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Re: Welche(s) Zeitschrift oder Buch bewertet/beurteilt neue Häuser?

Re: Welche(s) Zeitschrift oder Buch bewertet/beurteilt neue Häuser?

Wolfgang Thiessen
2007-05-17 01:09:59

Susanne.Goertz@arcor.de schrieb:
> Hitergrund ist, dass ich bauen möchte und ohne Sachverstand nur
> oberflächlich auf die Qualität schließen kann. In Zeitschriften habe
> ich bisher meist nur Beschreibungen, aber wenig über die Qualität bzw.
> Vor- und Nachteile erfahren können.

Geht es Dir um die Bewertung von momentan angebotenen baugleichen
Serien- bzw. Fertighäusern bestimmter Anbieter, um Bewertungskriterien
für einzelne bestehende Häuser oder darum, für Dich eine passende
Gebrauchtimmobilie zu finden?

Für ersteres gibt es in der Bahnhofsbuchhandlung Zeitschriften, die sich
oft von den Häusleanbietern für die Darstellung / Bewertung bezahlen lassen.

Die fundierte individuelle Immobilienbewertung ist eine Sache für
regional erfahrene Profis.

Zur Immobiliensuche wären Dir abhängig von Deinen ersten Ideen
unterschiedliche Tipps zu geben.

Für die beiden letzten Themen solltest Du in d.s.a nachfragen, das
follow-up dann anpassen.

Wolfgang


Re: Welche(s) Zeitschrift oder Buch bewertet/beurteilt neue Häuser?

"Josef"
2007-05-17 12:44:38

> Susanne.Goertz@arcor.de schrieb:
> > Hitergrund ist, dass ich bauen möchte und ohne Sachverstand nur
> > oberflächlich auf die Qualität schließen kann. In Zeitschriften habe
> > ich bisher meist nur Beschreibungen, aber wenig über die Qualität bzw.
> > Vor- und Nachteile erfahren können.

Am meisten lernst Du, wenn Du dir Zeit lässt, und dir die Zeit nimmst mit
verschiedenen Anbietern zu sprechen.

z.b:
3 Holzhausbauer - regionaler Anbieter (holzbaufirm gelbe Seiten)
3 Holzhausbauer - übrregionale Anbieter (Namen will ich nicht nennen,
Werbung)
3 Massivhausbauer - regionaler Komplettanbieter
3 Rohbaufirmen - ortsansässig
3 Fensterbauer - ortsansässig
3 Heizungsbauer -unbedingt ortsansässig
3 Estrich- und Fußbodenleger

Frage sie stets das Gleiche:
Wo sehen Sie den Unterschied Ihres Produktes zu anderen Produkten?
Welche Vorteile ergeben sich daraus?
Welche Nachteile sind zu beachten?
Wann ist der Einsatz dieses Materials sinnvoll und wann nicht?
Und die Fragen Wie wird das verarbeitet, WARUM gerade dieses Material etc.

Etc. und mit der Zeit kommen von ganz alleine immer mehr Fragen.

Dann ist der Zeitpunkt gekommen, sich neutral z.B. von einem Architekten
beraten zu lassen.
Man muß ja deshalb nicht gleich einen Auftrag geben.

Und stets ruhig durchblicken lassen, daß man sich in der Orientierungsphase
befindet ...

Das Wichtigtste ist Zeit und Geduld - oder gleich zum neutralen Architekten.

Und
http://bau.de/ http://www.iwu.de/ http://www.iemb.de/
http://www.impulsprogramm.de/ http://www.passivehouse.com/
http://www.kompetenzzentrum-iemb.de/startseite.php?uebergabe=true

Gruß, Josef


Re: Welche(s) Zeitschrift oder Buch bewertet/beurteilt neue Häuser?

