Hallo liebe Leser!
Ein Problem mit der Wohnung zwingt mich Euren Rat einzuholen.
Hier mein Problem:
Aussenwand / Nordseite / Erdgeschoss
Nach Renovierung (Isolierung der Hauswand im Erdreich) Naesseflecke
im unteren Wandbereich. In Aussenwandecke vom Boden bis zur Decke
Naesseflecken.
Die Wohnungsgesellschaft moechte gern von Innen eine Trockenbauwand
mit Luftzwischenraum errichten. Dies soll das Problem beheben. Nach
meiner Vermutung muesste aber etwas im Aussenbereich mit der Boden-
isolierung getan werden.
Wie seht Ihr das?? Fotos koennen gemailt werden, da der Hausverwaltungs-
beauftragt meinte, nach Art der Flecken kann entschieden werden, was
gemacht werden muss.
--
Mit freundlichen Grüßen
Knut Rothe
Architektur
Nasse Aussenwand
Nasse Aussenwand
Hi Knut,
> Aussenwand / Nordseite / Erdgeschoss
> Nach Renovierung (Isolierung der Hauswand im Erdreich) Naesseflecke
> im unteren Wandbereich. In Aussenwandecke vom Boden bis zur Decke
> Naesseflecken.
> Die Wohnungsgesellschaft moechte gern von Innen eine Trockenbauwand
> mit Luftzwischenraum errichten. Dies soll das Problem beheben. Nach
> meiner Vermutung muesste aber etwas im Aussenbereich mit der Boden-
> isolierung getan werden.
> Wie seht Ihr das?? Fotos koennen gemailt werden, da der Hausverwaltungs-
> beauftragt meinte, nach Art der Flecken kann entschieden werden, was
> gemacht werden muss.
1. Wahrscheinlichste Variante:
Es handelt sich wohl (Nordseite) um Kondensat aus der Innenraumluft.
Wäre dem so, müßte es hauptsächlich im Winter auftreten.
Ein verbreitetes Problem bei Mehrfamilienwohnhäusern die vor der
ersten Wärmeschutzverordnung (1984) gebaut wurden.
Die Außenwand nach Norden dämmt zu schlecht, kühlt an der
Oberfläche
innen zu weit ab, so daß dort die Luftfeuchtigkeit kondensiert.
Dafür spricht auch die Lage der feuchten Stellen in den Ecken und am
Fußboden. Bereiche mit geringer Luftkonvektion.
Eine Gipskartonschale (mit etwas Dämmung) kann Abhilfe schaffen.
An der Wand sollten keine Möbel stehen, Vorhänge vermieden werden,
der Raum gut gelüftet (Stoßlüftung 5 Minuten bei weit offenem
Fenster
morgens und abends).
2.Weniger Variante:
Älteres Gebäude mit Bruchsteinfundament/ Ziegelfundament.
Durch die neue Feuchteisolierung außen steigt die durch das
Fundament aufsteigende kapilare Feuchte noch weiter auf, da sie
nicht mehr nach außen verdunsten kann. Ein etwas schwierigerer
Fall, da das Fundament horizontal mit einer Sperrschicht versehen
werden müßte, was meist am Aufwand scheitert.
Durch die höhere Feuchte im Sockelbereich sinkt die Wärme-
dämmwirkung der Wand, was die Raumfeuchte wieder eher
an der Innenwandoberfläche kondensieren läßt, bzw. die
Feuchte aus dem Fundament muß zusätzlich nach innen verdunsten,
neben ausfallendem Tauwasser (die Wirkungen addieren sich).
In dem Falle ist es meiner Erfahrung nach besser, das Fundament
von außen freizulegen - und nicht zu isolieren, sondern dort ein
nichtbindiges Material einzubringen, das Stauwasser verhindert.
Eine Isolation wäre (bei saugenden Fundamenten) dann eher
von innen angezeigt, in Form eines Sperrputzes, z.B. Zementputzes
im Sockelbereich.
Eine Behelfslösung, die aber funktioniert.
Ich habe das Problem bei meiner Hütte hangseitig nun über 1 Jahr
beobachtet. Alleine das Abtragen des Erdreiches auf 10 cm unter
Niveau Boden EG ließ den Sockel austrocknen. Die Mehrfeuchte
im Fundamentbereich ist aber noch zu Beginn der Wärmeperiode
sichtbar, indem sich Kondensat auf dem Betonboden entlang der
Wand bildet. Wärmt sich dann die Bodenplatte im Sommer auf,
wird der Taupunkt wieder unterschritten. Ein Lösung des Problems
brachte auch ein offenporiger Fliesenbelag auf einem dickeren
(8mm) wasserfesten und elastischen Klebemörtel.
In eine Richtung muß die Feuchte weg, nach innen oder nach außen.
In solchen Fällen ist eine Außenisolierung (gegen Wasser) eher
geneigt, das Problem zu verschärfen, als zu beheben.
3. Lösungsvorschlag
Es übersteigt den Rahmen einer ng die genauen Ursachen in Deinem
Falle herauszufinden. Aber eine Besichtigung durch eine fachkundige
Person der Wohnungasbaugesellschaft vor Ort, müßte schnell die
Ursache klären können.
Handelt es sich um Variante 1, ist eine Gipskartonschale von innen
eine mögliche Lösung, da sie die Innenoberflächentemperatur
erhöht.
Ob sich hinter der Gipskartonschale eventuel wieder Kondensat
bilden könnte, lasse ich dahingestellt.
Warum?
Ich habe solche Lösungen aus den 70 er-Jahren in nicht
wärmegedämmten
Kellern gesehen, die als beheizter Wohnraum genutzt wurden. Dort
war hinter der GK-Platte (im aufgelatteten Zwischenraum) trocken,
obwohl ich Kondensat erwartet hätte ...
Gruß
Tobias