Hi,
der Sozialstaat und das Solidarprinzip, das ich
über das existierende Maß befürworte und un-
terstütze, wird nicht an der Globalisierung zugrunde
gehen (wie teilweise vorgetragen) - auch nicht an
der Unfinanzierbarkeit, wie die Politik es zu sehen
beliebt ...
er steht und stirbt mit der Solidarität der Mitglieder.
Die eine zerstörende Variante ist eine Form von "Mißgunst
und Neid": "die machen sich ein schönes Leben
auf unsere Kosten" hinsichtlich von Hilfeempfängern
Die andere Variante ist der tatsächliche Mißbrauch,
dem ich leider auch sehr oft begegne.
Ein Sozialstaat kann eben nur bestehen durch
Eigenverantwortlichkeit der Mitglieder gegenüber
der Gemeinschaft, zumal die letztliche Unterscheidung
zwischen Not und Mißbrauch oft schwer möglich ist,
auch durch schwer nachvollziehbare persönliche
Bedingungen des Einzelnen bestimmt.
Ein weiteres Zerstörungsvariante ist der Umgang der
"Gemeinschaftsvertreter" mit den einzelnen Mitgliedern.
Dieser Umgang entspricht leider nicht oft dem
Prinzip einer "Solidarität" oder "Gleichheit", bzw.
er-
zeugt im Teilhaber ein Gemeinschaftsgefühl, sondern
vielmehr einem obrigkeitsstaatlichen Denken.
Als mir letztens (ich lasse die GEZ aus, um Tom zu
schonen :-) ) vom Finanzamt ein Zwangsgeld auferlegt
wurde, mit der Auskunft, diese wiürde bei Eingang
der Papiere wieder aufgehoben, hab ich natürlich
brav das Geld überwiesen. Nun bekam ich es nicht
wieder zurück. Warum? Weil ich es bezahlt hatte.
Als ich den Finanzbeamten dann fragte, ob ich nun
reingefallen bin, sagte er: "Ja, hätten Sie nicht bezahlt,
wäre es erlassen worden". So würden sie es nun
behalten.
Tja, aha, ich bin zwar blöd, aber vielleicht noch
lernfähig :-)
Was wollte er mir damit sagen?
frägt grüßend
Tobias
Architektur
OT: Der Verlust des Sozialstaates.
OT: Der Verlust des Sozialstaates.
Hallo,
tobias schrieb in der newsgroup de.sci.architektur:
> der Sozialstaat und das Solidarprinzip, das ich
> über das existierende Maß befürworte und un-
> terstütze, wird nicht an der Globalisierung
> zugrunde
> gehen (wie teilweise vorgetragen) - auch nicht > an
> der Unfinanzierbarkeit, wie die Politik es zu > sehen
> beliebt ...
> er steht und stirbt mit der Solidarität der
> Mitglieder.
Du verwechselst Sozialhilfestaat und Sozialstaat.
Im Sozialhilfestaat wird denen geholfen, die durch die anderen an den
Rand gedraengt sind. Im Sozialstaat, der erst zu schaffen waere, wird
nach sozialer Gleichheit gestrebt und das Wertgefuege, wie Leistungen
der Individuen angesehen werden, ist neu organisiert.
Das muss erst passieren.
K.L.Diehl
--
Immer auf dem aktuellen Stand mit den Newsgroups von freenet.de:
http://newsgroups.freenet.de
OT: Der Verlust des Sozialstaates.
"tobias" schrieb:
>Als ich den Finanzbeamten dann fragte, ob ich nun
>reingefallen bin, sagte er: "Ja, hätten Sie nicht bezahlt,
>wäre es erlassen worden". So würden sie es nun
>behalten.
Hättest Du mal auf meine Solidarität vertraut und mich gefragt: ich
hab das auch schon mal mitgemacht.
Zwangsgelder haben den Zweck, jemanden zum Erfüllen einer bestimmten
Pflicht zu bewegen. Wenn die Pflicht dann ohne Zahlung erledigt wird,
dann hat ja schon die Drohung den Zweck erfüllt - das Zwangsgeld wäre
danach nicht mehr vor Gericht durchsetzbar, weil es ja dann eine
Bestrafung bzw ein Bußgeld wäre. Wenn das Zwangsgeld aber bezahlt
wird, dann bedeutet das erst mal sinngemäß "Ihr könnt mich
alle mal".
