"Tobias Knittel" schrieb
Hallo Tobias
> Wenn ich an meine Baustelle denke, hab ich letztes Jahr,
> um diese Zeit, das Dach gedeckt. Jetzt bin ich weitgehend
> fertig, ein Jahr später. Es ist halt recht viel Arbeit, oder ich
> bin zu langsam :-)
Ich glaube, Fehleinschätzungen der benötigten Gesamtzeit bis
zur Fertigstellung sind (nicht nur bei privat ausgeführten
Baumaßnahmen) normal - selbst wenn man über gewisse
Erfahrungen verfügt.
> Ich weiß auch nicht. Hatte diesbezüglich auch mal Vorstellungen
> wie: "in 6 Wochen ist die Hütte renoviert" (das war so anno
2002),
> wurde von den Impoderabilien der Materie aber eines Besseren belehrt.
M.E. liegt das im wesentlichen daran, dass sobald man
sich konkret mit dem Projekt befasst - also Hand anlegt -
das Hirn Zeit bekommt, dazu weitere Ideen und neue
Ansprüche an das Werk auszubrüten. Das liegt natürlich
auch daran, dass das Arbeiten an/mit alter Bausubstanz
erst wirklichen Aufschluss über deren Zustand im Detail
gibt.
Vielleicht erinnerst du dich, an meinerseitige Fragen zu
Kosten von Straßen- und Kanalbaumaßnahmen im
vergangenen Jahr. In unserem Fall war seit ca. 8 Jahren
bekannt, dass diese eines Tages in unserer Straße
erforderlich sind. Das ist 50 Jahre nach erstmaligem
Ausbau sicher nicht ungewöhnlich- normal eher sogar
früher.
Allerdings waren vor 50 Jahren die Baufirmen längst
nicht so leistungsfähig wir heute, so dass seinerzeit
die Technik (Bagger) an den geologischen Bedingungen
scheiterte. Als es nicht gelang, mit dem verfügbaren
Gerät tief genug auszuschachten, wurde kurzerhand
entschlossen, einige Häuser unterhalb der Straße nach
unten hin quer durch Privatgrundstücke zu entwässern.
Da solches nicht mehr zulässig ist, bedeutete dies, dass
u.a. in unserem Haus die Grundleitungen geändert
werden mussten. Das wussten wir seit langem und
entsprechend haben wir natürlich viele eigentlich
nötige Arbeiten im Keller und um das Haus herum
liegenlassen (müssen).
Als dann irgenwann im Juli die Straßenarbeiten
real begonnen haben, stellte sich heraus, dass sie
so langsam fortschreiten, dass wir noch problemlos
in Urlaub fahren konnten. Vorher legte ich allerdings
noch Abwasserleitungen an der Rückseite des Hauses
frei (um deren Lage zu bestätigen und die Tiefe zu
wissen) und bohrte Löcher in den Kellerboden um
dessen Dicke zu überprüfen. Danach meinte ich:
"Halb so schlimm" und ab in Urlaub.....
Danach ging es mit frischen Kräften ans Werk...
Das Haus steht auf Streifenfundamenten, der
Kellerboden ist nachträglich betoniert worden. Das
Ganze steht/liegt auf eben jenen dichten Sandstein,
an dem seinerzeit der Seilzugbagger gescheitert ist.
Es war vergleichsweise einfach, den Beton des
Kellerbodens zu beseitigen, denn dieser ließ sich
stückweise lösen und herausbringen. Darunter lag
eine Schotterschicht, die sich nicht schaufeln ließ
und darunter eben jener Sandstein, der zwar mit
der Kreuzhacke bröckenweise zu lösen ist, aber
im Keller ist eine Kreuzhacke ziemlich unbrauchbar,
wenn man selber größer als 120 cm ist ;-)
11 Tonnen Abraum wurden abgefahren, die
Betonreste wurden als Unterbau für einen neue
Gartenwege und eine Terasse in sonniger Lage
verarbeitet.
Das ging ja alles noch.....Nach ca. 5 Wochen
war der Keller wieder begehbar und die
Gartenarbeiten (inklusive Baumfällungen,
70 m2 Natursteinverlegung, etlichen Meter
Trockenmauerbau, Auffüllungen mit ca. 25 m3
herangekarrter Muttererde und Raseneinsaat/
Bepflanung) einigermaßen erledigt.... Vor
dem Haus lag der neue Grundstücksanschluss
in > 3m Tiefe anschlussfertig bereit.
