Tom Berger schrieb
>>und an den modernen Tugenden "Spaß & Fun" und
>>"Geiz-ist-geil"
>
>Naja, wer sich Spaß & Fun noch leisten kann, der soll das
meinetwegen
>tun.
>
etliche Bekannte von uns sind beruflich wohlsituierte Leute.
Die hocken aber lieber in ihrer Mietwohnung, weil sie das
vermeindlich gesparte Geld lieber in kurzweiligen
Zeitvertreib stecken. Die vorhergehenden Generationen
befanden bleibende Werte für wichtiger.
>Aber die Geiz=geil Sache hat uns der Gesetzgeber eingebrockt:
>wenn die soziale Absicherung durch Arbeitslosenhilfe und gesicherte
>Minimalrente wegfällt, und der Staat sich mit dem Ruf "Jeder ist
sich
>selbst der Nächste - Ihr müsst privat vorsorgen" aus seinen
Aufgaben
>zurück zieht, dann ist es doch ganz logishc, dass die Leute selbst
>dann anfangen zu sparen wie die Blöden, wenn sie noch gutes Geld
>verdienen.
>
Das Sparen insbesondere auf dem Bausektor kommt m.E. mehr
aus der Intention heraus, sich etwas leisten (schaffen,
bauen) zu wollen, wofür man an sich nicht die erforderlichen
Finanzmittel hat. Da wird also nicht der Ziel den
Möglichkeiten angepasst, sondern die Möglichkeiten so
verbogen, dass das Ziel erreichbar scheint.
>Nehmen wir doch einfach mal als Beispiel jemanden, der sich eigentlich
>jetzt so langsam mit dem Gedanken beschäftigt, eine Wohnung oder ein
>Huas zu kaufen bzw sich sogar bauen zu lassen. Der wird jetzt, wenn er
>nicht durch Arbeitslosigkeit seine gesamte Existenz vernichtet sehen
>will, mindestens ein oder zwei Jahresgehälter als zusätzliche
>Absicherung auf die hohe Kante legen müssen - ganz davon abgesehen,
>dass seine Bank nicht mehr wie noch vor ein paar Jahren problemlos
>eine 100%-Finanzierung oder auch nur noch eine 80%-Finanzierung
>herausrückt.
>
Der Anteil der Wohnkosten an dem gesamten Lebensunterhalt
ist zu hoch, egal ob Miete oder Eigenheim. Auf der anderen
Seite sind die Leute auch nicht mehr bereit, die zugehörigen
Entbehrungen auf sich zu nehmen. Die Urlaubsreise muss
weiter möglich sein. Geht das defintiv nicht, wird auch
nicht gebaut (Spaß & Fun). Die Prioritäten stimmen nicht
mehr.
>Da wundert man sich doch eher, dass hierzulande überhaupt noch Leute
>in der Lage sind, sich ein Eigenheim anzuschaffen.
>
Du musst mal nur das Delta betrachten zwischen Eigenheim und
Miete. Das ist m.W. gar nicht so erheblich. Wenn man sich im
täglichen Leben etwas zusammenreißt, sollte das für viele
gehen (nicht für alle, klar).
>Eine Idee für den Gesetzgeber: statt die Eigenheimzulage auf kleinster
>Sparflamme weiter laufen zu lassen, könnte man dcoh sinnvoller eine
>funktionierende Arbeitslosenversicherung anbieten. Dann könnten die
>Leute auch wieder über längere Zeiträume planen.
>
möglich.
Gruß
Olaf
--
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OT: Der Verlust des Sozialstaates.
2003-12-02 15:05:34