Und wenn dann die Pflicht doch noch erfüllt wird, dann hat
offensichtlich die Zahlung diesen Sinneswandel bewirkt.
Da steckt also durchaus eine gewisse Beamtenlogik darin. Man muss
diese halt nur rechtzeitig erkennen :-)
Gruß
--
ArchTools: Architektur-Werkzeuge für AutoCAD (TM)
ArchDIM - architekturgerechte Bemaßung und Höhenkoten
ArchAREA - Flächenermittlung und Raumbuch nach DIN 277
Info und Demo unter http://www.archtools.de
OT: Der Verlust des Sozialstaates.
Hi Tom,
> Hättest Du mal auf meine Solidarität vertraut und mich gefragt:
ich
> hab das auch schon mal mitgemacht.
> Zwangsgelder haben den Zweck, jemanden zum Erfüllen einer bestimmten
> Pflicht zu bewegen. Wenn die Pflicht dann ohne Zahlung erledigt wird,
> dann hat ja schon die Drohung den Zweck erfüllt - das Zwangsgeld
wäre
> danach nicht mehr vor Gericht durchsetzbar, weil es ja dann eine
> Bestrafung bzw ein Bußgeld wäre. Wenn das Zwangsgeld aber
bezahlt
> wird, dann bedeutet das erst mal sinngemäß "Ihr könnt
mich alle mal".
> Und wenn dann die Pflicht doch noch erfüllt wird, dann hat
> offensichtlich die Zahlung diesen Sinneswandel bewirkt.
> Da steckt also durchaus eine gewisse Beamtenlogik darin. Man muss
> diese halt nur rechtzeitig erkennen :-)
Ja, Logik wäre, da ein eigenes "Globalisierungsmodel".
Ich zieh nach Frankreich - und das hier ist nur noch Büro.
Allerdings muß ich mich erst beraten lassen, wie ich das
richtig mache. Mit den ganzen Fahrten und Kosten
doppelte Lebensführung bleibt dann gar nichts mehr über ...
Die Logik des Steuerrechtes.
Gruß
Tobias
OT: Der Verlust des Sozialstaates.
Hallo Tobias,
> Ich zieh nach Frankreich - und das hier ist nur noch Büro.
>
> Allerdings muß ich mich erst beraten lassen, wie ich das
> richtig mache. Mit den ganzen Fahrten und Kosten
> doppelte Lebensführung bleibt dann gar nichts mehr über ...
>
> Die Logik des Steuerrechtes.
Das wäre dann schon Dein nächster Fehler. Ich habe einen Bekannten
der nach
Frankreich gezogen ist. Wenn ichs richtig sehe gibt es dort einen
ähnlichen
Wust an Gesetzen und Vorschriften wie das hierzulande vorherrscht, die mir
zumindest teilweise als noch absurder vorkamen. Nur fragt man einfach nicht
danach.
Gruß
Adrian
OT: Der Verlust des Sozialstaates.
"tobias" schrieb
Moin,
>der Sozialstaat und das Solidarprinzip, das ich
>über das existierende Maß befürworte und un-
>terstütze, wird nicht an der Globalisierung zugrunde
>gehen (wie teilweise vorgetragen) - auch nicht an
>der Unfinanzierbarkeit, wie die Politik es zu sehen
>beliebt ...
>
Der Sozialstaat bedingt aber ein entsprechendes
Steueraufkommen und das kommt nur mit einer funktionierenden
Wirtschaft.
In unserem Bereich steckt eine Firma nach der anderen auf.
Einige tun noch was, aber wenn man hinter die Kulissen
schaut erkennt man, dass die kaum noch eigene Leute
beschäftigen sondern zu einem großen Teil Subfirmen, die
ihrerseits wieder Subs haben und so weiter. Damit wird also
eine eigene Auslastung nur vorgetäuscht.
Wer eine hohe Auslastung vorweisen kann, erreicht dieses
entweder über Preisdumping bis zum Erbrechen oder aber er
hat sein Personal schon soweit reduziert, dass der Rest
tatsächlich zu tun hat. Volkswirtschaftlich ist das eine wie
das andere auch Müll.
