Ich habe auf dem Dach (Benders Betondachsteine) recht starken
Biobewuchs, also Flechten, Moose und Algen. Ich sehe das zwar mehr als
Patina eines Hauses, aber die Geschmäcker sind verschieden. Und manche
von Algen fast schwarze Stellen gefallen mir ehrlich gesagt optisch
auch nicht so besonders. Der Bewuchs ging schlagartig vor etwa zwei
Jahren los und mittlerweile kann man schon fast zusehen wie das Dach
von dunkelrot zu grün mutiert;-)
Nun hört man immer wieder, dass solcher Bewuchs die Dachfunktion
beeinträchtigen könnte. In erster Linie werden eine verringerte
Fähigkeit zur Dampfdiffusion genannt.
Ich persönlich vermute, dass ein Bewuchs auf Dachziegeln eher die
Haltbarkeit der Dächer erhöht, da ein gewisser Schutz vor
Witterungseinflüssen gegeben ist. Ich habe zwar noch nicht gemessen, ob
sich Temperaturunterschiede bei Sonneneinstrahlung an bewachsenen bzw
unbewachsenen Stellen ergeben, ich könnte mir jedoch vorstellen, dass
solche Effekte zu verzeichnen sind. Immerhin sind die Flechten 2-3mm
stark und von sehr poröser Struktur.
Ich habe mal ein Stelle etwas abgekratzt. Der Bewuchs sitzt erstaunlich
hartnäckig auf der Oberfläche. Meines Erachtens geht das nur, wenn
die
Wurzeln der Flechten in die Mikrorisse des Ziegels einwachsen.
Einwachsende Wurzeln zerstören aber meiner Meinung zwangsläufig die
Oberfläche. Zumindest im Netz wird teilweise angeführt, dass ein
solcher Dachbewuchs nicht schade. Eine wissenschaftliche arbeit hierzu
konnte ich jedoch nicht finden.
Wie seht ihr das?
Grüße
Harald
Architektur
Algen + Moos + Flechten + Dachziegel = Patina oder zukuenftiger Bauschaden
Algen + Moos + Flechten + Dachziegel = Patina oder zukuenftiger Bauschaden
Harald Maedl schrieb:
> Ich habe auf dem Dach (Benders Betondachsteine) recht starken
> Biobewuchs, also Flechten, Moose und Algen.
Was für Bewuchs, der nicht "Bio" ist, kennst Du?
> ...
> Nun hört man immer wieder, dass solcher Bewuchs die Dachfunktion
> beeinträchtigen könnte. In erster Linie werden eine verringerte
> Fähigkeit zur Dampfdiffusion genannt.
das ist Humbug, die Dachsteine haben damit nix zu tun, die
diffusionsrelevanten Schichten enden i.d.R in der Luftschicht zwischen
Dachstein und Unterspannbahn, manchmal sogar unter der USB
> Ich persönlich vermute, dass ein Bewuchs auf Dachziegeln eher die
> Haltbarkeit der Dächer erhöht, da ein gewisser Schutz vor
> Witterungseinflüssen gegeben ist.
Jain - auf der einen Seite mag der Bewuchs eine Schutzfunktion haben, ich
würde aber eher auf eine schädigende Wirkung auf die Oberfläche
der
Dachsteine tippen: Erhöhung der Oberfläche (Rauhigkeit) längere
Feuchteeinwirkung, Frostsprengungen etc. pp. - wie alt ist denn die
Dachdeckung?
Steffen
--
Dieser Beitrag kann Übertreibungen, ironische Bestandteile und seltsame
Zeichenfolgen enthalten.
Algen + Moos + Flechten + Dachziegel = Patina oder zukuenftiger Bauschaden
Harald Maedl wrote:
> Ich persönlich vermute, dass ein Bewuchs auf Dachziegeln eher
die
> Haltbarkeit der Dächer erhöht, da ein gewisser
Schutz vor
> Witterungseinflüssen gegeben ist.
der Bewuchs kann den Wasserabfluss beeinträchtigen (insbesondere
Moospolster, und zusätzlich alles was an derartigen Hindernissen
noch
hängenbleiben mag) - statt kontrollierter Wasserableitung kann
so eine
Ãśberflutung der Fälze zustandekommen, trotz
völlig intakter Dachsteine
Betondachsteine sind wesentlich rauer als Ziegel, da entwickelt sich der
Biofilm schneller - insbesondere Flechten auf der Sonnenseite
können auch
wunderschön aussehen (finde ich)
Thomas
Algen + Moos + Flechten + Dachziegel = Patina oder zukuenftiger Bauschaden
Steffen Stein wrote:
> Harald Maedl schrieb:
>
>> Ich habe auf dem Dach (Benders Betondachsteine) recht starken
>> Biobewuchs, also Flechten, Moose und Algen.
> Was für Bewuchs, der nicht "Bio" ist, kennst Du?
Ich meinte Biofilm.
