Hallo!
Ich habe ein paar Fragen zum Thema
"flächenbezogener Jahresprimärenergiebedarf",
"flächenbezogener Jahresheizwärmebedarf" und
"flächenbezogene CO2-Emissionen gemäß KfW"
VOR und NACH einer Sanierung eines Gebäudes.
Ich lese gerade das Heft "Haus & Grund BW
Spezial 08" und da wird viel Werbung für
die wärmetechnische Sanierung gemacht.
Hier kommen die ob.gen. Begriffe vor und
zwar mit den Werten:
VOR der Sanierung:
flächenbezogener Jahresprimärenergiebedarf
= 406,99 kWh/qm a
flächenbezogener Jahresheizwärmebedarf
= 155,99 kWh/qm a
flächenbezogene CO2-Emissionen gemäß KfW
= 62,39 kg/qm a
NACH der Sanierung:
flächenbezogener Jahresprimärenergiebedarf
= 170,41 kWh/qm a
flächenbezogener Jahresheizwärmebedarf
= 70,19 kWh/qm a
flächenbezogene CO2-Emissionen gemäß KfW
= 21,06 kg/qm a
Nun meine (wahrscheinlich falsche) Inter-
pretation:
Der "Jahresheizwärmebedarf" errechnet sich
aus den Gebäude-Daten.
Aufgrund des Wirkungsgrades der Hzg. komme
ich zum "Jahresprimärenergiebedarf".
Und nun daraus wiederum ergibt sich die
"CO2-Emission".
Das "eta" vor der S. ist ca. 38 %; das kann
ich noch verstehen (18 J. alter Gaskessel!).
Das "eta" NACH der S. ist ca. 41 %; das kann
ich NICHT verstehen (neuer Gasbrennwertkessel!).
Und noch weniger kann ich die angegebenen
"CO2-Emissionen gemäß KfW" verstehen/nachvoll-
ziehen: M.M. nach entsteht aus 1 cbm Gas immer
die gleiche Menge CO2, ganz egal, ob alter oder
neuer Kessel! Leider ist dies beim vorliegenden
Artikel nicht der Fall!
Schon mal danke für Eure "Aufklärung"!:))
cu Helmut
Architektur
Begriffs-Klaerung: Energiebedarf vor und nach Sanierung
Begriffs-Klaerung: Energiebedarf vor und nach Sanierung
Der Heizwärmebedarf ist sind die kWh die für Heizung und Warmwasser
verbraucht werden.
Egal ob Strom, Öl, Gas, Holz.
Der Primärenergiebedarf ist die Energiemenge, welche aus an fossiler
Energie
aus der Erde herausgeholt wird.
Strom hat einen Primärenergiefaktor von 2,7, Öl 1,1 und Holz 0,2.
Wenn ich also aus einem Haus die Nachtspeicher Öfen herausschmeiße
und eine
Holzfeuerung einbaue verringere ich damit also den Primärenergieverbrauch
rund auf ein Zehntel von vorher.
(Nur als grobe Rechnung um das Prinzip zu erklären)
Alles klar?
Begriffs-Klaerung: Energiebedarf vor und nach Sanierung
"Christoph" schrieb vorher:
>Der Heizwärmebedarf ist sind die kWh die für Heizung und
Warmwasser
>verbraucht werden.
Geht da einfach nur der aktuelle Verbrauch ein? Dann ließe sich
dieser ja einfach durch "Haus nicht heizen und kalt duschen"
senken, und man könnte einfach die Heizrechbnungen heranziehen..
hm, wird da echt nichts anderes einbezogen?
>Egal ob Strom, Öl, Gas, Holz.
>Der Primärenergiebedarf ist die Energiemenge, welche aus an fossiler
Energie
>aus der Erde herausgeholt wird.
>Strom hat einen Primärenergiefaktor von 2,7, Öl 1,1 und Holz 0,2.
>Wenn ich also aus einem Haus die Nachtspeicher Öfen
herausschmeiße und eine
>Holzfeuerung einbaue verringere ich damit also den
Primärenergieverbrauch
>rund auf ein Zehntel von vorher.
>(Nur als grobe Rechnung um das Prinzip zu erklären)
Ah, es werden also wieder die Holzheizungen angeworfen, kein
Wunder, daß die Qualmwolken wieder über den Tälern stehen..
Durch einen besseren Brennkessel mit mehr Wirkungsgrad müßte sich
aber auch bereits eine Heiz- und Flächenwärmebedarfseinsparung
erreichen lassen, oder nicht?
