Hi,
war am Wochenende bei einem Freund, der sich vor einiger Zeit ein altes Haus
(ca. 1770) gekauft hat. Nun ist er dabei sich im Rahmen der denkmalgerechten
Sanierung (auch innen) Gedanken über die Heizung zu machen. Tendenziell
sind
wie beide der Meinung, daß eine Fußbodenheizung wohl eine gute
Sache wäre
(Ästhetik, geringere Raumtemperatur nötig um sich
Wohlzufühlen...). Nun das
Problem: In fast allen Räumen hat das Haus einen originalen Fußboden
aus
Weichholzdielen mit einer Kiesschüttung darunter (der nach der Sanierung -
voraussichtlich mit neuer Schüttung - auch wieder rein soll). Daher meine
Frage: Wie schätzt Ihr die Lage ein? Läßt sich da etwas machen?
Oder ist das
das Aus für eine Fußbodenheizung? Würde es etwas bringen die
Rohre in einer
Art Estrich zu verlegen und dann die Dielung darauf zu verlegen? Auch die
gelegentlich diskutierte und von einigen wohl für machbar gehaltene
Lösung
"Parkett und FBH" wäre zwar prinzipiell machbar, würde aber
dem
Gesamtcharakter des ländlich gelegenen Hauses eher nicht entsprechen; ein
Steinfußboden schon gar nicht. Wäre schön von Euch mal eine
Meinung zum
aktuellen Stand der Technik zu hören. Wie gesagt Heizkörper an den
Wänden
will er aus ästhetischen Gründen möglichst vermeiden. Öfen
gibt es nur in
wenigen Räumen.
Besten Dank im Voraus Georg
Architektur
Fußbodenheizung im Altbau mit Dielung?
Fußbodenheizung im Altbau mit Dielung?
Hi Georg,
> war am Wochenende bei einem Freund, der sich vor einiger Zeit ein altes
Haus
> (ca. 1770) gekauft hat.
lieber alt und bezahlt, als neu und Schulden :-)
> Nun ist er dabei sich im Rahmen der denkmalgerechten
> Sanierung (auch innen) Gedanken über die Heizung zu machen.
Tendenziell
sind
> wie beide der Meinung, daß eine Fußbodenheizung wohl eine gute
Sache wäre
> (Ästhetik, geringere Raumtemperatur nötig um sich
Wohlzufühlen...).
Da solltet ihr mal den Heizwärmebedarf untersuchen. Mehr als 100 Watt/
m2 Energieeintrag können unangenehm wirken (Fußbodenheizung).
> Nun das
> Problem: In fast allen Räumen hat das Haus einen originalen
Fußboden aus
> Weichholzdielen mit einer Kiesschüttung darunter (der nach der
Sanierung -
> voraussichtlich mit neuer Schüttung - auch wieder rein soll). Daher
meine
> Frage: Wie schätzt Ihr die Lage ein?
Wohl Fußbodenaufbau zum Erdreich? Nicht unterkellert? Im Prinzip
funktioniert Fußbodenheizung auch mit Holzfußboden, allerdings
ist mir das nur mit aufgeklebten Belägen (Parkett) bekannt. Dielen
aufgeklebt nicht (wird wohl Probleme mit der Größenänderung
durch den jahreszeilich bedingt unterschiedlichen Feuchtehaushalt geben).
Aufgelegt ist wohl der Luftspalt ein Problem.
Außerdem, wenn zum Erdreich, ist ein Dämmpaket nach unten
erforderlich
Von wann sind die Dielen? Wie sehen die von unten aus?
Das Haus ist zwar etwas später, aber ein etwas entfernterer
Verwandter hatte mal ein Herrschaftshaus aus dem Barock gekauft.
Da waren handgesägte Dielen bis über 1 m Dielenbreite drin.
Sowas ist natürlich erhaltenswert.
> Läßt sich da etwas machen? Oder ist das
> das Aus für eine Fußbodenheizung? Würde es etwas bringen
die Rohre in
einer
> Art Estrich zu verlegen und dann die Dielung darauf zu verlegen?