In den Bauämtern gehen kaum noch Bauanträge ein ( nicht mal
jetzt zum Jahresende). Die Prüfingenieure haben entsprechend
auch nichts abzuhaken.
Egal warum und woher die Situationen kommen, die eigentliche
Frage lautet "wie lange halten wir das noch durch?".
>er steht und stirbt mit der Solidarität der Mitglieder.
>
und an den modernen Tugenden "Spaß & Fun" und
"Geiz-ist-geil"
Gruß
Olaf
--
Aquaristik: Mattenfilter, Statik, Diskussionsforum,
Bodengrund, Berechnungstools
<http://www.deters-ing.de>
OT: Der Verlust des Sozialstaates.
Olaf Deters schrieb:
>und an den modernen Tugenden "Spaß & Fun" und
>"Geiz-ist-geil"
Naja, wer sich Spaß & Fun noch leisten kann, der soll das meinetwegen
tun. Aber die Geiz=geil Sache hat uns der Gesetzgeber eingebrockt:
wenn die soziale Absicherung durch Arbeitslosenhilfe und gesicherte
Minimalrente wegfällt, und der Staat sich mit dem Ruf "Jeder ist sich
selbst der Nächste - Ihr müsst privat vorsorgen" aus seinen
Aufgaben
zurück zieht, dann ist es doch ganz logishc, dass die Leute selbst
dann anfangen zu sparen wie die Blöden, wenn sie noch gutes Geld
verdienen.
Nehmen wir doch einfach mal als Beispiel jemanden, der sich eigentlich
jetzt so langsam mit dem Gedanken beschäftigt, eine Wohnung oder ein
Huas zu kaufen bzw sich sogar bauen zu lassen. Der wird jetzt, wenn er
nicht durch Arbeitslosigkeit seine gesamte Existenz vernichtet sehen
will, mindestens ein oder zwei Jahresgehälter als zusätzliche
Absicherung auf die hohe Kante legen müssen - ganz davon abgesehen,
dass seine Bank nicht mehr wie noch vor ein paar Jahren problemlos
eine 100%-Finanzierung oder auch nur noch eine 80%-Finanzierung
herausrückt.
Und bei meinem Beispiel habe ich die neuerdings geforderte private
Vorsorge fürs Alter noch gar nicht mit eingerechnet.
Da wundert man sich doch eher, dass hierzulande überhaupt noch Leute
in der Lage sind, sich ein Eigenheim anzuschaffen.
Eine Idee für den Gesetzgeber: statt die Eigenheimzulage auf kleinster
Sparflamme weiter laufen zu lassen, könnte man dcoh sinnvoller eine
funktionierende Arbeitslosenversicherung anbieten. Dann könnten die
Leute auch wieder über längere Zeiträume planen.
Gruß
Tom Berger
--
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OT: Der Verlust des Sozialstaates.
Hi Adrian,
> Das wäre dann schon Dein nächster Fehler. Ich habe einen
Bekannten der
nach
> Frankreich gezogen ist. Wenn ichs richtig sehe gibt es dort einen
ähnlichen
> Wust an Gesetzen und Vorschriften wie das hierzulande vorherrscht, die mir
> zumindest teilweise als noch absurder vorkamen. Nur fragt man einfach
nicht
> danach.
Das ist richtig.
In dem Falle ginge es mir nicht um einen Hauptwohnsitz
in Frankreich.
Mein Hauptwohnsitz ist momentan Weil/Rh. Mahlberg
ist mein Zweitwohnsitz, F mein Drittwohnsitz.
Wenn ich böse will, ziehe ich hier aus (verbleibt als
reines Büro), fahre täglich Weil/Mahlberg (200 km
a 30 Cent im Privatwagen absetzbar) - und am Wochenende in
meinen Drittwohnsitz (400 km a 30 Cents absetzbar).
Auf solche Spiele hab ich bisher verzichtet. Wären ca. 400 Euro
alleine absetzbares Wegegeld/ Woche. Dann noch die volle
Miete Büro, volles Telefon, etc. Bisher mach ich halbe/halbe
Dann bleibt halt am Jahresende halt
"außer Spesen nichts gewesen" :-)
Es gibt auch kein Gesetz, daß einem vorschreibt, man müsse
Gewinn machen ... :-)
Gruß
Tobias
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