Hallo NG!
Lesen hier auch Statiker mit?
Vor Tagen wurden hier in der Nähe Windräder mit je 1,6MW Leistung
aufgestellt. Die Höhe bis zur Nabe beträgt 98m, der Flügelradius
45m.
(Das ganze Teil ist also bis zur Flügelspitze etwa so hoch, wie der
Kölner Dom!) Das ganze steht auf einem Fundament mit 15m Durchmesser
(nicht Radius!) und etwa 2,5m Höhe, das mit ca. 1,5m Erde überdeckt
ist.
Mir geht nicht in den Kopf, daß das gut geht... Abgesehen von den
Bodenpressungen habe ich hier ein Hebelverhältnis Nabe./.Fuß zu
senkrechte Achse./.Fundamentrand von rund 13. Die Horizontalkräfte an
der Nabe müssen doch enorm sein.
Vergleiche ich dieses Fundamentchen mit dem Aufwand, der schon bei 2m
hohen Stützwänden betrieben wird, bezweifele ich meinen
Ingenieursverstand...
Architektur
Windkraftanlagen
Windkraftanlagen
Heinz Schrader schrieb:
> Fundamentrand von rund 13.
Vielleicht ist unter Erdreich mehr
Fundament verborgen, als Du siehst.
K.L.
Windkraftanlagen
spaceoffice@web.de schrieb:
> Vielleicht ist unter Erdreich mehr
> Fundament verborgen, als Du siehst.
> K.L.
>
Nein. Definitiv nicht. Die Baustelle ist 700m weit weg...
So sieht das nach dem Lastfall "Umkippen" aus:
http://members.aol.com/fswemedien/bildwind2.jpg
Windkraftanlagen
Heinz Schrader schrieb:
> Lesen hier auch Statiker mit?
Bin keiner. :)
> Kölner Dom!) Das ganze steht auf einem Fundament mit 15m Durchmesser
> (nicht Radius!) und etwa 2,5m Höhe, das mit ca. 1,5m Erde
überdeckt ist.
> Mir geht nicht in den Kopf, daß das gut geht... Abgesehen von den
Eventuell Bohrpfähle darunter?
Windkraftanlagen
Hallo allerseits,
Michael Wolf schrieb:
> Heinz Schrader schrieb:
>
>> Lesen hier auch Statiker mit?
>
>
> Bin keiner. :)
>
>> Kölner Dom!) Das ganze steht auf einem Fundament mit 15m
Durchmesser
>> (nicht Radius!) und etwa 2,5m Höhe, das mit ca. 1,5m Erde
überdeckt ist.
>> Mir geht nicht in den Kopf, daß das gut geht... Abgesehen von
den
>
>
> Eventuell Bohrpfähle darunter?
An der Stadtgrenze Dortmund/Witten stehen seit ca. 1-2 Jahren auch 3 WKA
dieser Baugröße mitten im landwirtschaftlich genutzten Feld. Die
sind
mit Bohrpfählen fundamentiert worden auf gekreuzten Pfahlkopfbalken.
Statisch bestimmt nicht optimal, rund bauen die meisten Firmen eben echt
ungern. Die untersten ca. 5m Schaft wurden örtlich betoniert, darüber
wurden Schaftstücke aus Stahl montiert. Hier wurde der Schwerpunkt der
Konstruktion tiefer gelegt, so dass die erforderliche Kernweite des
Fundaments bzw. Zug an den Pfählen verringert wurde.
@Heinz: Eine Beurteilung der Standsicherheit der Konstruktion nach
Augenschein ist nicht so ganz einfach. Außer der reinen Geometrie muss
man noch Gewichtsverteilung und Betriebswindlast berücksichtigen. Mir
persönlich fällt es dabei am schwersten, aus den Rotorabmessungen zu
einer Schätzung der Windlast zu gelangen. Scheint einfacher zu sein, aus
bekannter Leistung so etwas rückzurechnen.
Also: Manchmal wird auf Bohrpfählen gegründet, manchmal nicht,
manchmal
fallen die Teile um, wenn die Abschaltung bei hohen Windstärken nicht so
recht will. Bestimmt kalkulieren die Betreiber solche Schäden sogar mit
ein.
Im Übrigen scheint mir das ein Gebiet zu sein, wo die
interdisziplinäre
Zusammenarbeit verschiedener Ingenieurfachgruppen nicht so recht klappt,
weil die Steuerung der Planung durch die Hersteller der WKA zu einseitig
läuft. Den Herstellern scheint es egal zu sein, wie fundamentiert wird,
Hauptsache schnell und billig. Ob die Steifigkeiten der Fundament da
immer okay sind, ist zweifelhaft. Herumrechnen an der Schnittstelle
Bauwerk/Boden ist nicht so einfach und daher teuer. Unterschiedliche
Gründungen für gleiche WKA (Nennleistung, Bauhöhe) können
aber nicht
gleichwertig sein.
Wenn man andererseits sieht, wie häufig unsere 3 WKA stillstehen,
versteht man überhaupt nicht, warum die Fundamente zumindest scheinbar
hektisch dahingeplant werden. Ebenso ist der Standort schlecht gewählt,
weil die Windausbeute gering ist. Jedenfalls ist die relative
Windausbeute der in ca. 2km Abstand gelegenen 500kW-WKA in Do-Oespel an
der A45 deutlich höher. Da verliert man ganz schön das Vergnügen
an der
nachhaltigen Energiegewinnung.
Grüße
Georg
--
Georg Matejko
Email: georg@matejko.de
URL: www.matejko.de
Windkraftanlagen
Heinz Schrader schrieb:
> Die Baustelle ist 700m weit weg... So sieht das nach dem Lastfall
> "Umkippen" aus: http://members.aol.com/fswemedien/bildwind2.jpg
Und die Baufirmen/Projektanten haben nichts daraus gelernt? Nicht
mal durch "learning by doing". Verwunderlich.
Offensichtlich werden da bei der Fundament-Bemessung recht kühne
Annahmen getroffen. Sowas wie Grundbruchnachweise kennen die
WKA-Statiker evtl. gar nicht. Zum Glück stehen die Anlagen meist auf
irgendwelchen Getreidefeldern oder Grasweiden wo nicht so viele
Leute herumlaufen.
Evtl .würden aber auch die Masten keine größeren Windlasten
aushalten, so dass man die Fundamente als das schwächste Glied in
der Kette konstruiert. So ein abgebrochener Mast würde ja noch
dümmer aussehen.
Aber eigentlich sollen doch die Baukosten über jahrzehntelange
Stromeinspeisung wieder amortisiert werden. Da ist wohl so ein
Umkippen doch nicht gerade gewinnbringend für die Betreiber,
höchstens für die Baufirma, wenn die eine Ersatzanlage bauen darf.
Gruß Bernhard.
Windkraftanlagen
Heinz Schrader schrieb:
> > Vielleicht ist unter Erdreich mehr
> > Fundament verborgen, als Du siehst.
> Nein. Definitiv nicht.
Na dann:
> http://members.aol.com/fswemedien/bildwind2.jpg
Sch
Windkraftanlagen
Bernhard Kubis schrieb:
> Evtl .würden aber auch die Masten keine größeren
Windlasten aushalten,
> so dass man die Fundamente als das schwächste Glied in der Kette
> konstruiert. So ein abgebrochener Mast würde ja noch dümmer
aussehen.
Gibts offenbar auch:
http://members.aol.com/fswemedien/m7windmill.jpg