Leider schreibst Du nichts über die Konstruktionsart des Hauses.
Allgemein wäre anzumerken, daß der Heizwärmebedarf in der
Regel enorm ist. Eine Fußbodenheizung alleine wird in der
Regel nicht ausreichen, da die Vorlauftemperatur zu hoch
eingestellt werden muß, um das Haus warm zu kriegen.
aber Du schreibst auch nichts zu den anderen geplanten
Maßnahmen (Wärmeschutz etc.). Daher kann man nur
spekulieren.
Denkbar ist auch eine Kombination Fußboden und Ofen-
heizung. Denkbar wäre auch eine Wandheizung.
Allgemein braucht ein altes Haus eine hohe Luftwechselrate,
was mit einem Holzofen einfach zu erreichen ist. Der wirkt
wie eine Lüftungsanlage, indem er die Warmluft zum
Kamin rausbläst - und die kalte Luft von außen nachzieht.
Deine Frage kann also nicht abschließend beantwortet werden.
Gruß
Tobias
Fußbodenheizung im Altbau mit Dielung?
Hi Tobias,
> > war am Wochenende bei einem Freund, der sich
> > vor einiger Zeit ein altes Haus (ca. 1770) gekauft hat.
"tobias" schrieb:
> lieber alt und bezahlt, als neu und Schulden :-)
Recht hast Du!
> Wohl Fußbodenaufbau zum Erdreich? Nicht unterkellert?
Voll unterkellert mehrere Etagen. Schüttung habe ich leider
nicht selbst gesehen, daher evtl. auch etwas anderes als Kies.
> Im Prinzip funktioniert Fußbodenheizung auch mit
> Holzfußboden, > allerdings ist mir das nur mit aufgeklebten
> Belägen (Parkett) bekannt. Dielen aufgeklebt nicht (wird
> wohl Probleme mit der Größenänderung
> durch den jahreszeilich bedingt unterschiedlichen
> Feuchtehaushalt geben).
Hatte ich befürchtet. :-(
> Aufgelegt ist wohl der Luftspalt ein Problem.
Auch das hatte ich befürchtet. :-(
> Außerdem, wenn zum Erdreich, ist ein Dämmpaket
> nach unten erforderlich
> Von wann sind die Dielen? Wie sehen die von
> unten aus?
Kläre ich.
> Das Haus ist zwar etwas später, aber ein etwas
> entfernterer Verwandter hatte mal ein Herrschaftshaus
> aus dem Barock gekauft. Da waren handgesägte Dielen
> bis über 1 m Dielenbreite drin.Sowas ist natürlich
> erhaltenswert.
Hier sind es 40 bis 50 cm oder mehr...
> Leider schreibst Du nichts über die Konstruktionsart des
> Hauses.
Fachwerk mit Bruchsteinausfachung im Fränkischen.
Reicht das?
> Allgemein wäre anzumerken, daß der Heizwärmebedarf
> in der Regel enorm ist. Eine Fußbodenheizung alleine wird
> in der Regel nicht ausreichen, da die Vorlauftemperatur
> zu hoch eingestellt werden muß, um das Haus warm
> zu kriegen.
Schade eigentlich.
> aber Du schreibst auch nichts zu den anderen geplanten
> Maßnahmen (Wärmeschutz etc.). Daher kann man nur
> spekulieren.
Kläre ich.
> Denkbar ist auch eine Kombination Fußboden und Ofen-
> heizung.
Darauf läuft es ohnehin hinaus.
> Denkbar wäre auch eine Wandheizung.
Gibt es die auch ohne Heizkörper?
> Allgemein braucht ein altes Haus eine hohe Luftwechselrate,
> was mit einem Holzofen einfach zu erreichen ist. Der wirkt
> wie eine Lüftungsanlage, indem er die Warmluft zum
> Kamin rausbläst - und die kalte Luft von außen nachzieht.
Strebt er ohnehin an, da er auch etwas Wald hat und so leicht
an billiges Brennholz rankommt.