Nun kamen die Verbesserungen und
Verschönerungen im Keller und um das Haus....
> Irgendwo müssen ja die Lohnkostenanteile an einer
> Baustelle auch herkommen ... und das sieht alles recht
> flott aus, werkeln da 6- 10 Mann mit allen schönen Maschinen
> vor sich hin.
Richtig. Allerdings sehe ich immer relativ wenig Personal auf
Baustellen. Auf der Straße werkelten meist 6 Leute,
ein Vorarbeiter, dessen "Spannmann", zwei Baggerführer
auf (relativ zur Straßenbreite) viel zu großen Geräten
und zwei LKW-Fahrer, die permanent Aushub abfuhren
und Füllmaterial heranschafften.
In meinem Keller war derartiges Arbeiten leider nicht
möglich ;-) Da lohnte noch nicht einmal ein zweiter
Mann. Den gab es erst, als Rohre gelegt und wieder
verfüllt werden konnte.
> Alleine fährt man 20% der Zeit zwischen Baumarkt und
> Baustelle hin und her, da mal wieder dies oder jenes fehlt, abgesehen
> von der dritten und vierten Hand, die auch praktisch wäre, hält
die
> eine die Diele, die zweite die Bohrmaschine, und die Schrauben stehen
> auf dem Tisch :-)
Na ja - zum Glück hab ich dieses Problem weniger. Aber zwei drei
mal täglich zum Betrieb fahren, bis dessen Werkzeugbestand mehr
oder weniger im Privathaus herumlag, war schon unvermeidbar.
Aber generell ist das sicher richtig und betrifft vor allem die ohnehin
zeitaufwändigen Restarbeiten - meist "Fummeleien", wie z.B. die
Verbindung neuer und alter Rohre, Erneuerung von Elektro-
leitungen oder - noch schlimmer - Umbau einer bestehenden
Überdachung zum Wintergarten...
> bin ja mal gespannt :-)
Du kannst mir ja mal privat eine Kritik zukommen lassen....
(www.biotekt.de/polyfram.html ) Gegenüber den meist
> 30seitigen Infoschriften in Schwarz-Weiss, mit denen ich
wohl einige Jahre Interessenten verschreckt habe, sehe ich
schon einen Fortschritt :-)
Noch ist der Prospekt nur in Kleinauflage gedruckt und
nicht geheftet verfügbar, denn ich warte noch auf die
verbindliche Erlaubnis eines Systemanbieters, darin auf die
seinerseitigen Empfehlungen für den Einsatz meiner
Produkte auf WDVS hinzuweisen.
> Hauptsache es geht soweit gut - und weiter gute Genesung.
Wie gesagt, bin wieder da und zum Leidwesen meiner
Familie in macher Hinsicht "unverbessert" (Rauchen,
Arbeitszeiten usw.).
Allerdings werd ich mich im Usenet stärker zurückhalten -
das ist doch sehr zeitintensiv.
Grüße
Thorwald Brandwein
--
www.biotekt.de (in Renovierung)
Architektur
Aussteigende Gewebebewehrungen
Aussteigende Gewebebewehrungen
Hallo Thorwald,
> Danach ging es mit frischen Kräften ans Werk...
> Das Haus steht auf Streifenfundamenten, der
> Kellerboden ist nachträglich betoniert worden. Das
> Ganze steht/liegt auf eben jenen dichten Sandstein,
> an dem seinerzeit der Seilzugbagger gescheitert ist.
> Es war vergleichsweise einfach, den Beton des
> Kellerbodens zu beseitigen, denn dieser ließ sich
> stückweise lösen und herausbringen. Darunter lag
> eine Schotterschicht, die sich nicht schaufeln ließ
> und darunter eben jener Sandstein, der zwar mit
> der Kreuzhacke bröckenweise zu lösen ist, aber
> im Keller ist eine Kreuzhacke ziemlich unbrauchbar,
> wenn man selber größer als 120 cm ist ;-)
> 11 Tonnen Abraum wurden abgefahren, die
> Betonreste wurden als Unterbau für einen neue
> Gartenwege und eine Terasse in sonniger Lage
> verarbeitet.
ein Fall für einen Bresslufthammer oder zumindest kräftigen
Schlagbohrer :-) Ich hatte da zu lange mit Flex und
Bohrmaschine hinter meinem Haus rumgespielt.