Hans Altmeyer
2007-05-17 13:40:01

Wolfgang Thiessen wrote:
> [...]
>
> Für ersteres gibt es in der Bahnhofsbuchhandlung Zeitschriften, die sich
> oft von den Häusleanbietern für die Darstellung / Bewertung bezahlen
> lassen.

So? Dann kannst Du sicher dafür Beispiele nennen. Welche Zeitschriften
sind das? Von welchen Hausanbietern werden sie bezahlt? Wie oft? Welche
sicheren Quellen hast Du für diese Behauptung? Hast Du überhaupt
irgendeine Quelle oder irgendeinen Beleg dafür?

Oder ist das nur heiße Luft und dummes Gequatsche nach dem Motto "weiß
doch jeder"?

Gruß, Hans


Re: Welche(s) Zeitschrift oder Buch bewertet/beurteilt neue Häuser?

Wolfgang Thiessen
2007-05-17 17:35:47

Hans Altmeyer schrieb:

>> Für ersteres gibt es in der Bahnhofsbuchhandlung Zeitschriften, die
>> sich oft von den Häusleanbietern für die Darstellung / Bewertung
>> bezahlen lassen.

> So? Dann kannst Du sicher dafür Beispiele nennen.

Ja

> Welche Zeitschriften sind das?

beispielsweise "100 Fertighäuser", "Pro Fertighaus", "Die schönsten
Fertighäuser 07", "mein Holzhaus", "Haus Guide 06", "pro Ausbauhaus",
und viele andere, einige davon zu finden beispielsweise unter
<http://www.bautipps.de/verlag/zeitschriften.asp>;

> Von welchen Hausanbietern werden sie bezahlt?

Von den in den Heften annoncierenden natürlich. Das ist ganz normales
Verlagsgeschäft im Bereich "special interest" und vieler sog.
Fachzeitschriften, keine Verschwörungstheorie.

> Wie oft?

Für jedes Heft, jede Sonderpublikation, jedes Haus in den
Musterhausausstellungen, jeden Eintrag in die Hausdatenbank.

> Welche sicheren Quellen hast Du für diese Behauptung?

Die Mediadaten des "Fachzeitschriftenverlages", welcher alle oben von
mir genannten Titel herausgibt:
<http://www.fachschriften.de/media/pdf/Verlagsprogramm 2007.pdf>

> Hast Du überhaupt irgendeine Quelle oder irgendeinen Beleg dafür?

Ja, siehe oben und meine eigene Beobachtung:

Beim Durchblättern der oben genannten Zeitschriften oder ähnlicher
Produkte anderer Verlage ist offensichtlich, dass sich im redaktionellen
Teil praktisch ausschließlich die auch offen unter "Anzeige"
annoncierende Hausanbieter bzw. Hersteller finden. Es gibt auch eine
Grauzone zwischen redaktionellem und Anzeigenteil, in welchem
"Produktneuheiten" in einem kurzen Text mit genauem Herstellerverweis
vorgestellt werden, allerdings ohne den Hinweis "Anzeige". Auch von
diesen Herstellern findet sich zuverlässig irgendwo im Heft eine kleine
Anzeige, so dass beim unvoreingenommenen Leser der Eindruck entstehen
muss, es bestünde ein Zusammenhang zwischen Anzeigengröße und
Berücksichtigung durch die Redaktion.

Wovon sollen die Verlage denn leben, von den lächerlichen 2 Euro
Verkaufspreis am Kiosk bei einer verkauften Auflage von monatlich
vielleicht 50.000 Heften pro Ausgabe? Davon stünden einer Redaktion
großzügig geschätzt 10 Prozent zur Verfügung, eher weniger. Das selbe
Geld lässt sich locker mit einer vierfarbigen ganzen Anzeigenseite
umsetzen. Und derartige "Fach"verlage geben diese Zeitschriften nun
einmal nicht aus Gutmenschichkeit heraus, sondern um damit Geld zu
verdienen, also Gewinne zu machen. Was ist daran verwunderlich?

> Oder ist das nur heiße Luft und dummes Gequatsche (...)?

