Architektur

www.architektur-forum.info
« zurück zur Hauptseite

Hamburg: Räumung einer Bauwagensiedlung und Folgen des Protestes

Hamburg: Räumung einer Bauwagensiedlung und Folgen des Protestes

"T. Brandwein"
2006-11-23 16:32:35

"Karl-Ludwig Diehl" schrieb:

> Die Zusammensetzung der Bewohner ist wohl sehr
> gemischt. Da gibt es die, die eher dazu tendieren,
> wieder anders zu wohnen, und sicher die, die nicht
> in den Level der Wohnqualität darunter wollen.

>Vielen gefällt wohl der freie Himmel und der Zeltplatz-
>charakter.

> Sicherlich. Es gibt aber auch solche, die sich für
> Pionierideen für eine qualitativ höhere Wohnform begeistern,
> die aus dem Wohnen in den Wohnwagensiedlungen
> zu entwickeln wäre.

So. Und du meinst, diese (unvollständig angeführten)
Motive, bzw. Ziele ließen sich nach herauszufindenden,
Regeln zu jedermanns allgemeiner Zufriedenheit durch
die "Obrigkeit" erreichen?

Eher findest du eine Lösung für einen Lebensraum,
in dem Katzen, Hunde und Mäuse koexistieren,
ohne sich zu beissen.

Grüße
TB

--
Üblicherweise stellt man sich vor, ehe man irgenwo mitredet
und/oder Gehör erwartet. Über meine Tätigkeit(en) im Realen
informiert: "3 x w.biotekt.de". (3 x w = www)


Hamburg: Räumung einer Bauwagensiedlung und Folgen des Protestes

"Karl-Ludwig Diehl"
2006-11-23 08:07:55

T. Brandwein schrieb:
> > Sicherlich. Es gibt aber auch solche, die sich f


Hamburg: Räumung einer Bauwagensiedlung und Folgen des Protestes

Juergen Klein
2006-11-23 20:16:20

Hallo Karl-Ludwig Diehl ,

>>/./in Wohnmobilen oder Gartenlauben darf man nicht übernachten.
>>Das hat auch Sicherheitsgründe.
>>Und schließlich wollen wir nicht wirklich, daß jeder in unseren Städten nach
>>eigenen Vorstellungen hausen kann, also auch Slums errichten darf.
>
> Hm, wenn abscheuliche Betonburgen entstehen, kommt
> andererseits bei manchen Freude auf. Wer verhindert
> diese Rechtwinklereien?

Du!

Mich stören rechte Winkel nicht und "Betonburgen" sind nicht notwendiger-
weise schlecht. Jedenfalls auf keinen Fall schlechter als diese unsäglichen
"Jugendstilhäuser".

>>Da kann ich die Obrigkeit ausnahmsweise mal verstehen.
>
> Verstehen läßt sich immer viel, nur muß auch
> Rücksicht auf Menschen genommen werden, die
> aus was für Gründen immer, anders leben "müssen".

Durchaus, ja.

> Zum Beispiel ist es fast völlig unmöglich,
> Wohnsitzlose an einen festen Wohnsitz zu binden,
> ihnen also eine Wohnung oder ein Zimmer zu geben.
> Sie versuchen eigene Ideen zu verwirklichen.

Das würde ich auch gern.

Ich mchte aber auch, daß mich Feuerwehr / Notarzt / Polizei findet, wenn es
mal sein muß...

Außerdem ziehe ich die moderne Kanalisation den mittelalterlichen
Entsorgungssystemen vor...

--
Jürgen


Hamburg: Räumung einer Bauwagensiedlung und Folgen des Protestes

"Karl-Ludwig Diehl"
2006-11-23 11:34:02

Juergen Klein schrieb:
> > Hm, wenn abscheuliche Betonburgen entstehen, kommt
> > andererseits bei manchen Freude auf. Wer verhindert
> > diese Rechtwinklereien?
> Du!

Okay, also ich. Sch


Hamburg: Räumung einer Bauwagensiedlung und Folgen des Protestes

Juergen Klein
2006-11-24 20:09:28

Hallo Karl-Ludwig Diehl ,

>>Mich stören rechte Winkel nicht
>
> In welcher Eigenschaft, als Architekt oder als Nutzer von solchen
> Bauten?

Als Baumensch ist mir das sowieso egal. Wenn es dem Bauherrn gefällt,
reicht mir das schon. Ich bin aber auch kein Architekt, will auch gewiß
keiner werden.

Und als Bürger stören micht rechte Winkel ungefähr so viel wie eine
bestimmte Himmelsrichtung, Farbe oder Ziffer.

> Wobei das Wort "Burg" auf etwas Trutziges und Abweisendes,
> oder auf etwas verspielt "Romatisches" verweisen könnte.

Dann nenne es halt "Bauhausstil". Ist für Dich vielleicht positiver
besetzt.

>>Jedenfalls auf keinen Fall schlechter als diese unsäglichen
>>"Jugendstilhäuser".
>
> Unsäglich? Vermutlich fehlt es an Worten, um die Schönheit
> der meisten dieser Jugendstil-Bauten zu beschreiben:

Jugendstil ist für mich Gelsenkirchener Barock, es ist nur etwas
länger her. Der Begriff wurde früher übrigens auch eher in dieser
Richtung abwertend verwendet.

Meine Geringschätzung basiert darauf, daß ich einige Jahre in solchen
Buden gewohnt habe. Als reine Anlageobjekte geplant, wurden diese
Mietskasernen mit peppigen Fassaden versehen, weil man damit die
finanzierenden Banken beeindrucken konnte.

