Als potentieller Bauherr eines freistehenden Einfamilienhauses habe ich
ergründet, daß das ins Auge gefaßte Grundstück ans
Gasnetz angeschlossen
werden kann. Meine Frau hatte aber, als die Rede darauf kam, Bedenken;
Gas käme ihr gefährlich vor.
Nun liest man ja ab und zu von verheerenden Gasexplosionen in Häusern
mit Gasanschluß.
- Wie ist die Sicherheit von Gasleitungen in Wohngebäuden
allgemein zu beurteilen, gibt es dazu Statistiken?
- Gibt es eine Möglichkeit, die Dichtigkeit von Leitungen
regelmäßig zu überprüfen? Ist das sinnvoll, was
muß man
für solch eine Überprüfung, die man wohl nicht selbst
vornehmen kann, so pi mal Daumen hinlegen?
Neben dem Punkt Gefährlichkeit spielt natürlich auch das Geld eine
Rolle. Das Haus soll eine Passivhaus werden, der Heizbedarf soll also
verhältnismäßig klein sein. Zusätzlich könnte man,
falls meine Frau ihre
Bedenken überwinden kann, Gas noch zum Kochen einsetzen. Beides -
Nachheizen, soweit der Sonnenkollektor nicht ausreicht, und Kochen -
würde sonst wohl mit Strom erfolgen.
- Was kostet heute etwa im Vergleich Energie - z.B. MJ oder
kWh oder welche Einheit auch immer - mit Strom und mit
Gas?
- Mit welchem ungefähren Betrag muß man für einen
Gasanschluß
vom Bürgersteig vor dem Haus bis in das Haus hinein rechnen?
A. Mehl
--
Albrecht Mehl |Absendekonto wird nicht gelesen; eBriefe an:
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Architektur
Gas ins Haus?
Gas ins Haus?
On Fri, 30 Nov 2007 09:41:07 +0100, Albrecht Mehl wrote:
> - Wie ist die Sicherheit von Gasleitungen in Wohngebäuden
> allgemein zu beurteilen, gibt es dazu Statistiken?
Ich wuerde die Sicherheit als recht hoch einstufen.
Du solltest bei der Beurteilung der Sicherheit mit einbeziehen, an wie
vielen der explodierten Anlagen laienhaft herumgepfuscht wurde - denn
das scheint die Hauptursache zu sein, wenn sich z.B. jemand einen
kostenlosen Abzweig vor dem Zaehler reinbohrte...
> - Gibt es eine Möglichkeit, die Dichtigkeit von Leitungen
> regelmäßig zu überprüfen? Ist das sinnvoll, was
muß man
> für solch eine Überprüfung, die man wohl nicht selbst
> vornehmen kann, so pi mal Daumen hinlegen?
Eine Dichtigkeitspruefung bis hin zum Zaehler scheint ausgeschlossen.
Fuer eine Dichtigkeitspruefung ab dem Zaehler weg scheinen die
Moeglichkeiten zu fehlen - dafuer muesste ja hinter dem Zaehler ein
eigener Abzweig gelegt werden.
Es muesste aber sehr einfach sein, an der Gassteckdose einen Manometer
einzustecken, den Gashahn zu verschliessen, dann den Druckabfall am
Manometer zu beobachten - damit weiss man, ob der aufgebaute Druck
zwischen Zaehler und Endverbraucher bleibt oder ob dort etwas
rausdringt. Anschliessend kann man den Druck ablassen und beobachten, ob
der Absperrhahn am Zaehler dicht haelt.
Ist es praktisch moeglich, dass der Absperrhahn genau so undicht ist,
dass dadurch der Druckverlust in der Leitung ausgeglichen wird, wie auch
dass sich kein Druck bei der drucklosen und evtl. undichten Leitung
aufbauen kann?
> Neben dem Punkt Gefährlichkeit spielt natürlich auch das Geld
eine
> Rolle. Das Haus soll eine Passivhaus werden, der Heizbedarf soll also
> verhältnismäßig klein sein. Zusätzlich könnte
man, falls meine Frau ihre
> Bedenken überwinden kann, Gas noch zum Kochen einsetzen. Beides -
> Nachheizen, soweit der Sonnenkollektor nicht ausreicht, und Kochen -
> würde sonst wohl mit Strom erfolgen.