Klar, ich schreibe hier immer nur dummes Gequatsche. Das kannst Du auch
in allen meinen anderen Beiträgen lesen.


Wolfgang


Re: Welche(s) Zeitschrift oder Buch bewertet/beurteilt neue Häuser?

Hans Altmeyer
2007-05-17 20:27:17

Wolfgang Thiessen wrote:
> Hans Altmeyer schrieb:
>
>>> Für ersteres gibt es in der Bahnhofsbuchhandlung Zeitschriften, die
>>> sich oft von den Häusleanbietern für die Darstellung / Bewertung
>>> bezahlen lassen.
>
>> So? Dann kannst Du sicher dafür Beispiele nennen.
>
> Ja
[...]

Darstellung ist belegt, Bewertung nicht. Was Du aufgezählt hast, sind
die auch in anderen einschlägig engagierten Verlagen (etwa City-Post in
München oder der vor einiger Zeit eingegangene Promotion-Verlag in
Langenfeld) üblichen Hausvorstellungen, in den Redaktionen auch gerne
"Havos" genannt.

Das sind Katalogseiten und nichts Anrüchiges. Eine Bewertung oder
redaktionelle Empfehlung ist damit nicht verbunden. Genau das hattest Du
aber behauptet: Daß es Zeitschriften gibt, die sich für die Bewertung
von Häusern bezahlen lassen. Der Beleg dafür steht noch aus.


> Es gibt auch eine Grauzone zwischen redaktionellem und Anzeigenteil, in welchem "Produktneuheiten" in einem kurzen Text mit genauem Herstellerverweis vorgestellt werden, allerdings ohne den Hinweis "Anzeige".

Laß die Herstellernachweise weg, und Du hast am Tag nach Erscheinen
einen Leser nach dem anderen am Telefon. Das tut sich keine Redaktion
freiwillig an. Und es wäre auch völlig unsinnig, Produktneuheiten
vorzustellen, ohne eine Kontaktmöglichkeit anzugeben. Von "Grauzone"
kann da keine Rede sein.


> Wovon sollen die Verlage denn leben, von den lächerlichen 2 Euro
> Verkaufspreis am Kiosk bei einer verkauften Auflage von monatlich
> vielleicht 50.000 Heften pro Ausgabe? Davon stünden einer Redaktion
> großzügig geschätzt 10 Prozent zur Verfügung, eher weniger. Das selbe
> Geld lässt sich locker mit einer vierfarbigen ganzen Anzeigenseite
> umsetzen. Und derartige "Fach"verlage geben diese Zeitschriften nun
> einmal nicht aus Gutmenschichkeit heraus, sondern um damit Geld zu
> verdienen, also Gewinne zu machen. Was ist daran verwunderlich?

Die Coypreise reichen bis 7,80 Euro, einige Publikationen sind
allerdings für den Endverbraucher auch kostenlos (was nicht heißt, daß
der Verlag sie kostenlos abgibt).

Aber nehmen wir ruhig einmal einen Copypreis von 2 Euro und eine
verkaufte Auflage von 50.000 an. Das ist ein Umsatz von 100.000 Euro pro
Erscheinungsintervall. Davon bleibt ein Teil beim Grosso, ein Teil beim
Einzelhändler, aber gut die Hälfte bleibt auch beim Verlag. Es reicht
allemal, um die geringen Grundkosten zu decken und etwas
übrigzubehalten. Das weitere Geschäft wird mit Anzeigen gemacht.
Anzeigen sind aber keine redaktionellen Werturteile, und Katalogstrecken
auch nicht.

Die Kosten werden dadurch kleingehalten, daß eine Zwergredaktion
(Chefredakteur, Redakteur, ein oder zwei Layouter) fünf bis sechs oder
teilweise auch mehr Objekte betreut und das Material mehrfach verwertet.
Teilweise wandert Content quer durch sämtliche Verlagsaktivitäten.
Eigenproduktionen von Fotostrecken finden in den seltensten Fällen
statt, von Bildagenturen wird nicht gekauft. Mit einem derartigen
Konzept kann ein Objekt zur Not auch allein vom Vertriebserlös existieren.


