Aramid, Kevlar, etc (Name je nach Hersteller), scheint mir
ein interessantes Produkt zu sein, leichte Konstruktionen
mit einer textilen Oberfläche nachträglich, oder auch
schon als Gewichteinsparung bei der Vorertigung,
auszusteifen.
Natürlich sind diese Gewebe noch extrem teuer, aber als
Sandwichgewebeauflage könnten sie so auch optisch
eine Außenbekleidung ersetzen, insbesondere wählt man
UV-resistente Oberflächentextilien für die äußerste
Laminat-
schicht, in Verbindung mit gefärbten Epoxidharzen. Es
ließen sich carbonfarbige oder sonstigfarbige Oberflächen
herstellen, eine Hülle ließe sich zudem in "einem
Guß" fertigen,
(also Dach und Wand), bis hin zu durchschußsicheren
Bekleidungen. Eine Trennung von Dach und Wand könnte
entfallen.
Auftragen könnte man sie auf eine sägerauhe Holzschalung,
abstehende Holzfasern sorgen (analog dem Flugzeugbau)
für eine kraftschlüssige Verbindung.
Mit Aramid ließen sich auch brendschutztechnische
Bekleidungen herstellen, in Verbindung mit Steinwolle,
z.B., für Gebiete z.B. mit Waldbrandgefahr.
Gruß
Tobias
Architektur
Aussteigende Gewebebewehrungen
Aussteigende Gewebebewehrungen
Tobias Knittel wrote:
> Aramid, Kevlar, etc (Name je nach Hersteller), scheint mir
> ein interessantes Produkt zu sein, leichte Konstruktionen
> mit einer textilen Oberfläche nachträglich, oder auch
> schon als Gewichteinsparung bei der Vorertigung,
> auszusteifen.
Für den Bau würden bei den meisten Anwendungen
Glasfaserverstärkungen
vollkommen ausreichen. Imho werden beim Brückenbau bei hochbelasteten
Teilen bereits solche von dir propagierten textilen Gewebe verwendet.
> Natürlich sind diese Gewebe noch extrem teuer, aber als
> Sandwichgewebeauflage könnten sie so auch optisch
> eine Außenbekleidung ersetzen, insbesondere wählt man
> UV-resistente Oberflächentextilien für die äußerste
Laminat-
> schicht, in Verbindung mit gefärbten Epoxidharzen. Es
> ließen sich carbonfarbige oder sonstigfarbige Oberflächen
> herstellen, eine Hülle ließe sich zudem in "einem
Guß" fertigen,
> (also Dach und Wand), bis hin zu durchschußsicheren
> Bekleidungen. Eine Trennung von Dach und Wand könnte
> entfallen.
Wie sieht aus mit Diffussionfähigkeit? AFAIR sind laminierte Gewebe
diffusionsdicht.
> Auftragen könnte man sie auf eine sägerauhe Holzschalung,
> abstehende Holzfasern sorgen (analog dem Flugzeugbau)
> für eine kraftschlüssige Verbindung.
Wie gesagt habe ich damit keine besonders guten Erfahrungen gemacht. Es
kann jedoch viele Gründe gegegeben haben, warum es bei mir nicht wie
gewünscht funktioniert hat. Vielleicht die falsche Wahl des Harzes,
falsche Dosierung des Härters.
Ich hatte damit Bohlen mit einer gewölbten Oberseite laminiert. Diese
"Bohlen" dienten als Handlauf für die Balkonbrüstung.
Inbesondere an
den Eckverbindungen gab es Probleme, da dort so starke Schlitze
entstanden, dass diese nicht mehr von dem aufgebrachten Silkon
aufgefangen werden konnte (ja, ich habe entlang der Gehrung noch eine
kleine Nut eingefräst, damit das Silikon besser hält und auch
bündig
mit genügend Masse aufgetragen werden kann).
Aus diesem Grund hatte ich den gesamten Handlauf mit eingefärbtem Epoxy
+ Glasfaser handlaminiert. Das Problem war vermutlich letztlich, dass
ich diesen Handlauf nicht gänzlich umwickeln konnte, weil er bereits
montiert war. An den Anschlußstellen zur Brüstung hin löste
sich mit
der Zeit das Laminat vom Holz immer mehr ab. Dadurch konnte vermutlich
mehr Luftfeuchte ins Holz eindringen, was in der Folge zu weiteren
Ablösungen des Laminates vom Holzuntergrund führte. Stabil war das
ganze zwar, aber es war keine kraftschlüssige Verbindung mehr.