>> Nun hört man immer wieder, dass solcher Bewuchs die Dachfunktion
>> beeinträchtigen könnte. In erster Linie werden eine
verringerte
>> Fähigkeit zur Dampfdiffusion genannt.
> das ist Humbug, die Dachsteine haben damit nix zu tun, die
> diffusionsrelevanten Schichten enden i.d.R in der Luftschicht zwischen
> Dachstein und Unterspannbahn, manchmal sogar unter der USB
Kannst du "Humbug" z.B durch einen Link erläutern? Ich dachte
bisher,
dass die Dampfdiffusion bei Dachziegel/Dachbausteinen ein Thema sei.
Unter anderem deswegen, weil imho eine Dampfdurchlässigkeit der
Dachbedeckung wichtig für die Frostbeständigkeit der Dachbedeckung
sind.
Es gibt hierzu eine Reihe von Untersuchungen z.B. vom Fraunhofer
Institut, von denen ich allerdings nur die Kurzfassung kenne.
>> Ich persönlich vermute, dass ein Bewuchs auf Dachziegeln eher die
>> Haltbarkeit der Dächer erhöht, da ein gewisser Schutz vor
>> Witterungseinflüssen gegeben ist.
> Jain - auf der einen Seite mag der Bewuchs eine Schutzfunktion haben,
> ich würde aber eher auf eine schädigende Wirkung auf die
Oberfläche
> der Dachsteine tippen: Erhöhung der Oberfläche (Rauhigkeit)
längere
> Feuchteeinwirkung, Frostsprengungen etc. pp. - wie alt ist denn die
> Dachdeckung?
Ok, das ist die göbngige Meinung, insbesondere zu lesen bei Firmen die
Dachsanierungen etc anbieten. Allerdings wird vielerorts genau das
Gegenteil gesagt. Das ist ja der Grund, warum ich hier nachfrage.
Vielleicht kennt jemand seriöse wissenschaftlcihe Arbeiten hierzu.
Zum Alter des Daches: 9 Jahre
Grüße
Harald
Algen + Moos + Flechten + Dachziegel = Patina oder zukuenftiger Bauschaden
Thomas Graser wrote:
> Harald Maedl wrote:
>
>> Ich persönlich vermute, dass ein Bewuchs auf Dachziegeln eher die
>> Haltbarkeit der Dächer erhöht, da ein gewisser Schutz vor
>> Witterungseinflüssen gegeben ist.
> der Bewuchs kann den Wasserabfluss beeinträchtigen (insbesondere
> Moospolster, und zusätzlich alles was an derartigen Hindernissen noch
> hängenbleiben mag) - statt kontrollierter Wasserableitung kann so
eine
> Überflutung der Fälze zustandekommen, trotz völlig intakter
Dachsteine
Gut, das habe ich kontrolliert, so fortgeschritten ist "Verflechtung"
bzw Bemoosung noch nicht.
> Betondachsteine sind wesentlich rauer als Ziegel, da entwickelt sich
> der Biofilm schneller - insbesondere Flechten auf der Sonnenseite
> können auch wunderschön aussehen (finde ich)
Ja, ich nenne das immer Alterspatina. Der Mensch bekommt graue Haare
und hat sich diese meistens auch redlich verdient. Bei Häusern ist das
im Prinzip nicht anders. Zumindest sehe ich das so.
Grüße
Harald
Algen + Moos + Flechten + Dachziegel = Patina oder zukuenftiger Bauschaden
Harald Maedl schrieb:
> Steffen Stein wrote:
>> Harald Maedl schrieb:
>>
>>> Ich habe auf dem Dach (Benders Betondachsteine) recht starken
>>> Biobewuchs, also Flechten, Moose und Algen.
>> Was für Bewuchs, der nicht "Bio" ist, kennst Du?
>
> Ich meinte Biofilm.
>
>>> Nun hört man immer wieder, dass solcher Bewuchs die
Dachfunktion
>>> beeinträchtigen könnte. In erster Linie werden eine
verringerte
>>> Fähigkeit zur Dampfdiffusion genannt.
>> das ist Humbug, die Dachsteine haben damit nix zu tun, die
>> diffusionsrelevanten Schichten enden i.d.R in der Luftschicht zwischen
>> Dachstein und Unterspannbahn, manchmal sogar unter der USB
>
> Kannst du "Humbug" z.B durch einen Link erläutern?
Nö, zu faul zum Suchen, ich erläutere es Dir lieber so.