>> Oder ist das nur heiße Luft und dummes Gequatsche (...)?
>
> Klar, ich schreibe hier immer nur dummes Gequatsche. Das kannst Du auch
> in allen meinen anderen Beiträgen lesen.

Deshalb frage ich ja.

Gruß, Hans


Re: Welche(s) Zeitschrift oder Buch bewertet/beurteilt neue Häuser?

Wolfgang Thiessen
2007-05-17 21:33:43

Hans Altmeyer schrieb:

>>>> Für ersteres gibt es in der Bahnhofsbuchhandlung Zeitschriften, die
>>>> sich oft von den Häusleanbietern für die Darstellung / Bewertung
>>>> bezahlen lassen.

>>> So? Dann kannst Du sicher dafür Beispiele nennen.
>>
>> Ja
> [...]
>
> Darstellung ist belegt, Bewertung nicht. Was Du aufgezählt hast, sind
> die auch in anderen einschlägig engagierten Verlagen (etwa City-Post in
> München oder der vor einiger Zeit eingegangene Promotion-Verlag in
> Langenfeld) üblichen Hausvorstellungen, in den Redaktionen auch gerne
> "Havos" genannt.
>
> Das sind Katalogseiten und nichts Anrüchiges. Eine Bewertung oder
> redaktionelle Empfehlung ist damit nicht verbunden. Genau das hattest Du
> aber behauptet: Daß es Zeitschriften gibt, die sich für die Bewertung
> von Häusern bezahlen lassen. Der Beleg dafür steht noch aus.

Die Einfügung von "Bewertung" war falsch, gemeint hatte ich die Auswahl
der Objekte für die Darstellung, was ich hiermit korrigiere. Aber bei
dieser Aussage bleibe ich: Die Veröffentlichungen von Objekten konkreter
Anbieter oder Produkten einzeln benannter Hersteller in den
redaktionellen Teilen der von mir aufgezählten Zeitschriften fällt
offensichtlich per Zufall immer zusammen mit gleichzeitigen bezahlten
Anzeigen, mithin auch die Aufnahme in Vergleichsbetrachtungen, Tests
etc.. Ohne Anzeigenauftrag ist der Anbieter im Test einfach nicht
vertreten. Den Einfluss auf die redaktionelle Bewertung im Rahmen eines
Vergleichs kann ich nicht nachweisen, wollte ich auch nicht. Mir geht es
um die "Vorauswahl", die bei den in Rede stehenden Zeitschriften im
Gegensatz zu "Test" oder "Ökotest" eben nicht bemüht ist, den gesamten
Markt abzubilden, sondern sich meines Eindrucks nach auf die Darstellung
derer beschränkt, die bereit sind, parallel den Anzeigenteil zu füllen.

>> Es gibt auch eine Grauzone zwischen redaktionellem und Anzeigenteil,
>> in welchem "Produktneuheiten" in einem kurzen Text mit genauem
>> Herstellerverweis vorgestellt werden, allerdings ohne den Hinweis
>> "Anzeige".
>
> Laß die Herstellernachweise weg, und Du hast am Tag nach Erscheinen
> einen Leser nach dem anderen am Telefon. Das tut sich keine Redaktion
> freiwillig an. Und es wäre auch völlig unsinnig, Produktneuheiten
> vorzustellen, ohne eine Kontaktmöglichkeit anzugeben. Von "Grauzone"
> kann da keine Rede sein.