Obwohl an der Eckverbindungen drei Lagen Glasfasermatten (sehr schwere
Qualität) aufgebracht waren, gab es nach ungefähr drei Jahren entlang
der Gehrung Einrisse.
Einfach unglaublich, mit welcher Kraft Holz arbeitet.
Grüße
Harald
Aussteigende Gewebebewehrungen
Hasst du ein paar URLs zu dem thema?
gruss,
JE
Aussteigende Gewebebewehrungen
Hi Johannes,
es gibt jedenfalls auch für das Bauwesen
Bewehrunge, muss aber auch erst suchen.
Auf die Schnelle :
http://www.proholz.at/forschung
technik/panorama-17-textilien.htm
http://www.baunetz.de/sixcms 4/sixcms/detail.php?object
id=12&area id=1984&id=117841
http://www.buchacher.at/firp-lamella-faserverstarktes-bsh.html
Gruß
Tobias
Aussteigende Gewebebewehrungen
"Tobias Knittel" schrieb im Newsbeitrag
news:du14da$obf$02$1@news.t-online.com...
> Aramid, Kevlar, etc (Name je nach Hersteller), scheint mir
> ein interessantes Produkt zu sein, leichte Konstruktionen
> mit einer textilen Oberfläche nachträglich, oder auch
> schon als Gewichteinsparung bei der Vorertigung,
> auszusteifen.
Der seitliche Faserverbund von Aramidfasern ist schlecht, das
führt zu minimaler Festigkeit quer zur Faser. Sicherlich gleichen
Gewebe diesen Nachteil der teuren Faser weitgehend aus, aber
insgesamt würde es mich wundern, wenn ausgerechnet Aramid
die geeignete Faser zur Bandagierung von Holz darstellen würde.
Schau dich mal auf den Internetseiten von STO um, die haben
(allerdings für Beton und Stahl) Bandagen aus Kohlefaser.
Ansonsten würde ich die wesentlich preiswertere Glasfaser
als völlig ausreichend für dein Vorhaben ansehen.
Obwohl ein auf- oder durchgeschraubtes Flacheisen sicherlich
auch eine Möglichkeit wäre, könnte man auch über
aufgeklebte
und ggf überlaminierte GFK-Flachprofile nachdenken. Auch
hier liegt der Vorteil darin, dass man Schrauben setzen kann,
die den Schubverbund zu deinem maroden Holzresten wenigstens
soweit herstellen, wie es deren Restfestigkeit erlaubt.
> Mit Aramid ließen sich auch brendschutztechnische
> Bekleidungen herstellen, in Verbindung mit Steinwolle,
> z.B., für Gebiete z.B. mit Waldbrandgefahr.
Na ja....
Glasfaser "brennt" auch nicht. Für Verbundwerkstoffe
im Flugzeugbau werden m.W. Phenolharze eingesetzt,
die kein giftigen Rauchgase entwickeln.
Grüße
Thorwald Brandwein
--
www.biotekt.de (in Renovierung)
Aussteigende Gewebebewehrungen
Hallo Thorwald,
> Der seitliche Faserverbund von Aramidfasern ist schlecht, das
> führt zu minimaler Festigkeit quer zur Faser. Sicherlich gleichen
> Gewebe diesen Nachteil der teuren Faser weitgehend aus, aber
> insgesamt würde es mich wundern, wenn ausgerechnet Aramid
> die geeignete Faser zur Bandagierung von Holz darstellen würde.
>
> Schau dich mal auf den Internetseiten von STO um, die haben
> (allerdings für Beton und Stahl) Bandagen aus Kohlefaser.
> Ansonsten würde ich die wesentlich preiswertere Glasfaser
> als völlig ausreichend für dein Vorhaben ansehen.
> Obwohl ein auf- oder durchgeschraubtes Flacheisen sicherlich
> auch eine Möglichkeit wäre, könnte man auch über
aufgeklebte
> und ggf überlaminierte GFK-Flachprofile nachdenken. Auch
> hier liegt der Vorteil darin, dass man Schrauben setzen kann,
> die den Schubverbund zu deinem maroden Holzresten wenigstens
> soweit herstellen, wie es deren Restfestigkeit erlaubt.
