"Hubert Bigerl" schrieb:
> Allerdings darfst du die psychologische Wirkung einer Bohrkernentnahme
nicht
> unterschätzen. Mach einen "grossen Bahnhof" mit dem
Unternehmer und dem
> Bauherrn mit komplizierter Bohrkernentnahme mit dem Steckdosenbohrer und
> lass ihn das Loch wieder verschliesen. Du wirst sehen, der grosse
> Voodoo-Zauber wirkt sich sehr positiv auf das Verhalten des Estrichlegers
> bei späteren Aufträgen aus. Er weiss, dass er es mit dir nicht
machen kann.
... vielleicht erzählt Robert uns, was er gemacht hat und wie es
ausgegangen ist. :-)
Er kommt nämlich, wie er mir per E-Mail schrieb, auf dem Bau gar nicht
an Trockenmaterial dran weil die das Zeug schon fix und fertig
gemischt im Kübel anliefern. =:-|
> Bei dieser Gelegenheit kannst du ganz unspektakulär mit dam Kaffeelot
(...
> oder was nimmst du da, Andrea?)
Ich nehme so viel wie ich kriegen kann. :->
Für eine chemische Analyse des Bindemittels genügt so ein Kaffeelot
voll Material voll und ganz, aber wenn man andere Kennwerte des
Zementes oder Mörtels bestimmen will (Korngrößenverteilung,
spezifische Oberfläche, Hydratationsverlauf, ...) braucht man ein paar
Gramm mehr. Ich habe extrem selten Aufträge in dem Bereich und meine
praktische Erfahrung ist daher ziemlich gering, aber 1 kg sollte die
Trockenmörtel- oder Zement-Probe nach Möglichkeit schon haben. Man
hat
einfach mehr Möglichkeiten im Rahmen der Untersuchung.
> in den Mischer fassen und ein Tütchen Pulver füllen.
Wenn der Zuschlag feucht ist, dann lieber nicht aus dem Mischer
sondern die Probe für die Bindemittelanalyse direkt aus dem Zementsack
... trockener Zement hält sich länger. ;-)
Andrea
Architektur
Re: Estrich - schnellhärtend?
Re: Estrich - schnellhärtend?
> ... vielleicht erzählt Robert uns, was er gemacht hat und wie es
> ausgegangen ist. :-)
Das interessiert mich auch. Am meisten das geheimnisvolle Zusammenspiel von
Schnellbinder und Erstarrungsverzögerern. :-)
> Er kommt nämlich, wie er mir per E-Mail schrieb, auf dem Bau gar
nicht
> an Trockenmaterial dran weil die das Zeug schon fix und fertig
> gemischt im Kübel anliefern. =:-|
Morgens schwappend auf dem Laster? Wie oft fahren die zum Mischen in die
Werkstatt? Das hab ich noch nie gesehen. Normalerweise steht der Mischer
doch vorm Haus, einer haut die Säcke rein, eine Wolke grauer Staub legt
sich
über die Baustelle, der undichte Schlauch versaut den ganzen Bau von oben
bis unten und das Anmachwasser spritzt draussen alles voll. Hinterher
streitet man sich dann, wer das Abspitzen der schnellerhärtenden
Pfütze
bezahlt, dort wo der Mischer gestanden hat.
> > Bei dieser Gelegenheit kannst du ganz unspektakulär mit dam
Kaffeelot
(...
> > oder was nimmst du da, Andrea?)
>
> Ich nehme so viel wie ich kriegen kann. :->
> Für eine chemische Analyse des Bindemittels genügt so ein
Kaffeelot
> voll Material voll und ganz, aber wenn man andere Kennwerte des
> Zementes oder Mörtels bestimmen will
(Korngrößenverteilung,
> spezifische Oberfläche, Hydratationsverlauf, ...) braucht man ein
paar
> Gramm mehr. Ich habe extrem selten Aufträge in dem Bereich und meine
> praktische Erfahrung ist daher ziemlich gering, aber 1 kg sollte die
> Trockenmörtel- oder Zement-Probe nach Möglichkeit schon haben.
Man hat
> einfach mehr Möglichkeiten im Rahmen der Untersuchung.
Gut zu wissen, ich hab nie mehr als eine gute Handvoll genommen. Die MPA
hat sich noch nie beklagt. Aber ich bessere mich jetzt und verspreche, statt
der Gefrierbeutel ab sofort Einkaufstüten zu nehmen.
