Hallo
In meinem Altbau (Mehrfamilienhaus mit 6 Wohneinheiten, Baujahr 1970)
sind Stahlrohre für die Trinkwasserleitung verwendet.
In den Wohnungen dauert es seit letzter Woche sehr lange bis das warme
Trinkwasser zur Verfügung steht. Laut Heizungsbauer sind die Rohre so
korrodiert (verrostet oder verkalkt) das das Leitungswasser nicht mehr
zirkulieren kann.
Kennt jemand eine Alternative zum Herrausreißen aller Leitungen ?
(Durchspülen, versiegeln ???)
Welche Leitungen soll man bei der Sanierung verwenden? wieder
Eisenrohre, Kupfer oder Kunststoffleitungen ???
Ich bin für jeden Tipp dankbar, bestimmt bin ich nicht der erste mit
diesem Problem.
mfg
Weinzierl
Architektur
Trinkwasserleitung Altbau korrodiert (Rost + Kalk)
Trinkwasserleitung Altbau korrodiert (Rost + Kalk)
Hallo,
> Kennt jemand eine Alternative zum Herrausreißen aller Leitungen ?
> (Durchspülen, versiegeln ???)
mit Salzsäure spülen, hinterher neutralisieren, eventuel
Phosphatbehandlung.
> Welche Leitungen soll man bei der Sanierung verwenden? wieder
> Eisenrohre, Kupfer oder Kunststoffleitungen ???
Gute Frage. Ich neige persönlich zu PE in Leerrohr. Möglichst so
verlegt,
dass
man Leitungsstücke wechseln kann, ohne die Wand aufzuspitzen, daher
Schraubverbindungen zu den Anschlußstücken- und diese
zugänglich und keine
scharfen Bögen. Aber das ist mein persönlicher Geschmack. Meine
Kunden
sehen das meist anders :-)
Verpressen find ich Scheiße. Immer wieder Probleme mit falsch
abgepressten
Verbindungen.
Kupfer und löten ist wohl billiger und immer noch etwas wie Standard.
Stahl verzinkt wird nicht mehr oft eingebaut.
> Ich bin für jeden Tipp dankbar, bestimmt bin ich nicht der erste mit
> diesem Problem.
Bitte :-)
Gruß
Tobias
Trinkwasserleitung Altbau korrodiert (Rost + Kalk)
"Reinhold Weinzierl" schrieb
> Kennt jemand eine Alternative zum Herrausreißen aller Leitungen ?
> (Durchspülen, versiegeln ???)
Keine vernünftige. Das Rohr ist kaputt und muss raus. Durchspülen
verzögert
nur den Zeitpunkt,
> Welche Leitungen soll man bei der Sanierung verwenden? wieder
> Eisenrohre, Kupfer oder Kunststoffleitungen ???
1. Wasseranalyse des zuständigen Wasserwerks anfordern
2. Empfehlung des Wasserwerks anhören
3. Ingenieurbüro für TGA deines Vertrauens aufsuchen und den
Austausch
planen, ausschreiben und überwachen lassen! Keinesfalls direkt zum
Installateur! Den Ärger kannst du dir sparen, und das macht das wett, was
das IB kostet. Ausserdem kriegst du so eine neutrale Ausschreibung und einen
echten Marktvergleich mit den günstigsten Bietern.
Als Rohrwerkstoff empfehle ich immer VPeX-Rohr aus vernetzten PE mit
Alu-Kern verwenden. ZB. MEPLA von Geberit. Auf keinen Fall Aquatherm oder
Friatec-Rohr aufschwätzen lassen, hab ich durchweg schlechte
Erfahrung.
> Ich bin für jeden Tipp dankbar, bestimmt bin ich nicht der erste mit
> diesem Problem.
Nö, das ist der Fluch der bösen Tat. Verzinktes Rohr hätte man
nicht
verwenden sollen, aber Kunsoff in angemessener Qualität gabs damals noch
nicht. Metallische Werkstoffe haben meines Erachtens bei einem Lebensmittel
wie Trinkwasser nix zu suchen.
Helli
Trinkwasserleitung Altbau korrodiert (Rost + Kalk)
"Peter Hellinger" schrieb:
>
>Als Rohrwerkstoff empfehle ich immer VPeX-Rohr aus vernetzten PE mit
>Alu-Kern verwenden. ZB. MEPLA von Geberit. Auf keinen Fall Aquatherm oder
>Friatec-Rohr aufschwätzen lassen, hab ich durchweg schlechte
>Erfahrung.
Wenn es etwas mehr sein darf ist für die TW Installation auch
Edelstahl zu empfehlen. Und, Tobias, Presstechnik ist nicht
grundsätzlich schlecht, es Bedarf nur Sorgfalt bei der Verarbeitung.
ByE
--
Alles Weitere später, alles Nähere nie.
Trinkwasserleitung Altbau korrodiert (Rost + Kalk)
> > Welche Leitungen soll man bei der Sanierung verwenden? wieder
> > Eisenrohre, Kupfer oder Kunststoffleitungen ???
>
> 1. Wasseranalyse des zuständigen Wasserwerks anfordern
> 2. Empfehlung des Wasserwerks anhören
Guter Tipp mit dem Wasserwerk. Mach ich.