> Na ja....
> Glasfaser "brennt" auch nicht. Für Verbundwerkstoffe
> im Flugzeugbau werden m.W. Phenolharze eingesetzt,
> die kein giftigen Rauchgase entwickeln.
vielen Dank für deinen Rat. Freut mich übrigens
sehr, wieder von die zu hören, nachdem du solange
weg warst. Ich hatte dir letztes Jahr im Sommer eine Email
geschickt, und mehrmals versucht, dich am
Telefon zu erreichen (wegen einer Minifassadenbegrünung :-) )
Hoffe alles ist in Butter und dir geht es gut
Viele Grüße
Tobias
Aussteigende Gewebebewehrungen
"Tobias Knittel"
> vielen Dank für deinen Rat. Freut mich übrigens
> sehr, wieder von die zu hören, nachdem du solange
> weg warst. Ich hatte dir letztes Jahr im Sommer eine Email
> geschickt, und mehrmals versucht, dich am
> Telefon zu erreichen (wegen einer Minifassadenbegrünung :-) )#
Pech... Musste eine Auszeit nehmen. Hatte seinerzeit vor, in den
Sommerferien direkt nach dem Urlaub die am Privathaus fälligen
Arbeiten mal eben so in zwei, drei Wochen zu erledigen. War
wohl doch etwas viel....
Na ja - bin wieder da und m.E. auch besser als in den Jahren
zuvor. Hab es sogar geschafft einen ansehnlichen und
übersichtlichen Prospekt zu vefassen, ohne mich von meinem
Fachidiotenum zu langweiligen Erklärungen hinreissen zu lassen,
die ohnehin niemand liest - die also eher abschrecken....
> Hoffe alles ist in Butter und dir geht es gut
Na ja - manches ist eher in der direkten Umgebung eines rückwärtigen
Körperteils, aber "man lebt" ;-))
Grüße
Thorwald Brandwein
--
www.biotekt.de (in Renovierung)
Aussteigende Gewebebewehrungen
Hallo Thorwald,
> Pech... Musste eine Auszeit nehmen. Hatte seinerzeit vor, in den
> Sommerferien direkt nach dem Urlaub die am Privathaus fälligen
> Arbeiten mal eben so in zwei, drei Wochen zu erledigen. War
> wohl doch etwas viel....
zwei bis drei Wochen sind halt, baut man weitgehend
alleine, keine Zeit :-)
Wenn ich an meine Baustelle denke, hab ich letztes Jahr,
um diese Zeit, das Dach gedeckt. Jetzt bin ich weitgehend
fertig, ein Jahr später. Es ist halt recht viel Arbeit, oder ich
bin zu langsam :-)
Ich weiß auch nicht. Hatte diesbezüglich auch mal Vorstellungen
wie: "in 6 Wochen ist die Hütte renoviert" (das war so anno
2002),
wurde von den Impoderabilien der Materie aber eines Besseren belehrt.
Irgendwo müssen ja die Lohnkostenanteile an einer
Baustelle auch herkommen ... und das sieht alles recht
flott aus, werkeln da 6- 10 Mann mit allen schönen Maschinen
vor sich hin. Alleine fährt man 20% der Zeit zwischen Baumarkt und
Baustelle hin und her, da mal wieder dies oder jenes fehlt, abgesehen
von der dritten und vierten Hand, die auch praktisch wäre, hält die
eine die Diele, die zweite die Bohrmaschine, und die Schrauben stehen
auf dem Tisch :-)
> Na ja - bin wieder da und m.E. auch besser als in den Jahren
> zuvor. Hab es sogar geschafft einen ansehnlichen und
> übersichtlichen Prospekt zu vefassen, ohne mich von meinem
> Fachidiotenum zu langweiligen Erklärungen hinreissen zu lassen,
> die ohnehin niemand liest - die also eher abschrecken....
bin ja mal gespannt :-)
> Na ja - manches ist eher in der direkten Umgebung eines
rückwärtigen
> Körperteils, aber "man lebt" ;-))
Hauptsache es geht soweit gut - und weiter gute Genesung.
Gruß
Tobias