Architektur

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Re: Grasdach

"Tobias"
2003-07-07 00:51:38

Hi Ralf,

kann mich da bloemker anschließen, ist kei nProblem

- Krümelt von dem Dach bei starkem wind eventuell etwas Erde herunter?

hängt vom Unterbau ab.

- Muß man sich etwa auf besonders viele Spinnen oder Stechmücken
in dem Haus gefaßt machen?

Nein.

- muß die Regenrinne öfters gereinigt werden, als bei einem normalen
Ziegeldach? Wie oft?

Hängt mehr vom umliegenden Baumbestand ab, als vom Gründach.

- muß nach strengem Winter die Vegetation neu angepflanzt werden?

Nein

- Da ich nun selber schon auf Flachdächern, auf denen eigentlich gar
nichts wachsen sollte kleine Birken ausgerissen habe, interessiert
mich, ob man da bei einem Grasdach öfters Begehungen durchführen muß
oder gar Unkraut jäten erforderlich ist.

Nein

Einige Sukkulenten, auch die Fetthennen, sind sehr genügsam. Leider
weiß ich nicht, wie meine Lieblinge heißen (sehen trichterförmig aus,
wie ne Blüte in grün - und treiben lauter kleine Plänzchen aus an ner
Nabelschnur nach allen Seiten). Diese wachsen auf dem bloßen
Stein, so daß Du wohl nicht mal ein großartiges Substrat brauchst.

Außerdem kann man die verkaufen. Sah sie letztens im Baumarkt
für 50 Cent das Stück. Und einige werfen im Jahr so 8 - 12 Junge.
Das ist kein schlechtes Geschäft :-)

Gruß

Tobias


Re: Grasdach

"Stephan Romahn"
2003-07-07 08:49:32

Hallo Ralf,

>Plane zur Zeit ein Einfamilienhaus, als Dach ist ein Grasdach mit
>Extensivbegrünung im Gespräch. Welche Erfahrungen habt ihr damit
>gesammelt?

Viele, ich mache nichts anderes als mcih mti grünen Dächern zu befassen ;-)

Willst Du wirklich GRASvegetation oder extensive Begrünung mit Sedum (evtl.
plus Blütenkräuter plus Gräser) ?
Optisch ansprechende Grasdächer funktionieren bei uns wegen unseres
trockenen Klimas in der Regel nicht: Die schönen Bildchen sind entweder aus
Skandinavien oder aus von hiesigen Dächern im Mai. Im Sommer sieht ein
Grasdach hier aus wie Serengeti-Steppe, bzw. wie ein nicht abgeerntetes
Getreidefeld....
Zudem braucht Grasvegeaterion hohe Substratschichtdicke (= viel Gewicht,
viel Kosten ! ). Dünnschictigere extensive Vegetation geht leichter und
sieht besser aus .

>Den Bauherrn und mich interessieren z. B. folgende Aspekte:
>- Krümelt von dem Dach bei starkem wind eventuell etwas Erde herunter?

Wie soll denn das Dach aussehen, wie ist das Gefälle ?
Bei flachem Gefälle "krümelt nichts herunter", nur in der Anfangsphase kann
in den Eck und Randbereichen evtl der windwog siene Kraf zeigen, wenn der
Planer fuscht.
Bei steilen Dächern muss man was gegen das "krümeln" tun. Meist sind da
vorkutliveirte Vegetationsmatten zum eRosionsschutz angesagt.

>- Muß man sich etwa auf besonders viele Spinnen oder Stechmücken
in dem Haus gefaßt machen?
Eindeutig nein.

>- muß die Regenrinne öfters gereinigt werden, als bei einem normalen
Ziegeldach? Wie oft?

Wie bei jedem Dach sollte man ein bis zweimal im Jahr an gewisse Punkte
sehen.

>- muß nach strengem Winter die Vegetation neu angepflanzt werden?

Wenn die Vegetation passt, dann auf keinen Fall. Sehr ungünstige Witterung
kann natürlich die Vegetationsentwicklung beeinflussen. Ich habe das dieses
Jahr auf meinen Dächern und auf den vielen tausend Quadratmetern meiner auf
Dachbegrünng spezialisierten Gärternei erlebt.... Aber im Frühjahr grünt es
dann schnell wieder.

>- Da ich nun selber schon auf Flachdächern, auf denen eigentlich gar
nichts wachsen sollte kleine Birken ausgerissen habe, interessiert
mich, ob man da bei einem Grasdach öfters Begehungen durchführen muß
oder gar Unkraut jäten erforderlich ist.

Ein bis zwei Gänge ja Jahr sind normal. Bei richtigem Dachaufbau regelt die
Trockenheit auch etwas den unerwünschten Fremdbewuchs.