Im Grunde hilft nur starkes Gerät gegen "bösen" Stein :-)
Ich wollte ja auch mal meine Draingräben von
Hand ausheben, was dann nach dem Mutterboden
in einem mit Felsbrocken durchsetzten Klebelehm
mündete, in dem der Pickel wahrlich kleben blieb.
Zum Glück entschied ich mich, nach der ersten
Sehnenscheidenentzündung, dann für die Baggerlösung.
Ab einer gewissen Tiefe schwankte der selbst bedenklich, da
die Felsbrocken immer größer wurden.
> Das ging ja alles noch.....Nach ca. 5 Wochen
> war der Keller wieder begehbar und die
> Gartenarbeiten (inklusive Baumfällungen,
> 70 m2 Natursteinverlegung, etlichen Meter
> Trockenmauerbau, Auffüllungen mit ca. 25 m3
> herangekarrter Muttererde und Raseneinsaat/
> Bepflanung) einigermaßen erledigt.... Vor
> dem Haus lag der neue Grundstücksanschluss
> in > 3m Tiefe anschlussfertig bereit.
> Nun kamen die Verbesserungen und
> Verschönerungen im Keller und um das Haus....
> Richtig. Allerdings sehe ich immer relativ wenig Personal auf
> Baustellen. Auf der Straße werkelten meist 6 Leute,
> ein Vorarbeiter, dessen "Spannmann", zwei Baggerführer
> auf (relativ zur Straßenbreite) viel zu großen Geräten
> und zwei LKW-Fahrer, die permanent Aushub abfuhren
> und Füllmaterial heranschafften.
> In meinem Keller war derartiges Arbeiten leider nicht
> möglich ;-) Da lohnte noch nicht einmal ein zweiter
> Mann. Den gab es erst, als Rohre gelegt und wieder
> verfüllt werden konnte.
> Na ja - zum Glück hab ich dieses Problem weniger. Aber zwei drei
> mal täglich zum Betrieb fahren, bis dessen Werkzeugbestand mehr
> oder weniger im Privathaus herumlag, war schon unvermeidbar.
> Aber generell ist das sicher richtig und betrifft vor allem die ohnehin
> zeitaufwändigen Restarbeiten - meist "Fummeleien", wie z.B.
die
> Verbindung neuer und alter Rohre, Erneuerung von Elektro-
> leitungen oder - noch schlimmer - Umbau einer bestehenden
> Überdachung zum Wintergarten...
> Du kannst mir ja mal privat eine Kritik zukommen lassen....
> (www.biotekt.de/polyfram.html ) Gegenüber den meist
>> 30seitigen Infoschriften in Schwarz-Weiss, mit denen ich
> wohl einige Jahre Interessenten verschreckt habe, sehe ich
> schon einen Fortschritt :-)
Gefällt mir gut. Schreibe nächste Woche privat mehr dazu, morgen
fahre ich nämlich schon wieder (und muß noch ein paar
Sachen fertigmachen), da ich meinen Anbau gerade einrichte.
Wird wohl doch mit mein neues Büro. Werde mich aus der
Bauleitung weitgehend zurückziehen und mehr übers Internet
arbeiten. Diese Umstrukturierung ist der nächste Schritt,
daneben will ich wieder malen (Kunst). Mal sehen ...
> Wie gesagt, bin wieder da und zum Leidwesen meiner
> Familie in macher Hinsicht "unverbessert" (Rauchen,
> Arbeitszeiten usw.).
Nikotin ist ein starkes Suchtgift, das weiß ich selbst :-)
Ich arbeitete mal mit jemandem in einer Fabrik, der
hatte vom Alkohol entzogen, von Tabletten, von Heroin,
aber an den Kippen, trotz aller anderen erfolreichen
Suchtentzüge, blieb er kleben :-)
Aöllerdings ärgern mich persönlich die Tabakpreise doch :-)
> Allerdings werd ich mich im Usenet stärker zurückhalten -
> das ist doch sehr zeitintensiv.
