Hi Arno,
On 25 Sep 2003 14:43:32 -0700, arno@hardt-hielscher.de (arno) wrote:
>Seit ein paar Monaten schaue ich immer mal wieder in dieses Forum,- und es
>hat eigentlich mit Architektur wenig zu tun! Eher was für Bauleiter
und
>Häuslebauer. Gibt es da draußen jemand der Lust hat sich
über Architektur
>als soziale Kunst zu unterhalten, oder über das Berufsbild des
Architekten?
>Und nicht über Dichtungsprobleme und Brüstungshöhen in
Küchen?!?
Na da hast Du ja dann schon mal ein recht realistisches Bild über die
Verteilung der Aufgabenschwerpunkte in der Architektur erhalten ;-)
Fakt ist halt - und da hat der Sven recht - in der Praxis überwiegen
nun mal die technischen und wirtschaftlichen Fragen. Entwurf, Kunst
und Theorie gehören sicher auch zur Architektur, nur nimmt das im
Architektenalltag halt den geringsten Teil der Zeit ein. Geredet, bzw.
gepostet wird dazu aber in dieser NG schon :-) Wenns dir zuwenig ist,
schmeiß doch ein Thema auf den Tisch, was dich bewegt. Vielleicht
entsteht ja ein netter Thread daraus. Ich bin dem mit Sicherheit nicht
abgeneigt, nur stellen sich einem derzeit meist andere Fragen :-)
Gruß aus Hamburg
Klaus
Architektur
Re: Frage
Re: Frage
Aloha arno,
Du hast letztens geschrieben:
> Seit ein paar Monaten schaue ich immer mal wieder in dieses Forum,-
> und es hat eigentlich mit Architektur wenig zu tun! Eher was für
> Bauleiter und Häuslebauer. Gibt es da draußen jemand der Lust
hat
> sich über Architektur als soziale Kunst zu unterhalten, oder
über
> das Berufsbild des Architekten? Und nicht über Dichtungsprobleme und
> Brüstungshöhen in Küchen?!?
Schau Dich doch mal um. Mal Hand aufss Herz: wieviele Häuser siehst
Du, die so aussehen, daß im Planungsbüro, wo diese geplant wurden,
über Architektur diskutiert wird? Deutschland dürfte wohl eines der
letzten Länder sein, wo Bauherren an Design und ähnlichem denken,
wenn sie bauen wollen. Allerdings muß man auch die Architekten
schelten, die sich überhaupt keine Mühe geben Bauherren
aufzuklären,
daß es auch anderst geht. Ich hatte das Glück in einem Büro
gearbeitet zu haben, wo tatsächlich über Architektur diskutiert wurde
und man sich Mühe gab gute Architektur zu machen (darüber werde ich
noch meinen Enkeln erzählen können). Aber da gab es auch Bauherren,
die das bezahlt haben, ja sogar wollten.
In der deutschen Praxis ist es nun mal so, daß ein extrem großer
Anteil des Büroalltags mit der Lösung technischer Details verbracht
wird (die DIN-Norm ist heilig und wird befolgt bis zur Selbstaufgabe,
wegen der Rechtssprechung leider erforderlich). Wie der Rest der Zeit
verbracht wird, hängt von der Klientel ab. Werden nur Billighäusle
Marke Siedlerhaus (also 95% der Häuser, die Du siehst) gebaut, dann
verbringt man den Rest auch damit. Hat man eine exlusivere Klientel
oder macht öffters Wettbewerbe, dann wird da über Architektur
gesprochen.
Soviel zu meiner Erfahrung, mit dem Thema.
Viele Grüße,
Alice
--
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Re: Frage
Alice Fedrizzi wrote in message
news:...
> Aloha arno,
>
> Du hast letztens geschrieben:
>
> > Seit ein paar Monaten schaue ich immer mal wieder in dieses Forum,-
> > und es hat eigentlich mit Architektur wenig zu tun! Eher was für
> > Bauleiter und Häuslebauer. Gibt es da draußen jemand der
Lust hat
> > sich über Architektur als soziale Kunst zu unterhalten, oder
über
> > das Berufsbild des Architekten? Und nicht über Dichtungsprobleme
und
> > Brüstungshöhen in Küchen?!?
>
> Schau Dich doch mal um. Mal Hand aufss Herz: wieviele Häuser siehst
> Du, die so aussehen, daß im Planungsbüro, wo diese geplant
wurden,
> über Architektur diskutiert wird? Deutschland dürfte wohl eines
der
> letzten Länder sein, wo Bauherren an Design und ähnlichem
denken,
> wenn sie bauen wollen. Allerdings muß man auch die Architekten
> schelten, die sich überhaupt keine Mühe geben Bauherren
aufzuklären,
> daß es auch anderst geht. Ich hatte das Glück in einem
Büro
> gearbeitet zu haben, wo tatsächlich über Architektur diskutiert
wurde
> und man sich Mühe gab gute Architektur zu machen (darüber werde
ich
> noch meinen Enkeln erzählen können). Aber da gab es auch
Bauherren,
> die das bezahlt haben, ja sogar wollten.