Dann musst du aufpassen, dass du fuer Gas auch genug Verbrennungsluft in
die Kueche bekommst - durch ein offenes Fenster? -> Waerme raus, kein
Passivhaus mehr. Durch eine Lueftungsanlage? Wie geht denn der
Kuechendunst aus der Kueche raus?
> - Was kostet heute etwa im Vergleich Energie - z.B. MJ oder
> kWh oder welche Einheit auch immer - mit Strom und mit
> Gas?
Kommt auf den Wirkungsgrad an, wie du mit Gas heizt. Pauschal ist Gas
aus der Leitung schon erheblich billiger als ein Elektroherd. Mit
schlechten Toepfen auf einem schlechten Kochfeld wird Strom nochmals
teurer. Umgekehrt kommt aus einem Elektro-Wasserkocher schneller und
billiger das arme Wasser als aus einer Hausinstallation, wo du an einer
seltener genutzten Zapfstelle entweder viel Wasser rauslaufen lassen
musst, bis es warm kommt, oder wo du durch die Zirkulationsleitung, ihre
Laenge und Isolation und den Verbrauch der Zirkluationspumpe erhebliche
Verluste hast, um ueberhaupt Warmwasser bekommen zu koennen.
> - Mit welchem ungefähren Betrag muß man für einen
Gasanschluß
> vom Bürgersteig vor dem Haus bis in das Haus hinein rechnen?
1000 EUR? Das kommt sehr auf den oertlichen Versorger an und kann
vermutlich zwischen 0 und 5000 EUR liegen, solange das Haus nahe an der
Strasse liegt und dort Gasleitung existiert.
Schoenen Gruss
Martin
PS: wir haben Gasanschluss im Haus und kochen mit Flaschengas
Gas ins Haus?
"Albrecht Mehl" schrieb im
Newsbeitrag
news:5ra0l2F13dr0bU1@mid.individual.net...
>
> - Mit welchem ungefähren Betrag muß man für einen
Gasanschluß
> vom Bürgersteig vor dem Haus bis in das Haus hinein rechnen?
Sehr unterschiedlich, das die Gasversorger das teils massiv
subventionieren. Von nichts bis 20000 EUR, mit einem Mittelwert
(bei Neubaugebiet wo sowieso jeder angeschlossen wird) von ca.
2000 EUR, und das ist bereits subventioniert, die hoffen also
in der Zukunft das ueber den Gaspreis wieder reinzubekommen.
> - Was kostet heute etwa im Vergleich Energie - z.B. MJ oder
> kWh oder welche Einheit auch immer - mit Strom und mit
> Gas?
Nicht ganz up-to-date:
Energiekosten April 05
Hab mir anhand der momentan aktuellen Preise mal ausgerechnet wo die Preise je
kWh bei den unterschiedlichen Energieträgern liegen (Graz, April 05): Gas:
0,0525 ¤/kWh, Öl: 0,56¤/l / 10kWh/l = 0,0560¤/kWh,
Pellets: 0,17¤/kg / 4,5kWh/kg
= 0,0378¤/kWh, (vollständigkeitshalber - Strom Tag:
0,0920¤/kWh, Strom Nacht:
0,0660¤/kWh). Bei Mitbetrachtung des Wirkungsgrades (%) ergibt sich
effektiv/kWh: Gas (100%) = 0,0525¤, Öl (95%) = 0,0589¤,
Pellets (90%) = 0,0420¤.
> - Gibt es eine Möglichkeit, die Dichtigkeit von Leitungen
> regelmäßig zu überprüfen? Ist das sinnvoll, was
muß man
> für solch eine Überprüfung, die man wohl nicht selbst
> vornehmen kann, so pi mal Daumen hinlegen?
Sicher, alles eine Kostenfrage, vom simplen riechen, ueber das bessere
mit Leckmittel bespruehen, bis zum Drucktest.
Allerdings sollte man beruecksichtigen, dass historisch gesehen
Gasleitungen immer etwas undicht waren. So lange das Gas aus dem Haus
zieht, kein Problem. Heute werden Haeuser aber Blower-Door-Dicht gebaut,
da reichert sich das Gas bei kleinsten Undichtigkeiten an. Daher
empfiehlt es sich, den Bereich, in dem die Gasleitungen gefuehrt
werden, ausserhalb der Blower-Door Huelle zu fuehren, in der
Waermeisolation der Aussenwand, damit bei Lecks das Gas nach aussen
geht. In Laendern, die mehr Erfahrung mit Gas haben, wie Spanien,
ist z.B die nach aussen offene Gas(flaschen)lagerung Pflicht, auch
der Heizraum sollte belueftet sein.
