Hallochen Karl-Ludwig,
Vorsicht mit Äußerungen wie
> Es wäre ja gut, wenn solche Koryphäen wie Olaf Deters oder
> Klaus horstmann, deren Beiträge von Qualität nur so strotzen,
> ihr ganzen Wissen rauslassen und uns endlich einmal über
> dieses Bauvorhaben richtig in Kenntnis setzen würden. So könnte
> Herr Deters das Tragwerk eingehender Analyse unterziehen und
> Herr Horstmann die funktionale Zuordnung der Räumlichkeiten
> dieses Baukörpers erkenntnisgewinnend für uns alle abchecken.
da sich Olaf in diesem Thread noch gar nicht zu Wort gemeldet hat. Im
direkten verbalen Schlagabtausch kannst Du von mir aus Wort-Waffen frei
wählen.
Nun zum Thema:
Auch wenn Helmut Schmidt als Architekturkritiker nicht unbedingt ernst
genommen werden muss und sich ansonsten gern publikumswirksam in Szene
setzt, kann ich nach Sichtung der Präsentationszeichnung aus dem
Wettbewerb seine Argumente nachvollziehen. Als interessierter Laie finde
ich in meinem Wohnort auch erschreckende Beispiele für miserable
Architektur bzw. miserablen Städtebau und bin überzeugt, mit meiner
unmaßgeblichen Meinung nicht allein zu sein (unbewiesen).
Grüße
Georg
--
aus Witten an der Ruhr, absteigende (Noch-)Großstadt
Das Arbeitsamt ist eine Beleidigung, insbesondere für dessen Klientel,
die sich über einen Supermarkt-Parkplatz heranschleichen muss
Architektur
"Deppenvitrine" für Hamburg
"Deppenvitrine" für Hamburg
Georg Matejko wrote:
> da sich Olaf in diesem Thread noch gar nicht zu Wort gemeldet hat. Im
> direkten verbalen Schlagabtausch kannst Du von mir aus Wort-Waffen frei
> w
"Deppenvitrine" für Hamburg
"Karl-Ludwig Diehl" schrieb vorher:
>Helga Schulz wrote:
>Ist mir nachvollziehbar. Andererseits ist die Realität der sozialen
>Stadtteilentwicklung, in der Bewohner, dort im Stadtteil Arbeitende,
>Politiker, Interessierte und Fachleute zusammenarbeiten müssen,
>ein stetes Ideenreich, daß sofort in städtebauliche
Entwürfe ein-
>fließt. Der Städtebau ist in der Regel kein vorgang, der am
>Schreibtisch stattfindet, obwohl der Eindruck manchmal leicht
>entstehen kann. Außerdem ziehen sich ja diese Prozesse über
>viele Jahre hin. Wenn dann in dieser Zeit keine annehmbare
>Lösung entsteht, wird daran in der Regel weiterdiskutiert.
Wie einfach ist dagegen doch das Anlegen neuer
Einfamilienhaussiedlungen: Gemeinderat beschließt, auf dieses
Feld kommen Häusle hin, und das wars dann schon so ziemlich.
Aber Du hast schon recht, das sind im allgemeinen Prozesse mit
vielen, vielen Beteiligten, unterschiedlichsten Interessen und
Meinungen, vor allem wenn es sich um Bebauung von Baulücken in
der Innenstadt handelt.
>Der
>Vorgang um die Domplatzbebauung in Hamburg kam auch erst
>jetzt so richtig in Gang.
Ach so. Die Leute wurden quasi jetzt erst durch die
Zeitungsbilder aufgescheucht.
>Es ist halt auch so: diese Objekte brauchen eine rigide
>Auseinandersetzungskultur, sonst werden sie nicht auf der
>höchsten politischen Entscheidungsebene entscheidungsfähig.
Nicht daß mir die Vorstellung sonderlich behagt, daß letztlich
die Politik über Entwürfe abstimmt.. aber bei Großprojekten
läuft
das wohl so.