>
> In der deutschen Praxis ist es nun mal so, daß ein extrem
großer
> Anteil des Büroalltags mit der Lösung technischer Details
verbracht
> wird (die DIN-Norm ist heilig und wird befolgt bis zur Selbstaufgabe,
> wegen der Rechtssprechung leider erforderlich). Wie der Rest der Zeit
> verbracht wird, hängt von der Klientel ab. Werden nur
Billighäusle
> Marke Siedlerhaus (also 95% der Häuser, die Du siehst) gebaut, dann
> verbringt man den Rest auch damit. Hat man eine exlusivere Klientel
> oder macht öffters Wettbewerbe, dann wird da über Architektur
> gesprochen.
>
> Soviel zu meiner Erfahrung, mit dem Thema.
>
>
> Viele Grüße,
> Alice
Ähmm,- um hier ein Mißverständnisse nicht erst entstehen zu
lassen: Ich bin
nicht letzte Woche Donnerstag aus der Uni gefallen! Ich mache den Spaß
auch
schon seit über 10 Jahren. Und denke gerade weil wir uns in so eine
technische Ecke begeben haben wird fast nur noch Dreck gebaut,- aber wir
haben eine Verantwortung, finde ich zumindest! Ja bei vielen Bauten denke
ich: Haben die eigentlich auch mal eine Vorlesung besucht,- oder besser
alles schimpfen immer über Vorschriften und blöde, kulturlose
Bauherren,....
ich denke wir sind die Blöden. Oder anders gefragt: Macht Euch das
Spaß? Und
nochwas,- ich meine Architektur nicht auf so einer "ich bin
Künstler" mit
schwarzem Hemd am Eiermantisch. Ich habe Lust mit Kollegen darüber zu
reden
wo und wie wir uns in dieser Gesellschaft positionieren können.
arno
Re: Frage
Alice Fedrizzi wrote in message
news:...
> Aloha arno,
>
> Du hast letztens geschrieben:
>
> > Seit ein paar Monaten schaue ich immer mal wieder in dieses Forum,-
> > und es hat eigentlich mit Architektur wenig zu tun! Eher was für
> > Bauleiter und Häuslebauer. Gibt es da draußen jemand der
Lust hat
> > sich über Architektur als soziale Kunst zu unterhalten, oder
über
> > das Berufsbild des Architekten? Und nicht über Dichtungsprobleme
und
> > Brüstungshöhen in Küchen?!?
>
> Schau Dich doch mal um. Mal Hand aufss Herz: wieviele Häuser siehst
> Du, die so aussehen, daß im Planungsbüro, wo diese geplant
wurden,
> über Architektur diskutiert wird? Deutschland dürfte wohl eines
der
> letzten Länder sein, wo Bauherren an Design und ähnlichem
denken,
> wenn sie bauen wollen. Allerdings muß man auch die Architekten
> schelten, die sich überhaupt keine Mühe geben Bauherren
aufzuklären,
> daß es auch anderst geht. Ich hatte das Glück in einem
Büro
> gearbeitet zu haben, wo tatsächlich über Architektur diskutiert
wurde
> und man sich Mühe gab gute Architektur zu machen (darüber werde
ich
> noch meinen Enkeln erzählen können). Aber da gab es auch
Bauherren,
> die das bezahlt haben, ja sogar wollten.
>
> In der deutschen Praxis ist es nun mal so, daß ein extrem
großer
> Anteil des Büroalltags mit der Lösung technischer Details
verbracht
> wird (die DIN-Norm ist heilig und wird befolgt bis zur Selbstaufgabe,
> wegen der Rechtssprechung leider erforderlich). Wie der Rest der Zeit
> verbracht wird, hängt von der Klientel ab. Werden nur
Billighäusle
> Marke Siedlerhaus (also 95% der Häuser, die Du siehst) gebaut, dann
> verbringt man den Rest auch damit. Hat man eine exlusivere Klientel
> oder macht öffters Wettbewerbe, dann wird da über Architektur
> gesprochen.
>
> Soviel zu meiner Erfahrung, mit dem Thema.