Den Anschluss des Herdes hat man natuerlich trotzdem innendrin,
immerhin in dem Raum, aus dem die Lueftungsanlage ueber die
Dunstabzugshaube staendig absaugt.
> - Wie ist die Sicherheit von Gasleitungen in Wohngebäuden
> allgemein zu beurteilen, gibt es dazu Statistiken?
Unfaelle passieren eigentlich nur bei verlotterten Leitungen oder
wenn dran rumgefummelt wird.
--
Manfred Winterhoff
Gas ins Haus?
Hallo,
bezüglich der Sicherheit brauchst man keine Bedenken zu haben.
Wenn ein Passivhaus geplant ist würde ich alternative Techniken, wie z.B.
Wärmepumpen in meine Überlegungen mit einbeziehen. Die
Preissteigerungen für
Öl, Gas & Co sind derzeit für jeden gut mitzuverfolgen.
Für die Kosten holt man sich vom Versorger erst mal ein Angebot. Wobei die
Baukosten hier zumindest den geringsten Teil ausmachen. Deutlicher schlägt
der Baukostenzuschuß zu buche, der unterschiedlich ausfallen kann.
Gruß
Adrian Herrmann
Gas ins Haus?
On 30 Nov., 11:51, Martin Trautmann wrote:
> Dann musst du aufpassen, dass du fuer Gas auch genug Verbrennungsluft in
> die Kueche bekommst - durch ein offenes Fenster? -> Waerme raus, kein
> Passivhaus mehr. Durch eine Lueftungsanlage? Wie geht denn der
> Kuechendunst aus der Kueche raus?
Richtig, eine normale Combitherme bringt man bei einem Passivhaus mit
kontrollierter Wohnrauml
Gas ins Haus?
Martin Trautmann schrieb:
> Fuer eine Dichtigkeitspruefung ab dem Zaehler weg scheinen die
> Moeglichkeiten zu fehlen - dafuer muesste ja hinter dem Zaehler ein
> eigener Abzweig gelegt werden.
Die Dichtigkeit der vom Fachbetrieb neu verlegten Leitungen wurde
in meinem Haus anschließend vom Gasversorger überprüft. Das war
beim Hausanschluß preislich inklusive (der kostete vor 8 Jahren
rund 2000,- DM).
Gas ins Haus?
Albrecht Mehl schrieb vorher:
> - Wie ist die Sicherheit von Gasleitungen in Wohngebäuden
> allgemein zu beurteilen, gibt es dazu Statistiken?
Also, die Innenstadt Berlins ist seit etwa 1900 flächendeckend an
Gas angeschlossen und steht noch, trotz Bomben, Bauarbeiten und
ständiger Gasherd- und -heizungsbenutzung.
Man kann also davon ausgehen, daß es sicher ist, wenn die
Leitungen richtig verlegt werden.
Ja, es sind schon Häuser in die Luft geflogen. In der Regel wurde
da dann aber absichtlich rumgepfuscht.
> - Gibt es eine Möglichkeit, die Dichtigkeit von Leitungen
> regelmäßig zu überprüfen?
Also, ich wohne seit 10 Jahren in einem Haus mit Gasanschluß und
in der Zeit hat das keiner überprüft. Das wird wohl unnötig
sein,
wenn es richtig gebaut und einmal überprüft worden ist.
Zum Kostenvergleich kann ich nichts sagen, nur, daß ein Gasherd
ideal zum Kochen ist, weil man mit nichts anderem derart fein und
sofort die Temperatur regulieren kann.
Gas ins Haus?
> Zum Kostenvergleich kann ich nichts sagen, nur, daß ein Gasherd
> ideal zum Kochen ist, weil man mit nichts anderem derart fein und
> sofort die Temperatur regulieren kann.
Es gibt ernstzunehmende Aussagen, dass ein Induktionsherd einem Gasherd in
vielen Aspekten ebenbürtig oder sogar überlegen ist. Hier ein link zu
wikipedia
http://de.wikipedia.org/wiki/Induktionsherd (womit nicht
gesagt sein soll, dass
wiki immer recht hat.)
Bernd
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