > Davon auf Halde zu bauen redet keiner, es ist ohnhin "nur" eine Prognose
die
> > sehr viel mit dem Verhalten der Leute zu tun hat.
>
> Eben. Erstens kommt es ander zweitens als man denkt. Auf irgendwelche
> Vermutungen hin ein Feuer anzuszünden wäre ein weiterer Fehler.

Kein Feuer, es würde reichen dem nachzukommen was aktuell ansteht, mehr
nicht.

>
> > Ein wesentlicher Grund
> > anfangs der 90er war die Tatsache, daß immer mehr Raum von immer weniger
> > Leuten genutzt wurde. Mit anbruch schlechterer Zeiten gibt man sich
durchaus
> > mit weniger zufrieden. Damals gab es Prognosen die ein Aufholen des
Bedarfes
> > nicht mal innerhalb einer Dekade zuließen. Es wurde auch nicht gelöst
> > sondern das Wohnverhalten hat sich den schlechteren Zeiten angepaßt.
> >
> was ja völlig normal. Das Wohnverhalten orientiert sich an den
finanziellen
> Mitteln und die können nicht vorhergesehen werden. Wenn unser aller
> Schröder Recht gehabt hätte, hätten die Arbeitslosenzahlen 2002 ganz
> woanders sein müssen und damit auch die gesamte Finanzlage. Er hat
> bekanntermaßen daneben gelegen und wie es in weiteren 5 Jahren aussieht
> weiß auch keiner. Daran sollte man keinen Gendanken verschwenden denn die
> Wahrscheinlichkeit das man daneben liegt ist unverhältnismäßig höher als
> die das es so kommt.

Stimmt Wohnverhalten orientiert sich an den finanziellen Mitteln. Die lassen
sich aber sehr wohl vorhersehen, zumindest wenn man nicht dazu neigt
schönzurechnen. Was die Arbeitslosen in 5 Jahren angeht kannst Du schon
recht gute Aussagen treffen. Es gibt nach wie vor keinerlei Indizien die auf
eine Besserung hindeuten, der Jobgipfel hat das bestätigt was allgemein
sowieso erwartet wurde "es hat auch keiner eine Idee wie die Sache zu lösen
ist" und das in keiner Partei. Da bis zur nächsten Wahl keine Neugeborenen
zur Wahl aufgestellt werden ist dort keine Verbesserung zu erwarten, egal
wie die Partei heißt. Maßnahmen die zu ergreifen sind tun weh, vor der Wahl
macht das keiner. Selbst wenn sofort danach solche Maßnahmen ergriffen
werden dauert es Jahre bis das den Arbeitsmarkt nachhaltig beeinflußt. Kurz
gesagt, wenns gut läuft bleibts so schlecht wie es ist, was ich nicht mal
erwarten würde.

Wir reden in 5 Jahren nochmal drüber.

>
> > Das was im Moment festgestellt wird ist aber ein Defizit bei
gleichzeitiger
> > Zurückhaltung was z.B. Wohnraumanspruch angeht. Was fehlt ist nach wie
vor
> > günstiger Wohnraum und das wird sich so schnell nicht ändern.
>
> nö, macht aber auch nichts denn wohin uns "günstig" bringt merkt man ja.
> Wenn Du dem Volkeswillen folgen würdest müsstest Du die Häuser für 5000,-
¤
> erstellen.

das ist schon richtig, aber irgendwie ist es auch nicht gut, daß hier ein
Reihenhaus Größenordnung 300 TDE annimmt.

> > Das hat andere Gründe, Geiz-ist-geil, läßt sich nicht aufhalten zumal es
bei
> > Investitionen in der Größenordung eines Eigenheimes mehr als berechtigt
ist.
> >
> dann darf man sich aber auch nicht über die Umsatzsituation beklagen.
> ich kann Dir gar nicht sagen wie sehr mich Geiz-ist-geil inzwischen
> ankotzt. Im Fernsehen haben sie a schön die Berichte über die bösen
> Baupfuscher. Ich wette mit Dir das das Geiz-ist-geil-Aufträge an die
Firmen
> waren. Müssen trotzdem keine guten Firmen gewesen sein, aber man bekommt
> das was man bezahlt, auch beim Eigenheim.

Im Fernsehen wird gezeigt was der Zuschauer sehen will mit der Realität hat
das nichts zu tun. Das Niveau will ich nicht kommentieren.

>
> > Bänker unterliegen neben Basel II einer extremen Stimmungslage und die
ist
> > Momentan für Deutschland gar nicht gut. Bist Du Selbständig, hast
vielleicht
> > noch Angestellte und willst womöglich hierzulande investieren, gehörst
Du
> > zur Risikogruppe. Hier gibt es weniger beherzte Bänker als rollige
Nonnen.
> >
> stimmt alles, aber solange es der Eindämmung von spekulativen Geschäften
> dient ist das ok.

Daß das System nicht funktioniert belegen Fälle wie Schneider oder Flowtec
(wars Flowtex? na egal) sehr eindrucksvoll. Oder glaubst Du daß in diesen
Dimensionen jemals anders geprüft wurde.

Es ist einfach unmöglich zwei Parteien zusammenzubringen bei denen der eine
einfach nur die Angst um seinen Job hat und der andere in einer Investition
über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren entscheidet. Das mit den
Häuslebauern ist noch das geringste. Für den Mittelstand dürfte es ziemlich
heftig werden. Ebenfalls ein ziemlich sicheres Indiz, daß es mit der
Erholung auf dem Arbeitsmarkt nicht sehr gut bestellt ist.

>
> > Daneben sind Vermieter hierzulande fast völlig entrechtet. Und vor allem
> > kann sich kein Mensch für einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren darauf
> > verlassen, daß sich die Rahmenbedingungen nicht nachhaltig ändern. All
das
> > hat mit dem Bedarf nichts zu tun, sondern eher mit Schnauze voll.
>
> auch richtig.
>
> > Speziell hier würde gebaut werden, wenn Bauland da wäre. Das ist
absehbar
> > nicht zu erwarten.
>
> es ist mit Sicherheit Bauland da, nur das die Leute das nicht bezahlen
> wollen. Nun gut, dann eben nicht.

streich wollen durch und ersetze es gegen können dann unterschreib ich es.

Gruß
Adrian