Freundliche Grüße

Stephan Romahn
Garten- und Landschaftsarchitekt
--
http://www.srgruenhaus.de
Ökologische Dachbegrünung Know how, Material und Grün aus Naturland
anerkanntem ökologischen Gartenbau


Re: Grasdach

"Tobias"
2003-07-07 10:02:58

Hi Ralf,

>tja, eine Frage ist mir noch eingefallen, der Bauherr und ich überlegen,
>ob wir den Flur mit etwas Licht durchs Dach aufwerten sollen. Beim
>Gründach würde man dann ja wohl das DFF mit min. 25cm Sockel aus der
>Krautebene herausholen und auch einen 25 cm breitn Steifen ohne Substrat
>ums DFF ausbilden, damit die ganzen Kräuter draußen bleiben, oder?

dazu frag vielleicht mal den Stephan Romahn.
Ab und zu hier, leider krieg ich seine page nicht
auf:

http://www.sr-gruenhaus.de/

Jedenfalls kennt der sich mit Dachbegrünungen wohl
am besten hier aus, und macht sowas auch

Gruß

Tobias


Re: Grasdach

"Rainer Schaub"
2003-07-07 10:00:55

Hi Tobias
> Hi Ralf,
>
>> tja, eine Frage ist mir noch eingefallen, der Bauherr und ich
>>


Re: Grasdach

"Stephan Romahn"
2003-07-07 10:39:19

Hallihallo,

> >tja, eine Frage ist mir noch eingefallen, der Bauherr und ich überlegen,
> >ob wir den Flur mit etwas Licht durchs Dach aufwerten sollen. Beim
> >Gründach würde man dann ja wohl das DFF mit min. 25cm Sockel aus der
> >Krautebene herausholen und auch einen 25 cm breitn Steifen ohne Substrat
> >ums DFF ausbilden, damit die ganzen Kräuter draußen bleiben, oder?

Nach den Regeln der Technik, den FLL Dachbegrünungsrichtlinien (zu kaufen
bei www.fll.de) sind Dachränder und anschlussbereiche vegetationsfrei zu
halten. Üblich sind Kiesstreifen oder Plattenbeläge. Sinn ist, daß man im
Fall des Falles leichter an die Ränder rankommt. Bei meinen eigenen Dächern
sehe ich immer, daß die Vegetation bis an den Rand wächst, darf das aber
nicht empfehlen. Wäre ein Planungsfehler ;-)))
>
> dazu frag vielleicht mal den Stephan Romahn.

Schon da !

> Ab und zu hier, leider krieg ich seine page nicht
> auf:
>
> http://www.sr-gruenhaus.de/

Gibt es derzeit nicht.
>
Aber http://www.srgruenhaus.de geht ;-)))

> Jedenfalls kennt der sich mit Dachbegrünungen wohl
> am besten hier aus,

Danke für die Blumen ;-)

>und macht sowas auch


Freundliche Grüße

Stephan Romahn
Garten- und Landschaftsarchitekt
--
http://www.srgruenhaus.de
Ökologische Dachbegrünung Know how, Material und Grün aus Naturland
anerkanntem ökologischen Gartenbau


Re: Grasdach

"Alexander Dreher"
2003-07-07 13:52:26

Stephan Romahn wrote:

> Plattenbeläge. Sinn ist, daß man im Fall des Falles leichter an die
> Ränder rankommt. Bei meinen eigenen Dächern sehe ich immer, daß die
> Vegetation bis an den Rand wächst, darf das aber nicht empfehlen.
> Wäre ein Planungsfehler ;-)))

Aber prinzipiell spräche nix dagegen, das ganze Dach zu begrünen, oder?
ich möchte noch meine Garage begrünen (Extensiv) und da ich teilweise
draufschauen kanne, möchte ich die Kiesränder so schmal (am besten gar
keine) wie möglich halten.
Empfiehlt es sich am Ablauf/Überlauf einen Bereich mit Kies anzubringen
oder ist auch das eher unnötig?

Gruß
Alex D.


Re: Grasdach

"Stephan Romahn"
2003-07-07 15:43:06

Hallo Alexander,

> > Plattenbeläge. Sinn ist, daß man im Fall des Falles leichter an die
> > Ränder rankommt. Bei meinen eigenen Dächern sehe ich immer, daß die
> > Vegetation bis an den Rand wächst, darf das aber nicht empfehlen.
> > Wäre ein Planungsfehler ;-)))
>
> Aber prinzipiell spräche nix dagegen, das ganze Dach zu begrünen, oder?

Prinzipiell beim EIGENEN Dach evtl. wenig bis nichts. Beim Dach eines Kunden
hingegen die als anerkannte Regeln der Technik, welche Fachleute als "FLL
Dachbegrünungsrichtiline2 kennen. Da steht ausdrücklich was von einem
vegetationsfreien Randstreifen, was auch Sinn machen kann.
Wer dies nicht beachtet begeht einen Planungs- und Ausfünrungsfehler....

> ich möchte noch meine Garage begrünen (Extensiv)

Bei MEINEM Dach sehe ich das lockerer, da ich mich alskunde gut kenne ;-)
Bei DEINEM Dach musst Du dir das selber überlegen ;-)

>und da ich teilweise
> draufschauen kanne, möchte ich die Kiesränder so schmal (am besten gar
> keine) wie möglich halten.
> Empfiehlt es sich am Ablauf/Überlauf einen Bereich mit Kies anzubringen
> oder ist auch das eher unnötig?