Wenn der Anlass einer Veröffentlichung im Anzeigenauftrag eines Kunden
liegt und nicht im Neuigkeitswert an sich, hat das für mich wenig mit
neutralem Journalismus, aber viel mit bezahlter Öffentlichkeitsarbeit zu
tun. Diese ist legitim, aber betrachtet eben nicht kritisch alle Aspekte
von Produkten. Weshalb mir derartige "Fach"zeitschriften deshalb auch
nur mit Vorsicht als "objektiver Ratgeber" verwendbar erscheinen. Und
danach wurde im OP gefragt.

...
> Aber nehmen wir ruhig einmal einen Copypreis von 2 Euro und eine
> verkaufte Auflage von 50.000 an. Das ist ein Umsatz von 100.000 Euro pro
> Erscheinungsintervall. Davon bleibt ein Teil beim Grosso, ein Teil beim
> Einzelhändler, aber gut die Hälfte bleibt auch beim Verlag. Es reicht
> allemal, um die geringen Grundkosten zu decken und etwas
> übrigzubehalten.

Während meiner Ausbildung im Buchhandel nahm man vor ca. 20 Jahren einen
Satz von rd. 10% des Ladenpreises für den Autoren an, etwas weniger für
Lektorat und Gestaltung zusammen. Daran dürfte sich bis heute wenig
geändert haben. Und davon lässt sich journalistische Arbeit auch kaum
bezahlen.

> Das weitere Geschäft wird mit Anzeigen gemacht.

Ich behaupte: Das Hauptgeschäft!

> Anzeigen sind aber keine redaktionellen Werturteile, und Katalogstrecken
> auch nicht.

Ich schrieb vom redaktionellen Teil, bzw. dem, was sich als solcher zu
erscheinen bemüht.

> Die Kosten werden dadurch kleingehalten, daß eine Zwergredaktion
> (Chefredakteur, Redakteur, ein oder zwei Layouter) fünf bis sechs oder
> teilweise auch mehr Objekte betreut und das Material mehrfach verwertet.
> Teilweise wandert Content quer durch sämtliche Verlagsaktivitäten.
> Eigenproduktionen von Fotostrecken finden in den seltensten Fällen
> statt, von Bildagenturen wird nicht gekauft. Mit einem derartigen
> Konzept kann ein Objekt zur Not auch allein vom Vertriebserlös existieren.

Du meinst nicht den Anzeigenerlös? Der war schon bei unserer
Schülerzeitung damals ein Mehrfaches höher als der Heftchenverkauf.

>>> Oder ist das nur heiße Luft und dummes Gequatsche (...)?
>>
>> Klar, ich schreibe hier immer nur dummes Gequatsche. Das kannst Du
>> auch in allen meinen anderen Beiträgen lesen.
>
> Deshalb frage ich ja.

???

Wolfgang


Re: Welche(s) Zeitschrift oder Buch bewertet/beurteilt neue Häuser?

Hans Altmeyer
2007-05-18 19:41:56

Wolfgang Thiessen wrote:
> [...]
>
> Die Einfügung von "Bewertung" war falsch

Darin sind wir einer Meinung.


> [...] Die Veröffentlichungen von Objekten konkreter
> Anbieter oder Produkten einzeln benannter Hersteller in den
> redaktionellen Teilen der von mir aufgezählten Zeitschriften fällt
> offensichtlich per Zufall immer zusammen mit gleichzeitigen bezahlten
> Anzeigen, mithin auch die Aufnahme in Vergleichsbetrachtungen, Tests
> etc.. Ohne Anzeigenauftrag ist der Anbieter im Test einfach nicht
> vertreten.

Das Wort "immer" bezweifle ich. Im übrigen: Warum sollte ein Verlag die
Aufnahme in einen Hauskatalogteil von einer Anzeigenbuchung abhängig
machen, wenn dieser Eintrag selbst als Promotion oder Kategorieanzeige
buchbar ist? Das wäre doch kontraproduktiv.

