"Karl-Ludwig Diehl" schrieb vorher:
>Deswegen: das Glasgebäude für den Domplatz soll als Ausarbeitung
>innerhalb der Konkurrenz deutliche Vorzüge aufgewiesen haben.
Bei dem Bild in der Zeit sah es aus wie ein Raumschiff, das auf
dem Platz gelandet ist. Es schien überhaupt nicht in die
stilistisch völlig andere Umgebung zu passen.
>Daselbe Problem entstand in Berlin mit allen Versuchen, an der
>Stelle des ehemaligen Schloßes etwas zu erreichen.
Von mir aus hätte man den Ballast der Republik ruhig stehenlassen
sollen. Da ein Bekannter zeitweise beim Bauamt arbeitete, bekam
ich ein wenig von dem internen Gezerre mit. Der Todesstoß kam mE
mit der "Asbestsanierung", also schon vor vielen, vielen Jahren.
Der Rest war nur noch langsames Kippen.
Der letzte Vorschlag war, einen Labyrinthgarten anzulegen. Ich
bin sehr dafür.
Architektur
"Deppenvitrine" für Hamburg
"Deppenvitrine" für Hamburg
Helga Schulz wrote:
> "Karl-Ludwig Diehl" schrieb vorher:
> >Deswegen: das Glasgeb
"Deppenvitrine" für Hamburg
Karl-Ludwig Diehl schrieb:
> Helga Schulz wrote:
> > "Karl-Ludwig Diehl" schrieb
vorher:
> > >Deswegen: das Glasgeb
"Deppenvitrine" für Hamburg
klaus horstmann@web.de wrote:
> > Helga Schulz wrote:
> > > Bei dem Bild in der Zeit sah es aus wie ein Raumschiff, das auf
> > > dem Platz gelandet ist. Es schien
"Deppenvitrine" für Hamburg
"Karl-Ludwig Diehl" schrieb vorher:
>Helga Schulz wrote:
>> "Karl-Ludwig Diehl" schrieb
vorher:
>> >Deswegen: das Glasgebäude für den Domplatz soll als
Ausarbeitung
>> >innerhalb der Konkurrenz deutliche Vorzüge aufgewiesen haben.
>> Bei dem Bild in der Zeit sah es aus wie ein Raumschiff, das auf
>> dem Platz gelandet ist. Es schien überhaupt nicht in die
>> stilistisch völlig andere Umgebung zu passen.
Nachtrag: Was ich bis jetzt aus der Zeitung und von Dir über die
Nutzung weiß, bringt mich eher dazu, dort ein markthallenartiges
Gebäude für sinnvoll zu halten. Der Glaskasten ist mMn zu
institutionell, es gehört was hin, das keinerlei Schwellenängste
aufrührt und zu stundenweisem Verweilen einlädt, ohne sich
einzubunkern, eher sowas wie Covent Garden, eher niedrige Gebäude
mit Arkaden und Café, und an einer Stirnseite ein etwas höheres
Gebäude für Bibliothek, paar Büros und paar Wohnungen.
>Es wäre ja gut, wenn
Sachlich bleiben, bitte. Persönliches Ohrenziehen führt zu
nichts.
[Berlin]
>Die Asbestsanierung war ganz lustig. Danach hätte man etwas daraus
>machen können. Der Palast hatte seine Geschichte und war dann
>dort nicht verkehrt.
Ja, ich meine auch, daß man dafür schon Betreiber hätte finden
können, die darin Ausstellungen, Konzerte und dergleichen gemacht
hätten. Aber vermutlich fehlte halt jemand, der dort wirklich
Geld reinstecken wollte (und auch konnte). Denn nach der
"Asbestsanierung", die eher einem Ausweiden gleichkam, hätte man
erstmal eine Menge Geld reinstecken müssen, das Ding wieder
funktionstüchtig zu bekommen.
>
>> Der letzte Vorschlag war, einen Labyrinthgarten anzulegen. Ich
>> bin sehr dafür.
>
>Ich befürchte, das wird den Stadtraum auch nicht retten.
Die Museums-/Fischerinsel ist doch völlig zerrupft: Norden:
Museensubstanz, Süden: Hochhausgewitter.
Unter den Linden hat Substanz von Charlottenstraße bis
Kupfergraben, wobei auf der rechten Seite vor dem Werderschen
Markt auch schon Brache ist, da steht eine Ecke der Bauakademie
im Wind neben der Friedrichswerderschen Kirche (Museum). Dann
geht man über die Schloßbrücke (sehr schön übrigens)
und hat
links den Lustgarten mit den ganzen Museumsbauten, deren
Sanierung (sie war wirklich nötig, denn seit den 1940er Jahren
wurde nur provisorisch herumgeflickt und bei Baufälligkeit eben
abgesperrt) dreistellige Millionenbeträge verschlingt (wenns nur
reicht). Dann kommt links der Dom.