Bei der Entwässerung würde aus Sicherheitsgründen nicht schludern ! Wie
sieht die denn aus ?


Freundliche Grüße

Stephan Romahn
Garten- und Landschaftsarchitekt
--
http://www.srgruenhaus.de
Ökologische Dachbegrünung Know how, Material und Grün aus Naturland
annerkanntem ökologischen Gartenbau
>


Re: Grasdach

"Thorwald Brandwein"
2003-07-07 16:34:03

Alexander Dreher schrieb:

> Aber prinzipiell spräche nix dagegen, das ganze Dach zu begrünen, oder?
> ich möchte noch meine Garage begrünen (Extensiv) und da ich teilweise
> draufschauen kanne, möchte ich die Kiesränder so schmal (am besten gar
> keine) wie möglich halten.

Falls deine Garage am Haus angebaut ist, hat der unbewachsenee Streifen an
Übergang Dach-Wand (zumindest in einigen Bundesländern) eine
Brandschutzfunktion (so auch um Durchlässe/Lichtöffnungen)..
Aber dahin sieht man aus dem Fenster ja sowieso eher selten - von unten
nie....

Den Dachrand habe ich bei meinem (inzwischen 17-18 Jahre alten)
Versuchsdach
(ursprünglich Gras/Kräuter, inzwischen selbstandig auf dem Weg zum
Sedum-Kräuter-Grasdach) nicht frei gehalten - das Substrat liegt bis an den
Dachrand heran und so ist der Bewuchs auch von unten her sichtbar.

Allerdings hab ich ein 5%Gefälle und auf den Traufseiten ist randseits eine
Drainage unter dem Substrat eingebaut - d.h. hier ist die Substratstärke
erheblich geringer. Tut meinem Bewuchs aber nichts....
Apropos Pflege: Ich unterlasse fast jede Wartung und zur Kontrolle
bescheide ich mich mit gelegentlichen Blicken aus dem Fenster. Etwa jedes
dritte Jahr entferne ich mal vertrockenete Pflanzenreste (größtenteils
Grashalme) mit einem Laubbesen -womit gleichzeitig die eingewanderten
Sedumsprossen ein
wenig durcheinanderkommen und etwas schneller das Gras verdrängend. Zwei
mal habe ich bisher ein/zwei Kiefern ausreißen müssen.... Da ich (für
heutige Verhältnisse) einen eher ungewöhnlich dicken Substrataufbau (Basis
Lava
verschiedener Körnungen) habe, kann ich mir damit ruhig Zeit lassen, bis
ich an solchem Fremdberwuchs "was zum Anpacken" habe.
Diese "Pflege-/Wartungsarbeiten" dauern auf keinen Fall eine ganze Stunde
(pro 75 m²) und ich glaube kaum,
dass ich nach Fertigstellung des Daches öfter als 20 x drauf war - weit
überwiegend allerdings um irgendwelche Bälle zurückzuholen....;-)
Das von mir seinerzeit gesäte buschige Gras (damals waren Grasdächer noch
"in") stammt allerdings aus Hochlagen der Alpen und ist Extremklima
einigermaßen gewöhnt. Am Herkunftsort wird es zwar etwa einen m hoch, bei
mir aber nur bis max etwa 30 cm - das so passt ganz gut.... Es ändert eher
die Farbe als die Form und übersteht einigermaßen ansehnlich den nassen
Herbst und auch die meisten (hier eher lächerlichen) Schneefälle. Anfang
habe ich es bei Trockeheit/Hitze bewässert, aber das hat sich schnell als
eher schädlich
erwiesen. Allgemein rate ich aber vom doch eher "fimschigen" Gras als
Dachbewuchs ab.

Kurz: Bei einem Garagendach sehe ich keine Erfordernis, einen ausgeprägt
kahlen Rand herzustellen, nur weiß ich nicht, wie die Entwässerung im
Detail bei aktuellen Systemen gelöst ist. Aber selbst wenn da ein Platten-
oder Kiesstreifen standardmäßig verbaut werden sollte, wird sich über kurtz
oder lang schon ein geeigneter Bewuchs finden oder von selbst einstellen,
der dies kaschiert.

> Empfiehlt es sich am Ablauf/Überlauf einen Bereich mit Kies anzubringen
> oder ist auch das eher unnötig?

Dafür gibt es heutzutage auch spezielle Details - i.d.R. aus Kunsstoff. Ich
hab dazu seinerzeit Edelstahl"metalltuch" (von Dürener Firma, die
vorrangig Filter produziert) und Drainagerohr verwandt. Vermutlich ist das
Edelstahlzeugs inzwischen großteils weg, als Filter für Regenwasser
(Tonneneinlauf) ist es jedenfalls nicht langzeitbeständig gewesen....

Grüße
Thorwald Brandwein

--
www.biotekt.de