Begriffs-Klaerung: Energiebedarf vor und nach Sanierung
Alfred Flaßhaar schrieb:
> Nun must Du Dir selber einen Reim auf die Wichtigkeit der berechneten
> Werte machen. Banken orientieren sich daran. Ich persönlich ziehe in
> jedem Fall die Planung eines Ingenieurbüros für
Klima/Heizung/... vor.
> Das ist aus meiner Sicht näher an der technischen und
wirtschaftlichen
> Realität.
Wir raten momentan den Bauherrn gerade fertig werdender
Nichtwohn-Gebäude (Baugenehmigungen wurden zwischen 2002 und 2005
erteilt, Energiepass muss noch nicht erstellt werden) vorläufig von der
Ausstellung der Ausweise ab, weil hierfür noch keine erstellt werden
müssen und raten stattdessen:
1. zum Abwarten ob sich die Gesetzesgrundlage nicht kurzfristig wieder
ändert
2. zur Erstellung verbrauchsorientierter Nachweise nach frühestens zwei
Jahren tatsächlicher Nutzung, weil sie sonst zwar "richtig" im
Sinne der
ENEV aber praktisch nutzlos sind.
--
Rolf Sonofthies
Begriffs-Klaerung: Energiebedarf vor und nach Sanierung
Helga Schulz schrieb:
> Geht da einfach nur der aktuelle Verbrauch ein? Dann ließe sich
> dieser ja einfach durch "Haus nicht heizen und kalt duschen"
> senken, und man könnte einfach die Heizrechbnungen heranziehen..
> hm, wird da echt nichts anderes einbezogen?
Das ist ja auch der Grund, warum leider Gottes so viele lieber die
theoretischen Rechnenwege bevorzugen, als auf den tatsächlichen
Verbrauch der Bewohner in den vergangenen Jahr zu schauen.
Viele, auch hier im Forum rechnen halt lieber (nix) für ungut...
Genauer als über Nachweis gehts m.E. kaum, denn wer duscht schon nur
kalt und heizt die Hütte nicht???
In den Rechenwegen hingegen liegen viel mehr Variablen und
Verallgemeinerungen, Rundungen und Annahme etc. als daß diese der
Weißheit letzter Schluß sein können. Aber das geht nun mal
nicht anders.
> Ah, es werden also wieder die Holzheizungen angeworfen, kein
> Wunder, daß die Qualmwolken wieder über den Tälern
stehen..
Warum meinst DU, daß Kaminöfen so "In" sind?
Aber nachdem das die Grünen wieder spitz gekriegt haben, will man jetzt
ja auch den Holzverbrennern wieder einen Strich durch die Rechnung
machen und will die Kaminöfen besteuern. Deshalb warte ich momentan
nochmal mit der Anschaffung des selbigen...
Naja, so gings ja auch mit dem Diesel. kaum hat sich jeder ein
Diesel-Kfz angeschafft, wurde auch Diesel teurer...
> Durch einen besseren Brennkessel mit mehr Wirkungsgrad müßte
sich
> aber auch bereits eine Heiz- und Flächenwärmebedarfseinsparung
> erreichen lassen, oder nicht?
Ja.
Das ist ja der Witz an der ganzen Sache. Mit der neue EnEv hatte man es
z.T. leichter als mit der alten WSVO, weil eben die Art der Verbrennung
auch zählt.
Trotzdem, dass ich auch den ganzen Schmarrn kenne und können muss, es
ist und bleibt reine Rechnerei.
Ich darf nochmal auf den Heizkostenvergleich von ö.b.u.v.
Sachverständiger Prof. Dipl.-Ing. Jens Fehrenberg hinweisen:
http://www.konrad-fischer-info.de/7fehrtab.htm
(Tabelle Heizkosten ungefähr in der Mitte der Seite)
Denken geht vor Rechnen!
...in diesem Sinne, weiter viel Spaß!
--
Ciao, SVEN
<FAQ: de.sci.architektur>
<http://dsa.bau-wesen.de>
Begriffs-Klaerung: Energiebedarf vor und nach Sanierung
Helga Schulz schrieb:
> Durch einen besseren Brennkessel mit mehr Wirkungsgrad müßte
sich
> aber auch bereits eine Heiz- und Flächenwärmebedarfseinsparung
> erreichen lassen, oder nicht?