> 3. Ingenieurbüro für TGA deines Vertrauens aufsuchen und den
Austausch
> planen, ausschreiben und überwachen lassen! Keinesfalls direkt zum
> Installateur! Den Ärger kannst du dir sparen, und das macht das wett,
was
> das IB kostet. Ausserdem kriegst du so eine neutrale Ausschreibung und
einen
> echten Marktvergleich mit den günstigsten Bietern.
>
> Als Rohrwerkstoff empfehle ich immer VPeX-Rohr aus vernetzten PE mit
> Alu-Kern verwenden. ZB. MEPLA von Geberit. Auf keinen Fall Aquatherm oder
> Friatec-Rohr aufschwätzen lassen, hab ich durchweg schlechte
> Erfahrung.
>
O.K hört sich gut an
mercy
Reinhold
Trinkwasserleitung Altbau korrodiert (Rost + Kalk)
> > Welche Leitungen soll man bei der Sanierung verwenden? wieder
> > Eisenrohre, Kupfer oder Kunststoffleitungen ???
>
> Gute Frage. Ich neige persönlich zu PE in Leerrohr. Möglichst so
verlegt,
> dass man Leitungsstücke wechseln kann, ohne die Wand aufzuspitzen,
daher
> Schraubverbindungen zu den Anschlußstücken- und diese
zugänglich und keine
> scharfen Bögen. Aber das ist mein persönlicher Geschmack. Meine
Kunden
> sehen das meist anders :-)
Mercy für die Anwort.
Das man Wasserleitungen im Leerrohr verlegt habe ich noch nicht
gewußt. Hört sich aber gut an.
Reinhold
Trinkwasserleitung Altbau korrodiert (Rost + Kalk)
Reinhold Weinzierl wrote:
Hallo Reinhold,
>
> [Rohrleitungen zu]
Abhilfe schafft das Spülen der Rohrleitungen. Hierbei wird das
Rohrleitungssystem mittels eines gepulsten Luft-Wasser-Gemisches
gereinigt.
In sehr hartnäckigen Fällen kann Säure zur Hilfe genommen
werden. Aus
unserer Praxis heraus war dies allerdings noch niemals notwendig.
Der Arbeitsaufwand für ein Einfamilienhaus beträgt ca 6-8 Std
à 2 Mann,
die
Kosten belaufen sich auf rund 600 - 800 EUR zuz Fahrt + Eichelabgabe.
Nach der Spülung muß eine Schutzschicht im Rohr aufgebaut werden, da
das
Rohr nahezu blank ist. Die Basis des Dosiermittels ist ein natürliches
Silikatmineral. Nach etwa 6 Monaten wird umgestellt auf ein anderes
Dosiermittel, das lediglich die aufgebaute Schutzschicht erhält. Die
Kosten
für die Dosieranlage betragen in etwas 600 - 900 EUR inkl Einbau,
abhängig
von den Einbaubedingungen, Rohrdurchmesser , Durchflussleistungen etc..
Die
laufenden Kosten für das Dosiermittel betragen rund 45 EUR + MwSt/Jahr
(bzw
120cbm Wasserverbrauch).
Wenn die Ablagerungen vorwiegend aus Kalk bestehen, ist eine
Enthärtungsanlage sinnvoll, um ein erneutes Zulegen des Rohres zu
vermeiden.
Zur überschlägigen Berechnung einer Wasserenthärtung guckst Du
hier:
http://www.wasseraufbereitungsseiten.de unter Service ist
die FAQ
Wasseraufbereitung. Die Seiten sind ganz neu im Netz und sind noch in
der
Test- und Aufbauphase, das Rechenskript funktioniert aber bereits.
Alternativ gibt es zwar Dosiermittel, die ein Ausfällen des
Calciumkarbonates minimieren können. Dies funktioniert jedoch nicht bei
jedem Wasser. Grundsätzlich hilft eine Wasseranalyse weiter, die Du
kostenfrei von Deinem Wasserversorger, günstigerweise per E-Mail
bekommst.
Erfolgt oben angeführte Spülung rechtzeitig, so ist ein Austausch der
Rohrleitungen, zum Leidwesen der Installeure, nicht notwendig. Die
Kosten
der Wasseraufbereitung sind im Vergleich zu einer Sanierung meistens
wesentlich geringer.
Für konkrete Angebote benötigt der Wasseraufbereiter deines
Vertrauens
oder
auch wir folgende Angaben:
- Rohrdurchmesser
- Eingangsdruck
- Rohrleitungsmaterial (Stahl, schwarz, verzinkt etc, Edelstahl, Kusto,
Kupfer ..)
- Wasseranalyse
- Wasserverbauch jährlich,
- Anzahl der Wasserauslässe getrennt nach Warm-/Kaltwasser,
WC-Spülungen
- Wenn der Warmwasserboiler gleich mit entkalkt werden soll: Volumen,
wenn
möglich Fabrikat/Bauj.
HTH
Grüße
Harald
Trinkwasserleitung Altbau korrodiert (Rost + Kalk)
"Egon Wachullek" schrieb
> Wenn es etwas mehr sein darf ist für die TW Installation auch
> Edelstahl zu empfehlen. Und, Tobias, Presstechnik ist nicht
> grundsätzlich schlecht, es Bedarf nur Sorgfalt bei der Verarbeitung.
Würde ich wegen der hohen Kosten nur für Rohrleitungen > DN 50
verwenden.
Für alles andere ist es rausgeworfenes Geld.
Helli
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