> Deine Frage kann also nicht abschließend beantwortet
> werden.
Hoffe es geht jetzt schon ein bisschen besser. Restinfo
reiche ich nach!
Lieben Dank im Voraus
Georg
Fußbodenheizung im Altbau mit Dielung?
Hallo Georg,
wie wäre dies http://www.oekohaus-bamberg.de/fp/archiv/ Heizsysteme/ ?
Gruß
Thomas
Fußbodenheizung im Altbau mit Dielung?
Georg v.Breitenbuch schrieb:
> Hi Tobias,
> "tobias" schrieb:
>>Denkbar wäre auch eine Wandheizung.
>
> Gibt es die auch ohne Heizkörper?
sogar mit Bild einer Konstruktion auf Fachwerk:
http://www.sanierungs-treffinger.de/lehmbau.html
Im Bild sind die Rohre von Hand verlegt, vom Heizungsbauer, auch
wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht. Es gibt auch
diverse Systemanbieter mit kombinierbaren Modulen in Kupfer oder
Kunststoff für Unterputz.
Goggle sagt:
http://www.heizmatte.de/
oder
http://www.paradigma.de/waermeseiten/cwaerme plattform0.html
Mit Gruß
--
Thomas Borghoff, 79822 Titisee-Neustadt
Fußbodenheizung im Altbau mit Dielung?
Hi Georg
> Voll unterkellert mehrere Etagen. Schüttung habe ich leider
> nicht selbst gesehen, daher evtl. auch etwas anderes als Kies.
1770 war ein Hungerjahr. Gewöhnlich ist es Schlacke,
aber kann regional abweichen, oder eben durch besondere
Umstände (nicht verfügbare Baustoffe). Auf Gewölben
trifft man meist auf Ausgleichsschüttungen. Schlacke wurde
gerne genommen, da sie dämmt. Habe aber auch schon
glasartige Schlacken ohne Poren gesehen. Eine war in F unter einem
Dielenboden eingebaut (EG), wohl als kapilarbrechende
Schicht zum Lehmboden (nicht saugfähig).
Zieht das Gewölbe(Keller) Feuchte, sollte der Fußboden im EG
(Dielen) atmungsfähig bleiben. Habe mal einen alten
Eichendielenboden gesehen, der hatte huinderte von Jahren
gehalten. Dann kam PVC drüber, und innerhalb weniger Jahre
ist er verrottet.
> Hier sind es 40 bis 50 cm oder mehr...
würde wohl in die Zeit passen :-)
> Fachwerk mit Bruchsteinausfachung im Fränkischen.
> Reicht das?
Ja. Schwer zu beheizen :-)
> Schade eigentlich.
> > Denkbar wäre auch eine Wandheizung.
> Gibt es die auch ohne Heizkörper?
Ja, ein paar Links wurden gepostet.
> Strebt er ohnehin an, da er auch etwas Wald hat und so leicht
> an billiges Brennholz rankommt.
Dann wäre auch eine Holz-Zentralheizung denkbar mit großem
Speichertank. Ein- oder zweimal die Woche wird der Speichertank
aufgeheizt. Ist auch möglich in Kombination mit einer
Fußbodenheizung.
Der Kessel hat ca. 50 kW.
So eine Anlage hat gerade jemand in Frankreich eingebaut. Die
Fußbodenheizung dient nur dazu, den Boden fußwarm zu halten.
Allerdings würde ich, bevor ihr die Hütte halber zerlegt, einfach
mal "probewohnen" - und zwar im Winter.
Man muß nicht zu jeder Jahreszeit das ganze Haus bewohnen
- und auch heizen können, braucht man die Räume
nicht unbedingt. Ein Holzofen hat gewisses Vorteile - und auch
Nachteile. Einfach mal einheizen - und schauen, was man wirklich
braucht. Für kalte Füße gibt es auch Pantoffeln (letztens bei
Aldi),
oder der gute alte Hausschuh. Meist billiger, als eine
Fußbodenheizung :-)
Der Vorteil eines Holzofens (wenn, dann mit großem Glasfenster,
gibt es auch dreiseitig) ist vielfach. Durch das/ die Glasfenster tritt
direkt Stahlungswärme aus, die den Fußboden im Strahlungswärme-
bereich aufheizt. Selbst bei mir, Fliesen auf Beton (ohne Dämmung
zum Erdreich) wird der Boden so fußwarm.