> Wenn der Zuschlag feucht ist, dann lieber nicht aus dem Mischer
> sondern die Probe für die Bindemittelanalyse direkt aus dem
Zementsack
> ... trockener Zement hält sich länger. ;-)
Stimmt, zumindest behält er die ursprüngliche Konsistenz länger
bei :-)
Grüsse
Hubert
Re: Estrich - schnellhärtend?
Robert Pflüger schrieb:
>Hallo,
>
>welche ist die einfachte Möglichkeit einen frischen Estrich oder einen
>frisch eingebauten dahingehend zu beurteilen, ob es sich um einen
>normalen Zementestrich handelt, oder um einen schnellhärtenden ZE?
Hei,
Feuchte messen?
Beste Grüße
Andreas
Re: Estrich - schnellhärtend?
> >welche ist die einfachte Möglichkeit einen frischen Estrich oder
einen
> >frisch eingebauten dahingehend zu beurteilen, ob es sich um einen
> >normalen Zementestrich handelt, oder um einen schnellhärtenden
ZE?
,
>
> Feuchte messen?
Hallo Andreas,
wie hoch ist die Feuchte eines FRISCHEN Estrichs?
Gruss hubert
Re: Estrich - schnellhärtend?
"Hubert Bigerl" schrieb:
> Andreas Pesch schrieb:
[wie normalen Zementestrich von schnellhärtenden ZE unterscheiden?]
>> Feuchte messen?
> wie hoch ist die Feuchte eines FRISCHEN Estrichs?
Kommt auf die Frische drauf an. :->
Ein guter Schnellestrich hat nach einem Tag nur noch rund 3%
Restfeuchte, genau deshalb setzt man ihn ja ein. Ein normaler Estrich
liegt weit drüber.
Wenn man also die Feuchte an dem - nicht mehr ganz frischen - Estrich
misst, dann bekommt man damit durchaus einen Anhaltspunkt dafür, ob es
ein Schnellestrich sein kann.
Dein erster Vorschlag war doch auch die Feuchtemessung und daher
verstehe ich jetzt den Einwand nicht so ganz. Oder habe ich Dich nur
missverstanden?
Andrea
Re: Estrich - schnellhärtend?
Hallo, Andrea,
> Kommt auf die Frische drauf an. :->
Wenn du so willst, ja.
> Wenn man also die Feuchte an dem - nicht mehr ganz frischen - Estrich
Das ist der springende Punkt an der Sache.
> misst, dann bekommt man damit durchaus einen Anhaltspunkt dafür, ob
es
> ein Schnellestrich sein kann.
> Dein erster Vorschlag war doch auch die Feuchtemessung und daher
> verstehe ich jetzt den Einwand nicht so ganz. Oder habe ich Dich nur
> missverstanden?
Offensuchtlich ein bisschen in den Definitionen, ja.
Ich bin davon ausgegangen, dass der Estrich grob gesagt nacheinander drei
Zustände annimmt.
Während und direkt nach dem Einbau ist er "frisch". Als
Chemikerin musst du
mir jetzt meine Laienhaftigkeit auf diesem Gebiet verzeihen (mea culpa),
aber frisch ist er so lange, wie ich mit dem Daumen eine Delle reindrücken
kann. In diesem Zeitfenster ist die tatsächliche Feuchtigkeit ziemlich
uninteressant.
Danach ist er "abbindend" oder "feucht". Das bleibt er so
lange, bis er vom
Feuchtegehalt her nach einer CM-Messung die notwendige Verlegereife erreicht
hat (mea culpa). Das ist bei Fliesen anders als bei Parkett. Aber in den
meisten Fällen ist nur in diesem Zeitraum der Feuchtegehalt von Interesse.
Schäden wie Risse und Verformungen treten im grossen und ganzen fast nur
hier auf.
Wenn nach positivem Messergebnis der jeweilige Oberboden schadensfrei
draufliegt ist er "erhärtet" oder "trocken" (maxima
culpa).
Dass diese Einteilung vom bauchemischen Standpunkt her den Spezialisten die
Nackenhaare sträubt, ist mir klar. Du musst aber zugeben, dass sie sogar
die
Schwarzkittel bei Gericht verstehen, ohne weitere Fragen zu stellen, und du
damit mindestens 95% aller Fälle dieser Art abdeckst.
Liebe Grüsse
Hubert
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