Zumindest werden Kosten gespart, unabhängig von der Dämmung, wie es
scheint. Was will man mehr?
http://www.siedlerbund.de/bv/on7654
--
Ciao, SVEN
<FAQ: de.sci.architektur>
<http://dsa.bau-wesen.de>
Begriffs-Klaerung: Energiebedarf vor und nach Sanierung
Sven Schelhorn schrieb:
> Ich darf nochmal auf den Heizkostenvergleich von ö.b.u.v.
> Sachverständiger Prof. Dipl.-Ing. Jens Fehrenberg hinweisen:
> http://www.konrad-fischer-info.de/7fehrtab.htm
> (Tabelle Heizkosten ungefähr in der Mitte der Seite)
>
> Denken geht vor Rechnen!
Eben, und zwar gerade bei Herrn Fischer, welcher beispielsweise
überzeugt wie falch aus der Wärmekapazität von Baustoffen deren
Wärmeleitfähigkeit ableitet. Nicht jede abweichende
Minderheitsmeinung
zeugt gleich von "Querdenken".
--
Rolf Sonofthies
Begriffs-Klaerung: Energiebedarf vor und nach Sanierung
"Sven Schelhorn" schrieb im Newsbeitrag
news:fr149h$k02$1@online.de...
>
> Genauer als über Nachweis gehts m.E. kaum
Es sei denn, die Wohnung war vorehr unbewohnt deor anders genutzt,
dann kann man schoen schummeln :-)
> Aber nachdem das die Grünen wieder spitz gekriegt haben, will man
jetzt ja
> auch den Holzverbrennern wieder einen Strich durch die Rechnung machen und
> will die Kaminöfen besteuern. Deshalb warte ich momentan nochmal mit
der
> Anschaffung des selbigen...
Du siehst, Vernunft wirkt.
> Naja, so gings ja auch mit dem Diesel. kaum hat sich jeder ein Diesel-Kfz
> angeschafft, wurde auch Diesel teurer...
Nun, Diesel ist ja auch bewusst zu Subventionierung des gewerblichen
Verkehrs weniger hoch besteuert, daran wollten halt einige PKW-Benutzer
teilhaben, und prompt hat man denen die PKW-Steuer hoehergesetzt,
denn du sollst nicht begehren des anderen Subvention... (schliesslich
haben nur Fuhrunternehmer und nicht Hans Meier den Verkehrsminister
bestochen).
> Ich darf nochmal auf den Heizkostenvergleich von ö.b.u.v.
Sachverständiger
> Prof. Dipl.-Ing. Jens Fehrenberg hinweisen:
> http://www.konrad-fischer-info.de/7fehrtab.htm
> (Tabelle Heizkosten ungefähr in der Mitte der Seite)
> Denken geht vor Rechnen! ...in diesem Sinne, weiter viel Spaß!
Genau, ich zitiere zu Heizenergie:
"im Januar 1983 (!!), durchschnittliche Außentemperatur 25
°C"
Wo soll das gewesen sein ? In Brasilien ?
Das man bei durchschnittlich 25 GradC Aussentemperatur keinen
sinnvollen Heizkostenvergleich hinbekommt, ist doch wohl logisch.
--
Manfred Winterhoff
- Zwei feindliche Lager nach Einführung des modernen Stils in der Zeit um das Jahr 1900: bleibt er eine Episode od er nicht?
- Schallschutz: Rolläden und GurtdurchfÃźhrung
- Der Beginn des Aufbaus moderner Verkehrsdrehscheiben im 19.Jahrhundert: England leistet Pionierarbeit und dient als Vorbild
- weltweite Energieorgie: riesiges Erdölfeld vor der Küste Brasiliens
- Der Beginn des Aufbaus moderner Verkehrsdrehscheiben im 19.Jahrhundert: Straßenbau, Wasserstraßenbau und Eisenb ahnbau
- Kritischer Geist steckt fest und findet nicht zum Ne uen: Wahrheit und Lüge in der deutschen Baukunst am Ende des 19.Jahrhunderts
- Der fundamentale Streit in der Moderne nach der Mitte des 19.Jahrhunderts: Neorenaissance oder Neugotik?
- Das Deutsche Gewölbemuseum recherchiert: die Bögen und Gewölbe des Rathauses in Berlin
- Stiers Rede von 1843 auf der Architektenversammlung zu Bamberg: Übersicht über die zu dieser Zeit vorherrschend en Architekturströmungen und auf was sie beruhen
- Die Erfindung des Anton Hirschberg: Methode zur Heiz ung mit der Sonnenhitze und Wärmespeicherung