> Ich dachte bisher,
> dass die Dampfdiffusion bei Dachziegel/Dachbausteinen ein Thema sei.
sagen wir mal so: für die Diffusion vom Innenraum nach Aussen spielt bei
den
üblichen Dachaufbauten die Dachdeckung keine Rolle, da diese
hinterlüftet
ist (nicht zu verwechseln mit Dachdichtung). Dass eine erhöhte Luftfeuchte
in der Luftschicht unter dem Dachstein zu einer wesentlich höheren
Frostempfindlichjeit der Steine führt kann ich mir persönlich nicht
vorstellen und in der Praxis müssten dann hochgebrannte oder gar glasierte
Ziegel wesentlich kürzer haltbar sein als andere Dachsteine - was aber
eben
nicht der Fall ist. Als wichtigster Feuchteeintrag bei Dachdeckungen kommt
eigentlich nur Niederschlag in Frage. - Und dann kommt es eben darauf an
wie gut das Wasser in den Stein eindringen kann und wie schnell er wieder
trocknet.
> Unter anderem deswegen, weil imho eine Dampfdurchlässigkeit der
> Dachbedeckung wichtig für die Frostbeständigkeit der
Dachbedeckung sind.
Ah, jetzt kommen wir der Sache näher, gemeint ist hier warscheinlich das
Austrocknungsverhalten, wenn der Stein erstmal nass geworden ist - schrieb
ich ja auch unten mit anderen Worten.
> Es gibt hierzu eine Reihe von Untersuchungen z.B. vom Fraunhofer
> Institut, von denen ich allerdings nur die Kurzfassung kenne.
Und was hat Frauenhofer denn nun dort genau untersucht? Den
Diffusionsdurchgang durch Dachsteine oder deren Trocknungsverhalten? Wenn
man die Ergebnisse interpretieren und nutzen will muss man schon wissen was
da eigentlich untersucht wurde.
>>> Ich persönlich vermute, dass ein Bewuchs auf Dachziegeln eher
die
>>> Haltbarkeit der Dächer erhöht, da ein gewisser Schutz
vor
>>> Witterungseinflüssen gegeben ist.
>> Jain - auf der einen Seite mag der Bewuchs eine Schutzfunktion haben,
>> ich würde aber eher auf eine schädigende Wirkung auf die
Oberfläche
>> der Dachsteine tippen: Erhöhung der Oberfläche (Rauhigkeit)
längere
>> Feuchteeinwirkung, Frostsprengungen etc. pp. - wie alt ist denn die
>> Dachdeckung?
>
> Ok, das ist die göbngige Meinung, insbesondere zu lesen bei Firmen
die
> Dachsanierungen etc anbieten.
Um Himmels willen, lass Dir blos keine Pampe zum Draufschmieren andrehen,
eine ordentliche Dachsanierung macht man in dem man die Dachsteine
austauscht, bei alten Ziegeldeckungen kann es sich sogar lohnen nur
einzelne defekte Steine auszutauschen und den Rest ordentlich neu verlegt.
> Allerdings wird vielerorts genau das
> Gegenteil gesagt. Das ist ja der Grund, warum ich hier nachfrage.
> Vielleicht kennt jemand seriöse wissenschaftlcihe Arbeiten hierzu.
> Zum Alter des Daches: 9 Jahre
Pahh, das ist kein Alter, so lange da nix bröckelt würde ich mir da
erstmal
keine grösseren Sorgen machen. Betondachsteine können allerdings
nach
20-25 Jahren ihren Zenit bereits überschritten haben, Dachziegel halten
meist länger (abhängig von Umwelteinflüssen und
Ausgangsqualität).
Inwieweit der Bewuchs nun eine positive Wirkung (Schutz des Dachsteines vor
Umwelteinflüssen) hat und wie sich diese mit der längeren
Feuchteeinwirkung
(langsameres Austrocknen) gegenrechnet, weiss ich allerdings auch nicht.
Schau halt alle Jahre mal aufs Dach und wenn es anfängt auffälig zu
bröseln
hast Du noch so 2-4 Jahre um Dich um eine neue Eindeckung zu kümmern.
Steffen
--
Dieser Beitrag kann Übertreibungen, ironische Bestandteile und seltsame
Zeichenfolgen enthalten.
Algen + Moos + Flechten + Dachziegel = Patina oder zukuenftiger Bauschaden
"Harald Maedl" schrieb
Hallo Harald,
der Bewuchs speichert, wird er moosig, eher Feuchtigkeit,
und schädigt so eher das Dach im Zusammenhang mit
winterlichen Frösten... aber ich habe eine sehr stark bewachsene
Dachseite und der Effekt ist relativ gering.
Willst du den Bewuchs nicht hilft in der Regel Kupfer.
Einen Kupferdraht über das Dach spannen, unter-
halb des Firstes, und das Kupferoxid tötet den Bewuchs
ab (mit der Zeit)... muss man halt ausprobieren. Ich
persönlich mag Bewuchs auf dem Dach recht gerne, aber
sieht halt auf Tonziegel auch besser aus, Moos Sukkulenten,
Flechten, Stinkender storchenschnabel.. :)
Gruß sri.tobias
Algen + Moos + Flechten + Dachziegel = Patina oder zukuenftiger Bauschaden
> Der Bewuchs ging schlagartig vor etwa zwei
> Jahren los und mittlerweile kann man schon fast zusehen wie das Dach
> von dunkelrot zu gr
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