Das stimmt ...
Grüße
Tobias
Aussteigende Gewebebewehrungen
"Tobias Knittel" schrieb
> ein Fall für einen Bresslufthammer oder zumindest kräftigen
> Schlagbohrer :-) Ich hatte da zu lange mit Flex und
> Bohrmaschine hinter meinem Haus rumgespielt.
> Im Grunde hilft nur starkes Gerät gegen "bösen" Stein
:-)
Das "Gemeine" an diesem Zeug hier, ist, dass ein
Bohrhammermeißel recht schnell darin verschwindet,
aber das bedeutet noch lange nicht, dass man dadurch
einen Brocken lösen kann. Man darf sich immer nur
schön kleine Bröcken vornehmen und sollte schön
stufig arbeiten, wie man es von Tagebauen kennt.
> Gefällt mir gut. Schreibe nächste Woche privat mehr dazu, morgen
> fahre ich nämlich schon wieder (und muß noch ein paar
> Sachen fertigmachen), da ich meinen Anbau gerade einrichte.
Danke.
> Wird wohl doch mit mein neues Büro. Werde mich aus der
> Bauleitung weitgehend zurückziehen und mehr übers Internet
> arbeiten. Diese Umstrukturierung ist der nächste Schritt,
> daneben will ich wieder malen (Kunst). Mal sehen ...
Ich drück die die Daumen.... Mich treibt es auch sehr
um, dauerhaft meine berufliche Wirkungsstätte zu verlegen.
Aber z.Z. ist daran sicher nicht zu denken. Eher muss
ich versuchen den sicherlich auch interessanten Markt in den
Benelux-Staaten zu erschließen und damit meinen dann
recht günstig liegenden Standort zu festigen.
> Nikotin ist ein starkes Suchtgift, das weiß ich selbst :-)
37 Jahre Gauloises....
(Lunge immer noch völlig o.k.!)
> Aöllerdings ärgern mich persönlich die Tabakpreise doch :-)
Ja ja - Früher gabs den "Stoff" für 16 FF die Stange,
und bezahlbar auch in den Beneluxländern.
Aber z.Z. muss man ja sogar schon "billige" deutsche
Gauloises mit nach F nehmen. Die Kosten sind wirklich
idiotisch hoch.
Grüße
Thorwald Brandwein
Aussteigende Gewebebewehrungen
Hi Thorwald,
hat mir noch gereicht für die mail, da doch noch
einiges zu tun bleibt morgen ... ich nicht so schnell
wegkomme :-)
> Ich drück die die Daumen.... Mich treibt es auch sehr
> um, dauerhaft meine berufliche Wirkungsstätte zu verlegen.
> Aber z.Z. ist daran sicher nicht zu denken. Eher muss
> ich versuchen den sicherlich auch interessanten Markt in den
> Benelux-Staaten zu erschließen und damit meinen dann
> recht günstig liegenden Standort zu festigen.
es ist halt auch immer ein Risiko, was grundsätzlich anderes
anzufangen, oder wo anders - aber bis zum Verhungern
dauert es meist dann doch etwas :-)
> Aber z.Z. muss man ja sogar schon "billige" deutsche
> Gauloises mit nach F nehmen. Die Kosten sind wirklich
> idiotisch hoch.
In der Haute-Marne ist es eine Tragödie. Der nächste Kippenladen
ist 15 km weg, dann hat er meist keine, da der Besitzer
wieder alles Geld versoffen hat, und keine Zigaretten
kaufen konnte. Dann gibt es noch ein Cafe mit ungeregelten
Öffnungszeiten, mal gibt es Kippen, mal keine. Die Wirtin
öffnet nach Lust und Laune. Ist die Laune schlecht, bleibt
der Laden zu ... ohne Vorräte wäre man verloren, selbst
bei den astronomischen Preisen :-)
Ich denke, in Frankreich gehen die meisten Kippen inzwischen
eh unter der Theke durch ... irgendwelche LKW-Fahrer
verdienen sich sicher noch was nebenher :-)
Die regierung verkauft den zurückgegangenen Zigarettenkonsum
als Erfolg, aber ich denke, es ist inzwischen ein florierender
Schwarzmarkt ...
Gruß
Tobias