Rechts ist Leere, und dieser Leerstreifen setzt sich fort bis zum
Fernsehturm.
(Plan: http://www.stadtplandienst.de, Werderscher Markt 1,
Berlin, eingeben)
Der Alexanderplatz ist nicht mehr die große Leere wie noch zu
DDR-Zeiten und in den 90ern, dort wird ständig gebaut und
Straßenbahn und Bus gibt es inzwischen reichlich.
Die Leere ist gewissermaßen nach Westen gerückt, da, wo vorher
DDR-Staatsbauten waren, ist nun Brache, denn die ganzen
Regierungsneubauten sind weiter westlich, sozusagen vor den Toren
der Stadt in den Tiergarten rein.
Dadurch wurde die im östlichen Tiergarten immer herumwabernde
Nutzung "Schläjerey und Tanzvergnügen" weggedrängt
(Krolloper,
Tempodrom) und sie setzte sich z.T. als Provisorium auf die
Brache vor dem Palast der Republik. Ich weiß nicht, ob es gut
ist, diese Nutzung derart festzunageln, denn die Abdrängung und
Versteinerung des Tempodrom ist da ein sehr abschreckendes
Beispiel - vorher, als Zirkuszelt von Frau Mössinger, hat das
prima funktioniert, aber jetzt, herrjeh.
Man läuft einfach große Gefahr, da völlig
überdimensionierte
Gebäude hinzustellen, die einen Haufen Unterhalt verschlingen und
nicht in einer sinnvollen kontinuierlichen Weise genutzt werden
können.
>Durch die
>Verleugnung der DDR-Phase und den Abriß vieler prägender Bauten
>hat sich Berlin große Fehler geleistet, die ebenso gravierend sind,
>wie das, was die DDR mit dem Schloß usw. gemacht hatten. Selt-
>same Welt der Städtebauer, eng verquickt mit Politik und Ideologie.
>Müßte einmal gut abgehandelt werden. Langes Diskussionsfeld.
Kannst Du immer nur im Nachhinein abhandeln, und auch da wirst Du
niemals alles sehen können. Und Du hast absolut null Chance,
Politik und Ideologie zu entkommen, sobald die Sache ins
Institutionelle gezogen wird und in die Medien kommt (und das
passiert gleich).
Ich bin sehr froh über Stimmann, weil er ein gewisses Maß an
Stein bei den Neubauten durchgesetzt hat und für
Blockrandbebauung war. Auch die Akzentuierung von bestimmten
Stadtplätzen durch Hochhäuser finde ich gescheit, allerdings bin
ich sehr zufrieden, daß das Hochhausgewitter am Alex nun wohl
doch nicht stattfindet und der Fernsehturm frei sichtbar bleibt,
denn ich finde ihn sehr gelungen (Henselmann war nicht schlecht).
Die Blockrandbebauung an der Fischerinsel findet ebenfalls nicht
statt, das bleibt dort wie die IBA-Hochhäuser im Tiergarten ein
Denkmal der "aufgelockerten" Hochhausmoderne.
Das ist ein krasser Gegensatz zu Friedrichsgracht und Spandauer
Vorstadt (hinter dem Hackeschen Markt, am ehsten das, was man in
Berlin "Altstadtviertel" nennen könnte), aber der wird bleiben
(müssen).
Ich selbst neige dazu, die Sache nach Nutzungsarten,
Nutzergruppen und Optik zu beurteilen, aber ich bin halt auch
Designer-Datenbänkler und nicht Stadtplaner oder Investor.
Zudem interessiert mich, wer zahlt und wie es kontinuierlich
bewirtschaftet wird. Denn nur wenn diese Grundfaktoren stimmen,
kann was draus werden.
"Deppenvitrine" für Hamburg
Helga Schulz wrote:
> Nachtrag: Was ich bis jetzt aus der Zeitung und von Dir
"Deppenvitrine" für Hamburg
"Karl-Ludwig Diehl" schrieb vorher:
>Schwierig wird es erst, wenn man dann "entwerfen",
"gestalten"
>und "planen und bauen" muß. Dafür das jeweils Richtige
zu
>erfinden, ist immer schwer.
Uneingeschränkt ja.
Geht mir ja selbst bei der Datenbank so. Die Datenstruktur kann
man analysieren, aber die Benutzeroberfläche muß man entwerfen.
Und da muß man schon auch bißchen Hirnschmalz reinstecken, damit
es für die Benutzer nachher brauchbar ist.
Ich finde es generell hilfreich, wenn man sich Sachen anschaut,
die funktionieren, und da versucht, die Grundgedanken
herauszuziehen als Anregung für den eigenen Entwurf.
"Deppenvitrine" für Hamburg
Helga Schulz wrote:
> "Karl-Ludwig Diehl" schrieb vorher:
> >Schwierig wird es erst, wenn man dann "entwerfen",
"gestalten"
> >und "planen und bauen" mu
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