Es gibt durchaus Zeitschriften, die redaktionelle Erwähnungen als Goodie
auf Anzeigenbuchungen drauflegen, aber das ist eher bei
Fachzeitschriften anzutreffen als bei Special-Interest-Titeln der
Publikumspresse. Zudem gibt es bei weiterem subtilere Methoden als diese
Art von Holzhammer-Koppelgeschäft.


> Den Einfluss auf die redaktionelle Bewertung im Rahmen eines
> Vergleichs kann ich nicht nachweisen, wollte ich auch nicht. Mir geht es
> um die "Vorauswahl", die bei den in Rede stehenden Zeitschriften im
> Gegensatz zu "Test" oder "Ökotest" eben nicht bemüht ist, den gesamten
> Markt abzubilden, sondern sich meines Eindrucks nach auf die Darstellung
> derer beschränkt, die bereit sind, parallel den Anzeigenteil zu füllen.

Eine Zeitschrift, die das konsequent so handhabt, gräbt sich ihr eigenes
Grab. Denn das, was ein Objekt bei weitem dringender braucht als
Anzeigen, sind Käufer. Anzeigenbuchungen sind weder ein
Freundschaftsbeweis gegenüber dem Verlag noch ein Eintrittsgeld in den
redaktionellen Teil, sondern es wird dabei eine Medialeistung gekauft,
deren Wert alleine davon abhängt, wie viele Leser mit welchem
soziodemographischen Profil eine Zeitschrift kauft. Wer mit
offensichtlicher Kungelei seine Glaubwürdigkeit beim Leser untergräbt,
schadet dem eigenen Geschäft.


> Wenn der Anlass einer Veröffentlichung im Anzeigenauftrag eines Kunden
> liegt und nicht im Neuigkeitswert an sich,

Ja, wenn. Bisher bleibt es bei der Behauptung.


> Während meiner Ausbildung im Buchhandel nahm man vor ca. 20 Jahren einen
> Satz von rd. 10% des Ladenpreises für den Autoren an, etwas weniger für
> Lektorat und Gestaltung zusammen.

Das ist auch huete noch so, gilt aber allein fürs Buchgeschäft, und da
auch nur für Hardcover. Dort erhalten Autoren oft 8 bis 10% vom
Nettoladenpreis pro verkauftem Exemplar. Beim Taschenbuch ist es weniger
(ab etwa 5%), wenn man nicht in eine hohe Auflagenstaffel hineinrutscht.

Zeitschriften werden ganz anders kalkuliert. Dort gibt es keinen
einzelnen Autor, sondern eine Redaktion, die als Verlagsabteilung
organisiert ist. Redaktionskosten zählen zu den Fixkosten, die aus den
Gesamteinnahmen des Verlags bezahlt werden. Ggf. fallen externe Honorare
an, die aber zum einen gerne vermieden werden, zum anderen aus einem
festen Redaktionsetat bezahlt werden.


> Daran dürfte sich bis heute wenig
> geändert haben. Und davon lässt sich journalistische Arbeit auch kaum
> bezahlen.

Ich glaube, Du hast keine Vorstellung davon, zu welch ärmlichen
Konditionen manche Arbeitgeber Journalisten beschäftigen, die dann auch
noch gute Arbeit leisten.


>> Das weitere Geschäft wird mit Anzeigen gemacht.
>
> Ich behaupte: Das Hauptgeschäft!

Das ist von Objekt zu Objekt verschieden. Manche können allein vom
Vertriebserlös existieren, andere brauchen Anzeigenumsätze, wieder
andere hängen alleine davon ab. Eine pauschale Aussage dazu ist seriös
nicht möglich.


>> Mit
>> einem derartigen Konzept kann ein Objekt zur Not auch allein vom
>> Vertriebserlös existieren.
>
> Du meinst nicht den Anzeigenerlös? Der war schon bei unserer
> Schülerzeitung damals ein Mehrfaches höher als der Heftchenverkauf.

Nein, ich meine den Vertriebserlös. Sonst hätte ich Anmzeigenerlös
geschrieben.

Gruß, Hans