(Das Isozaki-Haus am Potsdamer Platz würde dort gewiß nicht
stehen, wenn darüber hätte abgestimmt werden müssen. Isozaki
macht bei Wettbewerben nicht mit, was ich verstehen kann. Es ist
aber mE eins der gelungensten Gebäude dort. Ich schätze Isozaki
als Architekten ein, der sich auf den Entwurf konzentriert, und
nicht auf die Auseinandersetzung bzw. Durchsetzung)
>Diese vehemente Auseinandersetzungskultur lief gerade erst
>an. Die Politiker haben ihre Pflöcke eingeschlagen, die Presse
>lächelt wohlwollende in jede Richtung und sammelt Stimmen,
>um finanziell gut zu leben, da die Zeitung ja auch Abnehmer
>finden muß. Und die Politiker wollen wiedergewählt werden.
>Nun muß abgewartet werden, was sich weiter ergibt. Ein
>Kenner des Vorgangs sagte mir schon vor Tagen, daß der
>Erste Bürgermeister gestern vorzutragen hatte, daß das Konzept
>des Bauwerks abgespeckt werden muß. Und fügte an: "Es
>ist ganz merkwürdig, seit ich involviert bin, verändert sich mit
mir
>und auch durch das der anderen das Projekt zusehendst. Aber
>es sei ja immer so..."
Naja, der Domplatz ist wohl eine recht sensible Stelle. WIMRE hab
ich mal gelesen, daß es auch 15 Jahre oder so dauerte, bis klar
war, was man in Berlin um die kaputte alte Gedächtniskirche herum
baut. Bei derart zentralen Plätzen ist es nicht so einfach, das
ist schon was anderes als irgendwo in die Straßenflucht ein
Wohnhaus zu stellen.
>
>> Ich finde es generell hilfreich, wenn man sich Sachen anschaut,
>> die funktionieren, und da versucht, die Grundgedanken
>> herauszuziehen als Anregung für den eigenen Entwurf.
>
>Komischerweise wirft das genau das richtige Thema auf: es
>muß nämlich in die historische Tiefe geschaut werden und was
sich
>da auffinden läßt an Beispielen, die funktionieren. Es finden
>sich dann Beispiele aus der nahen, älteren und entfernteren
>Vergangenheit, die als Anregungen dienen. Das baugeschichtliche
>Arbeiten dazu genießt aber in der Regel nur geringen Wert
>bei der Mehrheit der Architekten.
Hmhmhm, also, ich stell mir das so vor:
Da der erste Entwurf ja eh nicht genommen wird, und sowieso im
Wettbewerb zu anderen Entwürfen steht (mit etwas Pech nichtmal
bezahlt wird) tobt man sich da halt erstmal ein bißchen aus und
versucht sich zu profilieren. Erstmal muß was Markantes,
Unterscheidbares her, ohne allzuviel Details, damit es sich vom
Wettbewerb abhebt.
Dann setzt die Diskussion ein, und was dann nach vielem hin und
her rauskommt, ist eh was ganz anderes. Ich denke, Baugeschichte
auszusparen ist halt so eine Art (naja, eigentlich nicht ganz
zulässige, aber trotzdem gern genommene) Abkürzung, da man darauf
baut, daß die Baugeschichtlerfraktion sich spätestens dann
meldet, wenn der erste Entwurf auf dem Tisch ist.
Vonwegen Großprojekte in Berlin und meine derzeitige Meinung
dazu:
Ich halte es nicht nur für ein Unglück, daß der Bundesrat(?)
für
den Schloßneubau votiert hat, sondern auch, daß das Gericht den
BBI in Schönefeld für statthaft erkannt hat.
ME gehört der Flughafen mit einer exzellenten Verkehrsanbindung
auf die Brandenburger Wiese gesetzt, damit er 24/7 angeflogen
werden kann. So wie das jetzt geplant wird, mag ich Tegel
behalten.
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