Die gesamte Raumaufteilung mußte sich dieser Fassadengestaltung
unterwerfen. Daraus resultierten - für meine Begriffe - geradezu schauder-
hafte Grundrisse und Wohnsituationen.

Mit einem Wort: Viel Fassade und nichts dahinter.

Damit will ich nicht die Stilrichtung an sich abwerten. Das war damals halt
Mode, heute ist es je nach Blickwinkel unmodern oder auch nostalgisch.

Zumindest in meiner Umgebung sind halt viele ehere lebensfremde Wohn-
häuser in dieser Stilrichtung gebaut. Natürlich gibt es auch andere
Beispiele,
die sind aber meiner Ansicht nach in der Minderzahl.

Leute, die diese Buden heute noch lieben, neigen dazu alles alte bzw. ihnen
zeitlich fremde kritiklos gutzuheissen.

Alt = Gut + Schön

Sowas finde ich oberflächlich.

Von den "aufwändigen Sanierungen" mal ganz zu schweigen.

Jeder Plattenbau bietet effektiv mehr Wohnkomfort.

>>>Zum Beispiel ist es fast völlig unmöglich,
>>>Wohnsitzlose an einen festen Wohnsitz zu binden,
>>>ihnen also eine Wohnung oder ein Zimmer zu geben.
>>>Sie versuchen eigene Ideen zu verwirklichen.
>>
>>Das würde ich auch gern.
>
> Also hindert Dich jemand daran.

Für die Menschheit wird es wahrscheinlich besser sein, wenn ich nicht alle
meine Ideen verwirklichen kann :-)

>>Ich mchte aber auch, daß mich Feuerwehr / Notarzt / Polizei findet, wenn es
>>mal sein muß...
>>Außerdem ziehe ich die moderne Kanalisation den mittelalterlichen
>>Entsorgungssystemen vor...
>
> Interessanter Aspekt, aber was ist ein mittelalterliche Entsorgungs-
> system?

In die Gosse scheißen.

--
Jürgen


Hamburg: Räumung einer Bauwagensiedlung und Folgen des Protestes

"Karl-Ludwig Diehl"
2006-11-24 11:33:37

Juergen Klein schrieb:
(Jugendstil-Thema)
> Meine Geringsch


Hamburg: Räumung einer Bauwagensiedlung und Folgen des Protestes

Juergen Klein
2006-11-24 21:16:40

Hallo Karl-Ludwig Diehl ,

>>Die gesamte Raumaufteilung mußte sich dieser Fassadengestaltung
>>unterwerfen. Daraus resultierten - für meine Begriffe - geradezu schauder-
>>hafte Grundrisse und Wohnsituationen.
>
> Das ist bei allen Baustilen möglich. Es gibt immer gute und
> schlechte Bauten jeglicher Zeit und Stilepoche.

Ja, das will ich nicht bestreiten.

> Hm, es gibt natrürlich sehr hochwertige Jugendstilbauten, die
> bis ins Letzte durchdacht sind. Dann war der Planer ein Architekt,
> wenn nicht, war es ein Rechtwinkler, einer also, der sich keine Mühe
> gab.

Und das machst Du an der Winkelstellung fest?
(Deine Rechtwinklermasche erschließt sich auch nach ständiger
Widerholung nicht jedem)

>>Leute, die diese Buden heute noch lieben, neigen dazu alles alte bzw. ihnen
>>zeitlich fremde kritiklos gutzuheissen.
>>Alt = Gut + Schön
>
> Nein. So kritiklos werden die schlechten Beispiele alter Bauten
> nicht angesehen.

Von mir nicht, von Dir nicht. Ehr von Leuten, die weder von Kunst noch
Bau was verstehen. Ganz normale Leute halt.

Ich fokussiere halt eher auf das, was normale Leute sich so denken.

> Abriß und Neubau bringt meist keinen wirklichen
> Fortschritt, das war das Problem der 1970er Jahre und auch später.

Nun bist Du es aber, der verallgemeinert...

>>Jeder Plattenbau bietet effektiv mehr Wohnkomfort.
>
> Hm, eine tragik-komische Variante, die Du da anführst.
> Plattenbauten wird es auch in unterschiedlicher Qualität
> geben. Es soll Liebhaber selbst der häßlichsten Strukturen
> geben.

Geschenkt. Du magst eine Menge Ahnung von Kunstgeschichte, Architektur
etc. zu haben. Was Du da oben gerade von Dir gibst, kann ich nur als
nachplappern irgendwelcher Klischees deuten.

Ich wage zu behaupten, daß Du Dich weder mit Plattenbauten bzw. deren
Sanierung befaßt hast und schon garnicht mit den Leuten, die darin früher
und heute durchaus zufrieden leben.

Das kann man ja auch nicht voraussetzen. Aber dann unterlasse bitte solche
Plattitüden, das steht Dir meiner Ansicht nach nicht an.

>>>>Außerdem ziehe ich die moderne Kanalisation den mittelalterlichen
>>>>Entsorgungssystemen vor...
>>>
>>>Interessanter Aspekt, aber was ist ein mittelalterliche Entsorgungs-
>>>system?
>>
>>In die Gosse scheißen.
>
> Hm, hat sich da etwas geändert?

Im Prinzip schon.

Ich kenne aber Deine diesbezüglichen Gepflogenheiten nicht.

--
Jürgen


Hamburg: Räumung einer Bauwagensiedlung und Folgen des Protestes

"Karl-Ludwig Diehl"
2006-11-24 13:32:24

Juergen Klein schrieb:
> > Hm, es gibt natr