Der andere Vorteil ist die Müllentsorgung (räuspel, schwupp und
weg, all das Altpapier, etc. :-) ).
Der dritte Vorteil ist, daß man mal richtig einheizen kann,
bis sich die Kerzen biegen.
Nachteilig ist das Holzgeschleppe und die Ascheentsorgung.
Aber dann gäbe es noch den Luxus einer Pellet-Heizung.
Automatischer Brennstoffeinzug mittels Förderspindel. Kaum Asche
da optimale Verbrennung (2-3 mal im Jahr Aschebehälter
leeren) ... kostet aber noch was :-)
Hab jetzt die erste in Aktion gesehen - und bin begeistert.
Gruß
Tobias
Fußbodenheizung im Altbau mit Dielung?
"Georg v.Breitenbuch" posted:
>Frage: Wie schätzt Ihr die Lage ein? Läßt sich da etwas
machen?
>Oder ist das das Aus für eine Fußbodenheizung? Würde es
etwas
>bringen die Rohre in einer Art Estrich zu verlegen und dann die
>Dielung darauf zu verlegen?
Von Merk (in Bayern?) und von Lömpel (bundesweit) gibt es Systeme, mit
denen der Estrichbeton als tragendes Element in die Holzbalkendecke
eingebunden wird. Das ist nicht billig, aber schon mal eine Überlegung
wert.
Ich habe -als Fachmann- mit Lömpel bei der Sanierung (sehr) alter
Häuser
sehr gute Erfahrungen gemacht. Einen Statiker/Bauphysiker, der sich in
der Materie auskennt solltest du trotzdem heranziehen. Das ist ziemlich
komplexe Materie, nichts für Laien.
Gruss, Werner
--
Morver, der Rollstuhl fuer kranke Windows-Newsreader und fuer OE.
Aktuelle Version 1.0.305: http://www.morver.de/
Fußbodenheizung im Altbau mit Dielung?
Am Mon, 1 Dec 2003 23:55:17 +0100 schrieb Georg v.Breitenbuch ...
>
>Hi,
>war am Wochenende bei einem Freund, der sich vor einiger Zeit ein altes
Haus
>(ca. 1770) gekauft hat. Nun ist er dabei sich im Rahmen der
denkmalgerechten
>Sanierung (auch innen) Gedanken über die Heizung zu machen.
Tendenziell sind
>wie beide der Meinung, daß eine Fußbodenheizung wohl eine gute
Sache wäre
>(Ästhetik, geringere Raumtemperatur nötig um sich
Wohlzufühlen...). Nun das
>Problem: In fast allen Räumen hat das Haus einen originalen
Fußboden aus
>Weichholzdielen mit einer Kiesschüttung darunter (der nach der
Sanierung -
>voraussichtlich mit neuer Schüttung - auch wieder rein soll).
Habt Ihr auch Fußleistenheizung/Heizleisten in Betracht gezogen. Sie
fallen
kaum auf, da sie wie eine Scheuerleiste entlang der Wand laufen.
Doch Vorsicht - da wird gern mit der Heizleistung geschwindelt. Also
Prüfung
nach DIN 4704 bzw. DIN EN 442 verlangen.
Diskutiert wurden diese Heizleisten in d.r.h.
Subject: Re: Erfahrungen mit Strahlungsheizung (Heizleisten)
Date: Thu, 2 Jan 2003 14:09:21 +0100
Message-ID:
Grüße, Thomas
--
* Thomas Haedrich
* SIVUS gGmbH Institut fuer Verfahrens-, Umwelt- und Sensortechnik
* an der Technischen Universitaet Chemnitz
* Schulstr. 38, 09125 Chemnitz, Tel.: (0371) 5334020
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