>
>
> Viele Grüße,
> Alice
Ähmm,- um hier ein Mißverständnisse nicht erst entstehen zu
lassen: Ich bin
nicht letzte Woche Donnerstag aus der Uni gefallen! Ich mache den Spaß
auch
schon seit über 10 Jahren. Und denke gerade weil wir uns in so eine
technische Ecke begeben haben wird fast nur noch Dreck gebaut,- aber wir
haben eine Verantwortung, finde ich zumindest! Ja bei vielen Bauten denke
ich: Haben die eigentlich auch mal eine Vorlesung besucht,- oder besser
alles schimpfen immer über Vorschriften und blöde, kulturlose
Bauherren,....
ich denke wir sind die Blöden. Oder anders gefragt: Macht Euch das
Spaß? Und
nochwas,- ich meine Architektur nicht auf so einer "ich bin
Künstler" mit
schwarzem Hemd am Eiermantisch. Ich habe Lust mit Kollegen darüber zu
reden
wo und wie wir uns in dieser Gesellschaft positionieren können.
arno
Re: Frage
Hi arno,
> Seit ein paar Monaten schaue ich immer mal wieder in dieses Forum,- und es
> hat eigentlich mit Architektur wenig zu tun! Eher was für Bauleiter
und
> Häuslebauer. Gibt es da draußen jemand der Lust hat sich
über Architektur
> als soziale Kunst zu unterhalten, oder über das Berufsbild des
Architekten?
> Und nicht über Dichtungsprobleme und Brüstungshöhen in
Küchen?!?
jeder ist frei eine Diskussion nach seinem Geschmack
zu beginnen.
Gruß
Tobias
Re: Frage
arno schrieb:
>
> Ähmm,- um hier ein Mißverständnisse nicht erst entstehen
zu lassen: Ich bin
> nicht letzte Woche Donnerstag aus der Uni gefallen! Ich mache den
Spaß auch
> schon seit über 10 Jahren.
Ja, das kann ja keiner wissen, ändert aber auch nichts am Problem ;-)
> alles schimpfen immer über Vorschriften und blöde, kulturlose
Bauherren,....
Was außer schimpfen kann man da schon machen... Dieser Ansatz war doch
auch hier schon öfters zu lesen.
Aber das geht ja jetzt schon wieder in die Richtung, in die Du eben
nicht willst, nämlich das mit den alltäglichen Problemen. Wo bleibt
da
die Kunst oder die annerkennung des Berufsstandes!?!
> ich denke wir sind die Blöden. Oder anders gefragt: Macht Euch das
Spaß?
Ich denke es macht jedem Spaß, wenn gleich alles, immer, besser sein
könnte. Man macht das beste draus, oder?
Wenn gleich auch keines wegs dieser Optimist bin, von dem so ein Satz
stammen könnte.
Aber ob man durch Dikussionen darüber an "Architektur als soziale
Kunst"
kommt?
> schwarzem Hemd am Eiermantisch. Ich habe Lust mit Kollegen darüber zu
reden
> wo und wie wir uns in dieser Gesellschaft positionieren können.
Na, da hast Du ja nun shcon mal einen Grundstein gelegt.
Wie würdest Du denn den Beruf Architekt (mit allem was dazu gehört),
so
wie Du ihn Dir vorgestellt hast bzw. wie er tatsächlich ist,
beschreiben?
--
Ciao, SVEN
--
<http://www.cadress.de>
Re: Frage
Hi Arno,
On 27 Sep 2003 11:42:38 -0700, arno@hardt-hielscher.de (arno) wrote:
>Alice Fedrizzi wrote in message
news:...
>> Aloha arno,
>Ähmm,- um hier ein Mißverständnisse nicht erst entstehen zu
lassen: Ich bin
>nicht letzte Woche Donnerstag aus der Uni gefallen!
Na, gut zu wissen :-))
> Und
>nochwas,- ich meine Architektur nicht auf so einer "ich bin
Künstler" mit
>schwarzem Hemd am Eiermantisch. Ich habe Lust mit Kollegen darüber zu
reden
>wo und wie wir uns in dieser Gesellschaft positionieren können.
Nochmals: Fang einfach an. Mach nen Thread auf mit Themen, die Du für
wichtig hälst und man (frau) wird sehen, was dabei herauskommt :-)
Einen allersten Anfang hast Du ja gemacht und die Tatsache, daß es
hier ja schon eine gewisse Beteiligung gibt, sollte dich doch
optimisisch stimmen :-)
Ach ja, bevor ichs vergesse: habe zwar kein schwarzes Hemd, aber nen
Eiermann-Tisch....ist das jetzt ein Problem ;-))
Gruß aus Hamburg
Klaus
Re: Frage
Hi Klaus,
> Ach ja, bevor ichs vergesse: habe zwar kein schwarzes Hemd, aber nen
> Eiermann-Tisch....ist das jetzt ein Problem ;-))
Das schwarze Hemd ist auch nicht mehr notwendig, da nicht mehr ständig
die Rotrings auslaufen - und sonst Flecken auf den Ärmeln hinterlassen :-)
Die schwarze Hose war eh nur für die gedacht, denen beim Nachfüllen
ständig die Tinte runtertropfte :-)
Inzwischen ist bunt angesagt, am besten angepaßt an die als nächstes
auszuwechselnde Farbpatrone am Plotter, damit keine sichtbaren
Kampfspuren zurückbleiben :-)
Gruß
Tobias
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